Beteiligte Länder am Jemen-Krieg - Offene Presseanfrage an Bundesregierung

Anfrage an: Auswärtiges Amt

die Vorgängerregierung aus CDU/CSU und SPD unter Führung der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, verständigte sich im Kontext Rüstungsexporte und den Krieg im Jemen auf folgende Vereinbarung:

„Ab sofort werden keine Ausfuhren an Länder genehmigt, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind.“

Der damalige Außenminister Heiko Maas (SPD) (1, 3) versprach im März 2018 den Abgeordneten des Bundestages und Bürgern, alle Länder, die mittelbar am Krieg gegen den Jemen beteiligt sind, darauf hin zu prüfen, ob diese mit deutschen Rüstungsgütern zukünftig beliefert werden könnten. Die Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Prüfung ist der Außenminister Heiko Maas (SPD) bis zum Ende seiner Amtszeit schuldig geblieben.

Am 05.09.2018 erklärt Peter Altmaier – damaliger Bundeswirtschaftsminister (CDU), auf der Bürger-Pressekonferenz zum Tag der offenen Tür, die Überlegungen der Bundesregierung zu den Rüstungsexporten an Länder der saudischen Kriegskoalition und kündigte an, innerhalb der nächsten Quartals (Ende 2018) jene Länder zu veröffentlichen, die zukünftig von Rüstungsexporten ausgeschlossen werden.

Auch Peter Altmaier sowie die gesamte CDU/CSU/SPD-Bundesregierung (1, 3) blieb die Veröffentlichung bis zu ihrer Abdankung schuldig.

Dass trotz vereinbarten Rüstungsexportverbot die deutsche Rüstungsindustrie – entgegen allen nationalen und internationalen Rechtsnormen – angefangen vom Kriegswaffenkontrollgesetz und Grundgesetz, über den UN-Waffenhandelsvertrag ATT, EU-Rechtsnormen bis hin zur UN-Charta u.v.a.m., todbringende Waffen mit Genehmigung des Bundessicherheitsrates liefern durfte, ist kein Geheimnis. (2, 3)

(1) DIE KRIEGSKOALITION SAUDI ARABIENS - Die "Werte-Republik-Deutschland" und Beihilfe zum Völkermord im Jemen
https://www.krieg-im-jemen.de/saudische-kriegskoalition/

(2) RÜSTUNGSEXPORTE DER EU-UND NATO-LÄNDER - Aufrüstung der saudischen Kriegskoalition, Beihilfe zu Kriegsverbrechen
https://www.krieg-im-jemen.de/rüstungsexporte/

(3) Pressespiegel von Stop the WAR in Yemen 2017 bis 2022
https://www.krieg-im-jemen.de/presse/

07.12.2021 - Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP
MEHR FORTSCHRITT WAGEN - BÜNDNIS FÜR FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGKEIT

Die Menschen in Deutschland haben bei den vergangenen Bundestagswahlen mit ihrer Stimme einen Regierungswechsel ermöglicht, der nun Sie in die Verantwortung für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte versetzt.

In Ihrem Koalitionsvertrag haben Sie folgende Vereinbarung verankert:
„Wir erteilen keine Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter an Staaten, solange diese nachweislich unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind.“
4Abschnitt Abrüstung, Rüstungskontrolle, Rüstungsexporte, Seite 146 direkt über der Überschrift „Über Menschenrechte“

Fragen an die Bundesregierung zu nachweislich unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligte Länder:
1. Wie definieren Sie im Zusammenhang Jemen-Krieg unmittelbar?
2. Wie definieren Sie im Kontext Jemen-Krieg nachweislich?
3. Welche Länder sind aus Ihrer Sicht konkret unmittelbar und nachweislich am Jemen-Krieg beteiligt?
4. Welche Länder werden aus Ihrer Sicht mit Stand Januar 2022 von Rüstungsexportverboten im Kontext Jemen-Krieg betroffen sein? Bitte listen sie die Länder auf nach den Kategorien NATO- und NATO-gleichgestellte Länder, EU-Länder bzw. Drittländer.
Bundeswehr im Jemen: Welche Erkenntnisse hat die deutsche UN-Beobachtermission seit 2019 in Hodeidah bisher erbracht, die durch die CDU/CSU/SPD-Regierung in den Jemen entsandt wurde?

Die Menschen in Deutschland sowie die Menschen im Jemen wollen wissen, wie sich die neue Bundesregierung Deutschlands zu den seit 26. März 2015 andauernden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid der Saudi/Emirati/Israeli-Kriegskoalition – die von den NATO- und EU-Regierungen direkte und indirekte Unterstützung erfahren, zukünftig positionieren wird und welche aktiven Maßnahmen die Bundesregierung Deutschland für einen schnellen Frieden im Jemen ergreifen wird.

Da diese Presseanfrage zum Krieg im Jemen gemeinsam mit Ihren Antworten veröffentlicht werden soll, bitte ich um eine zeitnahe Beantwortung meiner Fragen.

Anfrage eingeschlafen

Warte auf Antwort
  • Datum
    8. Februar 2022
  • Frist
    10. März 2022
  • 0 Follower:innen
Mathias Tretschog
Mathias Tretschog (Stop the WAR in Yemen)
Antrag nach dem IFG/UIG/VIG Sehr geehrte Damen und Herren, bitte senden Sie mir Folgendes zu: die Vorgängerregi…
An Auswärtiges Amt Details
Von
Mathias Tretschog (Stop the WAR in Yemen)
Betreff
Beteiligte Länder am Jemen-Krieg - Offene Presseanfrage an Bundesregierung [#240363]
Datum
8. Februar 2022 21:09
An
Auswärtiges Amt
Status
Warte auf Antwort — E-Mail wurde erfolgreich versendet.
Antrag nach dem IFG/UIG/VIG Sehr geehrte Damen und Herren, bitte senden Sie mir Folgendes zu:
die Vorgängerregierung aus CDU/CSU und SPD unter Führung der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, verständigte sich im Kontext Rüstungsexporte und den Krieg im Jemen auf folgende Vereinbarung: „Ab sofort werden keine Ausfuhren an Länder genehmigt, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind.“ Der damalige Außenminister Heiko Maas (SPD) (1, 3) versprach im März 2018 den Abgeordneten des Bundestages und Bürgern, alle Länder, die mittelbar am Krieg gegen den Jemen beteiligt sind, darauf hin zu prüfen, ob diese mit deutschen Rüstungsgütern zukünftig beliefert werden könnten. Die Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Prüfung ist der Außenminister Heiko Maas (SPD) bis zum Ende seiner Amtszeit schuldig geblieben. Am 05.09.2018 erklärt Peter Altmaier – damaliger Bundeswirtschaftsminister (CDU), auf der Bürger-Pressekonferenz zum Tag der offenen Tür, die Überlegungen der Bundesregierung zu den Rüstungsexporten an Länder der saudischen Kriegskoalition und kündigte an, innerhalb der nächsten Quartals (Ende 2018) jene Länder zu veröffentlichen, die zukünftig von Rüstungsexporten ausgeschlossen werden. Auch Peter Altmaier sowie die gesamte CDU/CSU/SPD-Bundesregierung (1, 3) blieb die Veröffentlichung bis zu ihrer Abdankung schuldig. Dass trotz vereinbarten Rüstungsexportverbot die deutsche Rüstungsindustrie – entgegen allen nationalen und internationalen Rechtsnormen – angefangen vom Kriegswaffenkontrollgesetz und Grundgesetz, über den UN-Waffenhandelsvertrag ATT, EU-Rechtsnormen bis hin zur UN-Charta u.v.a.m., todbringende Waffen mit Genehmigung des Bundessicherheitsrates liefern durfte, ist kein Geheimnis. (2, 3) (1) DIE KRIEGSKOALITION SAUDI ARABIENS - Die "Werte-Republik-Deutschland" und Beihilfe zum Völkermord im Jemen https://www.krieg-im-jemen.de/saudische-kriegskoalition/ (2) RÜSTUNGSEXPORTE DER EU-UND NATO-LÄNDER - Aufrüstung der saudischen Kriegskoalition, Beihilfe zu Kriegsverbrechen https://www.krieg-im-jemen.de/rüstungsexporte/ (3) Pressespiegel von Stop the WAR in Yemen 2017 bis 2022 https://www.krieg-im-jemen.de/presse/ 07.12.2021 - Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP MEHR FORTSCHRITT WAGEN - BÜNDNIS FÜR FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGKEIT Die Menschen in Deutschland haben bei den vergangenen Bundestagswahlen mit ihrer Stimme einen Regierungswechsel ermöglicht, der nun Sie in die Verantwortung für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte versetzt. In Ihrem Koalitionsvertrag haben Sie folgende Vereinbarung verankert: „Wir erteilen keine Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter an Staaten, solange diese nachweislich unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind.“ 4Abschnitt Abrüstung, Rüstungskontrolle, Rüstungsexporte, Seite 146 direkt über der Überschrift „Über Menschenrechte“ Fragen an die Bundesregierung zu nachweislich unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligte Länder: 1. Wie definieren Sie im Zusammenhang Jemen-Krieg unmittelbar? 2. Wie definieren Sie im Kontext Jemen-Krieg nachweislich? 3. Welche Länder sind aus Ihrer Sicht konkret unmittelbar und nachweislich am Jemen-Krieg beteiligt? 4. Welche Länder werden aus Ihrer Sicht mit Stand Januar 2022 von Rüstungsexportverboten im Kontext Jemen-Krieg betroffen sein? Bitte listen sie die Länder auf nach den Kategorien NATO- und NATO-gleichgestellte Länder, EU-Länder bzw. Drittländer. Bundeswehr im Jemen: Welche Erkenntnisse hat die deutsche UN-Beobachtermission seit 2019 in Hodeidah bisher erbracht, die durch die CDU/CSU/SPD-Regierung in den Jemen entsandt wurde? Die Menschen in Deutschland sowie die Menschen im Jemen wollen wissen, wie sich die neue Bundesregierung Deutschlands zu den seit 26. März 2015 andauernden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid der Saudi/Emirati/Israeli-Kriegskoalition – die von den NATO- und EU-Regierungen direkte und indirekte Unterstützung erfahren, zukünftig positionieren wird und welche aktiven Maßnahmen die Bundesregierung Deutschland für einen schnellen Frieden im Jemen ergreifen wird. Da diese Presseanfrage zum Krieg im Jemen gemeinsam mit Ihren Antworten veröffentlicht werden soll, bitte ich um eine zeitnahe Beantwortung meiner Fragen.
Dies ist ein Antrag auf Zugang zu amtlichen Informationen nach § 1 des Gesetzes zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (IFG) sowie § 3 Umweltinformationsgesetz (UIG), soweit Umweltinformationen im Sinne des § 2 Abs. 3 UIG betroffen sind, sowie § 1 des Gesetzes zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation (VIG), soweit Informationen im Sinne des § 1 Abs. 1 VIG betroffen sind. Sollte der Informationszugang Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, möchte ich Sie bitten, mir dies vorab mitzuteilen und detailliert die zu erwartenden Kosten aufzuschlüsseln. Meines Erachtens handelt es sich um eine einfache Auskunft. Gebühren fallen somit nach § 10 IFG bzw. den anderen Vorschriften nicht an. Auslagen dürfen nach BVerwG 7 C 6.15 nicht berechnet werden. Sollten Sie Gebühren veranschlagen wollen, bitte ich gemäß § 2 IFGGebV um Befreiung oder hilfweise Ermäßigung der Gebühren. Ich verweise auf § 7 Abs. 5 IFG/§ 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 UIG/§ 4 Abs. 2 VIG und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen so schnell wie möglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Kann diese Frist nicht eingehalten werden, müssen Sie mich darüber innerhalb der Frist informieren. Ich bitte Sie um eine Antwort per E-Mail gemäß § 1 Abs. 2 IFG. Ich widerspreche ausdrücklich der Weitergabe meiner Daten an behördenexterne Dritte. Sollten Sie meinen Antrag ablehnen wollen, bitte ich um Mitteilung der Dokumententitel und eine ausführliche Begründung. Ich möchte Sie um eine Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen << Adresse entfernt >> Anfragenr: 240363 Antwort an: <<E-Mail-Adresse>> Laden Sie große Dateien zu dieser Anfrage hier hoch: https://fragdenstaat.de/a/240363/ Postanschrift << Adresse entfernt >> Mathias Tretschog << Adresse entfernt >> << Adresse entfernt >>
Mit freundlichen Grüßen Mathias Tretschog (Stop the WAR in Yemen)

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Auswärtiges Amt
Sehr geehrter Herr Tretschog, vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir wie folgt beantworten: Unter 2 – „Aus dem Au…
Von
Auswärtiges Amt
Betreff
AW: Beteiligte Länder am Jemen-Krieg - Offene Presseanfrage an Bundesregierung [#240363]
Datum
7. März 2022 20:31
Status
Warte auf Antwort
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2,4 KB


Sehr geehrter Herr Tretschog, vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir wie folgt beantworten: Unter 2 – „Aus dem Auswärtigen Amt heißt es“ o.ä. Der Konflikt im Jemen ist primär ein innerjemenitischer bewaffneter Konflikt zwischen der Regierung – unter dem von den Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft als legitim anerkannten jemenitischen Staatspräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi – und der Rebellengruppierung Ansar Allah, die nach der dominierenden Familie auch Huthis genannt wird. Beide Konfliktparteien erhalten Unterstützung aus dem Ausland. Der Bitte des Staatspräsidenten Hadi um Unterstützung ist eine größere Gruppe von Staaten unter der Führung Saudi-Arabiens nachgekommen (sog. Arabische Koalition). Die Arabische Koalition trifft zu der Frage der beteiligten Staaten selber keine eindeutige Festlegung. Die Huthis erfahren Unterstützung durch die Islamische Republik Iran, die sie als einziger Staat als legitime Regierung Jemens betrachtet. Die Bundesregierung überprüft den Kreis der betroffenen Länder fortlaufend. Die Mission der Vereinten Nationen zur Unterstützung des Hodeidah-Abkommens (United Nations Mission to support the Hodeidah Agreement – UNMHA) hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 16. Januar 2019 mit Resolution 2452 (2019) einstimmig beschlossen. Kernaufgabe der Mission ist die Überwachung der Waffenruhe und die Koordinierung der Verlegung und des Rückzugs der Konfliktparteien aus Hodeidah. Die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich insofern an der Mission, als sie auf Einladung der Vereinten Nationen von Mai 2019 bis Juni 2021 einen Stabsoffizier auf dem Dienstposten „Leiter Auswertung“ (Chief Assessment UNMHA) stellte. Dessen Aufgaben umfassten die Lagebeurteilung für die Missionsleitung und die Leitung der Arbeitseinheit Auswertung. Die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland ist Teil des umfassenden politischen Engagements zugunsten eines politischen Prozesses unter der Ägide der Vereinten Nationen, an dessen Ende ein Friedensschluss für Jemen stehen soll. Mit freundlichen Grüßen