fehlende Wohnungen für "Normalverdiener"

Anfrage an:
Senatskanzlei Hamburg
Verwendete Gesetze:
Status dieser Anfrage:
Anfrage erfolgreich
Zusammenfassung der Anfrage

ich bin Lehrerin/Beamtin auf Lebenszeit und seit einem Jahr erfolglos auf der Suche nach einer Wohhnung im Hamburger Westen, die ich mir von meinem Gehalt leisten kann. Seit einem Jahr ziehe ich von einer "Untermietwohnung" zur anderen. Wohnungen, die Menschen untervermieten, während sie selbst auf Reisen sind. Ende April muss ich aus meiner jetzigen Wohnung ausziehen. Wegen der "Corona-Krise" ist es nun aber überhaupt nicht mehr möglich, eine Wohnung zu finden, auch nicht zur Untermiete. Hunderte möblierten Wohnungen werden auf Portalen wie Wunderflats, airbnb etc. zu Preisen angeboten, die ich mir als Lehrerin nicht leisten kann, während Menschen wie ich nicht die geringste Chance haben, eine vernünftige, bezahlbare Bleibe zu finden.
Ich möchte Sie daher bitten, mir zu erklären, warum Hamburg keine Maßnahmen gegen diese Zustände ergreift und mir mitzuteilen, wo Menschen wie ich nun in der Coronakrise bleiben sollen.
Vielen Dank im Vorraus


Korrespondenz

Von
Monika Kemme
Betreff
fehlende Wohnungen für "Normalverdiener" [#183850]
Datum
2. April 2020 11:31
An
Senatskanzlei Hamburg
Status
Warte auf Antwort — E-Mail wurde erfolgreich versendet.

Anfrage nach dem Hamburgischen Transparenzgesetz (HmbTG) / HmbUIG / VIG Sehr geehrte<< Anrede >> ich möchte Sie bitten, mir Folgendes zuzusenden:
ich bin Lehrerin/Beamtin auf Lebenszeit und seit einem Jahr erfolglos auf der Suche nach einer Wohhnung im Hamburger Westen, die ich mir von meinem Gehalt leisten kann. Seit einem Jahr ziehe ich von einer "Untermietwohnung" zur anderen. Wohnungen, die Menschen untervermieten, während sie selbst auf Reisen sind. Ende April muss ich aus meiner jetzigen Wohnung ausziehen. Wegen der "Corona-Krise" ist es nun aber überhaupt nicht mehr möglich, eine Wohnung zu finden, auch nicht zur Untermiete. Hunderte möblierten Wohnungen werden auf Portalen wie Wunderflats, airbnb etc. zu Preisen angeboten, die ich mir als Lehrerin nicht leisten kann, während Menschen wie ich nicht die geringste Chance haben, eine vernünftige, bezahlbare Bleibe zu finden. Ich möchte Sie daher bitten, mir zu erklären, warum Hamburg keine Maßnahmen gegen diese Zustände ergreift und mir mitzuteilen, wo Menschen wie ich nun in der Coronakrise bleiben sollen. Vielen Dank im Vorraus
Dies ist ein Antrag auf Zugang zu Information nach § 1 Hamburgisches Transparenzgesetz (HmbTG) bzw. § 1 HmbUIG, soweit Umweltinformationen betroffen sind. Ausschlussgründe liegen meines Erachtens nicht vor. Sofern Teile der Information durch Ausschlussgründe geschützt sind, beantrage ich mir die nicht geschützten Teile zugänglich zu machen. Ich bitte Sie zu prüfen, ob Sie mir die erbetene Auskunft auf elektronischem Wege kostenfrei erteilen können. Sollte die Aktenauskunft Ihres Erachtens in jedem Fall gebührenpflichtig sein, möchte ich Sie bitten, mir dies vorab mitzuteilen und dabei die Höhe der Kosten anzugeben. Ich verweise auf § 13 Abs. 1 HmbTG und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen unverzüglich und nur im Ausnahmefall spätestens nach Ablauf eines Monats nach Antragszugang zugänglich zu machen. Sollten Sie für diesen Antrag nicht zuständig sein, bitte ich Sie, ihn an die zuständige Behörde weiterzuleiten und mich darüber zu unterrichten. Ich widerspreche ausdrücklich der Weitergabe meiner Daten an Dritte. Ich möchte Sie um eine Antwort in elektronischer Form (E-Mail) bitten und bitte Sie um eine Empfangsbestätigung. Danke für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen Monika Kemme Anfragenr: 183850 Antwort an: <<E-Mail-Adresse>> Laden Sie große Dateien zu dieser Anfrage hier hoch: https://fragdenstaat.de/a/183850 Postanschrift Monika Kemme << Adresse entfernt >>
Mit freundlichen Grüßen Monika Kemme
Von
Senatskanzlei Hamburg
Betreff
WG: [EXTERN]- fehlende Wohnungen für "Normalverdiener" [#183850]
Datum
2. April 2020 15:10
Status
Anfrage abgeschlossen

Sehr geehrte Frau Kemme, vielen Dank für Ihre E-Mail vom 02. April 2020 an die Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg, die ich der Präsidialabteilung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit der Bitte übermittelt habe, sich Ihres Anliegens anzunehmen. Bis zu einer Antwort von dort bitte ich Sie um ein wenig Geduld, das Bürgerbüro wird sich unterrichten lassen. Mit freundlichen Grüßen
Von
Monika Kemme
Betreff
AW: WG: [EXTERN]- fehlende Wohnungen für "Normalverdiener" [#183850]
Datum
7. April 2020 10:48
An
Senatskanzlei Hamburg
Status
E-Mail wurde erfolgreich versendet.

Sehr geehrte<< Anrede >> leider habe ich noch keine Antwort vom zuständigen Amt erhalten. Ich bin 55, Lehrerin und in drei Wochen ohne Wohnung. Mit freundlichen Grüßen Monika Kemme Anfragenr: 183850 Antwort an: <<E-Mail-Adresse>> Laden Sie große Dateien zu dieser Anfrage hier hoch: https://fragdenstaat.de/a/183850
Von
Senatskanzlei Hamburg
Betreff
WG: [EXTERN]- fehlende Wohnungen für "Normalverdiener" [#183850]
Datum
6. Mai 2020 11:07
Anhänge
Kontaktdat…smter.pdf KontaktdatenderBezirksmter.pdf   145,3 KB Nicht öffentlich!
Merkblattf…efrei.pdf MerkblattfrWohnungsuchende2-2020barrierefrei.pdf   128,0 KB Nicht öffentlich!
WSBInforma….2019.pdf WSBInformationspflichtenStand20.06.2019.pdf   44,9 KB Nicht öffentlich!

Sehr geehrte Frau Kemme, vielen Dank für Ihre Email vom 2. April 2020 an das Bürgerbüro der Senatskanzlei, die uns als fachlich zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) zur Beantwortung übergeben wurde. Ich bin gebeten worden, Ihnen zu antworten. Ihre Enttäuschung, noch keine geeignete Wohnung gefunden zu haben, kann ich sehr gut verstehen. Der Hamburger Wohnungsmarkt ist leider noch angespannt. Der Senat hat gerade aus diesem Grund mit seinem Wohnungsbauprogramm reagiert, indem er sich zum Ziel gesetzt hat, die Voraussetzungen für den Bau von mindestens 10.000 neuen Wohnungen pro Jahr zu schaffen. 3.000 davon sollen jeweils geförderte Wohnungen sein. Diese Maßnahme greift natürlich nicht sofort. Langfristig gehen wir aber davon aus, dass sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt ein wenig entspannt. Da die BSW über keine Wohnraumvermittlung verfügt, ist eine Unterstützung bei der Anmietung einer Wohnung leider nicht möglich. Hierfür bitte ich um Ihr Verständnis. Ich kann Ihnen jedoch hinsichtlich Ihrer Wohnungssuche folgende allgemeine Hinweise geben: Ich rate Ihnen, sich an das städtische Wohnungsunternehmen SAGA (Vermietungshotline Telefon 42 666 666) zu wenden. Die SAGA verfügt über einen sehr umfangreichen Bestand an Wohnungen. Da der Hamburger Wohnungsmarkt wie bereits eingangs erwähnt zurzeit angespannt ist, ist es förderlich, wenn Sie Ihre Wohnungssuche bei der SAGA möglichst auf ganz Hamburg ausweiten, da dies mittelfristig zu einem Erfolg führen könnte. Wenn Sie sich ergänzend für eine Wohnung in einem Neubauvorhaben der SAGA bewerben möchten, schauen Sie bitte auf folgende Internetseite der SAGA: https://www.saga.hamburg/fuer-unsere-mi…. Darüber hinaus kann ich Ihnen hinsichtlich Ihrer Wohnungssuche noch folgende Hinweise geben: Über Wohnungsangebote in Hamburg können Sie sich im Internet informieren unter: http://www.hamburg.de/immobilien/328093… oder über den Internetauftritt der Genossenschaften in Hamburg: http://wohnungsbaugenossenschaften-hh.d…. Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass sich Mieterinnen und Mieter, die nicht in der Lage sind ihre Miete alleine zu bezahlen, über eine Wohnkostenbezuschussung durch Leistungen nach dem Wohngeldgesetz (WoGG) bei ihrem zuständigen Bezirksamt beraten lassen können. Eine Auflistung der Bezirksämter finden Sie in der Anlage 1. Ob für Sie der Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung in Frage kommt, hängt von Ihrem Haushaltseinkommen ab. Hinsichtlich Ihres Einkommens rate ich Ihnen daher an, bei einer bezirklichen Hamburger Wohnungsdienststelle prüfen zu lassen, ob Sie möglicherweise die Voraussetzungen für die Erteilung einer Wohnberechtigungsbescheinigung für den 1. Förderweg erfüllen. Sofern Ihr Einkommen jedoch zu hoch für den 1. Förderweg sein sollte, darf ich Sie auf den 2. Förderweg aufmerksam machen. Dieser wurde in Hamburg im Jahre 2011 neu eingeführt, um mittlere Einkommen zu stärken. Bezugsberechtigt sind Haushalte, deren Einkommen maximal 65 % über der Grenze liegt, die das Wohnraumfördergesetz als Einkommensgrenze für den Wohnberechtigungsschein des 1. Förderwegs (sog. § 5-Schein) festlegt. Gerne übersende ich Ihnen zusätzlich in Anlage 2 unser „Merkblatt für Wohnungssuchende“, das ein Verzeichnis von Wohnungsunternehmen in Hamburg enthält, die auch einen größeren Bestand an Wohnungen verwalten. Dort können Sie sich ebenfalls gezielt nach einer passenden Wohnung erkundigen. Zusammenfassend ist anzumerken, dass die skizzierten Bewerbungs- und Beratungsmöglichkeiten trotz Corona-Krise auch weiterhin allen Wohnungsuchenden offenstehen. Hinsichtlich Ihrer Anmerkungen zum möblierten Wohnraum auf einschlägigen Internetplattformen und der damit verbundenen Preisgestaltung beobachtet die BSW die Entwicklungen sehr genau. Aktuell laufen insoweit bereits Prüfungen ob und welche Maßnahmen in diesem Mietraumsegment ergriffen werden könnten sowie sollten. Die Möglichkeiten der BSW für Änderungen im Mietrecht und insbesondere für die Beschränkung der Miethöhe sind aufgrund der Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern sehr reduziert. Änderungen des Mietrechts, welches im Bürgerlichen Gesetzbuch verortet ist, können grundsätzlich nur auf Bundesebene erfolgen. Insofern ist Hamburg bereits sehr engagiert bei dem Versuch, Änderungen zugunsten der Mieterinnen und Mieter zu bewirken (vgl. exemplarisch: https://www.hamburg.de/justizbehoerde/p…. Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meinen Informationen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen baldmöglichst Erfolg bei Ihrer Wohnungssuche. Eine Übersicht zur Verarbeitung Ihrer Daten bei der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen finden Sie in der Anlage 3. Ihre Daten wurden nicht an Dritte weitergegeben. Mit freundlichen Grüßen

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Von
Monika Kemme
Betreff
AW: WG: [EXTERN]- fehlende Wohnungen für "Normalverdiener" [#183850]
Datum
13. Mai 2020 14:53
An
Senatskanzlei Hamburg
Status
E-Mail wurde erfolgreich versendet.

Sehr geehrte<< Anrede >> vielen Dank für Ihre Antwort! Die Saga hat schon seit Monaten keine freien Wohnungen mehr. Die Wohnungsgenossenschaften in Hamburg nehmen ebenfalls seit vielen Monaten keine neuen Mitglieder mehr auf. Ich bin Mitglied des Altonaer Spar- und Bauvereins und warte seit 1 1/2 Jahren vergeblich darauf, dass ich Vereinswohnung beziehen kann. Indes stehen, wie im Netz zu sehen, viele Wohnungen in den Stadtteilen des Hamburger Westens seit Monaten frei, weil eine Miete von 18,- pro Quadratmeter oder noch viel mehr verlangt wird. Da die Vermieter die Unkosten für die leerstehenden Wohnungen bei der Steuer absetzen können, stellt der Leerstand für sie kein Problem da. Auf Anzeigen, in denen Wohnungen zu weniger als 15/16,- Euro pro Quadratmeter angeboten werden, melden sich binnen 1-2 Stunden 200-500 Interessenten. Natürlich kann ich mir eine Wohnung in einem Außenbezirk auf der anderen Seite der Alster suchen. Dann müsste ich einen Fahrtweg zur Schule von mehr als einer Stunde in Kauf nehmen. Leider müssen Lehrkräfte aber auch noch sehr viele Arbeit zu Hause erledigen. Es würde also zeitlich äußerst knapp werden. Zudem sehe ich in der Entwicklung eine politische Entscheidung. Familien mit mehreren Kindern, ältere Menschen und Singles, die nicht zu den Bestverdienern gehören, werden aus vielen Stadtteilen verdrängt. Genau die Menschen, die keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben, sondern ihr Geld durch ehrliche Arbeit verdienen. Das ist nicht nur sehr schade, sondern bringt Menschen wie mich in Zeiten von Corona auch in echte Existenznöte. Mit freundlichen Grüßen Monika Kemme Anfragenr: 183850 Antwort an: <<E-Mail-Adresse>> Laden Sie große Dateien zu dieser Anfrage hier hoch: https://fragdenstaat.de/a/183850