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            "content": "Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/3127         3 Das Netzwerk gegen Gewalt plant:      Die Implementierung weiterer HeRoes-Gruppen in Hessen;      die Übersetzung des Flyers „Du entscheidest, wen und ob du heiratest“ in weitere Sprachen;      die Durchführung von berufsbezogenen sowie berufsübergreifenden Fortbildungen zum Um- gang mit Ehrgewalt. Die Präventionsförderung und der Gewaltschutz zählen zu den wichtigsten staatlichen Aufgaben überhaupt. Der Hessischen Landesregierung ist es deshalb ein wichtiges Anliegen, Frauen und deren Kinder zu unterstützen und zu schützen, die Opfer von jeder Form von Gewalt geworden sind und traumatisierende Erfahrungen innerhalb wie außerhalb ihrer Familienstrukturen erleiden mussten. Seit dem 1. Februar 2018 gilt das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (im Folgenden Istanbul-Konven- tion) im Range eines Bundesgesetzes. Gewalt und Unterdrückung von Frauen soll sich entschieden entgegengestellt werden und in Umsetzung der Istanbul-Konvention sollen die vorhandenen hes- sischen Aktionspläne weiterentwickelt und neue Maßnahmen initiiert werden. Hierbei wird auch die Prävention von Tötungen von Frauen und Mädchen in den Blick genommen werden. Die Arbeitsgruppe „Ehrgewalt – Prävention von Gewalt in patriarchalischen Strukturen“ des Landes- präventionsrats Hessen befasst sich intensiv mit diesem Komplex und unterstützt mit seiner Arbeit die Präventionsbemühungen der Landesregierung. Die Landesregierung hat die stetige Weiterent- wicklung der ausdifferenzierten Angebote sowie die Weiterentwicklung neuer Zugänge für Ge- waltbetroffene im Blick. Mit der Förderung des 3-Regionen-Modells zur Prävention und Bekämp- fung der Gewalt im Namen der Ehre „Hessen gegen Ehrgewalt“ durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration wird ein Modellvorhaben zur Auslotung neuer Wege der intensiven Begleitung und des besonderen Schutzes von Frauen und Mädchen – verbunden mit schnell er- reichbarer Zuflucht – erprobt. Das Land Hessen stärkt durch Kampagnen zur Öffentlichkeitsarbeit die Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt. Dazu gehört die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger in Hessen über Hintergründe und Wirkungen geschlechtsspezifischer Gewalt in allen so- zialen Schichten. Die Öffentlichkeitsarbeit gibt Anregung zur Aktivierung von Hilfe durch infor- melle Netzwerke (Familie, Nachbarn, Kollegen, Vereine) und informiert über Schutzrechte – insbesondere über das Gewaltschutzgesetz und das Vorgehen von Polizei und Justiz. Das Land Hessen nutzt Informationsveranstaltungen, Broschüren, Videos, TV-Spots, Internetauftritte und - foren sowie Plakataktionen (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln) in Kooperation mit Kommunen und freien Trägern unter Berücksichtigung spezifischer Zielgruppen. Wiesbaden, 21. August 2020 Peter Beuth Anlagen",
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            "content": "Kleine Anfrage 20/3127, Anlage 1 (Frage 6) Zahl pro Jahr Landkreis                     2014      2015      2016   2017      2018 2019 01. Bergstraße                  0         0        0       0        0    0 02. Darmstadt-Dieburg           0         0        1       1        3    2 03. Groß-Gerau                  0         0        2       1        1    1 04. Hochtaunuskreis             0         0        0       0        0    0 05. Main-Kinzig-Kreis           0         0        0       0        0    0 06. Main-Taunus-Kreis           0         0        0       0        0    0 07. Odenwaldkreis               0         0        0       0        0    0 08. Offenbach                               Keine Angabe möglich 09. Rheingau-Taunus-Kreis       0         0        3       1        2    2 10. Wetteraukreis               0         0        0       0        0    0 11. Gießen                      0         0        1       0        0    0 12. Lahn-Dill-Kreis             0         1        0       0        0    1 13. Limburg-Weilburg            0         0        0       0        0    0 14. Marburg-Biedenkopf          0         3        1       0        2    2 15. Vogelsbergkreis             0         0        0       0        0    0 16. Fulda                       0         1        0       0        0    1 17. Hersfeld-Rotenburg          0         1        0       0        0    0 18. Kassel                      0         1        1       1        1    0 19. Schwalm-Eder-Kreis          0         0        0       0        0    0 20. Waldeck-Frankenberg         0         0        0       0        0    0 21. Werra-Meißner-Kreis                  4 Fälle im gesamten Zeitraum",
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