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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 2 WD 8 - 3000 - 049/18 Braunbären in Europa Aktenzeichen: WD 8 - 3000 - 049/18 Abschluss der Arbeit: 13. Juni 2018 Fachbereich: WD 8: Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit, Bildung und Forschung Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Mitglieder des Deutschen Bundestages bei ihrer mandatsbezogenen Tätigkeit. Ihre Arbeiten geben nicht die Auffassung des Deutschen Bundestages, eines sei- ner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantwortung der Verfasse- rinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste geben nur den zum Zeit- punkt der Erstellung des Textes aktuellen Stand wieder und stellen eine individuelle Auftragsarbeit für einen Abge- ordneten des Bundestages dar. Die Arbeiten können der Geheimschutzordnung des Bundestages unterliegende, ge- schützte oder andere nicht zur Veröffentlichung geeignete Informationen enthalten. Eine beabsichtigte Weitergabe oder Veröffentlichung ist vorab dem jeweiligen Fachbereich anzuzeigen und nur mit Angabe der Quelle zulässig. Der Fach- bereich berät über die dabei zu berücksichtigenden Fragen.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 3 WD 8 - 3000 - 049/18 Inhaltsverzeichnis 1. Braunbären in Europa 4 1.1. Bestandsvorkommen 4 1.2. Bestandsschätzungen und Monitoring 6 1.3. Rechtlicher Status und Dezimierungsmöglichkeiten 8 1.4. Konflikte und Konfliktmanagement 8 1.5. Bestandsziele und Zusammenarbeit zur Bestandserhaltung 10 1.6. Bedrohungen der Bärenpopulationen 10 2. Angriffe von Bären auf Menschen 11 3. Ergebnisse der NINA-Studie 11 3.1. Braunbären 11 3.2. Schwarzbären 12 3.3. Eisbären 12 3.4. Lippenbären 12 4. Fazit 14",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 4 WD 8 - 3000 - 049/18 1. Braunbären in Europa 1 1.1. Bestandsvorkommen In Europa kommen die Braunbären in 22 Ländern vor. Basierend auf den vorhandenen Daten zur Verteilung sowie einer Reihe von geographischen, ökologischen, sozialen und politischen Fakto- ren können diese in zehn geographische Vorkommen gebündelt werden: skandinavische, kareli- sche, baltische, karpatische, dinarisch-pindische, ostbalkanische, alpine, zentralapennine, kantabrische und pyrenäische Populationen. Daten aus Weißrussland, der Ukraine und Russland sind in dieser Untersuchung allerdings nicht enthalten. Eine frühere Studie aus dem Jahr 2000 schätzte die Gesamtzahl der Braunbären 1996 in Europa auf rund 50.000 Exemplare. Die weitaus meisten davon leben im europäischen Teil Russlands (einschließlich Weißrussland und der Ukraine) mit rund 36.000 Tieren. 2 Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht die verschiedenen verbliebenen Standorte der Braunbä- renpopulationen in Europa im Jahr 2011. 3 1 Der nachfolgende Text stammt von: Kaczensky, Petra; u.a. (2012). Status, management and distribution of large carnivores – bear, lynx, wolf & wolverine – in Europe. DECEMBER 2012. Part 1. http://ec.europa.eu/environ- ment/nature/conservation/species/carnivores/pdf/task_1_part1_statusoflcineurope.pdf 2 Vergleiche: Swenson, Jon E. ¸ Gerstl, Norbert; Dahle, Bjørn; Zedrosser, Andreas (2000). Action Plan for the con- servation of the Brown Bear (Ursus arctos) in Europe. Council of Europe Publishing, 2000 Nature and environ- ment, No. 114. S. 60. https://webcache.googleusercon- tent.com/search?q=cache:Yc9upvvm490J:https://www.wwf.at/de/view/files/download/forceDown- load/%3Ftool%3D12%26feld%3Ddownload%26sprach_connect%3D1153+&cd=8&hl=de&ct=clnk&gl=de 3 Vergleiche: Kaczensky, Petra; u.a. 2012: 16.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 5 WD 8 - 3000 - 049/18 Braunbärenverteilung in Europa 2006-2011. Dunkle Zellen: permanentes Vorkommen, graue Zel- len: sporadisches Vorkommen. Rote Grenzen markieren die Länder, für die Informationen verfüg- bar waren. Nachbarländer können unterschiedliche Kriterien und Zeiträume für die Definition von Zellen mit permanenter und sporadischer Präsenz haben. 4 4 Ebenda.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 6 WD 8 - 3000 - 049/18 1.2. Bestandsschätzungen und Monitoring „Die geschätzte Gesamtzahl der Braunbären in Europa scheint im Bereich von 17.000 Individuen zu liegen. Basierend auf den gemeldeten und aktualisierten Volkszählungsdaten ist die größte Po- pulation die Karpatenpopulation (>7.000 Bären), gefolgt von den skandinavischen und dinarisch- pindischen Populationen (> 3.000 Bären). Die anderen Populationen sind viel kleiner und rei- chen von mehreren hundert (z.B. Ostsee ~700, Kantabrien ~200) bis zu weniger als hundert (z.B. Alpen 45-50, Pyrenäen 22-27). Im Vergleich zur letzten Erhebung, die Daten bis 2005 (Bear Online Information System for Eu- rope, BOIS) enthielt, haben die skandinavischen, karelischen, dinarischen, baltischen, kantabri- schen und pyrenäischen Bestände einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Die anderen Populatio- nen blieben stabil. Die Feststellung des Rückgangs der Bestände im östlichen Balkan ist wahr- scheinlich auf neue Überwachungstechniken zurückzuführen. Alle Bestandsgruppen sind relativ stabil oder leicht expandierend. In den Alpen wurde der Bestandsverlust des zentralösterreichi- schen Segments durch den Ausbau des norditalienischen Segments im Trentino ausgeglichen. Das Monitoring in einer Reihe von Ländern basiert auf genetischen Methoden, die nichtinvasiv gesammelte DNA (aus Losungen oder Haaren) verwenden: Skandinavien, Italien, Österreich, Spa- nien, Frankreich, Griechenland, Slowenien. In anderen Ländern werden genetische Methoden verwendet, um Daten zu ergänzen oder zu bestätigen, die mit anderen Methoden gewonnen wur- den (Zählung an Fütterungsstellen, Schneeverfolgung und Telemetrie): Kroatien, Polen, Slowa- kei. In den Ländern ohne Genetik und Telemetrie basieren die zahlenmäßigen Schätzungen auf einer viel schwächeren Basis. Die kleinen Populationen unterliegen in der Regel intensiveren und kostenintensiveren Überwa- chungsmethoden, obwohl die am stärksten überwachte große Population in Skandinavien liegt. Bei bejagten Populationen werden die Abschusszahlen verwendet, um Populationstrends zu identifizieren.“ 5 5 Ebenda: 18.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 7 WD 8 - 3000 - 049/18 Bestandsgröße und Entwicklung6 6 Ebenda: 19.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 8 WD 8 - 3000 - 049/18 1.3. Rechtlicher Status und Dezimierungsmöglichkeiten „Die meisten Bärenpopulationen sind streng geschützt. Die Bestände, die in den EU-Ländern existieren, sind durch die gesamteuropäische Gesetzgebung (FFH-Richtlinie) streng geschützt und es gibt keine Ausnahmen nach Anhang V. 7 Schweden, Finnland, Rumänien, Estland, Bulgarien, Slowenien und die Slowakei nutzen derzeit Ausnahmeregelungen gemäß Artikel 16 der Richtlinie, um eine begrenzte Dezimierung von Bären durch Jäger zu ermöglichen. Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Norwegen bejagen Bären als Wildart mit jährlichen Quoten, da sie in dieser Hinsicht nur durch die Berner Konvention begrenzt sind. Für Kroatien endet dies 2013, wenn die EU-Verordnungen angenommen werden. Fast alle Länder haben einen Bärenmanagementplan, einen Aktionsplan oder eine Bärenmanagementstrategie. In einer Reihe von Ländern wartet ein solches Dokument jedoch noch auf eine angemessene Umsetzung.“ 8 1.4. Konflikte und Konfliktmanagement „Bären sind große, opportunistische und allesfressende Fleischfresser mit einem breiten Spekt- rum biologischer Bedürfnisse während ihres Lebenszyklus, die sie in Konflikt mit Menschen bringen können. Einige Konfliktarten bedrohen menschliche Interessen (z. B. Eigentumsverluste durch Viehzerstörung oder Angriffe auf Menschen), andere bedrohen die Bären selbst (z. B. durch Habitat-Fragmentierung und Höhlen-Störung), und einige sind gegenseitig problematisch (z. B. Verkehrsunfälle). Die meisten Länder zahlen Schadenersatzzahlungen entweder aus dem Staatshaushalt oder aus Mitteln von Interessengruppen, meist von Jägern. Die ungefähren wirtschaftlichen Kosten (basie- rend nur auf gemeldeten Kompensationen) liegen in der Größenordnung von 2,5-3,0 Mio. € pro Jahr. Viehschäden sind die wichtigste Art von Schäden, aber die Vielfalt der Schäden ist viel grö- ßer als bei Wölfen, Vielfraßen und Luchsen und umfasst Schäden an Bienenstöcken, Obstgärten, Pflanzen, Bäumen und sogar Fahrzeugen und Gebäuden. Mehr als die Hälfte des Geldes wird für Entschädigungen in Norwegen (1,5 Mio. €) gezahlt, gefolgt von 321.000 € im Kantabrischen Ge- birge und 252.000 € in Slowenien. Andere Länder zahlen jährlich zwischen 6.000 € (Kroatien) und 141.000 € (Griechenland). Die gezahlten Beträge steigen nicht proportional zur Anzahl der Bären in der Bevölkerung. Die Kos- ten pro Bär/Jahr sind im Allgemeinen in kleineren Populationen höher als in größeren Populatio- nen: z.B. 12.666 € in Norwegen, 6.114 € in den Pyrenäen, 3.445 € im zentralen Apennin, 1.605 € im kantabrischen Gebirge, 1.371 € in den italienischen Alpen, 555 € in Slowenien, 511 € in Grie- chenland, 102 € in Polen, 45 € in Bulgarien, 15 € in Estland und Lettland, 8 € in der Slowakei, 7 Anhang V listet Tier- und Pflanzenarten auf, deren Rückgang und Gefährdung vor allem durch die Entnahme aus der Natur verursacht wurde und die daher vor weiterer unkontrollierter Entnahme geschützt werden muss- ten. Zurzeit werden in Deutschland 110 Arten in Anhang V aufgeführt. Deutschlands Natur (2018). Anhang IV und V der FFH-Richtlinie. http://www.ffh-gebiete.de/natura2000/ffh- anhang-iv/ 8 Ebenda: 17.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 9 WD 8 - 3000 - 049/18 6,0 € in Kroatien und 3,6 € in Schweden. Es sollte angemerkt werden, dass es keine Daten gibt, die zeigen, dass Länder, die mehr bezahlen, eine bessere Akzeptanz zu ihren Bären haben.“ 9 Konfliktarten und Kosten 10 9 Ebenda: 18. 10 Ebenda: 25.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 10 WD 8 - 3000 - 049/18 1.5. Bestandsziele und Zusammenarbeit zur Bestandserhaltung „Alle Länder geben das Ziel an, zumindest eine stabile Bärenpopulation zu erhalten. Alle mit Ausnahme von zwei Bärenpopulationen (Zentralapennin und Kantabrien) werden auf zwei oder mehr Länder aufgeteilt. Für die Bärenpopulationen des Zentralapennins und Kantabriens ist die Verwaltungsbehörde auf die Ebene der autonomen Regionen delegiert. Das Bestandsmanagement wurde allgemein als das vorgeschriebene Modell akzeptiert, aber die Umsetzung dieses Konzepts ist bei weitem nicht zufriedenstellend, insbesondere in Ländern, die ihre eigenen nationalen Pläne nicht umsetzen. Abkommen zwischen den Ländern beinhalten ein gewisses Maß an ge- meinsamer oder koordinierter Verwaltung (Frankreich mit Spanien, Griechenland mit Bulgarien, Slowakei mit Polen, Slowenien mit Kroatien, Schweden mit Norwegen), Informationsaustausch (Schweden und Norwegen, Slowenien und Kroatien) oder am häufigsten Arbeitsgruppen zwi- schen Wissenschaftlern oder Managern. Es gibt jedoch keinen verbindlichen Plan zur Bestandser- haltung. 1.6. Bedrohungen der Bärenpopulationen Die kleinsten Bärenpopulationen sind stark gefährdet. Das derzeit vorherrschende öffentliche In- teresse sowie die meisten Managementmaßnahmen und die finanzielle Unterstützung scheinen jedoch derzeit zumindest ihr kurz- bis mittelfristiges Überleben zu sichern. Fast die Hälfte des Bestandes wächst derzeit, aber um das langfristige Überleben zu sichern, müssen alle gegenwärti- gen und potenziellen zukünftigen Bedrohungen berücksichtigt werden. Die wichtigsten Bedro- hungen (eingeteilt in 19 Hauptkategorien) für Bären in Europa, basierend auf 23 Fragebögen über alle Bärenpopulationen, wurden identifiziert als: Lebensraumverlust durch Infrastrukturentwick- lung, Störungen, geringe Akzeptanz, schlechte Managementstrukturen, intrinsische Faktoren, Un- fallmortalität und Verfolgung. Die meisten Bedrohungen dürften in Zukunft etwas an Bedeutung gewinnen.“ 11 Gefährdungsbeurteilung für Bären über alle Populationen in Europa. 11 Ebenda: 18f.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 11 WD 8 - 3000 - 049/18 2. Angriffe von Bären auf Menschen Im Jahr 2002 wurde vom Norsk institutt for Naturforskning, kurz NINA (Norwegisches Institut für Naturforschung) eine Studie mit dem Titel \"The fear of wolves: A review of wolfs attacks on hu- mans\" veröffentlicht. Unter der Federführung von J.D.C Linnell erarbeitete ein 18-köpfiges Team diese Studie mit der Fragestellung, wann und wo es Übergriffe von Wölfen auf Menschen welt- weit gab. Ziel dieser umfassenden Studie war es, existierende Berichte über Wolfsangriffe auf Menschen aus Skandinavien, dem kontinentalen Europa, Asien und Nordamerika zusammenzu- tragen und nach Mustern in diesen Fällen zu suchen. Neben den Angriffen von Wölfen untersuchten die Autoren auch die Angriffe anderer Wildtiere auf Menschen. Dazu gehörten auch die Angriffe von Bären. Die Angriffe von Bären wurden zwar nicht mit der gleichen Intensität untersucht wie die An- griffe von Wölfen. Gleichwohl aber bietet der Abschnitt über die Angriffe von Bären aussagefähi- ges Datenmaterial zur Abschätzung der Gefahren, die durch Angriffe von Bären auf Menschen ausgehen können. 3. Ergebnisse der NINA-Studie 12 3.1. Braunbären „Swenson et al. fassten die Daten über tödlich verlaufende Angriffe von Braun- und Grizzlybä- 13 ren (Ursus arctos) auf Menschen in Nordamerika und Eurasien bis 1995 zusammen. Angriffe toll- wütiger Bären sind praktisch unbekannt. Daher müssen die Angriffe als defensiv oder räuberisch betrachtet werden (Herrero 1985). Swenson et al. extrapolierten ihre Daten, die alle aus dem 20. Jahrhundert stammen, und kamen bei ihrer Hochrechnung auf etwa 950 zu erwartende Todes- fälle pro Jahrhundert in Nordamerika und Eurasia (siehe Tabelle). Hinter dieser Zahl verstecken sich starke regionale Schwankungen, da die europäischen Bären ungefährlicher als die nordame- rikanischen und asiatischen sind (siehe Tabelle). Außerdem gibt es kleine regionale und zeitliche Variationen und Cluster, bedingt durch wechselndes Management. Trotzdem sind Bärenangriffe 14 12 Der nachfolgende Text in Kapitel 3 und 4 stammt von: Norsk institutt for Naturforskning (2002). Die Angst vor Wölfen: Eine Bewertung von Wolfsattacken auf Menschen. http://www.wolfcenter.de/Vision-Standpunkte-Men- schen-in-Gefahr-Studie-weltweit.html Englischer Originaltext unter: http://www.wolfcenter.de/documents/NINA_2002_The_fear_of_wolves__A_re- view_of_wolf_attacks_on_humans_3ab.pdf 13 Swenson, J. E., Sandegren, F., Heim, M., Brunberg, S., Sørensen, 0. J., Söderberg, A., Bjärvall, A., Franzén, R., Wikan, S., Wabakken, P. & Overskaug, K. 1996, Er den skandinavisk bjørnen farlig? - NINA Oppdragsmelding 404: 1-26. Swenson, J. E., Sandegren, F., Soderberg, A., Heim, M., Sørensen, 0. J., Bjarvall, A., Franzén, R., Wikan, S. & Wabakken, P. 1999. lnteractions between brown bears and humans in Scandinavia. - Biosphere Conservation 2: 1-9. 14 Herrero, S. & Fleck, S. 1990. Injury to people inflicted by black, grizzly or poar bears: recent trends and new in- sights. - International Conference an Bear Research and Management 8: 25-32.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 12 WD 8 - 3000 - 049/18 auf Menschen zeitlich weit über das ganze 20. Jhd. verteilt. Connover schätzt, dass es in Nord- 15 amerika pro Jahr etwa 4 Bärenangriffe auf Menschen gibt; im Schnitt endet alle 2 Jahre ein An- griff tödlich.“ 16 3.2. Schwarzbären „Schwarzbären (Ursus americanus) werden mit wesentlich mehr Verletzungen in Verbindung ge- bracht als Braun- / Grizzlybären in Nordamerika. Das kann natürlich daran liegen, dass die Popu- lation der Schwarzbären wesentlich größer ist und sie in Gebieten mit höherer Bevölkerungs- dichte leben als Braunbären. Herrero dokumentierte über 500 Angriffe von Schwarzbären auf 17 Menschen in den Jahren 1960 bis 1980. Die meisten dieser Angriffe waren unbedeutend; trotz- dem wurden 25 Menschen zwischen 1900 und 1989 von Schwarzbären getötet . Connover 18 schätzt, dass es zu etwa 25 Schwarzbär-Attacken pro Jahr kommt; im Schnitt endet alle 3 Jahre ein Angriff tödlich.“ 19 3.3. Eisbären „Eisbären (Ursus maritimus) sind nur selten in Attacken auf Menschen involviert, aber das ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie selten ihr Lebensraum mit menschlichen Wohnstät- ten überlappt. Auf Spitzbergen gab es im Zeitraum von 1971 bis 1998 vier Angriffe, die die Opfer verletzt überlebten, und weitere 4, die tödlich endeten . In Nordkanada wurden zwischen 1965 20 und 1985 14 Personen von Eisbären verletzt und weitere 6 getötet (Fleck & Herrero 1989). Aus Alaska weiß man für den Zeitraum 1900 bis 1990 nur von einer Person, die von einem Eisbären verletzt wurde“ . 21 3.4. Lippenbären „Angriffe von Lippenbären (Melursus ursinus) wurden in der indischen Region Madhya Pradesh sehr genau untersucht. Die Bären leben dort in einem hochgradig veränderten Habitat mit hoher Bevölkerungsdichte . Innerhalb von 5 Jahren wurden 735 Angriffe auf Personen dokumentiert, 22 48 der Attacken endeten tödlich. Addiert man dazu die Angriffe von Lippenbären aus anderen Regionen Indiens, kommt es durchschnittlich zu 188 Lippenbärenangriffen auf Menschen pro 15 Conover, M. R. 2001. Resolving human-wildlife conflicts: the science of wildlife damage management. - CRC Press, Boca Raton, Florida. 16 NINA 2002: 33. 17 Herrero, S. 1985. Bear attacks: their causes and avoidance, -Nick Lyons Books, New York. 18 Fleck, 5, & Herrero, S. 1989. Polar bear conflicts with humans. ¬In Bromley, M., ed. Bear-people conflicts: pro- ceedings of a Symposium on management strategies. Northwest Territories Department of Renewable Resources, Yellow-knife, Northwest Territories. Pp. 201-202. 19 NINA 2002: 34. 20 Derocher, A. E., Wiig, Ø., Gjertz, I., Bøkseth, K. & Scheie, J. 0. 1998. Status of polar bears in Norway 1993-96. - In Derocher, A. E., Garner, G. W., J., L. N. & Wiig, Ø., eds. Polar bears: Proceedings of the 12th working meeting of the IUCN/SSC polar bear specialist group, 3-7 February 1997, Oslo, Norway. IUCN Publications, Gland, Switzer- land. Pp. 101-112. 21 Middaugh, J. P. 1987. Human injury from bear attacks in Alaska, 1900-1985. - Alaska Medicine 29: 121-126. Floyd, T. 1999. Bear-inflicted human injury and fatality. - Wilder-ness and Environmental Medicine 10: 75-87. Zit. nach NINA 2002: 34. 22 Rajpurohit, K. S. & Krausman, P. R. 2000. Human-sloth bear conflicts in Madhya Pradesh, India. - Wildlife Soci- ety Bulletin 28: 393-399.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 13 WD 8 - 3000 - 049/18 Jahr. Betrachtet man nur die Daten der Region Madhya Pradesh, wird deutlich, dass man allein in diesem Gebiet mit 10 Todesopfern durch Lippenbären pro Jahr rechnen muss.“ 23 (NENA 2002: 34) 23 NENA 2002: 34f.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 14 WD 8 - 3000 - 049/18 4. Fazit Angriffe von Braunbären in Europa sind selten, auch wenn die mediale Berichterstattung biswei- len ein anderes Bild in der Öffentlichkeit verbreitet. 24 Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den „Problembär Bruno“, der, im Sommer 2006 von Italien nach Bayern eingewandert, wochenlang im Interesse der Medien stand und trotz seiner angerichteten Schäden nach seinem Abschuss auf viel Sympathie bei der breiten Öffentlichkeit stieß.25 Eine zuverlässige, aktuelle Statistik über Angriffe von Braunbären auf Menschen in Europa konnte nicht recherchiert werden. Die Autoren der NINA-Studie weisen jedoch darauf hin, dass eine realistische Gefahreneinschät- zung, das Opfer eines Bärenangriffs zu werden, nur im Vergleich mit anderen Wildtierarten mög- lich ist, da die tatsächliche Dimension der Gefahr lebensbedrohlicher Begegnungen mit einem Bär statistisch um ein vielfaches geringer ist als z.B. der Zusammenstoß oder Angriff mit einem Herbivoren. (Pflanzenfresser) „Deshalb sollte man die Angriffe großer Herbivoren wie Elefant, Elch und Bison nicht vergessen. Im Yellowstone National Park werden mehr Menschen durch Bisons (Bison bison) verletzt als durch Bären – zwischen 1978 und 1992 wurden lediglich 12 Personen von Grizzly- und Schwarzbären verletzt, für 56 Verletzte waren Bisons verantwortlich . Viele weitere Personen 26 werden durch Huftiere verletzt, wenn die Tiere in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Connovers Schätzungen zufolge werden in den USA jedes Jahr 29.000 Menschen verletzt und 200 getötet, weil ihr Fahrzeug mit einem Hirsch (Gattung Odocoileus) kollidierte.“ 27 **** 24 Spiegel-online (2017). Wildtierplage in Karpaten. Die Bären sind los. 06.11.2017. http://www.spiegel.de/wissen- schaft/natur/rumaenien-braunbaeren-angriffe-auf-menschen-haeufen-sich-a-1176346.html 25 Welt.de (2016). Problembär Bruno. „Er war der Mahatma Gandhi der bayerischen Wälder“. 19.05.2016. https://www.welt.de/regionales/bayern/article155494589/Er-war-der-Mahatma-Gandhi-der-bayerischen-Wael- der.html 26 Conrad, L. & Balison, J. 1994. Bison goring injuries: penetrating and blunt trauma. - Journal of Wilderness Medi- cine 5: 371-381. 27 NENA 2002: 35.",
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