Staatsverschuldung und Geldsystem

1) Wie gedenken Sie eine weitere Staatsverschuldung zu verhindern, bzw sogar eine Tilgung eben jener Schulden zu bewerkstelligen?
Immer wieder wird über den Abbau, bzw. Tilgung der Staatsschulden gesprochen, dabei wird aber scheinbar ein grundlegender, ökonomischer Prozess vollkommen vernachlässigt.
Unter Berücksichtigung der derzeitigen Geldschöpfung ist es praktisch unmöglich Staatsschulden in großem Stil zu tilgen; eine Umschuldung auf ein oder mehrere andere volkswirtschaftliche Konten oder ein Schuldenschnitt wären möglich aber eine tatsächliche Tilgung führt unweigerlich zu einer schrumpfenden Geldmenge und somit zu einer Instabilität zwischen Geldmenge und realwirtschaftlichen Gütern.
Geld entsteht durch eine Bilanzverlängerung einer Bank (Kreditvergabe, Ankauf von Vermögenswerten -> Staatsanleihen beispielsweise) und deswegen entsteht für jeden Euro Guthaben auch genau ein Euro Schuld als Gegenwert. Begleicht man nun die Schulden (indem Kredite getilgt werden oder Banken entsprechende Vermögenswerte wieder veräußern), wird auch der entsprechende Gegenwert an Guthaben vernichtet; die Bilanz der Bank wurde verkürzt und die Geldmenge schrumpft. Von dieser Problematik abgesehen, sind die weiteren gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen dieses Prozesses enorm, was mich zur zweiten Frage führt:

2) Warum gibt es bis heute keine politische Debatte über das bestehende Geldsystem?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen das vollkommen unbekannt ist; der Prozess wurde im Lehrmaterial der Bundesbank offiziell bestätigt ( https://www.bundesbank.de/de/service/schule-und-bildung/schuelerbuch-geld-und-geldpolitik-digital/geldschoepfung-614282 ) und auch der Petitionsausschuss des deutschen Bundestags hat mir bestätigt, das der Prozess und Teile seiner Problematik bekannt sind.
Es gibt ja durchaus Alternativen zur bestehenden Methode, wie beispielsweise ein Vollgeld-/ Fließgeld-System oder mein persönlicher Favorit, Informationsgeld -> siehe Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlichen Professor Dr. Franz Hörmann: "Informationsgeld"

Anfrage erfolgreich

  • Datum
    9. Mai 2019
  • Frist
    12. Juni 2019
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Antrag nach dem IFG/UIG/VIG Sehr geehrteAntragsteller/in bitte senden Sie mir Folgendes zu: 1) Wie gedenken Sie…
An Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Details
Von
<< Anfragesteller:in >>
Betreff
Staatsverschuldung und Geldsystem [#139351]
Datum
9. Mai 2019 23:01
An
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Status
Warte auf Antwort — E-Mail wurde erfolgreich versendet.
Antrag nach dem IFG/UIG/VIG Sehr geehrteAntragsteller/in bitte senden Sie mir Folgendes zu:
1) Wie gedenken Sie eine weitere Staatsverschuldung zu verhindern, bzw sogar eine Tilgung eben jener Schulden zu bewerkstelligen? Immer wieder wird über den Abbau, bzw. Tilgung der Staatsschulden gesprochen, dabei wird aber scheinbar ein grundlegender, ökonomischer Prozess vollkommen vernachlässigt. Unter Berücksichtigung der derzeitigen Geldschöpfung ist es praktisch unmöglich Staatsschulden in großem Stil zu tilgen; eine Umschuldung auf ein oder mehrere andere volkswirtschaftliche Konten oder ein Schuldenschnitt wären möglich aber eine tatsächliche Tilgung führt unweigerlich zu einer schrumpfenden Geldmenge und somit zu einer Instabilität zwischen Geldmenge und realwirtschaftlichen Gütern. Geld entsteht durch eine Bilanzverlängerung einer Bank (Kreditvergabe, Ankauf von Vermögenswerten -> Staatsanleihen beispielsweise) und deswegen entsteht für jeden Euro Guthaben auch genau ein Euro Schuld als Gegenwert. Begleicht man nun die Schulden (indem Kredite getilgt werden oder Banken entsprechende Vermögenswerte wieder veräußern), wird auch der entsprechende Gegenwert an Guthaben vernichtet; die Bilanz der Bank wurde verkürzt und die Geldmenge schrumpft. Von dieser Problematik abgesehen, sind die weiteren gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen dieses Prozesses enorm, was mich zur zweiten Frage führt: 2) Warum gibt es bis heute keine politische Debatte über das bestehende Geldsystem? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen das vollkommen unbekannt ist; der Prozess wurde im Lehrmaterial der Bundesbank offiziell bestätigt ( https://www.bundesbank.de/de/service/schule-und-bildung/schuelerbuch-geld-und-geldpolitik-digital/geldschoepfung-614282 ) und auch der Petitionsausschuss des deutschen Bundestags hat mir bestätigt, das der Prozess und Teile seiner Problematik bekannt sind. Es gibt ja durchaus Alternativen zur bestehenden Methode, wie beispielsweise ein Vollgeld-/ Fließgeld-System oder mein persönlicher Favorit, Informationsgeld -> siehe Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlichen Professor Dr. Franz Hörmann: "Informationsgeld"
Dies ist ein Antrag auf Zugang zu amtlichen Informationen nach § 1 des Gesetzes zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (IFG) sowie § 3 Umweltinformationsgesetz (UIG), soweit Umweltinformationen im Sinne des § 2 Abs. 3 UIG betroffen sind, sowie § 1 des Gesetzes zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation (VIG), soweit Informationen im Sinne des § 1 Abs. 1 VIG betroffen sind. Sollte der Informationszugang Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, möchte ich Sie bitten, mir dies vorab mitzuteilen und detailliert die zu erwartenden Kosten aufzuschlüsseln. Meines Erachtens handelt es sich um eine einfache Auskunft. Gebühren fallen somit nach § 10 IFG bzw. den anderen Vorschriften nicht an. Auslagen dürfen nach BVerwG 7 C 6.15 nicht berechnet werden. Ich verweise auf § 7 Abs. 5 IFG/§ 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 UIG/§ 4 Abs. 2 VIG und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen so schnell wie möglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Kann diese Frist nicht eingehalten werden, müssen Sie mich darüber innerhalb der Frist informieren. Ich bitte Sie um eine Antwort per E-Mail gemäß § 1 Abs. 2 IFG. Ich widerspreche ausdrücklich der Weitergabe meiner Daten an Dritte. Ich möchte Sie um eine Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen Antragsteller/in Antragsteller/in <<E-Mail-Adresse>> Postanschrift Antragsteller/in Antragsteller/in << Adresse entfernt >>
Mit freundlichen Grüßen << Anfragesteller:in >>
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Sehr geehrteAntragsteller/in vielen Dank für Ihre E-Mail. Das IFG regelt den Anspruch auf Zugang zu amtlichen In…
Von
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Betreff
AW: Staatsverschuldung und Geldsystem [#139351]
Datum
21. Mai 2019 16:09
Status
Anfrage abgeschlossen
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Sehr geehrteAntragsteller/in vielen Dank für Ihre E-Mail. Das IFG regelt den Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen. Anträge nach dem IFG sind mit einem – unter Umständen kostenpflichtigen – förmlichen Bescheid zu beantworten, der auch die Möglichkeit gibt, Rechtsmittel einzulegen. Wir gehen davon aus, dass es sich bei Ihrem Anliegen um ein einfaches Auskunftsersuchen im Sinne einer – kostenfreien – Bürgeranfrage handelt, die wir ohne förmlichen Bescheid wie folgt beantworten können. Zu Frage 1: Deutschland kann seit dem Jahr 2014 gesamtstaatliche Überschüsse verzeichnen. Der Schuldenstand geht also absolut zurück. Seit Anfang 2014 ist die Geldmenge M3 von 2,3 Billionen Euro auf 3,1 Billionen angestiegen. Das Beispiel zeigt, dass eine Rückführung der Staatsverschuldung durchaus möglich ist, ohne dass die Geldmenge sinkt. Zu Frage 2: Die von Ihnen genannten alternativen Geldsysteme sind Vorschläge, um Probleme der Wirtschaftsordnung zu lösen, bergen allerdings ihrerseits auch Schwierigkeiten. So kommt etwa dem Zins in unserer Wirtschaftsordnung eine wichtige Rolle für die Funktionsfähigkeit der Märkte zu, von der wir alle profitieren. Wir versichern Ihnen, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bei Prüfung wirtschaftspolitischer Vorhaben im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft auch die von Ihnen genannten Aspekte im Auge behält. Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrteAntragsteller/in erstmal vielen Dank für die zügige Antwort; eine einfache Auskunft reicht mir aus ab…
An Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Details
Von
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Betreff
AW: Staatsverschuldung und Geldsystem [#139351]
Datum
22. Mai 2019 19:47
An
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Status
E-Mail wurde erfolgreich versendet.
Sehr geehrteAntragsteller/in erstmal vielen Dank für die zügige Antwort; eine einfache Auskunft reicht mir aus aber ganz zufrieden stellt mich Ihre Antwort nicht: Zu 1) Wie ich erwähnte „Unter Berücksichtigung der derzeitigen Geldschöpfung ist es praktisch unmöglich Staatsschulden in großem Stil zu tilgen; eine Umschuldung auf ein oder mehrere andere volkswirtschaftliche Konten oder ein Schuldenschnitt wären möglich“ ist eine Zurückführung der Schulden durchaus möglich aber eben unter den aufgezählten Bedingungen. Anstatt das der Staat, als Repräsentant der gesamten Gesellschaft, die Last der Geldmenge trägt und somit jeder einen halbwegs gerechten Anteil zahlen müsste (über Steuern), wird die Erhöhung der Geldmenge auf andere Wirtschaftssubjekte übertragen. Das führt zu einer steigenden Verschuldung der privaten Haushalte, Unternehmen und Banken. Also selbst im theoretischen Idealfall (von dem wir aufgrund der lockeren EZB Politik meilenweit entfernt sind) heißt das folgendes: Wenn die Wirtschaft wächst und der Staat gleichzeitig Schulden tilgen möchte, dann müssen andere Wirtschaftssubjekte sich zusätzlich Verschulden um eine Deflation zu vermeiden. Ist das wirklich eine sinnvolle Art des Wirtschaftens, gerade in einer Überflussgesellschaft wie der unseren? Zu 2) Die Kritik an anderen Geldsystemen ist berechtigt. Trotzdem stört es mich, dass so wenige überhaupt wissen wie Geld entsteht und das Alternativen nicht öffentlich diskutiert werden. Könnten Sie nicht, in Koopertion mit der Bundesbank, mal einen Workshop für interessierte ins Leben rufen? Ich bin der festen Überzeugung das so etwas massiv Anklang finden würde bei denjenigen, die sich dieser Thematik bewusst sind. „So kommt etwa dem Zins in unserer Wirtschaftsordnung eine wichtige Rolle für die Funktionsfähigkeit der Märkte zu, von der wir alle profitieren.“ Über die Rolle von Zinsen möchte ich gar nicht groß diskutieren, denn das würde den Rahmen sprengen; aber den zweiten Teil „von der wir alle profitieren“ möchte ich gerne kommentieren: Zinsen nutzen vor allem den Kapitalgebern, also denjenigen, die es am wenigsten brauchen. Dabei werden die systemischen Zinsen vom, vorrangig arbeitenden, Bürger getragen (ziemlich „gerecht“) und verschwinden Großteils im intransparenten Geflecht der Banken und Kapitalgeber (weniger „gerecht“). Ich habe versucht das ganze mal „schemenhaft“ darzustellen: https://www.bilder-upload.eu/bild-cfb767-1558545297.jpeg.html Dadurch erzeugt das System Nettozins-Gewinner und Nettozins-Verlierer, somit können zwangläufig nicht alle davon profitieren. Genau Daten diesbezüglich gibt es nicht aber schätzungsweise handelt es sich um ein Verhältnis von 10%, die mit einem plus oder einer neutralen Bilanz dastehen, während 90% die Zinslast tragen. Korrigieren Sie mich, wenn das falsch ist aber diese Erkenntnis habe ich von mehreren Wirtschaftswissenschaftlern unabhängig voneinander vernommen und mir mit Hilfe des verlinken, groben Schemas, versucht selber ein Bild zu machen. Ich würde mich über eine entsprechende Antwort freuen, Mit freundlichen Grüßen Antragsteller/in Antragsteller/in Anfragenr: 139351 Antwort an: <<E-Mail-Adresse>> Postanschrift Antragsteller/in Antragsteller/in << Adresse entfernt >>