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            "content": "werden angewandt, vertieft und erweitert. Insbesondere die thematische Bear- beitung des Sozialraumbezugs und der Lebensweltorientierung der Konzepte der Einrichtungen ermöglicht die Vertiefung der Querschnittsthemen der Wei- terbildung: Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern im Sinne einer stets weiter zu entwickelnden vorurteilsbewussten, offenen und von To- leranz geprägten professionellen Haltung. In Bremerhaven ist das Themenfeld ‚Erkennen und Umgang mit Rassismus‘ im Verständnis einer Sensibilisierung für Alltagsrassismus in der Auseinanderset- zung mit einer professionellen Grundhaltung pädagogischer Fachkräfte in fast allen Weiterbildungen, Sachgebiet Qualifizierung/Abteilung Kinderförderung, begleitend Thema. Beispielsweise wurden 2019 im Modul „Kinder mit Fluchterfahrung“ die Aus- einandersetzung mit Prinzipien einer interkulturellen Kompetenz und in dem Modul „Die professionelle Haltung der pädagogischen Fachkraft“ der Anti- Bias Ansatz zur vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung bearbeitet. In dem Modul „Inklusive Kita - Das Eigene und das Fremde“ wurde 2019 und 2020 auf die interkulturelle Erziehung im Alltag der Kindertagestätte einge- gangen. 2021 fanden Coronabedingt wenige Fortbildungen statt. Explizite Weiterbildungsangebote in diesem Themenfeld sind für die Angebote 2022 in Vorbereitung. 2.   Welche Bestandteile gibt es in der Erzieher:innenaus- und -weiterbildung zur vorurteilsfreien Elternarbeit und wie bewertet der Senat diese? Die Bestandteile werden wie in 1. angeboten. Die Elternarbeit zieht sich durch alle LF und ist als ständige Aufgabe zu sehen. „Interkulturalität“ wird beispielsweise neben der Arbeit mit Erziehungsberech- tigten, explizit in Lernfeld (LF) 3 „Lebenswelten von Kinder und Jugendlichen …“ und LF 8 „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften...\" sowie in „Kommu- nikation“ bearbeitet. Darüber hinaus werden Wahlpflichtkurse zum Thema „Inklusion“ angeboten. Auch „Rassismus“ wird im Kontext vorurteilsbewusste Erziehung intensiv thematisiert. Generell sollen die SuS befähigt werden, ein pädagogisches Ethos zu entwickeln, prozessorientiert zu reflektieren und ihre Erkenntnisse argumentativ zu vertreten. Abgestimmt auf die Inhalte der ge- nannten Themen sollen sie zudem in der Lage sein, Vielfalt und Verschieden- heit kultureller und persönlicher Erziehungs- und Bildungsbedürfnisse vorurteilsbewusst zu berücksichtigen und entsprechend zu vertreten. Neben breitem und integriertem Wissen geht es darüber hinaus auch darum, dieses in diversen Kooperationen, zu denen auch die Eltern zählen, sichtbar zu machen. Neben der durchgängigen theoretischen Thematisierung wird die Elternarbeit im Anerkennungsjahr und in den Praktika vertieft durchgeführt und reflektiert. Eine interkulturelle Elternarbeit, Interkulturalität im Sinne von Kennen und Wertschätzen von Kulturen, Familienkulturen und \"Anderssein\" wird stetig vermittelt. Die SuS setzen sich mit dem Begriff vorurteilsfrei auseinander und kommen auf fachlicher Ebene zu dem Begriff des Vorurteilsbewusstseins. Auf Grundlage der Prozessorientierung, die durch die Kontinuität der Bezie- hungsgestaltung im einjährig angelegten Praktikum ermöglicht wird, können Ansätze einer professionellen Haltung und Arbeitsweise entwickelt werden, die Diversität als Bereicherung versteht, das Verständnis für unterschiedlicher Lebenskonzepte erweitert und darauf ausgerichtet ist, gemeinsam mit den Sor- geberechtigten bestmögliche Entwicklungsbedingungen für die Kinder zu schaffen. Die Arbeit der Kolleg:innen in diesem Bildungsgang wird als gut bewertet und mit dem Transfer des Anerkennungsjahrs an die Fachschulen wird die Qualität weiter gesteigert. In Bremerhaven ist das Themenfeld ‚vorurteilsfreie Elternarbeit‘ Bestandteil der Schulungsmodule ‚Grundlagen der Gesprächsführung‘, ‚Herausfordernde Elterngespräche‘ sowie ‚Gewaltfreie Kommunikation in der Erziehungs- und –2–",
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            "content": "Bildungspartnerschaft‘. Grundlage der Auseinandersetzung ist immer der pä- dagogische Ansatz ‚Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung‘ auf Grundlage des ‚Anti-Bias-Approach‘ (Institut für den Situationsansatz/ Fachstelle Kinder- welten). 3.   Welche Fortbildungsangebote gibt es im Bereich Antirassismus für Erzie- her:innen? Sind diese verpflichtend und von welchen Trägern werden sie angeboten? Wie ist die Nachfrage? Durch die anhaltende Coronalage wird das Angebot der trägerübergreifenden Fortbildung seit dem Frühjahr 2020 in erheblich reduzierter Form angeboten. Die SKB versucht trotz der schwierigen anhaltenden Lage, einen breiten päda- gogischen Themenquerschnitt anzubieten, der gut von den Fachkräften ange- nommen wird. Eine gesetzlich verankerte Fortbildungspflicht gibt es für pädagogische Fach- kräfte in Bremen nicht. Es sind in diesem Format aktuell drei Träger beteiligt, die sich direkt mit dem Thema Antirassismus und Diskriminierung beschäftigen. Ansonsten kann fest- gestellt werden, dass bei den Planungstreffen Heterogenität als Normalfall in allen Themenbereichen subsidiär von allen Akteuren mitgedacht wird. Im Bücher-Kita-Programm wird bei der Buchzusammenstellung in Kooperation mit dem interkulturellen Buchprojekt Eene Meene Kiste, der Stadtbibliothek und dem Institut für Bilderbuchforschung auf einen bestimmten Anteil von Bü- chern in nichtdeutscher Sprache geachtet. Didaktisch wird damit die Identitäts- stärkung der Kinder verfolgt, in dem zum Beispiel die eigenen Eltern dieses Buch der Kindergruppe vorlesen. In den bildlichen Darstellungen aller ausge- wählten Kinderbücher wird dem Aspekt der Vielfalt in besonderer Weise Be- achtung geschenkt. In Bremerhaven wird das Thema Antirassismus vom Sachgebiet Qualifizierung im Zusammenhang mit dem Thema kulturelle Vielfalt als Ressource in früh- kindlichen Bildungsprozessen behandelt. Interkulturelle Öffnung als Anerken- nung ethnischer, kultureller und sprachlicher Vielfalt ist in unterschiedlichen Modulen Thema. Explizite Fortbildungsangebote im Bereich Antirassismus für Erzieher:innen sind für 2022 in Vorbereitung – ergänzend siehe Ausführungen zu 1. und 2. Die Fortbildungen werden trägerübergreifend vom Sachgebiet Qualifizie- rung/Abteilung Kinderförderung/Amt für Jugend Familie und Frauen angebo- ten und sind für pädagogische Fachkräfte nicht verpflichtend. Das Interesse kann grundsätzlich als groß eingeschätzt werden. 4.   Wie bewertet der Senat grundsätzlich den aktuellen Stand bezüglich der Aus- und Weiterbildung von Erzieher:innen und weiteren pädagogischen Kita-Fachkräften hinsichtlich interkultureller Kompetenz und Antirassis- musarbeit? Hält er die bestehenden Angebote und die praktischen Ange- bote in der Aus- und Weiterbildung sowie Fortbildung für ausreichend und wenn nicht, was unternimmt er, um diese auszuweiten? Das Spiralcurriculum für den sozialpädagogischen Bereich muss weiter erar- beitet werden, sodass die Thematisierung bereits in der Ausbildung der Kin- derpfleger:innen und Sozialpädagogischen Assistenten mehr Einzug erhält und in der Erzieher:innenweiterbildung eine pädagogische Haltung zum Thema bereits gegeben ist und hier noch vertiefter gearbeitet werden kann. Die Erar- beitung ist zurzeit im Prozess. In Bremerhaven werden diese Themen bedarfsorientiert verstärkt in das Wei- terbildungsangebot aufgenommen und ab 2022 im Rahmen des Bremerhave- ner Integrationskonzepts mit einem spezifischen Arbeitskreis flankiert. 5.   Interkulturelle Kompetenz und Antirassismusarbeit im Bildungsplan 0 bis10 –3–",
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            "content": "Als Standing wird wie in 1 beschrieben ein pädagogischer Ethos angestrebt, den die Schüler:innen zum Ende erlangen sollen. „Generell sollen die SuS befähigt werden, ein pädagogisches Ethos zu entwi- ckeln, prozessorientiert zu reflektieren und ihre Erkenntnisse argumentativ zu vertreten. Abgestimmt auf die Inhalte der genannten Themen sollen sie zudem in der Lage sein, Vielfalt und Verschiedenheit kultureller und persönlicher Er- ziehungs- und Bildungsbedürfnisse vorurteilsbewusst zu berücksichtigen und entsprechend zu vertreten.“ 8.   Welche Vorgaben gibt es im Land Bremen, um sicherzustellen, dass sich alle Kinder in den eingesetzten Büchern, Spielzeugen und Medien wieder- erkennen? Hält der Senat das eingesetzte Material für ausreichend divers und welche Möglichkeiten gibt es, das Angebot noch auszuweiten? Im Rahmenplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich finden sich hierzu grundlegende Aussagen in den Kapiteln: —    Leitideen und Werte —    Ziele und Aufgaben des Elementarbereichs —    Soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft —    Sprachliche und nonverbale Kommunikation —    Die Arbeit der Fachkräfte (vergleiche Rahmenplan für Bildung und Erzie- hung im Elementarbereich 2004) Das Materialpaket Sprachliche Bildung erhalten seit 2014 jährlich alle Einrich- tungen der Kindertagesbetreuung im Elementarbereich. Enthalten sind Bilder- bücher, Fachliteratur und Spiele. Vor allem bei den Bilderbüchern ist auch immer eine Auswahl von Büchern zu den Themen: Anderssein und Ausgren- zung, gesellschaftliche Vielfalt, Kultur und Herkunft, Lebensformen, Ge- schlechtervielfalt, Solidarität und Freundschaft und Selbstbestimmung enthalten. Das Materialpaket wird in Zusammenarbeit mit den Trägern der Kindertagesbetreuung sowie der Eene Meene Kiste (Interkulturelles Kinder- buchprojekt) zusammengestellt. Aktuell wird mit den Trägern der Kindertagesbetreuung an der Aktualisierung der Qualitätsversprechen von 2012 gearbeitet. Hier finden sich gleich im ersten Orientierungsziel, indem es um die Einzigartigkeit des Kindes geht, Aussagen zur Gestaltung des Kitaalltags und dem Einsatz von Materialien und Angebo- ten. Für die Interessen und Bedürfnisse der Kinder werden vorurteilsbewusst und entwicklungsgerecht Strukturen, Materialien und Angebote zur Verfü- gung gestellt. Die seitens der Behörde zur Verfügung gestellten Materialien sind ausreichend divers und werden jährlich in Kooperation mit Expert:innen und Trägervertre- tungen zusammengestellt. 9.   Wie oft wurde der Bremer Medienkoffer in diesem Zusammenhang in Bre- men und Bremerhaven eingesetzt und bestehen Überlegungen, diesen für den Bereich sprachliche und kulturelle Vielfalt weiter auszubauen? Der Bremer Medienkoffer „Familien und vielfältige Lebensweisen“ für Kinder- tageseinrichtungen wird über das Rat & Tat Zentrum Bremen – Verein für quee- res Leben organisiert und ist an verschiedenen Standorten erhältlich: —    Bremen Mitte: Rat & Tat Zentrum Bremen – Verein für queeres Leben —    Bremen Nord: Kinder- und Familienzentrum St. Magnus —    Bremen Vahr: Frühförderzentrum der evangelischen Kirche —    Bremerhaven: Amt für Jugend Familie und Frauen Der Koffer wurde 2015 entwickelt und seitdem regelmäßig aktualisiert. Er um- fasst Kinderbücher, ein Familienspiel, Fachliteratur und Begleitmaterial. Der –5–",
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            "content": "Koffer wird seitdem regelmäßig (mindestens dreimal monatlich) von Einrich- tungen der Kindertagesbetreuung in der Stadtgemeinde Bremen ausgeliehen und verbleibt dann rund zwei Wochen in den Kitas. Mit dem Rat und Tat Zent- rum finden aktuell Gespräche statt, wie eine Kooperation intensiviert werden kann. 10. Wie thematisieren Kitas in Bremen und Bremerhaven das Thema Antiras- sismus proaktiv in der Arbeit mit den Kindern und Eltern? In Bremen haben die Themen Vielfalt und Wertschätzung des/der einzelnen, unabhängig des Geschlechts, der kulturellen Herkunft, der religiösen Zugehö- rigkeit, der sozialen Lebensbedingungen schon lange einen hohen Stellenwert. So sind diese Themen auch in den Pädagogischen Leitideen, der Qualitätsver- sprechen sowie dem Bildungsplan 0 bis 10 fest verankert. Um eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII zu erhalten, müssen die Träger für die jeweilige Einrichtung ein Konzept einreichen. Hierfür hat das Landes- jugendamt eine Handreichung entwickelt, aus der hervorgeht, welche Berei- che/Themen in den Konzeptionen berücksichtigt sein müssen. Hierzu gehören neben den Grundsätzen zur Erziehung, Bildung und Betreuung unter anderem die Zusammenarbeit mit Eltern, Inklusion sowie Partizipation/Beschwerde. Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Abfrage bei den Trägern durchge- führt. Durch die Kürze der Zeit konnten jetzt nur die ersten Rückmeldungen hier Berücksichtigung finden. Es haben neben einigen kleineren jedoch alle großen Träger geantwortet, sodass ein realistisches Bild gezeichnet werden kann. Alle legen großen Wert auf vorurteilsbewusste Erziehung, womit der gesell- schaftlichen Herausforderung Rechnung getragen wird, dass es vielfältige For- men von Diskriminierung gibt. Auch die Elternarbeit erscheint als durchgängiges Prinzip, indem Kinder, Eltern und Sorgeberechtigte in die pä- dagogische Arbeit aktiv eingebunden werden und im Sinne der Partizipation am Kita-Alltag beteiligt werden. Besonders qualifizierte Fachberatungen/Multiplikator:innen begleiten Einrich- tungen zur Reflektion der Arbeit und die konkrete Umsetzung mit den Kindern und Familien. So wird die Möglichkeit geschaffen, Diskriminierung und Ras- sismus zu erkennen und zu bearbeiten. Hierbei werden auch Materialien re- gelmäßig überprüft. Es wird auch festgestellt, dass häufig Kinder und Teams so unterschiedliche kulturelle Hintergründe mitbringen, dass Vielfalt alltäglich und selbstverständ- lich ist. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Ausgrenzung und Diskri- minierung auf unterschiedlichen Ebenen und auf vielfältige Arten und Weisen in den Kitas entgegengewirkt wirkt: —    Arbeit an der Haltung der Fachkräfte bereits während der Ausbildung —    Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung als Prinzip, —    Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte im Feld, —    Einsatz von Multiplikator:innen zur Reflektion der eigenen Arbeit, —    Einsatz von entsprechenden Spielmaterialien und Büchern —    Willkommenskultur für Eltern —    Einsatz mehrsprachiger Informationen und Verständigungshilfen —    Einbeziehung der Eltern in den Kita-Alltag 11. Welche Handlungsempfehlungen gibt es von Seiten des Senats, um Eltern untereinander für einen vorurteilsfreien Umgang zu sensibilisieren? Das Thema Erziehungspartnerschaft und Zusammenarbeit mit Eltern wird so- wohl im Bildungsplan 0 bis 10 Jahre, als auch im Rahmenplan für Bildung und –6–",
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            "content": "Erziehung im Elementarbereich thematisiert. Des Weiteren finden Fortbil- dungsveranstaltungen im Rahmen der trägerübergreifenden Fortbildungen statt. Exemplarisch soll hier die Fortbildungsreihe „Vielfalt leben offen für Neues“ genannt werden. Diese Veranstaltungsreihe wurde 2020 in Kooperation mit den Trägern des „Bundesprogramms Kita-Einstieg: Brücken bauen für frühe Bildung“ und der Eene Meene Kiste durchgeführt. Die Veranstaltungsreihe hatte das Ziel, durch vertiefende Vorträge, Workshops und Best-Practice Bei- spiele dazu beizutragen, pädagogische Fachkräfte im Umgang mit Vielfalt und insbesondere in der Zusammenarbeit mit Familien zu stärken. Die Themen Zusammenarbeit mit Eltern, sozialräumliche Arbeit und Elternbil- dung finden sich außerdem im Vorhaben KiFaZ, welches gemeinsam mit dem Felsenweg Institut in der Stadtgemeinde Bremen umgesetzt wird. 12. Welche Möglichkeiten haben Kinder, Eltern, Erzieher:innen und Einrich- tungsleitungen, um rassistische Vorfälle in den Einrichtungen zu melden und wie wird diesen nachgegangen? Alle Einrichtungen und Träger müssen ein Beschwerdemanagement vorhalten. Insbesondere im Hinblick auf Partizipation muss für Kinder in Kitas die Mög- lichkeit bestehen, Hinweise/Meldungen in der für sie angemessenen Weise ab- zugeben. Für Eltern ist in erster Linie die Einrichtungsleitung die erste Ansprechperson. Darüber hinaus können solche Meldungen von Eltern oder Fachkräften an den jeweiligen Träger adressiert werden oder in letzter Instanz an das Landesju- gendamt. Das genaue Vorgehen richtet sich nach dem jeweiligen Tatbestand, besteht je- doch grundsätzlich zunächst in der Aufklärung der Situation beziehungsweise Prüfung des Sachverhalts sowie gegebenenfalls Einbezug von Fachberatung des Trägers oder Beratungsstellen. 13. Welche Kenntnisse hat der Senat über Best-Practice-Modelle zum Umgang mit Rassismus in Kindertagesstätten aus anderen Kommunen oder Bundes- ländern? Wie bewertet der Senat diese in Hinblick auf ihre Übertragbar- keit in Bremen? Das Konzept der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung ist ein inklusives Praxiskonzept für die Kita. Es hat zum Ziel, alle Kinder in ihrer Identität zu stär- ken, ihnen Erfahrungen mit Vielfalt zu ermöglichen, kritisches Denken über Gerechtigkeit und Solidarität anzuregen und gemeinsam mit Kindern und El- tern gegen Unrecht und Diskriminierung aktiv zu werden. Das Konzept in Anlehnung an den sogenannten Anti-Bias-Ansatz (Ansatz ge- gen Einseitigkeiten und Diskriminierung), dient in Bremen als Grundlage für die Umsetzung und Weiterentwicklung einer Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung. Einer Vielzahl von Trägern der Kindertageseinrichtung dient dieser Ansatz als Grundlage ihrer pädagogischen Arbeit, verknüpft mit dem Situati- onsansatz (hier werden die Lebenswelten der Kinder und Familien zur Grund- lage der pädagogischen Arbeit gemacht, das Arbeiten in Schlüsselsituationen ist relevant). Bremen beteiligt sich erfolgreich am „Bundesprogramm Kita-Einstieg: Brücken bauen für frühe Bildung“ Gemeinsam mit den beteiligten Trägern (Quirl Kin- derhäuser e. V. und SOS Kinderdorf Worpswede). Ziel des Programms ist es, Brücken zu bauen für Kinder und Familien in den Einrichtungen der Kinderta- gesbetreuung, aber auch in die Angebote des Sozialraums. Im Rahmen des Pro- gramms findet ein regelmäßiger Austausch in einer Bund-Länder-Gruppe statt, bei dem Modelle und Konzepte aus den Bundesländern ausgetauscht werden. Mit dem Kita-Einstiegshaus in Gröpelingen ist ein erster Schritt zur Versteti- gung von guter Praxis und erprobten Modellen gelungen. –7–",
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            "content": "14. Welche Pläne verfolgt der Senat, um die Themen Antirassismus und vor- urteilsfreie Erziehung im Land Bremen zu stärken oder auszuweiten? Wie die Antworten zeigen, sind die Themenfelder Antirassismus und vorur- teilsbewusste Erziehung ein fester Bestandteil in der Kindertagesbetreuung be- reits seit vielen Jahren übergreifend im Bereich der Aus- und Weiterbildung, in den Pädagogischen Leitideen zum Bildungsplan 0 bis 10, in den zurzeit ak- tualisierten Qualitätsversprechen, in der Fachberatung sowie in den Fort-und Weiterbildungsangeboten fest verankert. Die Weiterentwicklung der Kitas zu Kinder- und Familienzentren in Zusam- menarbeit mit dem Felsenweginstitut ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil für die Arbeit im Sozialraum und zur Förderung der Familien sowie die Bereitstel- lung zusätzlicher Personalressourcen für Kitas in besonders herausfordernden Lagen. Durch den regelmäßigen Austausch mit den Trägervertretern ist sichergestellt, dass neue und/oder zusätzliche Bedarfe identifiziert werden können, sodass notwendige Anpassungen beziehungsweise Ausweitungen vorgenommen werden können. –8–",
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