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            "content": "Landtag Brandenburg                                 Drucksache 4/1059 4. Wahlperiode Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 378 des Abgeordneten Peer Jürgens Fraktion der PDS Drucksache 4/854 Bibliotheken im Land Brandenburg Presseberichten der letzten Tage zufolge müssen die Kommunen in diesem Jahr in erheblichem Maße bei Bibliotheken kürzen. Diese freiwillige Aufgabe können die Kommunen aufgrund ihrer finanziellen Lage nicht mehr erfüllen. Ich frage daher die Landesregierung: 1.     Wie bewertet die Landesregierung die Funktion von Bibliotheken in regio− nalentwicklungspolitischer Sicht? 2.     Wie bewertet die Landesregierung die Funktion von Bibliotheken in bil− dungspolitischer Sicht? 3.     Wie bewertet die Landesregierung die Funktion von Bibliotheken in kultureller und sozialer Sicht? 4.     Wie viele Bibliotheken in kommunaler Trägerschaft gibt es im Land Bran− denburg (bitte nach Landkreisen aufschlüsseln)? 5.     Wie viele dieser Bibliotheken sind mobil (Fahrbibliotheken)? 6.     In welchen Regionen kommen diese Fahrbibliotheken zum Einsatz, welches Einzugsgebiet decken sie ab? 7.     Wie viele a) Besucher b) Ausleihen haben die unter 1. genannten Bibliotheken durchschnittlich (bitte nach Landkreisen auflisten)? 8.     Wie viele Medien (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, CDs, DVDs) führen die unter 1. genannten Bibliotheken durchschnittlich (bitte nach Landkreisen auf− listen)? Datum des Eingangs: 19.04.2005 / Ausgegeben: 26.04.2005",
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            "content": "9.     In welchem Maße erheben die Bibliotheken im Land Gebühren? 10.    Wie haben sich diese Gebühren seit dem Jahr 2000 entwickelt? 11.    In welchem Maße gestalten sich nach Kenntnis der Landesregierung die Kürzungen bei den Bibliotheken? 12.    Welche Bibliotheken sind von Schließungen betroffen? 13.    Welche Bibliotheken müssen ihre Öffnungszeiten kürzen? In welchem Um− fang? 14.    Wie bewertet die Landesregierung die Ausstattung der wissenschaftlichen Bibliotheken (Hochschulbibliotheken)? 15.    Welche Aufgaben haben nach Ansicht der Landesregierung die Hochschul− bibliotheken? 16.    Inwiefern können die Hochschulbibliotheken diesen Aufgaben gerecht wer− den? 17.    Sieht die Landesregierung Bedarf, die allgemeinen und die wissenschaftli− chen Bibliotheken zu unterstützen? 18.    Inwiefern hat die Landesregierung bereits bzw. inwiefern wird die Landesre− gierung in Zukunft die Bibliotheken im Land Brandenburg unabhängig von der eigentlichen kommunalen Aufgabe unterstützen? 19.    Welche unterstützenden zusätzlichen Maßnahmen ergreift die Landesregie− rung, um unabhängig von der Hochschulautonomie die wissenschaftlichen Bibliotheken und damit den Wissenschaftsstandort Brandenburg zu stärken? Namens der Landesregierung beantwortet die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur die Kleine Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Eine regionalentwicklungspolitische Sicht auf die Bibliotheksstrukturen des Landes Brandenburg wird zunächst zwischen wissenschaftlichen sowie Spezialbibliotheken einerseits und öffentlichen Bibliotheken andererseits unterscheiden. Erstgenannte finden sich an den Standorten von Universitäten, Fachhochschulen und For− schungseinrichtungen und entfalten ihre regionalentwicklungspolitische Wirksamkeit im Kontext dieser Einrichtungen. Dabei stehen sie allen Nutzern offen, insbesondere auch der Wirtschaft. Öffentliche Bibliotheken tragen wesentlich zur Verwirklichung des Grundrechts der Meinungsfreiheit bei, wonach jeder Bürger das Recht hat, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugängli− chen Quellen ungehindert zu unterrichten. Der Zugang zu Medien und Informatio− nen ist ein wichtiger Aspekt bei einer Beurteilung der Gleichwertigkeit von Lebens− verhältnissen und deshalb auch aus regionalentwicklungspolitischer Sicht erheblich.",
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            "content": "Das Unterhalten öffentlicher Bibliotheken als unverzichtbarer Bestandteil staatlicher Daseinsvorsorge gehört zu den freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben der Kom− munen. Zu Frage 2: Originäre Aufgabe öffentlicher Bibliotheken ist die Verfügbarmachung von Wissen in Form von Medien und Informationen. Bürger nutzen diese Angebote für ihre Aus− und Weiterbildung. Zur Erweiterung des Bildungsangebotes haben die meisten hauptamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken Bereiche eingerichtet, die die Nutzung digitaler Informationen offline (CD−ROM, DVD) und online via Internet ermöglichen. Die öffentlichen Bibliotheken profilieren sich mit ihren Leistungen mehr und mehr als Teil eines Systems sekundärer Bildungseinrichtungen, das den gesamtgesell− schaftlichen Prozess des lebenslangen Lernens bürgernah begleitet. Zu Frage 3: Öffentliche Bibliotheken sind multifunktionale Einrichtungen im öffentlichen Raum. Sie gestalten kulturelle Angebote in der Kommune und sind Orte der Kommunika− tion, die von Bürgern aller Schichten und Altersstufen besucht werden. Sie fördern mit ihrem Wirken den sozialen Zusammenhalt in der Kommune. In vielen Gemeinden des Landes sind sie die einzigen kommunalen Kultureinrich− tungen. Einige öffentliche Bibliotheken bieten als besondere Dienste die Lieferung von Medien frei Haus für ältere und behinderte Bürger an. Zu Frage 4: Die nachfolgende statistische Übersicht unterscheidet qualitativ zwischen haupt− amtlich und ehrenamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken. Hauptamtlich geleitete öffentliche Bibliotheken (bibliothekarisches Fachpersonal, Medienbestände in Abhängigkeit von der Orts− größe zwischen 5.000 − 600.000 Medien, durchschnittlich 25 Öffnungsstunden je Woche) Oberzentrum bzw.    Anzahl der                         Durchschnittswerte je Landkreis           Bibliothekseinrichtungen           Oberzentrum/Landkreis (Hauptbibliotheken, Zweigbibliotheken, Ausleihstellen) Besucher     Entleihungen Medien Brandenburg         5                                  26.668       82.286       22.764 Cottbus             2                                  95.502       351.023      98.477 Frankfurt           1                                  149.956      760.199      130.460 Potsdam             5                                  69.098       173.701      136.687 Barnim              7                                  27.405       83.003       24.034 Dahme−Spreewald     8                                  16.171       53.838       20.696 Elbe−Elster         18                                 8.842        39.335       13.197 Havelland           9                                  10.051       36.873       20.344 Märkisch−Oderland   21                                 9.090        26.876       13.722 Oberhavel           21                                 9.595        29.392       13.284",
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            "content": "Zu Frage 7: Siehe Antwort zu Frage 4. Zu Frage 8: Siehe Antwort zu Frage 4. Zu Frage 9: Rund 71 % der hauptamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken erheben Jahres− nutzungsentgelte. Bibliotheken erheben weiterhin Entgelte z.B. bei Überschreitung der Leihfrist, für den Leihverkehr, für Internetnutzung sowie für besondere Dienst− leistungen (Kopien, Vorbestellungen u.ä.). Zu Frage 10: Im Rahmen der für die Beantwortung von Kleinen Anfragen zur Verfügung stehen− den Zeit ist die erbetene Auskunft nicht möglich, da hierzu eine Umfrage bei den öffentlichen Bibliotheken erforderlich wäre. Zu Frage 11: Vergleicht man die Grunddaten der hauptamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken im Land Brandenburg aus dem Jahre 1999 mit denen des Jahres 2003, so ist ten− denziell eine Rückläufigkeit der Ressourcen, vor allem beim Personal und beim Erwerbungsetat, festzustellen. Zu Frage 12: Im Zeitraum 2000−2004 wurden folgende öffentliche Bibliotheken geschlossen: Bibliothek         Kommune Fahrbibliothek     Landkreis Havelland 2 Fahrbibliotheken Landkreis Prignitz 2 Fahrbibliotheken Landkreis Uckermark Stadtbibliothek    Luckau Stadtbibliothek    Oderberg Stadtbibliothek    Schwarzheide Zu Frage 13: Im Rahmen der für die Beantwortung von Kleinen Anfragen zur Verfügung stehen− den Zeit ist die erbetene Auskunft nicht möglich, da hierzu eine Umfrage bei den Bibliotheken erforderlich wäre. Zu Frage 14: Die Bibliotheken der Hochschulen des Landes mussten in den vergangenen Jahren nicht nur hinsichtlich ihrer Bestände aufgebaut, sondern auch auf einen Stand der Technik gebracht werden, der den Anforderungen einer Informationsgesellschaft gerecht wird. Diese beeindruckende Aufbauleistung ist gelungen.",
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            "content": "Auf der Grundlage des Hochschulbauförderungsgesetzes förderten Bund und Land gemeinsam die Anschaffung von Büchergrundbeständen an den Hochschulen über einen Zeitraum von jeweils zwölf Jahren. Die wissenschaftlichen Bibliotheken in Brandenburg haben beträchtliche Investitio− nen in den Ausbau EDV−gestützter kooperativer Geschäftsgänge und automati− sierter Datenerfassung geleistet. Mit der dadurch erreichten Entlastung im Back− Office−Bereich konnten Ressourcen für den Ausbau kundenorientierter Dienstleis− tungen aktiviert werden (Beratung, Betreuung, Öffnungszeiten etc.). Damit ent− sprechen die Bibliotheken dem Leitbild kundennaher Dienstleister für die Literatur− und Informationsversorgung. Das Zusammenwirken der Bibliotheken von der gemeinsamen Beschaffung (Fried− rich−Althoff−Konsortium) bis zur Bereitstellung über den Kooperativen Bibliotheks− verbund Berlin−Brandenburg ermöglicht einen rationellen Ressourceneinsatz ebenso wie auch einen hohen Leistungswert für den Nutzer: Online−Recherchen, Zugriff auf elektronische Inhaltsverzeichnisse, Fachdatenbankangebote im cam− pusweiten Zugriff, schnelle Lieferung durch Online−Fernleihe oder Direktliefer− dienste sowie die zunehmende Bereitstellung elektronischer Lehrbücher und Lite− ratur sind ein Beleg hierfür. Mit der Inbetriebnahme des Informations−, Kommunikations− und Medienzentrums (IKMZ) an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTUC) hat das Land den Prototyp der Hochschulbibliotheken der Zukunft realisiert. Zu Frage 15: Die Bibliotheken der Hochschulen dienen insbesondere der Medien− und Informa− tionsversorgung in Lehre, Studium und Forschung. In Zusammenarbeit mit den kommunalen Bibliotheken stellen sie ihre Ressourcen darüber hinaus allen Inte− ressierten im Land zur Verfügung. Zu Frage 16: Die Hochschulbibliotheken werden diesen Aufgaben voll und ganz gerecht. Siehe dazu auch Antwort auf Frage 14. Zu Frage 17: Ja. Die Landesregierung ist sich ihrer Gestaltungsverpflichtung und Verantwortung gegenüber den Bibliotheken bewusst, und zwar sowohl gegenüber den Hoch− schulbibliotheken als auch bezüglich der − in der Unterhaltsträgerschaft der Kom− munen stehenden − öffentlichen Bibliotheken. Zu Frage 18: Die Bedeutung der Bibliotheken aus Sicht des Landes ist unter 1. bis 3. dargelegt. Deshalb wurde und wird den wissenschaftlichen und Spezialbibliotheken wie auch den öffentlichen Bibliotheken umfassende Unterstützung des Landes zuteil. Dazu gehört insbesondere die bibliotheksübergreifende Infrastruktur. Allen Bibliotheken stehen die Leistungen des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin−Brandenburg (KOBV) zur Verfügung, der für die brandenburgischen Bibliotheken im Unterschied zu Berlin allein vom Land finanziert wird.",
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            "content": "Das Land hat mit der Etablierung der Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken eine Leistung erbracht, die in der Bundesrepublik in dieser Form neu− artig war. Die Fachstelle leistet kontinuierlich Koordinierung, Beratung und Unter− stützung für die öffentlichen Bibliotheken und ihre Träger, wobei der wachsende Weiterbildungsbedarf angesichts der Anforderungen der Informationsgesellschaft (Internet, Multimediaarbeitsplätze, EDV−Verbünde) einen Schwerpunkt bildet. Darüber hinaus stellt das Land Fördermittel zur Verfügung. Zu Frage 19: Das von Bund und Ländern vereinbarte Programm zur Förderung innovativer For− schungsstrukturen in den neuen Ländern und Berlin zielt auf Weiterentwicklung der Forschungsstrukturen mittels zusätzlicher Maßnahmen zur Steigerung der Wett− bewerbsfähigkeit, wozu auch die Bibliotheken betreffende Infrastrukturmaßnahmen gehören können. Durch das Programm zur Förderung struktureller Innovationen im Hochschulbereich wird die Steigerung der Multimedia−Fähigkeit von Hochschul− personal durch innovative Weiterbildungsstrategien sowie von Servicestrukturen ermöglicht.",
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