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"content": "Aktueller Begriff Die Zusammensetzung des Parlamentarischen Rates Das Auswahlverfahren für die Mitglieder Zur Ausarbeitung eines Grundgesetzes für die westlichen Besatzungszonen setzten die westdeut- schen Ministerpräsidenten auf Anweisung der Westalliierten den Parlamentarischen Rat ein, der vom 1.9.1948 bis zum 23.5.1949 in Bonn tagte. Die Zusammensetzung des Parlamentarischen Rates beruhte auf Vorgaben der West-Alliierten in den Frankfurter Dokumenten und auf Beschlüs- sen der Ministerpräsidenten. Sie wurden im sog. „Modellgesetz“ niedergelegt: Danach vertrat ein Mitglied des Parlamentarischen Rates je 750.000 Einwohner. Basis für die Gesamtzahl der Ein- wohner war die Volkszählung von 1946. Auf Wunsch der Ministerpräsidenten stand einem Land ein weiterer Abgeordneter zu, wenn sich eine Restzahl von mehr als 200.000 Einwohnern ergab. Die Benennung der daraus folgenden 65 Mitglieder des Parlamentarischen Rates erfolgte formal durch die Landtage nach dem Wahlergebnis der jeweils letzten Landtagswahl. Dabei entschieden die Landtage entweder nach der einfachen Stimmenverteilung der letzten Landtagswahl oder nach der Anzahl der Landtagsmandate. Wäre einheitlich nach dem Stimmenergebnis der letzten Land- tagswahl entschieden worden, hätten FDP und KPD mehr, CDU/CSU und SPD weniger Abgeord- nete gestellt. Die einzelnen Landtagsfraktionen benannten ihre Vertreter für den Parlamentari- schen Rat selbst, die Landtage stimmten den Nominierungen ohne Debatte zu. Letzten Endes waren es daher in der Praxis Parteigremien, die über die Mitglieder im Parlamentarischen Rat ent- schieden. Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates blieben somit im Gegensatz zu den Mitglie- dern der Weimarer Nationalversammlung ohne direktes Wählermandat. Mitglieder nach Parteien und Ländern CDU/CSU SPD FDP,LDP, KPD Zentrum DP (27) (27) DVP (5) (2) (2) (2) Schleswig-H. Dr. H. von Mangoldt (1895–1953) A. Gayk (1893–1954) C. Schröter (1887–1952) Dr. R. Katz (1895–1961) Hamburg Dr. P. de Chapeaurouge A. Schönfelder (1875–1966) (1876–1952) Bremen A. Ehlers (1898–1978) Niedersach- H. Rönneburg (1887–1949) Elisabeth Selbert (1896-1986) Dr. H. Schä- W. Heile sen Nachrücker: Dr. W. Hofmeister Dr. G. Diederichs (1900-1982) fer (1892- (1881-1969) (1902–1984) Dr. O. H. Greve (1908–1968) 1966) Dr. H-C. E. Wirmer (1910–1981) Nachrücker: E. Ollenhauer Seebohm (1901–1963) (1903-1967) H. Wunderlich (1899–1977) Nordrhein- Dr. K. Adenauer (1876–1967) R.-E. Heiland (1910–1965) Dr. H. H. Paul J. Brock- Westfalen A. Blomeyer (1900–1969) F. Löwenthal (1888–1956, Höpker- (1905-1962) mann Dr. R. Lehr (1883–1956) ab 4.5.’49 parteilos) Aschoff Nachrücker: (1888-1960) J. Schrage (1881–1953) W. Menzel (1901–1963) (1883-1954) H. Renner Helene L. Lensing (1889–1965) Friederike Nadig (1897-1970) (1892-1964) Wessel Dr. Helene Weber (1881–1962) H. Runge (1902–1975) M. Reimann (1898-1969) F. Wolff (1912–1976) (1898-1977) Hessen Dr. H. von Brentano (1904–1964) Dr. L. Bergsträsser Dr. M. Becker Dr. W. Strauß (1900–1976) (1883–1960) (1888-1960) Dr. F. Hoch (1896–1984) G. A. Zinn (1901–1976) Rheinland- Dr. A. Finck (1895–1956) K. Kuhn (1898–1986), Pfalz Dr. Adolf Süsterhenn (1905– F. W. Wagner (1894–1971) 1974) Nachrücker: H. Hermans (1909-1989) Baden Dr. H. Fecht (1880–1952) Nach- F. Maier (1894–1960) rücker: A. Hilbert (1898-1986) Württemberg- P. Binder (1902–1981) C. Schmid (1896–1979) Hohenzollern Württemberg- Th. Kaufmann (1888–1961) F. Eberhard (1896–1982) Dr. Th. Heuss F. Walter (1890–1949) G. Zimmermann (1888–1949) (1884-1963) Nr. 49/08 (27. August 2008)",
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"content": "-2- Baden Nachrücker: A. Kühn (1886– 1968) Bayern J. F. Kleindinst (1881–1962) H. Bauer (1909–2005) Dr. T. Dehler Dr. G. Kroll (1910–1963) Dr. W. Mücke (1904–1984) (1897-1967) K. S. Mayr (1906–1978) J. Seifried (1892–1962) Dr. A. Pfeiffer (1888–1957) Nachrücker: Al. Roßhaupter Dr. W. Laforet (1877–1959) (1878–1949) K. G. Schlör (1888–1964) J. Stock (1893–1965) Dr. J. Schwalber (1902-1969) Dr. K. Seibold (1914-1995) Berlin (West) Jakob Kaiser (1888–1961) P. Löbe (1875–1967) Dr. H. Reif ohne Stimmrecht E. Reuter (1889–1953) (1899-1984) Dr. O. Suhr (1894–1957) Eine Besonderheit war die Entsendung Carlo Schmids (SPD) durch den Landtag von Württem- berg-Hohenzollern: Aufgrund des oben beschriebenen Auswahlverfahrens wären beide Mandate aus Württemberg-Hohenzollern der CDU zugefallen. Auf Betreiben des Staatspräsidenten von Württemberg-Hohenzollern, Gebhard Müller (CDU), entschied sich die CDU für die Entsendung Carlo Schmids, der bereits bei den Verfassungsberatungen in Herrenchiemsee teilgenommen hat- te. Im Gegenzug erhielt die CDU in Hamburg ein Mandat der SPD. Lediglich vier Frauen waren Mitglied des Parlamentarischen Rates: Friederike Nadig (SPD) aus Nordrhein-Westfalen und Eli- sabeth Selbert, die von der SPD in Niedersachsen entsandt worden war, obwohl sie Mitglied des Hessischen Landtages war. Die Christdemokraten entsandten mit Dr. Helene Weber aus Nord- rhein-Westfalen eine Frau; Helene Wessel aus Nordrhein-Westfalen vertrat das Zentrum. Auf An- trag von Carlo Schmid in der ersten Sitzung wurden Vertreter auch West-Berlins (gegen die Stim- men der KPD) nach Bonn eingeladen. Aufgrund des Vier-Mächte-Status der Stadt Berlin erhielten diese kein Stimmrecht, wurden aber zu den Beratungen hinzugezogen. Die Altersstruktur Das Durchschnittsalter der Mitglieder des Parlamentarischen Rates lag bei etwas über 55 Jahren. Älteste Mitglieder waren Adolph Schönfelder (SPD) und Paul Löbe (SPD), beide Jahrgang 1875, Konrad Adenauer (CDU) und Dr. Paul de Chapeaurouge (CDU), beide Jahrgang 1876. Die jüngs- ten Mitglieder waren Friedrich Wolff (SPD), Jahrgang 1912, und Dr. Kaspar Seibold (CDU), Jahr- gang 1914. Das Durchschnittsalter des 16. Deutschen Bundestages liegt bei knapp über 49 Jah- ren. Die Mitglieder der Deutschen Nationalversammlung von 1848/1849 waren mit durchschnittlich 43 Jahren relativ jung. Paulskirchenabgeordnete über Fünfzig gehörten bereits zu der Gruppe der ältesten Abgeordneten. Im Vergleich zu dem aus revolutionären Unruhen hervorgegangenen „Paulskirchenparlament“ wurde der Parlamentarische Rat von älteren Herren dominiert– jeder drit- te Abgeordnete war über 60. Berufsgruppen 47 Abgeordnete des Parlamentarischen Rates waren Beamte oder ehemalige Beamte. Von den 51 Akademikern waren 32 Juristen und elf Wirtschaftswissenschaftler. Bemerkenswert erscheint die Tatsache, dass keines der Mitglieder sich ausdrücklich als Interessenvertreter einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe, wie beispielsweise der Kirchen, der Gewerkschaften oder der Vertrie- benen und Flüchtlinge, verstand. Parlamentarische Erfahrung vor 1933 Zahlreiche Mitglieder des Parlamentarischen Rates hatten bereits vor 1933 parlamentarische Er- fahrung gesammelt. Elf Abgeordnete des Parlamentarischen Rates waren Mitglieder des Reichsta- ges der Weimarer Republik gewesen: Bergsträsser, Rönneburg und Heile für die Deutsche Demo- kratische Partei (DDP), Heuss für die DDP und die Deutsche Staatspartei (DStP), Höpker-Aschoff für die DStP, Kaiser und Weber für das Zentrum, Loebe und Wagner für die SPD, Paul und Löwen- thal für die KPD. 22 Abgeordnete hatten während der Weimarer Republik einem Landtag- bzw. Provinziallandtag angehört. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Abgeordneten Heile, Löbe und Weber als ehemalige Mitglieder der Weimarer Nationalversammlung bereits zum zweiten Mal an der Ausarbeitung einer deutschen Verfassung beteiligt waren. Quellen: - Feldkamp, Michael F. (1998). Der Parlamentarische Rat 1948-1949. Göttingen: Sammlung Vandenhoeck. - Ley, Richard (1973). Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates: Ihre Wahl, Zugehörigkeit zu Parlamenten und Regierungen. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen, Heft 3, 1973, S. 373-391. - Bundesarchiv und Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Akten zur Vorgeschichte der Bundesrepublik Deutschland 1945-1949. Band 4, Band 5. Verfasser: RR z.A. Dr. Jörg D. Krämer, WD 1, Geschichte, Zeitgeschichte und Politik",
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