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Da das der Kompetenzmessung zugrunde liegende Kompetenzmodell u.a. aus einer Analyse der aktuellen Versorgungsanforderungen gewonnen wurde, wird mit den analysierten Kompetenzen und Kompetenzunterschieden nicht nur der Nachweis erbracht, dass die Kompetenzziele der Hochschulen erreicht wurden, sondern auch, dass mit den hochschulischen Bildungsangeboten ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet wird, den veränderten Anforderungen des Gesundheits- systems durch ein dazu passendes Kompetenzprofil und darauf abgestimmte Lerninhalte und Lernformen zu begegnen. Im Vergleich mit den derzeit hinterlegten Ordnungsmitteln wird deutlich, dass die in den Aus- bildungs- und Prüfungsverordnungen gelisteten Inhalte und Stundenverteilungen in allen drei Berufen das gegenwärtige Professionsverständnis von Physiotherapie, Ergotherapie und Logo- pädie insbesondere auf Hochschulniveau nicht mehr abbilden und zentrale Qualitätsdimensionen des professionellen Handelns kaum bis gar nicht miterfassen. Die nach diesen Verordnungen durchzuführenden Prüfungen zur Erlangung der Berufszulassung bilden die mit den Curricula der Hochschulen erreichbaren, umfassenden beruflichen Kompetenzen noch nicht ab und wirken auch inhaltlich wie ein Fremdkörper im Studienverlauf und in der Kompetenzentwicklung. Die in den Studiengängen entwickelten curricularen und hoch-schuldidaktischen Ansätze können da- zu beitragen, die berufliche Qualifikation der Therapieberufe neu im Hinblick auf einen verän- derten Status Quo der Gesundheitsversorgung und künftige Versorgungsanforderungen auszu- richten. Die Internationale Berufsakademie, führt hierzu angelehnt an die Informationen des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) aus, dass in der Neustrukturierung des Berufsfeldes durch vollumfängliche hochschulische Qualifikation die Antwort auf die sich wandelnden Rahmenbe- dingungen gesehen werde, um auch zukünftig einen wichtigen und verantwortungsvollen Beitrag für die Patientenversorgung leisten sowie den kommenden Herausforderungen in Qualität und Quantität begegnen zu können. Darüber hinaus könne durch die Akademisierung eine Attraktivi- tätssteigerung des Berufsbildes erreicht und gleichzeitig ein wichtiger Schritt für die Profes- sionsentwicklung getan werden. Aus Sicht des ZVK führt die vollumfängliche hochschulische Qualifikation, neben einer professionellen und evidenzbasierten Patientenversorgung, zu einer Attraktivitätssteigerung des Berufes, zu einer sich entwickelnden Forschungslandschaft, zur Weiterentwicklung der Profession und somit auch zur Sicherung der Zukunft der deutschen Physiotherapie. Darüber hinaus sei eines der wichtigsten Merkmale der akademischen Ausbil- dung die Entwicklung von wissenschaftlichen Kompetenzen, die eine kritische Auseinanderset- zung und Evidenzbewertung von physiotherapeutischen Methoden ermöglichen. Die Berufsfachschulen legten ihren Schwerpunkt in der Regel auf den Erwerb therapeutischer Handlungskompetenzen. Die Herausbildung von wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen fehle oftmals vollständig, und auch die Orientierung hin zu evidenzbasierter Physiotherapie sei durch die fehlende Verknüpfung von Forschung und Lehre nicht möglich. Die Überprüfung und Weiterentwicklung der eigenen Therapie könne aber nur aus dem Berufsfeld selbst erfolgen, hier liege eine der großen Chancen der akademischen Qualifikation. Frage 7.   Wie unterscheiden sich die Kosten im Bereich der grundständischen (schulischen) zur akademi- schen Ausbildung? Die akademische Ausbildung verursacht erheblich höhere Kosten als die Berufsausbildung. Die Höhe der Kostendifferenz hängt vor allem davon ab, welches Studienmodell (primär qualifizie- rend, dual, ausbildungsintegrierend) gewählt wird. Eine genaue Spezifizierung der Kosten im Hochschulbereich ist gegenwärtig nicht möglich, da Studiengänge im Bereich der Physiothera- pie im Bereich der staatlichen Hochschulen nur vereinzelt angeboten wurden und die Kosten privater Angebote weder bekannt noch vergleichbar sind. Frage 8.   Wie bewertet die Landesregierung die Akademisierung auch in Bezug darauf, dass Deutschland in Europa das einzige Land ist, das kein grundständisches Studium anbietet? Die europaweiten Strukturen sind nur bedingt vergleichbar, da es in anderen Ländern vielfach an einem geregelten hoch qualifizierten Ausbildungssegment unterhalb des Hochschulbereichs fehlt.",
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