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            "content": "Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode                                                                                                Drucksache     16/11788 04.04.2012 Schriftliche Anfrage                                                               schutzbund“ gründete? 3.2 Treffen die Angaben des BR­Politikmagazins „Kontro­ des Abgeordneten Dr. Sepp Dürr BÜNDNIS 90/DIE                                      vers“ zu, dass auch in Bayern Spendengelder für die GRÜNEN                                                                             Zwickauer Terrorzelle gesammelt worden seien, und vom 09.01.2012                                                                     zwar Ende 1998 oder Anfang 1999 auf dem Konzert ei­ nes rechtsextremen Liedermachers in Coburg, in Höhe Rechtsextreme Verbindungen Bayern­Thüringen                                        von 3.000 bis 4.000 D­Mark? Nachdem es bayerischen Behörden all die Jahre nicht gelang                   4.    Welche Erkenntnisse hat die Staatsregierung über Ver­ aufzuklären, dass rechtsextreme Täter nach heutigem Er­                            bindungen des rechtsextremen, im Verfassungsschutz­ kenntnisstand fünf bayerische Mitbürger ermordet haben, es                         bericht aufgeführten „Freien Netzes Süd“ zu Neonazis aber Hinweise gibt, dass die Morde mit Unterstützung                               in Sachsen und Thüringen, insbesondere zur „Revolu­ bayerischer Rechtsextremer begangen wurden und auch da­                            tionären Nationalen Jugend Vogtland“, die angekündigt rüber hinaus ein reges Netzwerk existiert, frage ich die                           hat, den „Worten auch Taten folgen“ zu lassen (Nürn­ Staatsregierung nach Erkenntnissen über Verbindungen der                           berger Nachrichten, 15.11.11)? bayerischen mit der Thüringer rechtsextremen Szene:                          4.1 Trifft es zu, dass der vorbestrafte Neonazi Matthias F. oder der seit 2005 untergetauchte Gerhard Ittner bei 1.   Welche Erkenntnisse hat die Staatsregierung über Kon­                         Kundgebungen der Thüringer Kameraden auftraten (SZ takte von Karl­Heinz Hoffmann, „Chef“ der nach ihm                            21.11.11)? benannten „Wehrsportgruppe“, zu Thüringer Rechtsex­ tremen?                                                                 5.    Wie viele bayerische Rechtsextreme sind „unterge­ 1.1 Welche anderen bayerischen Neonazis haben für die                              taucht“? rechtsextreme Szene in den neuen Bundesländern „Auf­                    5.1 Wie viele werden per Haftbefehl gesucht? bauhilfe Ost“ geleistet oder unterhalten Verbindungen                   5.2 Bei wie vielen wird vermutet, dass sie sich in Ost­ zu Rechtsextremen in Thüringen?                                               deutschland aufhalten? 1.2 Welche Hinweise hat die Staatsregierung auf Kontakte, gemeinsame öffentliche Auftritte etc. von Hoffmann                      6.    Bei welchen früheren Fällen bzw. rechtsextremen Tä­ und Martin Wiese?                                                             tern werden Verbindungen nach Thüringen bzw. zur rechtsextremen Terrorzelle geprüft? 2.   Trifft es zu, dass Hoffmann nach seiner Haftentlassung                  6.1 Trifft es zu, dass der rechtsextreme Brandstifter, dem nach Thüringen übersiedelte und sich eine Gaststätte                          1988 vier Schwandorfer Bürgerinnen und Bürger zum Hoffmanns zum Treffpunkt der lokalen Neonazi­Szene                            Opfer fielen, nach seiner Entlassung „bei Gesinnungs­ entwickelte?                                                                  genossen in Ostdeutschland“ untertauchte (Mittel­ 2.1 Warum wurde Hoffmann bereits 1989 wegen guter                                  bayerische Zeitung, 06.12.11)? Führung und „günstiger Sozialprognose“ vorzeitig aus                    6.2 Trifft es zu, dass im Fall des rechtsextremen Bomben­ dem Gefängnis entlassen?                                                      bauers Michael Krause, der sich im Mai 2008 nach ei­ 2.2 Stehen die Ermittlungen gegen den Gründer der rechts­                          nem Schusswechsel mit der Polizei selbst tötete, aber radikalen Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl­Heinz                                trotz bereits bekanntem rechtsextremen Hintergrund Hoffmann, inklusive Durchsuchungen von Objekten                               nur als „Waffennarr“ eingestuft worden war („Der Bay­ am 6. Oktober 2010, die „im Auftrag der Staatsanwalt­                         reuther Oberstaatsanwalt sagte damals gleichwohl: ‚Ihn schaft Gera in einem dort gegen mehrere Beschuldigte                          vor diesem Hintergrund als Rechtsextremisten zu be­ unter anderem wegen des Verdachts des Herbeiführens                           zeichnen, ist zu weit hergeholt“, Nordbayerischer Kuri­ einer Sprengstoffexplosion geführten Ermittlungsver­                          er, 13.12.11), Verbindungen zur rechtsextremen Terror­ fahrens“ (Auskunft der Staatsregierung auf eine Anfra­                        gruppe („Zwickauer Terrorzelle“) überprüft werden? ge der Abgeordneten Christine Stahl vom 07.04.11) er­ folgten, in irgendeinem Zusammenhang mit den Taten                      7.    Welche bayerischen rechtsextremen Musikgruppen der sogenannten „Zwickauer Terrorzelle“?                                      bzw. „Liedermacher“ haben nach Erkenntnissen der Staatsregierung Verbindungen zu als Unterstützer der 3.   Welche Erkenntnisse hat die Staatsregierung über                              rechtsextremen Terrorgruppe Verdächtigen wie Ralf rechtsextreme Aktivitäten des früheren Chefs des                              W., Thomas G. aus Altenburg oder André K.? „Thüringer Heimatschutzes“ Tino Brandt in Bayern?                       7.1 Trifft es zu, dass bekannte fränkische Neonazis wie 3.1 Trifft es zu, dass Brandt sich ab Mitte der 90er­Jahre in                      Matthias F., der „bis zu deren Verbot im Jahre 2004 an Coburg aufhielt, beim rechtsextremen Verlag „Nation                           der Spitze der neonazistischen ‚Fränkischen Aktions­ und Europa“ arbeitete und den „Fränkischen Heimat­                            front‘“ stand, der Zirndorfer Gerhard Ittner, Tony G., ______ Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de ­ Dokumente abrufbar. 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            "content": "Seite 2                          Bayerischer Landtag       · 16. Wahlperiode                            Drucksache 16/11788 der „aus einem ehemaligen Gasthof im oberfränkischen        Sprengstoff beschafft und diesen nach Jena transportiert. Im Oberprex einen Treffpunkt für Rechtsextremisten ge­         Rahmen der Durchsuchungen wurden bei Hoffmann im Er­ macht“ hat, und Manfred W., Mitglied der Nürnberger         gebnis keine sprengstoffverdächtigen Gegenstände oder Ma­ „Hetzband Radikahl“, Verbindungen zu einem oder             terialien sichergestellt. mehreren dieser Verdächtigen unterhielten (SZ 09.12.11)?                                                  Zu 1.1: 7.2 Trifft es zu, dass die „Fränkische Aktionsfront“ des         Es wird zunächst auf die Vorbemerkung verwiesen. Matthias F. als eines der ersten Ziele ihrer rechtsextre­ men Übergriffe die allenfalls lokal bekannte Nürnber­       Aufgrund der räumlichen Nähe bestehen bereits seit den ger „Kommunistische Arbeiterzeitung“ ausmachte, der         1990er­Jahren Verbindungen bayerischer Rechtsextremisten auch am 12.11.11 eine der propagandistischen CDs der        nach Thüringen und Sachsen. Die Kontakte bestehen in der rechtsextremen Terrorgruppe zugestellt wurde (Spiegel       Regel zwischen langjährigen Szenemitgliedern und kommen 50/2011)?                                                   überwiegend auf überregionalen Veranstaltungen zustande. Gelegentlich ergeben sich auch durch den Um­ und Wegzug 8.   Welche Rolle spielten Thüringer Neonazis bei rechtsex­      von Rechtsextremisten neue Verbindungen und Kontakte. tremen Veranstaltungen in Bayern, z. B. Aufmärschen in Wunsiedel und Gräfenberg oder dem „Frankentag“           Im Übrigen stammen einige Rechtsextremisten in Bayern (SZ 09.12.11)?                                              aus Thüringen und Sachsen, was entsprechende Kontakte in 8.1 Waren darunter auch Rechtsextreme, die als Unterstüt­        die jeweiligen Herkunftsländer nach sich zieht. Sofern dem zer der rechtsextremen Terrorgruppe verdächtigt wer­        Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz Erkenntnisse den?                                                        über außerbayerische Aktivitäten bayerischer Rechtsextre­ 8.2 Seit wann sind der Staatsregierung Kontakte zwischen         misten bekannt werden, werden diese den betroffenen Lan­ dem ehemaligen V­Mann Tino Brandt, Ralf Wohlleben           desämtern übermittelt. und Uwe Böhnhardt (Spiegel 1/2012) bekannt? Von einer „Aufbauhilfe“ im Sinne der Fragestellung wird ausgegangen, wenn Rechtsextremisten Organisationen grün­ den und/oder lenkenden Einfluss auf Strukturen ausüben Antwort                                                          (z. B. Mitgliedergewinnung) oder auf sonstige Weise ent­ des Staatsministeriums des Innern                                scheidend zur Aufrechterhaltung einer rechtsextremistischen vom 03.03.2012                                                   Gruppierung beitragen. Der Wegzug bayerischer Rechtsex­ tremisten allein aus privaten Gründen (z. B. wegen einer neu­ Die Schriftliche Anfrage beantworte ich im Einvernehmen          en Arbeitsstelle) und der daraus resultierende Anschluss an mit dem Staatsministerium der Justiz und für Verbraucher­        eine neue Szene werden nicht als „Aufbau“ im Sinne der Fra­ schutz wie folgt:                                                gestellung gewertet. Vorbemerkung:                                                    Verbindungen von Rechtsextremisten aus Bayern nach Thüringen haben sich insbesondere bei den folgenden Perso­ Die aktuell noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen in Zu­       nen und Gruppierungen gezeigt: sammenhang mit den Morden an acht türkischstämmigen und einer griechischen Person sowie einer Polizistin werden      Fränkischer Heimatschutz (FHS): von der Generalbundesanwaltschaft geführt. Der General­ bundesanwalt hat sich im laufenden Ermittlungsverfahren          Der FHS wurde Mitte der 1990er­Jahre im Raum Coburg das Auskunftsrecht ausdrücklich selbst vorbehalten. Vor die­     vom damaligen informellen Führer des Thüringer Heimat­ sem Hintergrund wird sich die Staatsregierung auf bereits        schutzes, Tino Brandt, als bayerischer Ableger gegründet. veröffentlichte Informationen und die Bereiche ohne kon­         Der FHS existierte hauptsächlich auf dem Papier und ent­ kreten Bezug zum aktuellen Ermittlungsverfahren beschrän­        wickelte, abgesehen von einer Versammlungsanmeldung im ken.                                                             Jahr 1996 und der Verbreitung von Aufklebern, keine nen­ nenswerten Aktivitäten. Seit September 2010 betreibt eine Zu 1.:                                                           Kerngruppe von rund fünf Rechtsextremisten mit dem Na­ Karl­Heinz Hoffmann wurde in den 1970er­ und 1980er­Jah­         men FHS im Internet ein Informationsportal mit Verlinkun­ ren durch die Gründung der rechtsextremistischen                 gen zu anderen rechtsextremistischen Seiten. Verlinkungen Wehrsportgruppe Hoffmann bekannt. Diese wurde durch              bestehen zum „Freien Netz Süd“, zum rechtsextremistischen Verfügung des Bundesministeriums des Innern vom                  „Bündnis Zukunft Hildburghausen“, zur „Division Franken“ 16.01.1980 auf der Grundlage des Vereinsgesetzes verboten.       und den „Nationalen Sozialisten Coburg/Lichtenfels“. Bei Demonstrationen und Szeneveranstaltungen tritt die Gruppe Hoffmann zog im Jahr 1993 nach Thüringen und erwarb dort         mit einem Unterstützerkreis von 20 bis 30 Personen auf. verschiedene Immobilien und Grundstücke. Darüber hinaus hat Hoffmann zwei Wohnsitze in Bayern (Nürnberg und              Freie Nationalisten Hof (Freies Netz Süd – Gruppe Hof): Neunkirchen am Brand). Diese wurden im Oktober 2010 durchsucht, da der Verdacht bestand, Hoffmann habe               Die Freien Nationalisten Hof haben – insbesondere auf­",
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            "content": "Drucksache 16/11788                             Bayerischer Landtag    · 16. Wahlperiode                             Seite 3 grund der räumlichen Nähe – enge Kontakte zu Rechtsex­        Gewicht des bei einem Rückfall bedrohten Rechtsguts, das tremisten im thüringischen Vogtland.                          Verhalten der verurteilten Person im Vollzug, ihre Lebens­ verhältnisse und die Wirkungen zu berücksichtigen, die von Skinhead­Gruppierung „White Avengers Germany“:                der Aussetzung für sie zu erwarten sind (§ 57 Abs. 1 Satz 2 StGB). Zwischen 2000 und 2008 bestand im Raum Coburg die Skinhead­Gruppierung „White Avengers Germany“. Ein            Zwei Drittel der Freiheitsstrafe waren – unter Anrechnung großer Teil der etwa 15 Mitglieder umfassenden Gruppe         der Untersuchungshaft – am 19.04.1989 verbüßt. Das Land­ stammt aus Thüringen. Treffen fanden im großen Umfang         gericht Bayreuth lehnte mit Beschluss vom 14.04.1989 die auch in Thüringen statt. Seit 2009 sind in Bayern keine Ak­   Aussetzung der Vollstreckung des Strafrestes zur Be­ tivitäten mehr festzustellen.                                 währung ab. Auf die sofortige Beschwerde des Verteidigers des Verurteilten hob das Oberlandesgericht Bamberg mit Be­ „Blood & Honour“:                                             schluss vom 14.07.1989 die Entscheidung des Landgerichts Bayreuth auf und setzte die Vollstreckung des Strafrestes der Die im Jahr 2000 verbotene Gruppierung besaß neben einer      Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Als Bewährungszeit wur­ Sektion Franken (Sitz in Bamberg) und einer Sektion Bayern    den vier Jahre festgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich (Sitz in Amberg) auch eine Sektion Thüringen. Ein Schwer­     als zuständige Vollstreckungsbehörde gegen die Strafausset­ punkt der Tätigkeit lag in der Organisation von Skinhead­     zung zur Bewährung ausgesprochen. Wegen der verfas­ Konzerten, zu denen im gesamten Spektrum von B & H            sungsrechtlich gewährleisteten Unabhängigkeit der Gerichte mobilisiert wurde. Dies hatte zwangsläufig Kontakte von       kann eine wertende Stellungnahme zu der gerichtlichen Ent­ bayerischen zu thüringischen Aktivisten zur Folge.            scheidung nicht abgegeben werden. Gerhard Ittner:                                               Zu 2.2: Erkenntnisse hinsichtlich eines Zusammenhangs der Taten Gerhard Ittner ist seit 1998 als Rechtsextremist bekannt. Er  der „Zwickauer Terrorzelle“ und den genannten Ermittlun­ war nacheinander für die DVU, die NPD, die Bürgerinitiati­    gen der Staatsanwaltschaft Gera gegen Karl­Heinz­Hoff­ ve Ausländerstopp Nürnberg und in der unorganisierten         mann liegen der Staatsregierung nicht vor. Im Übrigen wird Neonazi­Szene (Fränkische Aktionsfront) aktiv. Zwischen       auf die Antwort zu Frage Nr. 1 verwiesen. 2001 und 2003 trat er bei rechtsextremistischen Veranstal­ tungen in Thüringen und Sachsen auf. Seit 2005 ist er unbe­   Zu 3.: kannten Aufenthalts und wird mit Haftbefehl gesucht.          Im Rahmen des gesetzlichen Beobachtungsauftrags des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz (BayLfV) „Aktionsbündnis Nordfranken“:                                 sind im Bereich Rechtsextremismus auch Erkenntnisse zu Tino Brandt erhoben und gespeichert worden, beispielswei­ Die Internetseite des „Aktionsbündnis Nordfranken“ ver­       se anlässlich seiner Teilnahme an Veranstaltungen der weist auf thüringische Gesinnungsgenossen wie die „Akti­      rechtsextremistischen Szene in Bayern, zum Teil auch in der onsgruppe Weimarer Land“ und die „Freien Kräfte Erfurt“.      Funktion als Organisator, Initiator oder Redner. Überwacht wurden auch seine Kontakte zu führenden Aktivisten der Zu 1.2:                                                       bayerischen rechtsextremistischen Szene. Bekannt war er Der Staatsregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor,    auch durch seine Tätigkeit beim rechtsextremistischen Ver­ dass Martin Wiese und Karl­Heinz Hoffmann gemeinsam           lag „Nation & Europa“ in Coburg. Tino Brandt stand auch bei rechtsextremistischen Veranstaltungen in der Öffentlich­  als formaler Begründer des „Fränkischen Heimatschutzes“ keit aufgetreten sind.                                        (FHS) unter Beobachtung. Sein Versuch, den FHS als Pen­ dant zum „Thüringer Heimatschutz“ (THS) aufzubauen, Zu 2.:                                                        scheiterte allerdings. Es wird auf die Antwort zu Frage Nr. 1 verwiesen. Im Übri­ gen sind keine Erkenntnisse bekannt, dass Hoffmann in         Aufgrund entsprechender Datenlöschungs­ und Aktenver­ Thüringen eine Gaststätte erworben und sich diese zum         nichtungsvorschriften stehen beim BayLfV nur noch einge­ Treffpunkt der lokalen Neonazi­Szene entwickelt haben soll.   schränkt Daten zum Erkenntnisstand Anfang der 1990er­ Jahre zur Verfügung. Welcher Kenntnisstand damals im De­ Zu 2.1:                                                       tail bestand, ist zuverlässig nicht mehr feststellbar. Gleich­ Karl­Heinz Hoffmann wurde mit Urteil des Landgerichts         wohl gibt es zu Tino Brandt noch in großem Umfang Doku­ Nürnberg­Fürth vom 30.06.1986 (rechtskräftig seit             mente, die Gegenstand aktueller, noch nicht abgeschlossener 31.08.1988) wegen Geldfälschung und weiterer Straftaten zu    Auswertungen des BayLfV in Zusammenhang mit der Mord­ einer Gesamtfreiheitsstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten ver­   serie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) sind. urteilt. Gemäß § 57 Abs. 1 StGB ist grundsätzlich nach Ver­   Eine Bewertung von Tino Brandt und seiner damaligen Rol­ büßung von zwei Dritteln der verhängten Strafe zu prüfen, ob  le in der rechtsextremistischen Szene ist zum gegenwärtigen die Vollstreckung des Strafrestes zur Bewährung auszuset­     Zeitpunkt deshalb nur bedingt möglich. zen ist. Dabei sind insbesondere die Persönlichkeit der ver­ urteilten Person, ihr Vorleben, die Umstände ihrer Tat, das   Melderechtlich war Brandt vom 01.09.1991 bis 31.07.1993",
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