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            "content": "2                                    Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/598 Zum Zeitpunkt der Anfrage sind etwa 193.000 Kubikmeter Windwurfholz im Staatswald noch nicht aufgearbeitet worden. Weitere rd. 300.000 Kubikmeter aufgearbeitetes Windwurfholz be- finden sich noch gepoltert im Wald. Darin ist das auf Lagerplätzen eingelagerte Holz nicht ein- gerechnet, hierzu verweise ich auf meine folgende Antwort zu Frage 3. Frage 3.   a) Welche Alternativen zum Pestizideinsatz standen zur Verfügung (Abfuhr, Nass- und Tro- ckenlager, andere)? b) In welchem Umfang wären sie nutzbar gewesen? c) In welchem tatsächlichen Umfang wurden sie genutzt? Die Fragen 3 a bis c werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Von Beginn der Kalamitäten durch Windwurf und Borkenkäferbefall wurden prioritär alternati- ve Schutzmaßnahmen zum Pflanzenschutzmitteleinsatz im größtmöglichen Umfang genutzt. Die Möglichkeit des schnellen Holzverkaufs und dessen unverzüglicher Abfuhr sind als Folge des großen Überangebots an Schadholz und begrenzter Transportkapazitäten sehr stark be- grenzt. Daher wurden in größtmöglichen Umfang Nass- und Trockenlagerplätze errichtet, um aktuell unverkäufliches Holz zwischenzulagern. Diese Plätze liegen üblicherweise außerhalb des Wal- des und vom dort eingelagerten Holz geht aufgrund der Entfernung zum Wald oder aufgrund der Lagertechnik (Folienlager im Wald) keine Gefahr für frischen Borkenkäferbefall aus. Folgende Tabelle stellt die bisher geschaffenen Lagerplatzkapazitäten und den bisherigen Bele- gungsgrad dar: Lagerart                      Kapazität in Efm       Eingelagerte Menge      Noch offene Kapazi- in Efm                 täten in Efm Nasslager                          210.000                 180.000                    30.000 Trockenlager                       190.000                  80.000                   110.000 Folienlager                         10.000                  10.000             Hängt vom Lager- erfolg (Qualitätser- halt) der bisherigen Lager ab Summe                              410.000                 270.000                   140.000 Aus der vorstehenden Bilanz wird trotz kontinuierlich weiterer Suche nach Lagerkapazitäten deutlich, dass die Lagerkapazitäten für das noch zu erwartende Schadholz bei Weitem nicht aus- reichen werden. Eine maschinelle Entrindung des aufgearbeiteten Holzes ist bisher nur in begrenztem Umfang möglich, da es auf dem Dienstleistermarkt nur geringe Kapazitäten hierfür gibt und auch die umliegenden Bundesländer, sowie Nachbarstaaten stark von Windwurf- und Borkenkäferkalami- täten betroffen sind. Die Handentrindung scheidet auf Grund des langsamen Arbeitsfortschritts bis auf spezielle Ausnahmen aus. Frage 4.   a) Wie schätzt die Landesregierung die Folgerisiken des Einsatzes der verbleibenden zugelas- senen Insektiziden ein? Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel erfolgt im Rahmen der Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes erst nach sorgfältiger und vor allem umfassender Abwägung der ökologischen und ökonomischen Aspekte, wenn keine alternativen Vorgehensweisen (mechanische oder bio- technische Verfahren, biologische Pflanzenschutzmittel) möglich sind. Hervorzuheben ist, dass im Wald der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich sehr rest- riktiv erfolgt. Für fast alle Schaderreger und Schadensverläufe gilt die Maxime, dass chemische Pflanzenschutzmittel nur als ultima ratio eingesetzt werden, wenn bestandsgefährdende, existen- tielle Schäden zu erwarten sind. Zuständig für die amtliche Zulassung ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmit- telsicherheit (BVL). Nach BVL-Mitteilung wird die Anwendung in einer genehmigten Indikati- on bei sachgerechter und bestimmungsgemäßer Anwendung als sicher beurteilt. b) Wird diese Einschätzung von HessenForst und der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchs- anstalt geteilt? Die Einschätzung der Landesregierung über die Folgerisiken des Einsatzes der verbleibenden zugelassenen Insektizide wird von Hessen-Forst und der Nordwestdeutschen Forstlichen Ver- suchsanstalt geteilt.",
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