Präsenzaufgabe

Anfrage an:
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Verwendete Gesetze:
Status dieser Anfrage:
Anfrage teilweise erfolgreich
Zusammenfassung der Anfrage

1. Wie ist Unterrichtsausfall definiert?

2. Gibt es eine Statistik diesen?
2.1 wenn ja bitte senden sie mir diese zu?

3. Gibt es auch formen von Unterricht bei dem keine Lehrkraft anwesend ist?
3.1 wird dies auch Statistisch erhoben
3.1.1 bitte hängen sie diese an

4. gibt es Forgaben an die Schulen
4.1 bitte senden sie mir diese zu


Korrespondenz

Von
Kai Boxberg
Betreff
Präsenzaufgabe [#25456]
Datum
27. November 2017 14:44
An
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Status
Warte auf Antwort — E-Mail wurde erfolgreich versendet.

Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz NRW, UIG NRW, VIG Sehr geehrte Damen und Herren, bitte senden Sie mir Folgendes zu:
1. Wie ist Unterrichtsausfall definiert? 2. Gibt es eine Statistik diesen? 2.1 wenn ja bitte senden sie mir diese zu? 3. Gibt es auch formen von Unterricht bei dem keine Lehrkraft anwesend ist? 3.1 wird dies auch Statistisch erhoben 3.1.1 bitte hängen sie diese an 4. gibt es Forgaben an die Schulen 4.1 bitte senden sie mir diese zu
Dies ist ein Antrag nach dem Gesetz über die Freiheit des Zugangs zu Informationen für das Land Nordrhein-Westfalen (Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen – IFG NRW), dem Umweltinformationsgesetz Nordrhein-Westfalen (soweit Umweltinformationen betroffen sind) und dem Verbraucherinformationsgesetz des Bundes (soweit Verbraucherinformationen betroffen sind). Ausschlussgründe liegen meines Erachtens nicht vor. Aus Gründen der Billigkeit und insbesondere auf Grund des Umstands, dass die Auskunft in gemeinnütziger Art der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden wird, bitte ich Sie, nach § 2 VerwGebO IFG NRW von der Erhebung von Gebühren abzusehen. Soweit Umweltinformationen betroffen sind, handelt es sich hierbei um eine einfache Anfrage nach §5 (2) UIG NRW. Sollte die Aktenauskunft Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, bitte ich Sie, mir dies vorab mitzuteilen und dabei die Höhe der Kosten anzugeben. Ich verweise auf § 5 Abs. 2 IFG NRW, § 2 UIG NRW und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen unverzüglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Sollten Sie für diesen Antrag nicht zuständig sein, möchte ich Sie bitten, ihn an die zuständige Behörde weiterzuleiten und mich darüber zu unterrichten. Nach §5 Abs. 1 Satz 5 IFG NRW bitte ich Sie um eine Antwort in elektronischer Form (E-Mail). Ich möchte Sie um Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen Kai Boxberg <<E-Mail-Adresse>>
Mit freundlichen Grüßen Kai Boxberg
Von
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Betreff
Empfangsbestätigung
Datum
27. November 2017 14:46
Status
Warte auf Antwort

Sehr geehrte Damen und Herren, wir bestätigen den Eingang Ihrer E-Mail. Gleichzeitig bitten wir um Verständnis dafür, dass eine inhaltliche Antwort darauf nicht - wie das wohl häufig erwartet wird - in jedem Fall kurzfristig erfolgen kann. Die Erklärung liegt einfach darin, dass hier täglich sehr viele Briefe und E-Mails von Bürgerinnen und Bürgern eingehen, die sich mit ihren Anliegen an Frau Ministerin Yvonne Gebauer oder das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen wenden. Wir versuchen natürlich, diese Schreiben grundsätzlich in der chronologischen Reihenfolge ihres Eingangs und nach ihrer Dringlichkeit so rasch wie eben möglich zu beantworten. Das gelingt allerdings nicht immer so zügig, wie das wünschenswert wäre. Wir möchten Sie daher bitten, sich mit einer inhaltlichen Antwort auf Ihr Anliegen noch ein wenig zu gedulden. Mit Blick auf die Fülle des Schriftverkehrs bitten wir auch um Nachsicht, dass wir bei unaufgefordert übersandten Firmen- oder Produktinformationen nicht in jedem Fall antworten können. Wir sind dennoch bemüht, Ihrem Anliegen angemessen Rechnung zu tragen. Mit freundlichen Grüßen
Von
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Betreff
Ihr Antrag nach dem IFG NRW, UIG NRW, VIG vom 27. November 2017 an das MSB / „Präsenzaufgabe [#25456]“
Datum
6. Februar 2018 13:20
Status
Anfrage abgeschlossen

Sehr geehrter Herr Boxberg, Ihre Anfrage vom 27. November 2017 an das MSB möchten wir wie folgt beantworten. zu 1) Definition von „Unterrichtsausfall“ Beim Unterrichtsausfall ist zu unterscheiden zwischen dem „strukturellen Unterrichtsausfall“ und dem „Ad hoc-Unterrichtsausfall“. Struktureller Unterrichtsausfall bezeichnet die – gemessen an den vom Land vorgegebenen Stundentafeln – in den Stundenplänen der Schulen nicht eingeplanten Unterrichtsstunden. Ad hoc-Unterrichtsausfall bezeichnet die – gemessen am Stundenplan der Schulen – ersatzlos ausgefallenen Unterrichtsstunden. zu 2) Zum strukturellen Unterrichtsausfall wird keine dezidierte Datenerhebung durchgeführt. Der Umfang der von den öffentlichen Schulen planmäßig erteilten Wochenstunden ist jedoch Gegenstand von Tabelle 4.8 der Veröffentlichung „Das Schulwesen in NRW aus quantitativer Sicht“, online abrufbar unter https://www.schulministerium.nrw.de/doc…. Zum Ad hoc-Unterrichtsausfall wird seit dem Jahr 2001 in NRW an eine Stichprobenerhebung durchgeführt, anfänglich im 2-jährlichen Turnus, in den Jahren 2005/06 bis 2009/10 jährlich. Erhoben wurde jeweils rückwirkend das Unterrichtsgeschehen für 10 Unterrichtstage bzw. zwei Kalenderwochen. Teilnehmende Schulformen waren Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und Förderschulen mit dem Hauptförderschwerpunkt Lernen. Aufgrund von Zweifeln an der Zuverlässigkeit der erhobenen Daten wurde die Erhebung danach ausgesetzt und erst im Schuljahr 2014/15 wieder aufgenommen. Dabei blieb der Erhebungszeitraum unverändert, jedoch wurde der Fragebogen umfangreich überarbeitet. Die Grundgesamtheit der teilnehmenden Förderschulen wurde auf alle Lern- und Entwicklungsstörungen erweitert. Darüber hinaus wurden auch die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen (gemeinsam) als siebte Schulform in die Erhebung miteinbezogen. Damit waren in der letzten, im Schuljahr 2015/16 durchgeführten Stichprobenerhebung 770 Schulen (110 je Schulform) an der Erhebung beteiligt. Fragebogen und Bericht zur Erhebung der Unterrichtserteilung und des Unterrichtsausfalls an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen im Schuljahr 2015/16 sind online abrufbar unter https://www.schulministerium.nrw.de/doc…. Zugang zu weiteren Veröffentlichungen zur Schulstatistik finden Sie im Bildungsportal unter https://www.schulministerium.nrw.de/doc…. zu 3) Generell wird in der Unterrichtsstatistik unterschieden zwischen den drei großen Kategorien „erteilter Unterricht gemäß Stundenplan“, „erteiltem Unterricht in besonderer Form“ sowie „Vertretung und Unterrichtsausfall“. Die Summe aller Stunden aus diesen drei Kategorien entspricht der Gesamtsumme des zu erteilenden Unterrichts. Darunter gefasst sind alle im Stundenplan ausgewiesenen Unterrichtsangebote, an denen für die Schülerinnen und Schüler eine Teilnahmeverpflichtung besteht. Zur Kategorie „Vertretung und Unterrichtsausfall“ gehören Stunden, in denen eine Lehrkraft nicht zur Verfügung steht, um ihren stundenplanmäßigen Unterricht zu erteilen. Um dem zu begegnen, wird zwischen unterschiedlichen Maßnahmen differenziert: • „Vertretung im vorgesehenen Fach“, „Ersatzunterricht“ und die „Aufhebung von Doppelbesetzungen“ sind Maßnahmen, die von einer Lehrkraft unter Beibehaltung der unveränderten Lerngruppe durchgeführt werden. • Bei der „Zusammenlegung von Lerngruppen“ und „Mitbetreuung anderer Lerngruppen“ handelt es sich um Maßnahmen, bei denen sich die Lehrkraft einer Lerngruppe in neuer Zusammensetzung bzw. mehreren Lerngruppen gegenübersieht. • Eine Maßnahme ohne Lehrkraft ist „eigenverantwortliches Arbeiten“, das nur in der Sekundarstufe II in Betracht kommt. Falls keine dieser Maßnahmen möglich ist, entfallen das Unterrichtsangebot und damit die Teilnahmeverpflichtung für die Schülerinnen und Schüler ersatzlos. Alle Maßnahmen und auch der ersatzlose Ausfall werden differenziert erhoben und statistisch ausgewiesen (vgl. o. g. Bericht zur Erhebung der Unterrichtserteilung und des Unterrichtsausfalls). zu 4) Auf Ihre Frage zu möglichen Vorgaben ist festzuhalten, dass der Landesgesetzgeber Bezüge zum Unterrichtsausfall bzw. dessen Vermeidung in die §§ 42 Absatz 7, 44 Absatz 4, 57 Absatz 3 und 59 Absatz 2 Nummer 4 Schulgesetz NRW aufgenommen hat. Die Vorschriften können Sie in der Sammlung geltender Gesetze und Verordnungen (SGV. NRW.) des Ministeriums des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen unter folgender Adresse einsehen: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_an… [alternativ: https://www.schulministerium.nrw.de/doc… ] Ergänzt werden die schulgesetzlichen Vorgaben durch die Allgemeine Dienstordnung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter an öffentlichen Schulen; siehe dort §§ 11 Absatz 3, 12 Absatz 2, 20 Absatz 5, 22 Absatz 1 Nummer 4, 23 Absätze 6, 8 und 31 Absatz 3. https://www.schulministerium.nrw.de/doc… Generell gilt danach der Grundsatz, dass Unterrichtsausfall soweit wie möglich zu vermeiden ist, z. B. durch Sicherung des Vertretungsunterrichts oder auch Vorziehen oder Nachholen von Unterricht. Wir hoffen, mit diesen Ausführungen Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleiben mit freundlichen Grüßen