Solar Radiation Management

Anfrage an:
Umweltbundesamt
Verwendete Gesetze:
Status dieser Anfrage:
Anfrage erfolgreich
Zusammenfassung der Anfrage

Das Forschungsflugzeug HALO mit vier Tonnen Meßinstrumenten an Bord hat eine Menge Daten gesammelt. Sind die teilweise oder ganz einsehbar? Besonders die Daten zu den persistenen Kondensstreifen bzw. "künstlichen Zirren"?

Unterlagen zu Untersuchungen zum Emissionsverhalten von Mantelstromtriebwerken.

Stellungnahme dazu, ob die Bundesregierung zahlreiche Experten-Runden einberufen hat, in welchen man darüber beraten hat, wie man die Bevölkerung mit dem durch Solar Radiation Management gedimmten Himmel vertraut machen könne?

Verbindliche Stellungnahme, ob Solar Radiaition Management im deutschen Luftraum bereits ausgeführt wird.

Stellungnahme, ob Solar Radiation Mangement einem Sicherheitsvorbehalt unterliegt.

Stellungnahme, ob es Dritten offen oder stillschweigend gestattet ist, im deutschen Luftraum Solar Radiation Mangement Aktivitäten durchzuführen?

Zusammenfassung des Ergebnisses

Sehr geehrter Herr Leutert, (Umweltbundesamt)

vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Leider erwecken die fast schon 3 Millionen Fachartikel und die ständigen Äußerungen von Harvard Prof. David Keith sowie die Geoengineering Konferenz in Potsdam 2014 den Eindruck, als ob dieser PLAN B tatsächlich "weit fortgeschritten" ist.

Da viele besorgte Bürger eben auch der Meinung sind, dass

" Die Durchführung von SRM in der Atmosphäre über Deutschland nicht zielführend wäre im Hinblick auf das gewünschte Ergebnis der Minderung der globalen Erwärmung" und auch viele erhebliche Risiken birgt, hoffe ich natürlich, dass die Kritik daran nicht weiterhin als "Verschwörungstheorie" abgetan wird. Wehret den Anfängen, heißt es doch so schön - noch dazu, wenn etwas in die falsche Richtung geht.

Dass allerdings die Daten von HALO nicht beim Umweltbundesamt vorliegen sollen?
Dass das Bundesforschungsministerium Expertenrunden einberuft und das Umweltbundesamt keine Kenntnisse davon haben soll ?

Immerhin wird das Thema auch auf europäischer Ebene und verstärkt in Kanada und USA verfolgt, wo es ja öffentliche Anhörungen dazu gegeben hat.

Bedanke mich nochmals für ihre Ausführungen. Gehe davon aus, dass die Beantwortung unserer Petiton 2-18-18-2704-016068, die beim Petitionsausschuss liegt, ähnlich beantwortet werden wird.

Verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Frankenberger


Korrespondenz

  1. 24. Jun 2015
  2. 01. Jul
  3. 08. Jul
  4. 14. Jul
  5. 28. Jul 2015
Von
Jürgen Frankenberger
Betreff
Solar Radiation Management [#10289]
Datum
24. Juni 2015 17:28
An
Umweltbundesamt
Status
Warte auf Antwort

Antrag nach dem IFG/UIG/VIG Sehr geehrte Damen und Herren, bitte senden Sie mir Folgendes zu:
Das Forschungsflugzeug HALO mit vier Tonnen Meßinstrumenten an Bord hat eine Menge Daten gesammelt. Sind die teilweise oder ganz einsehbar? Besonders die Daten zu den persistenen Kondensstreifen bzw. "künstlichen Zirren"? Unterlagen zu Untersuchungen zum Emissionsverhalten von Mantelstromtriebwerken. Stellungnahme dazu, ob die Bundesregierung zahlreiche Experten-Runden einberufen hat, in welchen man darüber beraten hat, wie man die Bevölkerung mit dem durch Solar Radiation Management gedimmten Himmel vertraut machen könne? Verbindliche Stellungnahme, ob Solar Radiaition Management im deutschen Luftraum bereits ausgeführt wird. Stellungnahme, ob Solar Radiation Mangement einem Sicherheitsvorbehalt unterliegt. Stellungnahme, ob es Dritten offen oder stillschweigend gestattet ist, im deutschen Luftraum Solar Radiation Mangement Aktivitäten durchzuführen?
Dies ist ein Antrag auf Aktenauskunft nach § 1 des Gesetzes zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (IFG) sowie § 3 Umweltinformationsgesetz (UIG), soweit Umweltinformationen im Sinne des § 2 Abs. 3 UIG betroffen sind, sowie § 1 des Gesetzes zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation (VIG), soweit Informationen im Sinne des § 1 Abs. 1 VIG betroffen sind. Ausschlussgründe liegen meines Erachtens nicht vor. Meines Erachtens handelt es sich um eine einfache Auskunft. Gebühren fallen somit nach § 10 IFG bzw. den anderen Vorschriften nicht an. Sollte die Aktenauskunft Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, möchte ich Sie bitten, mir dies vorab mitzuteilen und dabei die Höhe der Kosten anzugeben. Ich verweise auf § 7 Abs. 5 IFG/§ 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 UIG/§ 4 Abs. 2 VIG und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen so schnell wie möglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Sollten Sie für diesen Antrag nicht zuständig sein, bitte ich Sie, ihn an die zuständige Behörde weiterzuleiten und mich darüber zu unterrichten. Ich bitte Sie um eine Antwort in elektronischer Form (E-Mail) gemäß § 8 EGovG. Eine Antwort an meine persönliche E-Mail-Adresse bei meinem Telekommunikationsanbieter FragDenStaat.de stellt keine öffentliche Bekanntgabe des Verwaltungsaktes nach § 41 VwVfG dar. Ich behalte mir vor, mir nach Eingang Ihrer Auskünfte gegebenfalls um weitere ergänzende Auskünfte nachzusuchen. Ich möchte Sie um eine Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Frankenberger <<E-Mail-Adresse>> Postanschrift Jürgen Frankenberger << Adresse entfernt >>
Mit freundlichen Grüßen Jürgen Frankenberger
Von
Umweltbundesamt
Betreff
AW: Solar Radiation Management [#10289]
Datum
8. Juli 2015 14:09
Status
Anfrage abgeschlossen

Sehr geehrter Herr Frankenberger, vielen Dank für Ihre E-Mail vom 24.06.2015. Wir beantworten Ihre Fragen nacheinander wie folgt: Das Forschungsflugzeug HALO mit vier Tonnen Meßinstrumenten an Bord hat eine Menge Daten gesammelt. Sind die teilweise oder ganz einsehbar? Besonders die Daten zu den persistenen Kondensstreifen bzw. "künstlichen Zirren"? Im Umweltbundesamt liegen keine Daten vor, die mit dem Forschungsflugzeug HALO gemessen wurden. Betreiber des Forschungsflugzeuges ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Inwieweit gemessene Daten einsehbar sind, bitten wir deshalb beim DLR zu erfragen. Unterlagen zu Untersuchungen zum Emissionsverhalten von Mantelstromtriebwerken. Auch Unterlagen zu Untersuchungen der Emissionen von Mantelstromtriebwerken liegen uns nicht vor. Wir gehen davon aus, dass das Institut für Antriebstechnik des DLR in dieser Frage weiterhelfen kann. Stellungnahme dazu, ob die Bundesregierung zahlreiche Experten-Runden einberufen hat, in welchen man darüber beraten hat, wie man die Bevölkerung mit dem durch Solar Radiation Management gedimmten Himmel vertraut machen könne? Von derartigen Runden ist uns nichts bekannt. Wir sehen auch keine Grundlage dafür. In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten René Röspel, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Oliver Kaczmarek, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD – Drucksache 17/9943 – zum Geoengineering/Climate-Engineering hat die Bundesregierung den Wissensstand zum Nutzen, den Risiken und zur Umsetzbarkeit von Geo-Engineering als unzureichend bewertet. Darüber hinaus hat die Bundesregierung betont, dass sie sich dafür einsetzen wird, dass Maßnahmen des Geo-Engineering ohne ausreichende Erkenntnisse zur Abschätzung und Bewertung der Wirkungen, Risiken und möglichen Folgen sowie ohne international abgestimmte Regelungsmechanismen nicht eingesetzt werden (http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/10…). Verbindliche Stellungnahme, ob Solar Radiation Management im deutschen Luftraum bereits ausgeführt wird. Wir haben keine Kenntnis darüber, dass SRM im deutschen Luftraum ausgeführt wird. Gestatten Sie uns in diesem Zusammenhang auch einige prinzipielle Ausführungen. Die Durchführung von SRM in der Atmosphäre über Deutschland wäre nicht zielführend im Hinblick auf das gewünschte Ergebnis der Minderung der globalen Erwärmung. Infrage kommende SRM-Methoden, die in der Lufthülle angewendet würden, sind die Freisetzung von Schwefelverbindungen und die Erhöhung der Albedo (Reflektion der Sonnenstrahlung) von Wolken, wobei beide Methoden bisher nicht ausgereift sind. Schwefelverbindungen würde man in Regionen ausbringen, die eine globale Verteilung der Partikel ermöglichen. Das ist vorrangig die tropische Stratosphäre (Luftschicht zwischen etwa 10 und 50 Kilometern Höhe). Von dort aus könnten die Substanzen mit den globalen Luftbewegungen über beide Hemisphären verteilt werden. Die Erhöhung der Albedo von Wolken würde tiefe Wolken in Gebieten mit sauberer und relativ staubfreier Luft betreffen. Derartige Bedingungen findet man über den Ozeanen vor. In den existierenden Vorschlägen sind Gebiete vor den Westküsten Nord- und Südamerikas sowie die Westküste Afrikas angedacht. Wir verweisen darauf, dass viele der Vorschläge zum SRM nicht ausgereift und keineswegs einsatzbereit sind, so auch der meist diskutierte Vorschlag zur Freisetzung von Schwefelverbindungen. In Schichten der Atmosphäre zwischen 20 und 25 Kilometern Höhe müssten dauerhaft Schwefelverbindungen ausgebracht werden, um eine hinreichende Wirkung zu erzielen. Zu diesem Zweck müsste eigens eine Flugzeugflotte bereitgestellt werden, die ständig Substanzen in diese Höhen bringt und dort freisetzt. Denn die Reiseflughöhen der heutigen Verkehrs- und Transportflugzeuge liegen erheblich tiefer. Zudem ist nicht ausreichend klar, welche schwerwiegenden Nebenwirkungen diese Methode hätte. Dazu zählen der Abbau stratosphärischen Ozons und Änderungen der Niederschlagsverteilung auf der Erde. Auf diese und weitere kritische Aspekte und Gefahren, die mit dem SRM verbunden sind, weisen wir in unserem Hintergrundpapier: "Geo-Engineering - wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn" hin (http://www.umweltbundesamt.de/publikati…). Stellungnahme, ob es Dritten offen oder stillschweigend gestattet ist, im deutschen Luftraum Solar Radiation Management Aktivitäten durchzuführen? Nach unserem Stand der Kenntnis ist es Dritten nicht möglich, im deutschen Luftraum SRM-Methoden anzuwenden. Bei der Betrachtung des rechtlichen Rahmens von Geo-Engineering-Maßnahmen müssen unterschiedliche Verpflichtungen, Übereinkommen und Verträge herangezogen werden. Nähere Ausführungen dazu finden Sie in unserem Hintergrundpapier (http://www.umweltbundesamt.de/publikati…, S. 32-36). Darüber hinaus verweisen wir auf folgenden UBA-Bericht "Options and Proposals for the International Governance of Geoengineering", in dem der allgemeine rechtliche Rahmen in Deutschland und der EU erörtert wird (http://www.umweltbundesamt.de/sites/def…, S. 109 ff.). Im Hinblick auf Ihre fünfte Frage erschließt sich uns nicht ausreichend, was mit einem Sicherheitsvorbehalt im Detail gemeint ist. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Antworten weiterhelfen konnten. Mit freundlichen Grüßen
Anfragesteller/in Jürgen Frankenberger schrieb am 9. Juli 2015 08:24:

Sehr geehrter Herr Leutert, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Leider erwecken die fast schon 3 Millionen Fachartikel und die ständigen …

Sehr geehrter Herr Leutert,

vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Leider erwecken die fast schon 3 Millionen Fachartikel und die ständigen Äußerungen von Harvard Prof. David Keith sowie die Geoengineering Konferenz in Potsdam 2014 den Eindruck, als ob dieser PLAN B tatsächlich "weit fortgeschritten" ist.

Da viele besorgte Bürger eben auch der Meinung sind, dass

" Die Durchführung von SRM in der Atmosphäre über Deutschland nicht zielführend wäre im Hinblick auf das gewünschte Ergebnis der Minderung der globalen Erwärmung" und auch viele erhebliche Risiken birgt, hoffe ich natürlich, dass die Kritik daran nicht weiterhin als "Verschwörungstheorie" abgetan wird. Wehret den Anfängen, heißt es doch so schön - noch dazu, wenn etwas in die falsche Richtung geht.

Dass allerdings die Daten von HALO nicht beim Umweltbundesamt vorliegen sollen?
Dass das Bundesforschungsministerium Expertenrunden einberuft und das Umweltbundesamt keine Kenntnisse davon haben soll ?

Immerhin wird das Thema auch auf europäischer Ebene und verstärkt in Kanada und USA verfolgt, wo es ja öffentliche Anhörungen dazu gegeben hat.

Bedanke mich nochmals für ihre Ausführungen. Gehe davon aus, dass die Beantwortung unserer Petiton 2-18-18-2704-016068, die beim Petitionsausschuss liegt, ähnlich beantwortet werden wird.

Verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Frankenberger