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            "content": "LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN - 17. Wahlperiode                                  Drucksache 17/17066 durch die CO2-reduzierenden und bereits angelaufenen Maßnahmen der beteiligten Unter- nehmen in ihren Versorgungsgebieten realisiert. Da besagter Planfeststellungsbeschluss bis 2025 rechtskräftig ist und auf Klimaschutzeffekte abzielt, stellt sich die Frage, ob dieser nicht für eine alternative Projektverwirklichung nutzbar gemacht werden kann, um die sozial-ökologische Transformation endlich energischer voran- zubringen. Andernfalls wäre eine Aufhebung des Beschlusses denkbar, um die strategisch äußerst günstig gelegene, für die FWSRR vorgesehene Trasse für alternative Projekte mit gleichem Ziel im Sinne eines Dekarbonisierungskorridors freizugeben. Ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität für alle Industrie- und Energiesek- toren der Region wäre die Nutzung der Trasse für eine Wasserstoffleitung. In keinem anderen Bundesland konzentriert sich die potenzielle Wertschöpfungskette der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Logistik, Chemie, Stahl und Energieerzeugung so wie in Nord- rhein-Westfalen. Die Region kann und sollte daher zum Wasserstoffzentrum Deutschlands werden. Angesichts des hohen Bedarfs an Wasserstoff zur Umstellung der Industrie in Nord- rhein-Westfalen sind zentrale wie dezentrale Erzeugungsmöglichkeiten gleichermaßen wie der grenzüberschreitende Netzausbau voranzutreiben, um nicht das Hochfahren der Wasser- stoffwirtschaft insgesamt zu gefährden. Die chemische Industrie in Deutschland nutzt heute ca. eine Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Schätzungen gehen von dem Siebenfachen des heutigen Bedarfs 2050 aus, der klimaneutral gedeckt werden muss. Soll Klimaneutralität im Jahr 2045 erreicht werden, liegt der geschätzte Bedarf von Wasserstoff alleine bei Thyssen- Krupp Steel Europe am Standort Duisburg bei etwa bei 720.000 Tonnen im Jahr. Das Was- serstoffnetz von der Küste bis ins Ruhrgebiet soll bis spätestens zum Ende des Jahrzehnts verfügbar sein. Hierfür müssen schon jetzt Anschlussstellen geschaffen werden, um den Was- serstoff im Ruhrgebiet zu verteilen und wesentliche Verbrauchsstandorte wie große Gaskraft- werksstandorte anzuschließen. Dabei sind neue Trassenverläufe nicht beliebig planbar und verlegbar. Ein Ausbau des geplanten Wasserstoffnetzes über die planfestgestellte Trasse der FWSRR wäre ein wichtiger Baustein, um Leitungen im Ruhrgebiet miteinander zu vernetzen und sie perspektivisch bis zu weiteren Kraftwerken ins östliche Ruhrgebiet, etwa bis nach Herne, zu führen. Im Ergebnis könnte diese Leitung, entlang ihrer ursprünglichen Projektpla- nung, über die Befeuerung von KWK-Kraftwerken mit grünem Wasserstoff auch eine wesent- liche Dekarbonisierungsoption für die Stromerzeugung wie auch die Fernwärmeversorgung im Ruhrgebiet darstellen. Komplementär lässt sich als Beispiel für die Produktion grünen Was- serstoffs vor Ort der Plan der STEAG GmbH anführen, den „HydrOxy Hub“ in Duisburg-Wal- sum mit bis zu 500 Megawatt Elektrolysekapazität zu errichten. Grüner Wasserstoff kann also nicht nur in unmittelbarer Nähe produziert, sondern muss auch jenseits von industriellen An- kerkunden leitungsgebunden weiteren Verbrauchern zugeführt werden können. In der Summe kann die Region Duisburg strategisch zu einem Wasserstoffdrehkreuz für die Stahlindustrie, den Schiffsverkehr, weitere Industriezweige und die Energiewirtschaft weiterentwickelt werden und so einen erheblichen Beitrag sowohl zur Erreichung der Klimaneutralität als auch zur Er- höhung der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern bei der Energieversorgung leisten. Der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie hat die Kleine An- frage 6485 mit Schreiben vom 21. April 2022 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz beantwortet. 2",
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