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"content": "Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode\t\t\t\t\t\t\t\t Drucksache 16/8996 01.08.2011 Schriftliche Anfrage 3. Welche Erfahrungen wurden mit dem sogenannten DJ- Führerschein gemacht, der 2005 in Bayern vom Ge- des Abgeordneten Reinhold Strobl SPD sundheitsministerium eingeführt worden war? vom 12.05.2011 a) Ist daran gedacht, die Schulungsveranstaltungen für DJs, die im November 2005 in München und im März Prävention von Hörschäden bei Jugendlichen 2006 in Nürnberg stattfanden, zu wiederholen? b) Wenn nein, warum wurde dies nicht weitergeführt? In den letzten Jahren ist bei den Jugendlichen insgesamt ein Anstieg von Fällen einer deutlichen Verminderung des Hör- 4. Welche weitere Aufklärungsarbeit wurde neben dem vermögens zu beobachten. Als wesentliche Ursache wird das Internetauftritt „laerm.bayern.de“ aktiv in den letzten erhöhte Lärmumfeld in unserer Gesellschaft angegeben. Stu- zwei Jahren vorgenommen? dien belegen, dass bereits jetzt 25 Prozent der Jugendlichen a) Mit welchen Maßnahmen ist das Projekt „earaction“ in europaweit lärmbedingt schlechter hören, andere Quellen den vergangenen zwei Jahren aktiv gewesen? gehen von noch höheren Zahlen aus. Bei Jugendlichen ist b) Welcher finanzielle Rahmen stand den jeweiligen Pro- eine der Hauptursachen für die krankhafte Beeinträchtigung jekten in den vergangenen zwei Jahren zur Verfügung? des Hörvermögens die extrem laute Musik, die vor allem beim regelmäßigen Besuch von Diskotheken und/oder die 5. Welche Aufklärungsarbeit wird durch Jugendorganisa- Dauerbeschallung durch tragbare elektronische Musikgeräte tionen mit Unterstützung des Freistaats betrieben? mit Ohrhörern auftritt. In Diskotheken und bei Musikver- anstaltungen sind Musikschallpegel von weit mehr als der 6. Welche Aufklärungsarbeit wird in den bayerischen Höchstgrenze von 100 db(A) nach wie vor üblich. Kindergärten und Schulen zu diesem Thema betrieben? a) Ist die Aufklärung über Schäden der Lärmbelastung Führende Experten auf dem Gebiet der Lärmforschung ver- Teil des Lehrplans in den bayerischen Schulen? treten die Auffassung, dass sich die Gewohnheiten des Mu- b) Wenn ja, in welchen Schularten und welchen Jahr- sikhörens nicht ändern werden, wenn ein Bewusstsein für gangsstufen findet diese Aufklärung statt? die Gefahren des Freizeitlärms nicht aktiv gefördert wird. c) Welche Inhalte werden dabei schwerpunktmäßig ange- Lärmprävention kann nur gelingen, wenn in den Familien sprochen? der Grundstein für den sensiblen Umgang mit Lärm begon- nen und im Kindergarten und in der Schule weiter vertieft wird. Ich frage die Staatsregierung: 1. Welche Richtwerte an Lautstärke und Dauer der Lärm- Antwort belastung erachtet die Bayerische Staatsregierung als des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit gesundheitsgefährdend? vom 15.06.2011 a) Worauf stützt sich diese Einschätzung? Die Schriftliche Anfrage wird im Einvernehmen mit dem 2. Ist es richtig, dass auf Basis verschiedener Untersu- Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus chungen, unter anderem durch das Landesamt für sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 2006 Sozialordnung, Familie und Frauen wie folgt beantwortet: geschlossen wurde, dass das Ziel, die mittlere Schallpe- gelbelastung in Musikveranstaltungen auf Werte unter Zu 1. und 1. a): 100 dB(A) zu senken, allein auf freiwilliger Basis nicht Die Gesundheitsgefährdung des Schalls hängt von der Dosis ausreichend erreicht werden kann? ab, d. h. von Schalldruckpegel und Dauer der Einwirkung. a) Welche Maßnahmen zur Einschränkung dieser Lärm- belastung wurden vonseiten der Staatsregierung seit- Nach § 6 Nr. 1 der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutz- dem getroffen? verordnung beträgt der obere Auslösewert 85 dB(A) über 8 b) Werden in Diskotheken und bei Veranstaltungen zu- Stunden gemittelt. Ab diesem Schallpegel muss ein Gehör- mindest stichprobenartige Kontrollmessungen der schutz getragen werden. Treten höhere Schallpegel auf, ver- Lärmbelastung durchgeführt? ringert sich die zulässige Aufenthaltszeit. Längere Schall- c) Wenn ja, mit welchen Ergebnissen? pausen sind sinnvoll. Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de – Dokumente abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de – Aktuelles/Sitzungen/Tagesübersicht zur Verfügung.",
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"content": "Seite 2 Bayerischer Landtag · 16. Wahlperiode Drucksache 16/8996 Im Vergleich zu den Schallbelastungen im Arbeitsbereich Zu 2. c): sind die Schallexpositionen in der Freizeit durch elektro Siehe Antwort zu Frage 2. b. akustische Beschallungsanlagen zeitlich kürzer. Da in der Regel kein Gehörschutz getragen wird, sind die einwir- Zu 3.: kenden Schallpegel teilweise höher. Um die gesundheitlichen Gefahren durch zu laute Musik in Diskotheken zu reduzieren, hat der Bundesverband deut- Das Deutsche Institut für Normung e. V. hat im November scher Diskotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT im DE- die DIN 15905-5 „Veranstaltungstechnik – Tontechnik – HOGA Bundesverband) im Herbst 2005 mit Unterstützung Teil 5: Maßnahmen zum Vermeiden einer Gehörgefährdung des Sozialministeriums Baden-Württemberg den sog. „DJ- des Publikums durch hohe Schallemissionen elektroakus- Führerschein“ eingeführt. Hierbei handelt es sich um eine tischer Beschallungstechnik“ verabschiedet. Mit dieser DIN 6-stündige Fortbildungsveranstaltung mit abschließender wird das zu verwendende Messverfahren genormt und Fol- schriftlicher Prüfung für Discjockeys. Bis jetzt wurden bun- gendes festgelegt: desweit 27 Seminare durchgeführt, bei denen sich die Lan- • Ab dem Beurteilungspegel Lr = 85 dB(A) soll auf eine desministerien, so auch Bayern, und die Techniker Kranken- mögliche Gehörgefährdung durch laute Veranstaltungen kasse finanziell beteiligt haben. hingewiesen werden. • Ab Lr = 95 dB(A) Aufforderung zum Tragen von Gehör- Im kostenpflichtigen Fortbildungsseminar zum Erwerb des schutzmitteln. DJ-Führerscheins werden die Discjockeys – die aufgrund • Ein Wert von Lr = 99 dB(A) soll nicht überschritten wer- eines fehlenden Berufsbildes keine speziellen Sachkennt- den. nisse für ihre Berufsausübung nachweisen müssen – über gesundheitliche Folgen lauter Musik, akustisch-technische Bayern sieht, wie auch die anderen Länder, die DIN 15905-5 Aspekte und haftungsrechtliche Tatbestände informiert. Die als geeignete Regel der Technik zur Beurteilung gesundheit- Inhalte dieses Schulungsprogramms wurden von Experten licher Gefährdung an. der Technischen Universität Berlin sowie Fachleuten aus dem Bereich der Schallwirkungsforschung ausgearbeitet. Zu 2.: Die Pilotstudie des LGL hat gezeigt, dass in 16 von 20 un- Die o. g. Pilotstudie des LGL hat gezeigt, dass auch in tersuchten Diskotheken mindestens ein Halbstunden-Mitte- Diskotheken mit geschulten DJs der Schallpegel teilweise lungspegel über 99 dB(A) lag. Dieses Ergebnis ist statistisch über 100 dB(A) lag. nicht repräsentativ, weist aber darauf hin, dass freiwillige Maßnahmen bislang nicht den gewünschten Erfolg erbrach- Zu 3. a): ten. Untersuchungen in anderen Ländern zeigten vergleich- Die Seminare werden vom Bundesverband deutscher Disko- bare Ergebnisse. theken und Tanzbetriebe e.V. mit der DEHOGA bundesweit organisiert. Für das Jahr 2011 sind noch keine Veranstal- Zu 2. a): tungsorte bekannt. Derzeit gibt es keine spezifische rechtliche Grundlage, den Schallpegel, z. B. innerhalb von Diskotheken, zu begrenzen. Zu 3. b): Die DIN-Norm 15905-5 hat keinen rechtlichen Charakter. Siehe Antwort zu Frage 3. a. Sie stellt allerdings eine technische Regel dar, deren Nicht- einhaltung den Betreiber erheblichen zivilrechtlichen Haf- Zu 4. und 4. a): tungsrisiken aussetzt. Das internetbasierte Programm „earaction“ war die letzten zwei Jahre ständig online und wurde ausgewertet. Derzeit Die Anwendung der DIN 15905-5 stellt jedoch Betreiber wird das Programm den aktuellen technischen Standards an- insbesondere bei mobilen elektroakustischen Beschallungs- gepasst. anlagen vor erhebliche technische und logistische Probleme. Bayern hat sich als erstes Land der Problematik angenom- Die Erfahrungen mit „earaction“ werden auch in die neue men, die bislang ungelösten Probleme bei der Schallpegel- Studie „Ohrkan“ eingebracht, die vom StMUG finan- messung insbesondere mobiler Beschallungsanlagen zu ziert und vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und lösen. Der diesbezügliche Bericht des Bayerischen Landes- Lebensmittelsicherheit koordiniert wird. Hierbei soll u. a. amts für Umwelt wurde allen Ländern zur Prüfung zugelei- festgestellt werden, welche Gruppen von Jugendlichen tet. besonders gefährdet sind, um diese Gruppen gezielt anspre- chen zu können. Die Studie wird voraussichtlich Ende 2011 Auf der 84. Gesundheitsministerkonferenz am 29. und 30. abgeschlossen sein. Juni 2011 soll dieses Thema auf der Tagesordnung stehen. Zu 4. b): Zu 2. b): Die Studie Ohrkan wird mit 172.196 € gefördert. Die Durchführung von Kontrollmessungen liegt im Ermes- sen der örtlichen Sicherheitsbehörden. Der Bayerischen Zu 5.: Staatsregierung liegen hierzu keine Zahlen vor. Die Jugendorganisationen führen ihre Aufklärungsarbeit eigenständig durch.",
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"content": "Drucksache 16/8996 Bayerischer Landtag · 16. Wahlperiode Seite 3 Zu 6. a)–c): Schulen: Kindergärten: Die Problematik der schleichenden Hörschädigung wird von Der Bildungs- und Erziehungsbereich „Gesundheit“ stellt Jugendlichen leider nach wie vor sehr stark unterschätzt. Die einen zentralen Schwerpunkt im Bayerischen Bildungs- und Folgen von Hörschäden für den Einzelnen, aber auch für die Erziehungsplan (BayBEP) dar und wird dort in einem eige- Gesellschaft können langfristig gravierend sein. Deshalb nen Kapitel ausführlich behandelt. Als fester Bestandteil der versuchen die bayerischen Schulen bereits seit Jahren, durch pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen zielt die Präventionsarbeit dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Gesundheitsbildung von Anfang an auf die Förderung von gesundheitsspezifischen Kompetenzen und die Übernahme Die Aufklärungsarbeit zu diesem Thema beginnt bereits in von Eigenverantwortung für Körper und Gesundheit. Da- der Grundschule. Das Thema „Sinnesorgane“ ist Teil des bei geht es auch darum, Gefahrenquellen für die Gesund- Lehrplans des Faches Heimat- und Sachunterricht in der heit wie z. B. Lärm zu erkennen und einschätzen zu lernen. Jahrgangsstufe 3. Gesundheitsförderliche Bildungsangebote werden gezielt in die alltäglichen Routinen und Abläufe der Kindertagesein- In den weiterführenden Schularten wird das Thema im richtungen integriert und mit Blick auf die erhöhten Gesund- Rahmen des Biologieunterrichtes erneut jeweils unter dem heits- und Entwicklungsrisiken sozial benachteiligter Kinder Lehrplaninhalt „Sinnesorgane“ vertieft behandelt. Im Lehr- stark betont. Die Umsetzung dieser Bildungsziele ist in der plan für die Gymnasien in Bayern beispielsweise nimmt der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Kinderbildungs- Themenkomplex – der Körper des Menschen und seine Ge- und -betreuungsgesetz (§ 13 AVBayKiBiG) verbindlich ge- sunderhaltung – großen Raum ein. Bereits in der Jahrgangs- regelt, d. h. Voraussetzung für die staatliche Förderung. stufe 5 lernen die Schüler ihren eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Sie erwerben grundlegendes Wissen über Primärpräventiv wirkt auch die Förderung des aufmerk- Bau und Funktion wichtiger Organsysteme. Dies soll ihnen samen Zuhörens im pädagogischen Alltag. Die Verankerung helfen, die Entstehung und Auswirkungen von Krankheiten des Zuhörens als pädagogisches Prinzip zielt gleichzeitig auf zu verstehen und fördert so gesundheitsbewusstes Verhal- den sensiblen Umgang mit Lärm. ten. Bezüglich des Sinnesorgans Ohr lernen die Schüler den Aufbau, wichtige Leistungen und Beeinträchtigungen sowie Kindertageseinrichtungen sind ein idealer Ort, um im Sinne die Vermeidung von Schäden durch gesundheitsbewusstes von Primärprävention eine umfassende und chancenreiche Verhalten kennen. Gesundheitsförderung zu leisten, denn sie erreichen nicht nur fast alle Kinder, sondern auch deren Eltern. Angebote In der 9. Jahrgangsstufe werden die Grundlagen des Hörvor- zur Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern nehmen gangs und die Schäden durch Lärmeinwirkung erneut ver- u.a. medizinische Fragen und Fragen zur Medienerziehung tieft behandelt. in den Blick. Informationen für Eltern stellt auch das Fami- lienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik bereit Neben der Besprechung des Themas im Rahmen des Bio- (siehe hierzu z.B. https://www.familienhandbuch.de/erzie logieunterrichtes gibt es bereits seit einigen Jahren das o. g. hungsbereiche/medienerziehung/musik-horen-wie-laut und Projekt „earaction“ (www.earaction.de) Das Programm www.familienhandbuch.de/archiv/sind-sie-sicher-dass-ihr- wurde bereits 2006 allen Schulen durch das Kultusministeri- kind-gut-hort). um bekannt gemacht.",
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