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            "content": "Drucksache 18/8164                        Bayerischer Landtag 18. Wahlperiode                                                                  Seite 2/7 5.1   Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen aktuell wegen der Aus- wirkungen der Corona-Krise?.............................................................................. 4 5.2   Wird für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten eine Kinderbetreuung eingerichtet oder ermöglicht (bitte begründen)?...................... 4 5.3   Welche Notfallpläne hat die Staatsregierung, falls in einzelnen Justiz- vollzugsanstalten der ordnungsgemäße Betrieb durch zu viele fehlende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefährdet sein sollte?....................................... 5 6.1   Inwiefern werden Maßnahmen im Justizvollzug mit anderen Bundesländern abgesprochen?.................................................................................................... 5 6.2   Gibt es einen Austausch über Maßnahmen, die zur Krisenbewältigung im Justizvollzug besonders gut funktionieren (Best Practice)?................................ 5 6.3   Welche weiteren Maßnahmen, die aus dem Austausch mit anderen Bundes- ländern hervorgegangen sind, plant die Staatsregierung noch umzusetzen?..... 5 7.1   Werden Inhaftierten, die isoliert werden müssen, die ihren regelmäßigen Ausgang nicht mehr wahrnehmen können oder ihren gewohnten Be- schäftigungen in der Justizvollzuganstalt nicht mehr nachgehen können, alternative Beschäftigungsmittel angeboten (z. B. Bücher, Fernsehen, Spiele etc.)?..................................................................................................................... 6 7.2   Falls ja, werden den Inhaftierten dafür Kosten berechnet (bitte begründen)?..... 6 7.3   Falls nein, wie wird trotz der Einschränkungen das friedliche Zusammen- leben in den Justizvollzugsanstalten gewährleistet?........................................... 6 8.1   Wie werden die psychologische Betreuung und die Suizidprävention für die Inhaftierten in den Justizvollzugsanstalten derzeit intensiviert?.......................... 6 8.2   Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote gibt es für die Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten für den Umgang mit der Corona-Krise?.......................................................................................... 7",
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            "content": "Drucksache 18/8164                  Bayerischer Landtag 18. Wahlperiode                               Seite 7/7 Ferner wurden im Jahr 2013 in allen Justizvollzugsanstalten ein „Beauftragter für die Suizidprophylaxe“ benannt. Speziell in sich krisenhaft zuspitzenden Situationen erfahren die Gefangenen eine entsprechende psychologische oder psychiatrische Betreuung durch die Fachdienste der Anstalten oder durch externe Psychologen und Psychiater. Ist eine psychiatrische oder neurologische Behandlung erforderlich, werden die Inhaftierten gegebenenfalls für die Dauer der Behandlungsbedürftigkeit in die psychiatrischen Abteilungen der Jus- tizvollzugsanstalten Straubing oder Würzburg bzw. in ein externes Fachklinikum über- stellt. Daneben kommt auch die Anordnung besonderer Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Gefangenen in Betracht. Die Maßnahmen werden dabei jeweils auf den Ein- zelfall abgestimmt und können beispielsweise eine gemeinschaftliche Unterbringung mit besonders zuverlässigen Mitgefangenen, eine verstärkte Aufsicht durch Bedienste- te, eine Unterbringung in einem Raum mit Videoüberwachung oder eine Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum ohne gefährdende Gegenstände bedeuten. Konzepte und Maßnahmen zur Suizidprävention werden aufgrund gewonnener Er- fahrungen, Anregungen aus der vollzuglichen Praxis und neuer Erkenntnisse regel- mäßig überprüft. 8.2     Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote gibt es für die Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten für den Umgang mit der Corona-Krise? Die Bediensteten des bayerischen Justizvollzugs können sich über allgemeine Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aus den öffentlich zugänglichen Quellen wie etwa den Internetpräsenzen des Robert-Koch-Instituts oder des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit informieren. Darüber hinaus werden Informa- tionen zu vollzugsspezifischen, beamten- und arbeitsrechtlichen und sonstigen Fragen in der Anstalt, z. B. über das Intranet, Einsatzpläne und Aushänge, sowie insbesondere über die Anstaltsleitung, den ärztlichen Dienst, die Hauptgeschäftsstelle sowie die Inter- netpräsenz des Staatsministeriums der Justiz https://www.justiz.bayern.de/service/ corona/ angeboten.",
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