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"content": "Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Drucksache 16/7037 14.03.2011 Schriftliche Anfrage Antwort der Abgeordneten Thomas Mütze, Dr. Martin Runge des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kunst vom 28.10.2010 vom 25.01.2011 Rückgabe von Sammlungsgegenständen aus Namibia Zu 1. a) und b): In den staatlichen Universitäten des Freistaats Bayern sind Der namibische Botschafter Neville Gertze hat bei einem keinerlei menschliche Schädel oder andere Körperteile aus Besuch im Bundestag unter anderem darauf hingewiesen, Namibia oder anderen ehemaligen Kolonialgebieten des dass während der Aufstände der Herero und Nama gegen die Deutschen Reiches vorhanden. deutsche Kolonialherrschaft zwischen 1904 und 1908 Tau sende Einheimische infolge des Vernichtungsbefehls des Zu 2. a) und b): Oberbefehlshabers der kaiserlichen Schutztruppe, General Im Staatlichen Museum für Völkerkunde in München lagern Lothar von Trotha, starben. Zu Forschungszwecken wurden 15 Schädel aus dem ehemaligen Kolonialgebiet Deutsch damals zahlreiche menschliche Überreste nach Deutschland Neuguinea, ein Schädel aus Kamerun sowie eine rituelle verbracht. Es wird nun vermutet, dass sich in Deutschland Trommel aus Togo, an der sich ein Unterkiefer befindet. z. B. an Universitäten noch mehrere Dutzend Schädel befin den. Die namibische Regierung bzw. die beiden Volksgrup Zu 3.: pen der Herero und Nama fordern die Rückgabe mehrerer Das Bayerische Armeemuseum beherbergt eine umfangrei Dutzend Schädel aus dem ehemaligen DeutschSüdwestafri che Sammlung zur Deutschen Kolonial und Schutztruppe. ka an Namibia, um sie in Namibia beizusetzen. In diesem Zu Dabei handelt es sich aber durchweg um Material (vor allem sammenhang fragen wir die Staatsregierung: Ausrüstung) der Kolonialmacht selbst. 1. Lagern in bayerischen Universitäten, so zum Beispiel in Im Museum für Völkerkunde befinden sich äußerst zahlrei deren Archiven, aus ehemaligen Kolonialgebieten stam che Gegenstände, die in der Kolonialzeit aus Kolonialgebie mende menschliche Schädel oder ggf. andere Körpertei ten nach Europa gelangt sind (weit über 10.000 Einzelob le jekte). Die Sammlungen aus der Kolonialzeit bilden damit a) aus Namibia einen wesentlichen Teil des Völkerkundemuseums. In der b) aus anderen Kolonialgebieten? Regel wurden die Gegenstände von in den Kolonien tätigen Personen wie z. B. Kolonialbeamten, Ärzten oder Schiffs 2. Lagern in anderen bayerischen Einrichtungen aus ehema kapitänen oder von Reisenden gesammelt und dem Völker ligen Kolonialgebieten stammende menschliche Überre kundemuseum geschenkt oder verkauft. Sammler, Ort, Er ste werbungsart, Datum und ggf. Preis sind regelmäßig doku a) aus Namibia mentiert. Hingegen sind die genauen Hintergründe, wie die b) aus anderen Kolonialgebieten? Gegenstände vor Ort in den Besitz der Sammler gekommen sind, kaum bekannt. 3. Welche weiteren Gegenstände aus der Kolonialzeit be finden sich in welchen Sammlungen bayerischer Museen Im Falle von konkreten Rückforderungen müsste aus Sicht und sonstiger Einrichtungen, wie stellten sich jeweils die der Staatsregierung jeweils im Einzelfall eine gründliche Er Modalitäten des Erwerbs/der Aneignung dar und welche forschung und Prüfung dieser Umstände erfolgen, um über Schlussfolgerungen zieht die Staatsregierung hieraus? den künftigen Verbleib zu entscheiden. 4. Welche Anstrengungen zur Rückführung menschlicher Zu 4.: Überreste und zur Restitution von Kulturgütern aus ehe Da bislang weder bei betroffenen Einrichtungen noch bei der maligen Kolonialgebieten haben die betroffenen Einrich Bayerischen Staatsregierung offizielle Rückführungs oder tungen, Museen und die Staatsregierung generell bisher Restitutionsbegehren der Nachfolgestaaten ehemaliger Ko unternommen und was werden sie zukünftig unterneh lonialgebiete des Deutschen Reiches geltend gemacht wor men? den sind, besteht aus Sicht der Bayerischen Staatsregierung 5. Inwieweit stehen die Staatsregierung bzw. die betroffe keine Veranlassung, diesbezüglich tätig zu werden. Im Falle nen Einrichtungen in Kontakt mit der namibischen Re von solchen Begehren wird die Staatsregierung selbstver gierung, bzw. anderen gegebenenfalls betroffenen Regie ständlich genau untersuchen, ob die Ansprüche berechtigt rungen und Opfergruppen in den ehemaligen Kolonialge sind (vgl. Antwort zu Frage 3). bieten? ______ Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de Parlamentspapiere abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de Aktuelles/Sitzungen/Tagesübersicht zur Verfügung.",
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"content": "Seite 2 Bayerischer Landtag · 16. Wahlperiode Drucksache 16/7037 Zu 5.: ro (Oberhäuptling der Herero im Krieg gegen die Deutsche Das Staatliche Museum für Völkerkunde hat im Rahmen des Schutztruppe) und Berater des Maherero Royal House. Programms „Die Politik der Erinnerung – Spurensuche zwi Rückgabe bzw. Restitutionsforderungen wurden nicht erho schen Namibia und Deutschland“, das Bestandteil einer in ben. Aktuell besteht kein Kontakt mehr. 2005 stattgefundenen Ausstellung war, das direkte Gespräch mit offiziellen Vertretern der Herero gesucht und gefunden. Die Bayerische Staatsregierung steht derzeit ebenfalls mit Als Hauptgesprächspartner aufseiten der Herero fungierte keiner Regierung oder Opfergruppe ehemaliger Koloniege Gustav Hanganee Mupuruna, Urenkel von Samuel Mahere biete in Kontakt.",
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