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            "content": "Deutscher Bundestag 3. Wahlperiode                                                                         Drucksache           1106 Der Bundesminister für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft                               Bad Godesberg, den 15. Mai 1959 I A 3 - K 9080 - 3/59 An den Herrn Präsidenten des Deutschen Bundestages Betr.: Radioaktive Verseuchung Bezug: Kleine Anfrage der Fraktion der SPD - Drucksache 947 - - Die Kleine Anfrage vom 18. März 1959 beantworte      im Jahre 1958                      21,9 . 10-13µ c/ml ich im Benehmen mit den Herren Bundesministern des Auswärtigen, des Innern, für Ernährung, Land-    im Januar 1959 . . . . .           41      . 10 -13µ c/ml wirtschaft und Forsten, für Arbeit und Sozialord- nung, für Verteidigung und für Verkehr wie folgt :   und im Februar 1959         . .    46 . 10-13µ c/ml. Die durchschnittliche Konzentration des Gemisches Zu 1.                                                radioaktiver Stoffe in den Niederschlägen betrug bei sieben über die Bundesrepublik Deutschland Die Bundesregierung kann quantitative Angaben verteilten Meßstellen in den Monaten über die Entwicklung des Gehalts radioaktiver Stoffe in der Luft, den Binnengewässern, dem Boden   Oktober bis Dezember 1956 . . 2,7 . 10 -7µ c/ml und den wichtigsten Lebensmitteln machen. Im Laufe dieses Jahres werden auch Untersuchungen       und im Jahre 1957                     7,1     10 -7µ c/ml. in den Küstengewässern aufgenommen werden. Nach Messungen von 10 Stationen des Deutschen Für den Zeitraum vor 10 Jahren liegen systema-       Wetterdienstes betrug die durchschnittliche Konzen- tische Untersuchungen der radioaktiven Kontami-      tration des Gemisches radioaktiver Stoffe in den nation nicht vor.                                    Niederschlägen Seit dem Jahre 1951 wird von einer amerikanischen    im Jahre 1958                      5,6 . 10-7µ c/ml Station im Rhein-Main-Gebiet die Ablagerung von Strontium- 90 gemessen. Die dort ermittelte Ge-      im Januar 1959 . . . . .           6,24 . 10 -7µ c/m1 samtablagerung von Strontium - 90 betrug und im Februar 1959 . . .          9,07 . 10 -7µ c/ml. bis zum Jahre 1956                     3,1 mc/km 2 . Die Radioaktivität von Fluß- und Zisternenwasser Die Radioaktivität der Luft und der Niederschläge    wird regelmäßig seit dem Jahre 1956, die von wird in der Bundesrepublik Deutschland durch         Wasser aus Talsperren, die der Trinkwasserver- staatliche und private Meßstellen laufend seit dem   sorgung dienen, seit Mitte des Jahres 1958 gemessen. Jahre 1956, ferner durch den Deutschen Wetter- dienst seit dem Jahre 1957 untersucht.               Die durchschnittliche Radioaktivität ungefilterter Wasserproben, die bei Karlsruhe aus dem Rhein Die durchschnittliche Konzentration, des Gemisches   entnommen wurden, betrug nach Abzug der von radioaktiver Stoffe in der Luft betrug in Freiburg,  natürlichem Kalium herrührenden Radioaktivität Heidelberg, Frankfurt (Main) in den Monaten im Jahre 1958                       0,10 .10 -7µ c/ml Oktober bis Dezember 1956 . . 4,4 . 10 -13 /µc/ml im Januar 1959                      0,13 . . 10-7µ c/ml und in Freiburg, Heidelberg, München im Jahre 1957 . . 15 . 10 -13 /µc/ml.        und im Februar 1959 . . .           0,06 . 10 -7µ c/ml. Nach Messungen von 10 Stationen des Deutschen        Der Gehalt von Strontium - 90 in verschiedenen Wetterdienstes betrug die durchschnittliche Konzen   Futter- und Lebensmitteln in- und ausländischer tration des Gemisches radioaktiver Stoffe in der     Herkunft (z. B. in Gras, Gemüsen, Obst, Getreide, Luft                                                 Gewürze, Tierknochen, Milch, Käse) und im Boden",
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            "content": "Drucksache 1106                     Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode wird in der Bundesrepublik Deutschland regelmäßig      In Fällen, in denen nun die für Radioaktivitäts- seit 1955 untersucht. Der Gehalt von Strontium - 90    gemische höchstzulässigen Konzentrationen über- in Milch, bezogen auf den Kalziumgehalt, betrug        schritten werden, kann die Lage erst dann richtig beurteilt werden, wenn durch analytische Fest- im Jahre 1955 . . 3 µ µ c/gCa (2 bis 5 µ µ c/gCa)      stellung der einzelnen am Gemisch beteiligten Radioisotope die Teilkonzentrationen und Verhält- im Jahre 1956 . . 4 µ µ c/gCa (1 bis 8 µ µ c/gCa) nisse zu den betreffenden Einzelwerten der höchst- im Jahre 1957 . . 8 µ µ c/gCa (3 bis 14 µ µ c/gCa)     zulässigen Konzentrationen ermittelt worden sind. im Jahre 1958 . . 6,3 µ µ c/gCa (2 bis 17 µ µ c/gCa).  Wenn eine Strahlenbelastung der Gesamtbevölke- rung eintritt, beträgt der Gesamtwert der nach den Die Meßergebnisse, die bis zum Oktober 1957 vor-       Euratomgrundnormen höchstzulässigen Konzentra- lagen, sind in dem ersten, im Januar 1958 ver-         tion von Radioaktivitätsgemischen in der Atemluft öffentlichten Bericht des „Sonderausschusses Radio-    10-10 µ c/ml und im Trinkwasser 10 -8 µ c/ml bei aktivität\" berücksiditigt worden. Ein zweiter          Dauerzufuhr in den menschlichen Körper. Bericht dieses Ausschusses, der sich auf neuere Meßergebnisse stützt, wird erwartet. Im Mai 1958       Wenn nun die bei der Beantwortung der Frage 1 wurde dem „Wissenschaftlidien Ausschuß für die         mitgeteilten Meßergebnisse verglichen werden mit Wirkungen der Atomstrahlung\" der Vereinten             den höchstzulässigen Konzentrationswerten, so zeigt Nationen von der Bundesregierung eine Zusammen-        sich, daß die Radioaktivität der Luft im Februar 1959 stellung radiologischer Daten überreicht, in der u. a. noch nicht den 25. Teil des Wertes erreicht hat, auch quantitative Angaben über die Radioaktivität      der zu einer Teilanalyse Anlaß böte. der Luft, des Wassers und des Bodens in der Bundesrepublik Deutschland enthalten waren.            Demgegenüber könnte bei Regen- bzw. Flußwasser ohne eine solche Analyse nicht mehr festgestellt werden, ob es gemäß den Euratom-Grundnormen Zu 2. als Trinkwasser bei Dauerzufuhr verwendet werden Die natürliche Strahlenbelastung des Menschen          darf. Im Januar 1959 war nämlich die durchschnitt- wird beeinflußt vom Gehalt der Erdoberfläche und       liche Konzentration des Radioaktivitätsgemisches des Baumaterials der Häuser an natürlichen radio-      im Regenwasser 60 mal, die im Rheinwasser 1,7 aktiven Stoffen und schwankt je nach der geogra-       mal größer als 10-8 µ c/mi. Bei sorgfältiger Trink- phischen Lage und den Wohnverhältnissen zwischen       wasseraufbereitung, die bei der Verwendung von 0,1 und 0,2 rem/Jahr.                                  Flußwasser ohnedies erforderlich ist, tritt im übri- gen eine ausreichende Dekontamination ein. Die mit der Luft, dem Wasser und den Lebens- mitteln in den menschlichen Körper aufgenommenen       Die Konzentration radioaktiver Stoffe im Grund- künstlichen radioaktiven Stoffe verursachen eine       wasser, das in erster Linie für die Trinkwasser- zusätzliche Strahlenbelastung, die nach den Emp-       versorgung in Frage kommt, ist unmeßbar klein fehlungen der Internationalen Strahlenschutz-Kom-      und liegt mit großer Sicherheit unterhalb 10 -8 µ c/ml. mission (ICRP) 1,5 rem/Jahr nicht übersteigen soll. Zu 3. In Übereinstimmung mit dieser Empfehlung sind in den                                                 Die Bundesrepublik Deutschland ist von der Sahara in nordnordöstlicher Richtung mehr als 3000 km „Richtlinien zur Festlegung der Grundnormen      entfernt. Messungen, die vom Health and Safety für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung       Laboratory New York über die Strontium -90 Ab- und der Arbeitskräfte gegen die Gefahren        lagerung bis Juni 1956 in den kanadischen Städten ionisierender Strahlungen\",                     Edmonton, Regina, Winnipeg, Churchill und die der Rat der Europäischen Atomgemeinschaft          Moosoonee durchgeführt wurden, die von dem am 2. Februar 1959 erlassen hat, Einzelwerte der       amerikanischen Versuchsgelände in der Wüste höchstzulässigen Konzentrationen für Radio-Isotope     Nevada in gleicher Richtung 2000 bis 3000 km in der Atemluft und im Trinkwasser bei Dauer-          entfernt sind, haben keine Werte ergeben, die zufuhr in den menschlichen Körper festgelegt worden.   sich von den Meßergebnissen, die in der gleichen Zeit und Breitenlage in Europa erzielt wurden, Da es vielfach nicht ohne weiteres möglich ist,        systematisch unterschieden. Es kann daraus mit Einzelwerte der Konzentrationen von Radioisotopen,     einer gewissen Berechtigung gefolgert werden, die als Gemisch in Luft und Wasser enthalten           daß nach menschlichem Ermessen Atomkernexplo- sind, zu ermitteln, ist in den Euratom-Grundnormen     sionen der bisherigen Art in der Sahara auf die vorsorglich auch ein Gesamtwert der höchstzu-          Bundesrepublik Deutschland keine Auswirkung lässigen Konzentration von Radioaktivitätsge-          zeigen werden, die merklich von denen verschieden mischen festgelegt worden. Dieser Wert entspricht      sind, die die gleichen Atomkernexplosionen in aus Sicherheitsgründen den Werten, die für die         einem anderen Teil der Welt in gleicher Breiten- biologisch gefährlichsten Radioisotope gelten.         lage verursachen würden.",
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            "content": "Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode            Drucksache 1106 Zu 4.                                               unter anderem die Aufgabe, die Ausarbeitung und Harmonisierung der Gesetzgebung auf dem Gebiet Die höchstzulässige Strahlenbelastung des Menschen des öffentlichen Gesundheitsschutzes und der Ver- und die daraus abgeleiteten höchstzulässigen Kon- hütung von Unfällen in der Kernenergieindustrie zentrationen radioaktiver Stoffe in Atemluft und zu fördern. Der Direktionsausschuß für Kernenergie Trinkwasser wurden in dem von der Europäischen der OEEC hat am 16./17. April 1959 bereits einen Atomgemeinschaft erlassenen Grundnormen — in Entwurf von Strahlenschutznormen gebilligt und Übereinstimmung mit den Empfehlungen der ihn dem Rat der OEEC zur endgültigen Beschluß- ICRP — ausschließlich nach strahlenbiologischen fassung vorgelegt. Hierbei handelt es sich um und medizinischen Grundsätzen festgelegt. Der Empfehlungen an die Mitgliedstaaten, diesen Nor- Unsicherheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse men entsprechende innerstaatliche Vorschriften zu auf diesem Gebiet wurde dabei durch Sicherheits- erlassen. Die OEEC-Normen stimmen mit den be- faktoren ausreichend Rechnung getragen. reits erlassenen EURATOM-Strahlenschutznormen Eine Änderung dieser Grundnormen könnte daher       überein. In derselben Sitzung hat der Direktions- nur in Frage kommen, wenn neue wissenschaftliche    ausschuß den Unterausschuß für Gesundheit und Erkenntnisse dies zulassen oder fordern.            Sicherheit beauftragt, auf der Grundlage seiner schon geleisteten Arbeiten Vorschläge für Radio- Die Grundnormen für die höchstzulässige Strahlen-   aktivitätsmessungen in den Mitgliedstaaten und belastung des Menschen stellen somit - in gleicher  den Austausch der Meßergebnisse vorzulegen. Weise wie die entsprechenden Empfehlungen der ICRP — absolute Festlegungen dar, die im Aus-       Der Aufgabenbereich der weltweiten, auch die gleich mit der durch die Atomwaffenversuche ver-    WEU-Staaten umfassenden Internationalen Atom- ursachten Lage nicht geändert werden könnten.       energie-Organisation (IAEO) erstreckt sich eben- Eine Erhöhung der radioaktiven Kontamination        falls darauf, die Gesundheit der Bevölkerung zu durch Atomwaffen-Versuche könnte aber eine          schützen. Nach Artikel III A 6 ihrer Satzung Ergänzung der Grundnormen in der Weise er-          kann die IAEO Sicherheitsnormen zum Schutz der forderlich machen, daß neben höchstzulässigen       Gesundheit und zur Herabsetzung der Gefahr für Konzentrationen radioaktiver Stoffe in Atemluft     Leben und Eigentum beschließen. und Trinkwasser auch höchstzulässige Konzentra- Die Bundesregierung ist bemüht, die schon in Gang tionen in Lebensmitteln festzulegen wären. befindlichen Arbeiten zu fördern, weil sie nach Eine solche Ergänzung ist im Hinblick auf den       ihrer Auffassung von besonderer Bedeutung und Umgang mit radioaktiven Stoffen in der Forschung,   Dringlichkeit sind. Da die Bundesregierung be- der Atomtechnik und der Medizin nicht notwendig,    strebt ist, Doppelarbeit und Überschneidungen zu da bei Einhaltung der Grundnormen der Europäi-      vermeiden, hält sie es gegenwärtig nicht für ge- schen Atomgemeinschaft nur Abwässer und Abluft      boten, für ähnliche vertragliche Abmachungen wie in die Umgebung gelangen, durch die eine ge-        in den Artikeln 30, 34, 37 und 38 des EURATOM- fährliche Konzentration radioaktiver Stoffe in      Vertrages im Bereich der Westeuropäischen Union Lebensmitteln nicht verursacht wird.                einzutreten. Die Bundesregierung ist sich dabei bewußt, daß nach Artikel I Abs. 2 des WEU- Zu 5.                                               Vertrages die Zusammenarbeit in der WEU „weder eine Überschneidung noch eine Behinderung der Neben der Europäischen Atomgemeinschaft             Arbeiten anderer wirtschaftlicher Organisationen (EURATOM) ist auch die Organisation für Euro-       zur Folge haben\" soll, in denen die Mitgliedstaaten päische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC)       vertreten sind. mit dem Strahlenschutz der Bevölkerung befaßt. Der OEEC gehören 17 europäische Staaten an, darunter sämtliche Mitglieder der Westeuropäischen Dr. Balke Union (WEU). Die Europäische Kernenergie- Agentur der OEEC hat nach Artikel 11 ihres Statuts",
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