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"content": "20. Wahlperiode Drucksache 20/2938 HESSISCHER LANDTAG 13. 10. 2020 Kleine Anfrage Dr. Dr. Rainer Rahn (AfD) vom 05.06.2020 Vorfälle von auf die Religion bezogene Diskriminierung an hessischen Schulen und Antwort Kultusminister Vorbemerkung Fragesteller: Am 12.09.2018 richteten die Fraktionen der CDU, SPD und Grünen der Frankfurter Stadtverordnetenver- sammlung eine Anfrage an den Magistrat (A389), die sich auf den Erlass des Hessischen Kultusministers vom 23.05.2018 bezieht. Mit diesem Erlass hatte das Ministerium die Schulleitungen der hessischen Schulen gebe- ten, antisemitische Vorfälle gemäß § 23 Dienstordnung der für die Schule zuständigen Dienstaufsicht zu mel- den. Diese Aufforderung gilt – so der Erlass – sinngemäß auch für alle anderen Vorfälle von auf Religion bezogenen Diskriminierungen. Die Anfrage wurde mit dem Zwischenbericht B 73 vom 21.02.2020 – mithin fast 1 ½ Jahre später – beantwortet. Der Magistrat führt in diesem Zwischenbericht aus, dass er die Fallzahlen beim Staatlichen Schulamt angefragt habe. Eine Antwort liege noch nicht vor und werde nachgereicht. In der Anfrage wird explizit nur gefragt, ob antisemitische Vorfälle und andere Vorfälle von auf Religion bezogenen Diskriminierungen an Frankfurter Schulen aus dem Zeitraum von 2016 bis 2018 bekannt sind. Die Anfrage hätte insoweit mit „ja“ bzw. „nein“ und ggf. mit der Angabe der Anzahl und Art der Vorfälle beantwortet werden können. Da sich die Frage auf den Zeitraum von 2016 bis 2018 bezieht, müssten dem Staatlichen Schulamt die entsprechenden Informationen längst vorliegen, da kaum davon auszugehen ist, dass die angefragten Vorfälle erst nach mehreren Jahren gemeldet werden. Die Vorbemerkung des Fragestellers vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage im Einver- nehmen mit dem Chef der Staatskanzlei sowie dem Minister des Innern und Sport wie folgt: Frage 1. Wann ist der Magistrat der Stadt Frankfurt an die Landesregierung – bzw. das Staatliche Schulamt – herangetreten mit der Bitte, die Fallzahlen für die genannten Vorgänge zu nennen? Eine Anfrage des Magistrats der Stadt Frankfurt vom 12. September 2018 konnte im Archiv des Staatlichen Schulamts der Stadt Frankfurt am Main nicht mehr rekonstruiert werden. Die weiteren Nachfragen des Magistrats zur ursprünglichen Anfrage wurden abschließend am 25. Juni 2020 beantwortet. Frage 2. Aus welchen Gründen hat die Landesregierung – bzw. das Staatliche Schulamt – die gewünschte Auskunft (noch) nicht erteilt, obwohl die entsprechenden Informationen seit längerer Zeit vorliegen müssten? Die Amtsleitung des Staatlichen Schulamts der Stadt Frankfurt am Main bedauert, dass die ur- sprüngliche Anfrage des Magistrats nicht ordnungsgemäß beantwortet wurde. Die Amtsleitung wird dafür Sorge tragen, dass zukünftige Anfragen fristgerecht und umfassend beantwortet wer- den. Auf die Antwort zur Frage 1 wird verwiesen. Frage 3. Wie viele antisemitische Vorfälle bzw. auf die Religion bezogene Fälle von Diskriminierung wur- den zwischen 2016 und 2019 an die Landesregierung bzw. die zuständigen Schulämter gemeldet? Es wurden zwischen 2016 und 2019 insgesamt zwölf Fälle an die Staatlichen Schulämter gemel- det. Frage 4. Welche Maßnahmen hat die Landesregierung ergriffen, um die unter 3. aufgeführten Vorfälle zu- künftig zu verhindern? Eingegangen am 13. Oktober 2020 · Bearbeitet am 13. Oktober 2020 · Ausgegeben am 15. Oktober 2020 Herstellung: Kanzlei des Hessischen Landtags · Postfach 3240 · 65022 Wiesbaden · www.Hessischer-Landtag.de",
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"content": "2 Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/2938 Gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 7 des Hessischen Schulgesetzes (HSchG) sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, Menschen anderer Herkunft, Religion und Weltanschauung vor- urteilsfrei zu begegnen. Insofern werden an den Schulen diverse Maßnahmen getroffen, um die Umsetzung dieses Zieles zu gewährleisten. Diese können erzieherisch-pädagogischer Natur im Individualfall, wie auch Projektwochen oder der reguläre Unterricht sein. Unabhängig davon wird in den spezifischen Fachunterrichten auf die Problematik eingegangen. Hierbei sind insbesondere die Fächer Deutsch, Ethik, Geschichte und Religion zu nennen. Im Fach Geschichte sind in der Sekundarstufe I und II die Themen „Shoa“ und „Antisemitismus“ verpflichtend zu behandeln. In allen drei Bildungsgängen der Sekundarstufe I bis zum mittleren Abschluss werden die o.g. Themen behandelt, so dass ein Abschluss die eingehende Beschäfti- gung mit den Themen voraussetzt. Ebenso sind die relevanten Themenfelder grundsätzlich ver- bindlich in der Qualifikationsphase 2 (Q2) und somit auch Grundlage für die schriftlichen Abitur- prüfungen und die Abiturprüfungen im vierten bzw. fünften Prüfungsfach. Damit setzt jeder Schulabschluss in Hessen allein im Fach Geschichte voraus, dass die Themenfelder „Shoa“ und „Antisemitismus“ eingehend bearbeitet werden. Im Fach Ethik werden zudem in der fünften, siebten und neunten Klasse unterschiedliche The- menbereiche des Begriffs „Religion“ und somit auch religiöse Toleranz verbindlich behandelt. In den Religionsunterrichten werden ebenso jeweils unterschiedliche Religionen verpflichtend the- matisiert und somit eine tolerante Grundhaltung gegenüber anderen Religionen gefördert. Im Fach Deutsch kann im Rahmen von Lektüren wie zum Beispiel bei der Thematisierung der Ringparabel bei „Nathan der Weise“ oder das „Tagebuch der Anne Frank“ bzw. „Damals war es Friedrich“ auf die Thematik eingegangen werden. Weiterhin integrieren viele Schulen Gedenk- stättenfahrten in ihren politisch-historischen Unterricht, wodurch implizit auch Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart behandelt wird. Mit der Handreichung „Grundrechtsklarheit, Wertevermittlung, Demokratieerziehung“ unter- stützt das Hessische Kultusministerium Lehrkräfte bei der Umsetzung des Bildungs- und Erzie- hungsauftrags im Bereich der Demokratiebildung und bietet ihnen gleichzeitig eine auf den Grund- werten unseres Grundgesetzes basierende Orientierung im Umgang mit Extremismus und Kon- fliktsituationen an. Damit wird auch dezidiert die Religionsfreiheit gemäß Art. 4 des Grundgeset- zes thematisiert. Anhand von Praxisbeispielen wird weiterhin auf grundrechteverletzendes Ver- halten im Schulalltag eingegangen. Es erfolgen konkrete Handlungsvorschläge, um die Lehrkräfte in belastenden Situationen zu unterstützen. Dabei wird ausführlich und explizit auf die Themen „Antisemitismus und Extremismus“ sowie „Diskriminierung und Mobbing“ eingegangen. Die Handreichung steht auf der Internetseite des Hessischen Kultusministeriums mit zahlreichen kon- kreten Themenanregungen für die Unterrichtspraxis zur Verfügung. Grundrechte müssen innerhalb der freien, demokratischen Gesellschaft gelebt werden. Das Pro- jekt „Grundrechte-Arena: Demokratie selbst bestimmen“ der Politiksprecher e.V. will Schülerin- nen und Schülern das Engagement für Demokratie und Grundrechte in Form eines Projekttages an Schulen nahebringen. Damit stehen die einzelnen Grundrechte, somit auch die Religionsfrei- heit, die Unverletzlichkeit der Menschenwürde und die freie Entfaltung der Persönlichkeit im Fokus des Projektes und thematisieren die Grundrechte, die bei religiösem Mobbing verletzt wer- den. Das Projekt startete verstärkt 2019 an Hessischen Schulen und trägt zur schülerorientierten Implementierung der Handreichung bei. Gefördert wird das Projekt aktuell durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und das Hessische Kultusministerium. Mit dem Projekt „Antisemitismusprävention an hessischen Schulen“ haben das Hessische Kultus- ministerium und die Bildungsstätte Anne Frank ein Präventions-, Interventions- und Beratungs- programm gestartet, das Jugendliche für die Gefahren von Antisemitismus sensibilisieren, bei Konfliktfällen mit antisemitischem Hintergrund Hilfe anbieten und Lehrkräfte bei der Antisemi- tismus-Prävention im Schulkontext unterstützen soll. Dazu gehört unter anderem die Durchfüh- rung von jährlich mindestens 36 Workshops für Schülerinnen und Schüler und jährlich mindestens 15 Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte aller Fachrichtungen und Schulformen. In dem Projekt „(k)eine Glaubensfrage – Religion in der Migrationsgesellschaft“ der Bildungs- stätte Anne Frank werden verschiedene Aspekte der Religionen im Zusammenleben in der Mig- rationsgesellschaft thematisiert. Das Projekt bietet Workshops für Jugendliche sowie Fortbildun- gen für Lehrkräfte an. Es geht um Themen wie Erscheinungsformen religiöser Diskriminierung und den Umgang mit religiöser Vielfalt in der Schule. Das Projekt wird durch das Hessische Kultusministerium gefördert. Ein Projekt, welches sich primär mit dem schulischen Klima beschäftigt, ist „Schule ohne Ras- sismus – Schule mit Courage“. Dieses Projekt bezieht Schülerinnen und Schüler auf eine beson- dere Art und Weise mit ein, indem es anregt, das Klima an der Schule aktiv mitzugestalten und zivilgesellschaftliches Engagement zu entwickeln. Es wendet sich gegen jede Form von Diskri- minierung, damit auch religiösem Mobbing jeglicher Art und wird vom Verein Courage e.V.",
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"content": "Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/2938 3 getragen. Es ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Die Landeskoordination in Hessen liegt bei der Bildungsstätte Anne Frank und wird durch das Hessische Kultusministerium personell und finanziell unterstützt. In dem Kooperationsprojekt „Netzwerk-Lotsen Antisemitismus-/Extremismusprävention“ des Hessischen Kultusministeriums und des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport werden hessenweit Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen geschult. Im Schulalltag agieren sie konkret bei Fra- gen und Konfliktfällen im Kontext extremistisch oder antisemitisch motivierten Verhaltens. Sie sind damit verstärkt im Bereich von Konflikten mit Bezug zur Religiosität tätig und agieren als unmittelbare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in ihrer jeweiligen Schule. Das Hessische Kultusministerium und die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel bieten auf der Grundlage einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung jährliche Fortbildungsreisen für hessi- sche Lehrkräfte nach Jerusalem an. Die hessischen Lehrkräfte können sich vor Ort in der inter- nationalen Schule von Yad Vashem über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Erinnerungspä- dagogik informieren, an Workshops zur Vermittlung des jüdischen Lebens in Europa teilnehmen sowie methodisch-didaktische Arbeitsweisen kennenlernen, um Schülerinnen und Schüler auf Be- suche von NS-Gedenkstätten vorzubereiten. Yad Vashem bietet den Schulen als Unterstützung hierfür eine breite Sammlung von Materialien an, die im Unterricht jahrgangsübergreifend ein- setzbar sind. Die Hessische Landesregierung fördert darüber hinaus NS-Gedenkstätten als außerschulische Lernorte. Die hessischen NS-Opfer-Gedenkstätten Hadamar, Breitenau und Trutzhain sowie das Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf (DIZ) werden vom Hessischen Kultus- ministerium durch abgeordnete Lehrkräfte zur pädagogischen Unterstützung von Schulklassenbe- suchen unterstützt, um u.a. eine intensivere pädagogische Aufarbeitung der Shoa mit den Schü- lerinnen und Schülern zu gewährleisten. Darüber hinaus bietet die Hessische Landeszentrale für politische Bildung im Kontext historisch-politischer Bildung in Zusammenarbeit mit den Gedenk- stätten für die Opfer des Nationalsozialismus Studienreisen, Lehrkräftefortbildungen, Tagungen, Seminare, Vorträge sowie Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und Beratungen von Lehrkräften in diesem Themenbereich an. Ferner werden Gedenkstättenfahrten durch die Hessi- sche Landeszentrale für politische Bildung gefördert. Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport hat in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium und der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien den Schulungs- und Lehrfilm „Radikal“ herausgegeben. Der 17-minütige Film ist für die Präventionsarbeit mit jungen Menschen geeignet. Es werden Radikalisierungsprozesse in den Phänomenbereichen Linksextremismus, Rechtsextremismus und Islamismus bzw. Salafismus nachgezeichnet und zahl- reiche Anknüpfungspunkte angeboten, die zu einem besseren Verständnis von Radikalisierungs- prozessen beitragen sowie die eigenständige Meinungsbildung und Argumentationsfähigkeit för- dern. Zur Unterstützung der Präventionsarbeit mit Schülerinnen und Schülern befindet sich um- fangreiches Begleitmaterial auf der DVD, das sich sowohl an junge Menschen als auch an Lehr- kräfte richtet. Die DVD enthält darüber hinaus Arbeitsblätter, Informationen zu den Themen Extremismus und Radikalisierung sowie Hinweise auf einschlägige Beratungsstellen. Der Film wurde an alle weiterführenden Schulen in Hessen verteilt. Er wird außerdem kostenlos zur Ver- fügung gestellt und kann jederzeit von Schulen oder Lehrkräften angefordert werden. Im August 2017 wurde „Radikal“ als bester Kurzfilm Rhein-Main auf dem Filmfestival „Shorts at Moon- light“ ausgezeichnet. Das Hessische Kultusministerium unterstützt das Fritz Bauer Institut mit abgeordneten Lehrkräf- ten. Angeboten werden unter anderem Lehrerfortbildungen, Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Studientage zur Vermittlung der Geschichte und Nachgeschichte der Shoa. Das Hessische Kultusministerium unterstützt das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main mit abgeordneten Lehrkräften. Angeboten werden unter anderem Lehrerfortbildungen, Work- shops für Schülerinnen und Schüler sowie Studientage zur Vermittlung von jüdischer Geschichte und Gegenwart. Der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Kultusministerkonferenz haben sich auf eine kommentierte Materialsammlung verständigt, die die Themenfelder einer „gemeinsamen Erklä- rung zur Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule“ abdeckt. Die Materialsammlung gliedert sich in folgende Themenbereiche: „Jüdische Geschichte und Gegenwart“ mit den Unterkapiteln „jüdische Geschichte“, „Natio- nalsozialismus und Shoa“ und „jüdisches Leben heute“, „jüdische Religion“, „Antisemitismus“ und „Israel“.",
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"content": "4 Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/2938 Außerdem finden sich auf der Internetseite, auf der die kommentierte Materialsammlung zu finden ist, auch Hinweise auf Quellensammlungen und weitere Links zur Vertiefung der Themenbereiche sowie Ideen für außerschulische Projekte. Ferner wird auf ausgewählte didaktische Literatur ver- wiesen. Darüber hinaus werden unter anderem folgende Projekte im Rahmen des im Hessischen Ministe- rium des Innern und für Sport angesiedelten Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ gefördert: Das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main bietet ein Programm zur Prävention gegen Extremismus und Antisemitismus an Frankfurter Berufsschulen an. Das Projekt „Anti-Anti – Museum Goes School“ zielt dabei auf eine Stärkung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler, auf Selbstreflexion sowie die Förderung von Empathie und die Auseinandersetzung mit Diversität. Zugleich bietet es einen niedrigschwelligen Zugang zu jüdischer Kultur und Ge- schichte. Auch Lehrkräfte werden durch Fortbildungen einbezogen. Für die teilnehmenden Schu- len ist das Programm kostenfrei. Der einwöchige Theaterworkshop Wahrheiten & Narrheiten des Jüdischen Museums der Stadt Frankfurt am Main verbindet die türkische Tradition des Schattenspiels mit der jüdischen Erzäh- lung „Die Narren aus Chelm“. Das Schattentheaterspiel, das die Grundschulkinder im Rahmen des Workshops gemeinsam entwickeln, eröffnet einen kreativen Lern- und Gestaltungsraum. Die Kinder finden neue Formen, in denen ein respektvolles Miteinander verschiedener Kulturen und Traditionen erfahrbar wird. Am Ende einer Projektwoche findet eine Aufführung des selbst ent- wickelten Theaterstücks in der Schule und im Museum Judengasse statt. Das Modellprojekt „wwa - word wide antisemitism“ der Jugendinitiative Spiegelbild zielt darauf ab, junge Menschen für antisemitische Narrative zu sensibilisieren und sie in ihrer Medienkom- petenzentwicklung zu unterstützen. Die Debatten- und Diskussionskultur der Jugendlichen soll in einem demokratiefördernden Sinne begleitet werden. Das „beratungsNetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ berät hessenweit kostenlos und vertraulich Schulen, Eltern und Familienangehörige, Kommunen, Vereine und andere Hilfesuchende in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus oder Salafismus und bietet präventive Hilfe an. Dem Beratungsnetzwerk gehören zahlreiche Mit- glieder unterschiedlicher staatlicher, nichtstaatlicher und kirchlicher Institutionen, Organisatio- nen, öffentlicher und freier Träger aus Hessen an, die es sich gemeinsam zur Aufgabe gemacht haben, Beratung bei Konfliktsituationen mit rechtsextremistischem, fremdenfeindlichem und an- tisemitischem Hintergrund vor Ort anzubieten. Außerdem werden entsprechende Präventionspro- gramme angeboten. Das Demokratiezentrum Hessen an der Philipps-Universität Marburg ist da- bei zentrale Koordinierungs-, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks und vermittelt Ansprechpartner vor Ort. Das Projekt „#hatebreach – Hass im Netz begegnen“ des Kopiloten e.V. wirkt Rassismus, Spaß am Haten oder politisch motivierten Überzeugungsversuchen im Internet entgegen und wird vom Beratungsnetzwerk Hessen angeboten. Da die Auseinandersetzung mit Hassreden (Hate Speech) im Kontext schulischer und außerschulischer Jugendbildung zunehmend Relevanz gewinnt, wer- den Jugendliche ermutigt und befähigt, demokratische Prinzipien – auch im Netz – zu etablieren und umzusetzen. Dieses Projekt widmet sich vornehmlich den spezifischen, im Netz auftretenden Formen von Mobbing. Pädagogische Fachkräfte erhalten hierzu Impulse für ihre Arbeit. Im Mittelpunkt des Projektes „Proaktiv gegen Antisemitismus – ein Präventions- und Begleitpro- jekt für Multiplikator*innen“ des Trägers Netzwerk für politische Bildung, Kultur und Kommu- nikation (NBKK) e.V. steht die Durchführung von Multiplikatoren-Workshops der Antisemitis- musprävention unter anderem mit Lehrkräften. Optional wird den Workshop-Teilnehmenden im Anschluss Gelegenheit geboten, an Gedenkstättenfahrten teilzunehmen, um z.B. Anregungen für eigene Projekte der Erinnerungsarbeit zu bekommen, die die Nachhaltigkeit der Wirkung der Präventionsarbeit unterstützen sollen. Das Projekt „Hate Speech, meine Schule & Ich“ des Trägers Digitale Helden gGmbH unterstützt und sensibilisiert Lehrkräfte sowie die Schulsozialarbeit bzw. die Jugendhilfe an weiterführenden Schulen in Hessen, damit diese Formen von Hassreden frühzeitig erkennen. Damit wird auch jegliche Form von Mobbing thematisiert. Die Zielgruppen sollen qualifiziert werden, handlungs- orientierte Angebote mit ihren Schülerinnen und Schülern umzusetzen. Das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) ist ein bundesweites Projekt, das politische Bildungsarbeit an Schulen anbietet. Träger des Netzwerks für Demokratie und Courage in Hessen ist der Hessische Jugendring. Ausgebildete Teamerinnen und Teamer führen ehrenamtlich Pro- jekttage und Workshops durch, die Jugendliche unter anderem zum Mitreden und couragiertem Handeln gegen Diskriminierung und Rassismus befähigen sollen. Daneben gibt es ein weiteres NDC-Projekt zum Thema Antisemitismus, Verschwörungstheorien und eigene Verantwortung.",
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"content": "Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/2938 5 Im Rahmen des Projektes „CC - Facilitator\" des Trägers Creative Change e.V. erlernen Jugend- liche im Alter von 13 bis 15 Jahren mit Hilfe von partizipativem Theater und der Methodik der kollegialen Fallberatung ihr Handlungsrepertoire zu erweitern. Sie erproben Handlungsstrategien, die auf ihren Alltag übertragbar sind. In Workshops wird zudem inhaltliches Wissen zu den rele- vanten Themen vermittelt. Durch den Ansatz der personalkommunikativen Prävention werden Themen wie Diskriminierung, Extremismus, Umgang mit Medien und Demokratie als Lebens- form altersgerecht bearbeitet. Die CC-Moderatorinnen und -Moderatoren erwerben die Fähigkeit, potentielle Konflikte in ihrem Umfeld wahrzunehmen und diesen mit der erlernten Methodik ge- zielt präventiv entgegenzuwirken. Sie sollen ihr eigenes Potenzial nutzen, um sich positiv für ihr Umfeld zu engagieren. Das Projekt „united“ des Trägers Creative Change e.V. sensibilisiert Kinder bzw. Jugendliche für Rechtsextremismus, um diesem sowohl präventiv als auch intervenierend entgegenwirken zu können und einen vorurteilsfreien Umgang untereinander zu ermöglichen. In Aktionstagen wird themenbezogenes Wissen vermittelt. Durch partizipatives Theater werden Themen wie \"Identität\" und \"Umgang mit Populismus\" bearbeitet. Interaktive Theaterstücke zeigen unterschiedliche For- men von fremdenfeindlicher Diskriminierung und verdeutlichen, wo Rassismus beginnt. Durch zielgruppenorientierten, theaterpädagogischen Ansatz können die Teilnehmenden gemeinsam Lö- sungsstrategien für herausfordernde Situationen entwickeln und erproben. So erweitert sich ihr Handlungsrepertoire. Ein begleitendes E-Learning-Programm unterstützt das Projekt in seiner Nachhaltigkeit während und nach den Aktionstagen. Creative Change e.V. steuert demokratie- feindlichen bzw. diskriminierenden Einstellungen an Schulen, Jugendzentren und Vereinen in Brennpunkten Hessens entgegen und widmet sich dabei auch religiöser Diskriminierung. Die Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus in Trägerschaft des Violence Prevention Network e.V. (VPN) bietet ein breites Spektrum an Angeboten und Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Qualifizierung, Intervention, Deradikalisierung und Ausstiegsberatung an. Die Angebote sind grundsätzlich für alle Menschen in Hessen gedacht, die Beratung oder Unterstützung in der Auseinandersetzung mit religiös begründetem Extremismus benötigen. Dazu zählen neben der Familie und dem sozialen Umfeld insbesondere auch Schulen. Im Jahr 2020 werden zwei Projekte von VPN angeboten: Prävention – Interkulturelle Kompetenz und Extremismusprävention: Ziel ist die Aufklärung über Extremismus und Rekrutierungsstrategien sowie die Erarbeitung von Handlungsstrategien für Jugendliche bei Anzeichen einer Radikalisierung in der Gleichaltrigen- gruppe. Weitere Ziele sind, das Phänomen Dschihadismus zu entzaubern und die Distanzfähigkeit von Jugendlichen zum Extremismus zu erhöhen. Deradikalisierung – Wege aus dem Extremismus: Die zielgerichtete Kompetenzerweiterung, Aktivierung und Professionalisierung von Institutionen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als auch die Verhinderung und die Umkehr von Radikalisierungsprozessen sind vorrangige Ziele der Beratungsstelle Hessen. Durch aufsuchende Arbeitsansätze wird eine Arbeitsbeziehung zur Zielgruppe der Radikalisierten bzw. Radikalisie- rungsgefährdeten aufgebaut, um zunächst den Ablösungsprozess von gewalttätigen Gruppierun- gen sowie das Hinterfragen gewalttätiger Ideologieelemente zu bewirken und in der Folge Dera- dikalisierungsprozesse zu ermöglichen. Wiesbaden, 6. Oktober 2020 In Vertretung: Dr. Manuel Lösel",
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