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            "content": "SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG                    Drucksache 17/2322 17. Wahlperiode                                                  2012-03-09 Kleine Anfrage der Abgeordneten Marlies Fritzen (Bündnis 90/Die Grünen) und Antwort der Landesregierung – Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schutzgebiete in Schleswig-Holstein - Bestand und Entwicklung Vorbemerkung: In Schleswig-Holstein gibt es gegenwärtig laut Umweltbericht des Landes 47.235 ha Naturschutzgebiete (nur Landesfläche) sowie weitere 160.133 NSG Meeresfläche. Der Bestand an FFH-Gebieten umfasst 124.137 ha, an Vogelschutzgebieten 96.468 ha (bei FFH- und Vogelschutzgebieten keine Unterscheidung in Landes- und Mee- resfläche). 1. In welchem Umfang überlagern sich NSG mit einer der beiden anderen Schutzkategorien? Wie groß ist also die Schutzgebietsfläche insgesamt, ohne diese Überlappungen? Die folgenden Tabellen 1 und 2 benennen sowohl die absoluten Größen als auch den Flächenanteil der einzelnen Schutzgebietskategorien an der Lan- desfläche Schleswig-Holsteins (zu Grunde gelegt ist der Landesumriss Schleswig-Holsteins, der in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz für die bundesweite Flächenstatistik verwendet wird, Landfläche Schleswig- Holstein danach: 1.563.952 Hektar) zum Zeitpunkt 31. Dezember 2011. Be- rechnungsgrundlage sind die Gebietsgrenzen im Maßstab 1:25.000.",
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            "content": "Drucksache 17/2322           Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Zu Tabelle 1: Die bestehenden NSG (2,99 % der Landesfläche) sind demnach flächenmäßig weit überwiegend auch als FFH- oder Vogelschutzgebiet ge- meldet und geschützt. Im terrestrischen Bereich liegen lediglich 11 % der NSG-Fläche außerhalb. Der Anteil dieser Flächen (NSG, aber nicht FFH- oder Vogelschutzgebiet) an der Landesfläche beträgt 0,32 %. Zu Tabelle 2: Auch die beiden Natura 2000-Kategorien FFH- und Vogel- schutzgebiete überlagern sich zu einem sehr erheblichen Teil. Im terrestrischen Bereich überschneiden sich 63.176 Hektar der Vogelschutz- gebiete mit FFH-Gebieten. Im marinen Bereich (12 Seemeilen-Zone) ist die Gesamtfläche der Vogelschutzgebiete um 168.413 Hektar größer als die der FFH-Gebiete. Die Gesamtfläche der drei Schutzgebietskategorien (alle mehrfach – NSG, FFH oder Vogelschutz – belegten Flächen nur einmal gerechnet) beträgt 925.005 Hektar, wovon 764.550 Hektar (entsprechend 82,7 % der Schutzge- bietsfläche) im marinen Bereich liegen. Im terrestrischen Bereich beträgt die überlappungsfreie Fläche 160.455 Hektar (entsprechend 10,26 % der Landes- fläche). Tab. 1: Absolute Flächen der Naturschutzgebiete (NSG) und Überlagerung mit den Katego- rien FFH-Gebiete (FFH) und Vogelschutzgebiete. (Stand: 31.12.2011) Kategorie                Gesamt      Mariner                Terrestrischer Bereich                   Bereich Fläche      Fläche       Fläche      Flächen- Anteil an in ha       in ha        in ha      anteil an    Landes- NSG          fläche NSG                      207.704     160.465       47.239        100 %         2,99 % NSG in FFH            203.116     163.240       39.876         84 %         2,55 % NSG in Vogel-         197.480     162.986       34.494         73 %         2,21 % schutzgebieten NSG außerhalb            5.104           47      5.057         11 %         0,32 % von FFH oder Vogelschutzgeb. 2",
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            "content": "Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode         Drucksache 17/2322 Tab. 2: absolute Flächen der Kategorien FFH-Gebiete (FFH) und Vogelschutzgebiete (Vo- gelschutz) sowie deren Anteil an der Landesfläche Kategorie                          Gesamt-         Mariner Be-           Terrestrischer reich                 Bereich Fläche          Fläche          Fläche      Flächenanteil an Landes- fläche FFH                               693.607 ha        580.006 ha    113.601 ha             7,26 % Vogelschutz                       853.304 ha        748.419 ha    104.885 ha             6,71 % Natura 2000                       919.901 ha        764.503 ha    155.398 ha             9,94 % Natura 2000 + NSG au-             925.005 ha        764.550 ha    160.455 ha           10,26 % ßerhalb („überlappungsfreie Gesamtflä- che“) 2. Wie hoch ist gegenwärtig der Umfang landwirtschaftlich genutzter Flächen in diesen Schutzgebieten (in ha insgesamt und Prozentanteil jeweils an den Schutzgebietskategorien)? Siehe Antwort zu Frage 4. 3. Wie hat sich der Flächenumfang dieser Schutzgebiete in den letzten Jahr- zehnten entwickelt? (wenn möglich in 10-Jahresschritten seit ca. 1980, diffe- renziert nach Landes- und Meeresflächen oder nur Landesflächen). Die Fläche der Naturschutzgebiete in Schleswig-Holstein hat sich seit 1980 folgendermaßen entwickelt: Tab. 3: Zeitreihe Flächenentwicklung Naturschutzgebiete Jahr     Anzahl      NSG-           Mariner Be-       Terrestrischer Terrestrische der         Fläche ge-     reich             Bereich in ha NSG-Fläche NSGs        samt in ha     in ha                             in % der Landesfläche 1980     90                                           16.795          1,06 1990     140                                          27.013          1,71 2000     178         201.392        160.141           41.251          2,61 2010     191         206.475        160.142           46.333          2,94 2012     192         207.704        160.465           47.239          2,99 3",
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            "content": "Drucksache 17/2322           Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Auch vor dem Jahr 2000 hatten Naturschutzgebiete erhebliche Anteile im ma- rinen Bereich, d.h. in der 12 Seemeilen-Zone (z.B. NSG Nordfriesisches Wat- tenmeer). Diese Anteile wurden aber damals nicht getrennt erfasst. Erst Ende der 90er Jahre wurden diese marinen Anteile digital erfasst. Die Fläche der Natura 2000-Gebiete hat sich seit 1980 folgendermaßen ent- wickelt: Erste Meldungen für Vogelschutzgebiete hat es in den 1980iger Jah- ren gegeben. Sie betrafen mit Ausnahme des Gotteskoog-Gebietes aus- schließlich bestehende Naturschutzgebiete. Eine systematische Meldung von FFH- und Vogelschutzgebieten hat jedoch erst seit In-Kraft-Treten der FFH- Richtlinie im Jahr 1992 begonnen. Die erste Gebietsmeldung gemäß Art. 4 FFH-RL Deutschlands an die EU hat es im Jahr 1997 gegeben; sie umfasste 30 Gebiete in Schleswig-Holstein. Die nächste systematische, landesweite Gebietsmeldung (FFH- und Vogelschutz) erfolgte im Jahr 2000. Mitte 2004 folgten Ergänzungs- und Nachmeldungen. Zur aktuellen überlappungsfreien Gesamtfläche siehe Antwort zu Frage 1, Ta- belle 2. Tab. 4: Zeitreihe Flächenentwicklung FFH-Gebiete Jahr              Gesamtfläche       Mariner Be-         Terrestrischer Bereich reich 1997-1999             313.373 ha      281.209 ha       32.164 ha      2,04 % der 1. Tranche                                                            Landesfläche 2000-2009             380.234 ha      298.797 ha       81.437 ha      5,17 % der 2. Tranche                                                            Landesfläche Summe                 693.607 ha      580.006 ha      113.601 ha      7,21 % der Landesfläche Tab. 5: Zeitreihe Flächenentwicklung Vogelschutzgebiete Jahr              Gesamtfläche        Mariner Be-         Terrestrischer Bereich reich 1983-1989               1.358 ha                    -       1.358 ha     0,09% der Landesfläche 1990-1999             308.717 ha         281.419 ha       27.437 ha      1,73% der 1. Tranche                                                               Landesfläche 2000-2009             543.229 ha         467.000 ha       76.090 ha      4,83 % der 2. Tranche                                                               Landesfläche Summe                 853.304 ha         748.419 ha      104.885 ha      6,7 % der Landesfläche 4",
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            "content": "Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode       Drucksache 17/2322 4. Wie hoch war dabei jeweils der Anteil/Umfang landwirtschaftlich genutzter Flächen (in ha insgesamt und in Prozentanteil jeweils an den Schutzge- bietskategorien)? Es liegen keine Zahlen vor, die den o.g. Zeiträumen exakt entsprechen. Als systematisch landesweit vorliegende und hinsichtlich der Typisierung ver- gleichbare Datengrundlage konnten für einen Zeitpunkt um 1991 lediglich die CIR-Luftbildgestützte Biotop- und Nutzungstypenkartierung (Luftbilder aus dem Zeitraum 1989 – 1991) sowie für einen Zeitpunkt um 2011 die Daten des Digitalen Basis-Landschaftsmodells (Basis-DLM) mit dem Themenlayer Vege- tation/Landwirtschaftliche Nutzfläche (VEG01) verwendet werden. Aus diesen Daten kann nicht eindeutig abgeleitet werden, ob die entspre- chenden „landwirtschaftlichen Nutzflächen“ (nur diese konnten erfasst werden) tatsächlich zum jeweiligen Zeitpunkt landwirtschaftlich genutzt wurden oder sie bereits, eventuell seit längerem, ungenutzt waren. Dies gilt insbesondere für das Feucht- und Nassgrünland sowie die Salzwiesen. Tab. 6: Landwirtschaftliche Nutzflächen in den Schutzgebieten NSG, FFH- und Vo- gelschutz-Gebieten Kategorie                            Landwirtschaftliche Nutzfläche in Schutzgebieten um 1991                   um 2011 Anteil                    Anteil NSG                         10.907 ha 33,4 %             17.441 ha     38,0 % NSG in FFH                                               13.780 ha     34,6 % NSG in Vogelschutz                                       12.645 ha     36,7 % FFH                                                      40.597 ha     35,7 % Vogelschutz                                              47.517 ha     45,3 % Natura 2000                                              65.231 ha     42,0 % Natura 2000 + NSG                                        68.214 ha     42,5 % außerhalb 5. In welchem Umfang wurden seit ca. 1980 ursprünglich landwirtschaftlich ge- nutzte Flächen aufgrund der Schutzausweisung vollständig aus einer landwirt- schaftlichen Nutzung herausgenommen? Von 1980 bis 2011 wurden 102 NSG neu ausgewiesen. In diesem Zeitraum 5",
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            "content": "Drucksache 17/2322           Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode wurde in neun Gebieten durch eine entsprechende Regelung (in § 5 Zulässige Handlungen) die landwirtschaftliche Nutzung mit In-Kraft-Treten der Verord- nung auf Teilflächen der jeweiligen NSG beendet. In acht von neun Fällen en- det die Zulässigkeit der landwirtschaftlichen Nutzung nach Ablauf einer Frist (Tabelle 7). Insgesamt betreffen diese Regelungen ca. 1.218 ha. Tab. 7: Liste der NSG mit Regelungen zur Beendigung der landwirtschaftlichen Nutzung in der jeweiligen Verordnung NSG-Bezeichnung             Größe      VO-        Zeitpunkt der Beendi-          Fläche des NSG     Jahr       gung der jeweiligen landwirtschaftlichen Nutzung Lütjensee und Hoch-         155 ha     1990       10 m Randstreifen (ab          1,6 ha felder See südöstlich                             1.1.1993) Gut Bothkamp Tal der Langballigau        124 ha     1990       10 m Randstreifen (ab          1,2 ha 1.1.1993) Dummersdorfer Ufer          342 ha     1991       10 m Randstreifen             11,8 ha Beltringharder Koog        3.350       1991       ab 1.1.1995 (Flächen)         1.050 ha (Landeseigentum)            ha Ehemalige Bagger-            57 ha     1991       10 m Randstreifen (ab          2,2 ha grube östlich Basedow                             1.1.1994) Dannauer See und             40 ha     1993       ab 1.1.1994 (Flächen)           12 ha Umgebung Fieler Moor                 255 ha     1993       ab 1.1.1996                    106 ha (Großteil Eigentum der Stiftung Naturschutz) Dalbekschlucht               66 ha     1994       Randstreifen ab                1,1 ha 1.1.1998 Steinerne Rinne und         207 ha     2004       Befristete Ackernutzung       32,1 ha Mechower Holz                                     bis 2009 zugelassen Summe ca. 1.218 ha Die betroffenen landwirtschaftlichen Nutzflächen sind fast vollständig für Zwe- cke des Naturschutzes erworben worden oder befinden sich im Eigentum des Landes. Durch die Meldung von FFH- und Vogelschutzgebieten sind keine weiteren Regelungen per Gesetz oder Verordnung hinzugekommen, die eine landwirt- schaftliche Nutzung untersagen. 6",
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            "content": "Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode     Drucksache 17/2322 6. In welchem Umfang wurde aufgrund der Schutzausweisung die vorher beste- hende Art (Acker/Grünland) oder die Form und Intensität der Nutzung verän- dert? In der weit überwiegenden Anzahl der Naturschutzgebiete wird die Ausübung der landwirtschaftlichen Nutzung nicht eingeschränkt. Es gibt aber auch eine Reihe von Naturschutzgebieten, in denen für die land- wirtschaftliche Nutzung Auflagen durch die entsprechende Naturschutzge- bietsverordnung auf der Grundlage des Schutzzwecks bestehen. Diese Nutzungsbeschränkungen differieren je nach Gebiet. So gibt es folgende beispielhafte Einschränkungen in einigen der Natur- schutzgebiete: • Grünlandnutzung zulässig, kein Umbruch, keine Intensivierung der Entwässerung, kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, • Grünlandnutzung zulässig, kein Umbruch, keine Intensivierung der Entwässerung, kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger, • Grünlandnutzung zulässig, keine Intensivierung der Entwässerung, kein Umbruch, Schafbeweidung vom 15.08. bis zum 01.03. eines jeden Jah- res zulässig, • Grünlandnutzung zulässig, keine Intensivierung der Entwässerung, kei- ne Düngung, keine Pflanzenschutzmittel, nur Standweide vom 01.07. bis zum 15.03 eines jeden Jahres, keine Bodenbearbeitung in der Zeit vom 15.03. bis zum 30.06. eines jeden Jahres, • Beweidungsverbot in der Zeit vom 01.03 bis zum 31.05. eines jeden Jahres (Brutzeit). Diese Auswahl zeigt auf, dass für jedes Naturschutzgebiet individuell je nach Schutzzweck des Gebietes eine spezielle Lösung gefunden wurde. Eine flächenmäßige Zuordnung dieser jeweiligen Nutzungsauflagen landes- weit ist in der Kürze der für die Beantwortung einer Kleinen Anfrage zur Verfü- gung stehenden Zeit nicht möglich. 7",
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