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"content": "Bayerischer Landtag 15. Wahlperiode Drucksache 15/3603 13.07.2005 Schriftliche Anfrage Zu 1.: Exakte Zahlen liegen nicht vor, da in Bayern hierzu keine Er- des Abgeordneten Dr. Christian Magerl BÜNDNIS 90 hebung erfolgt. Diese ist auch aufgrund des immensen Auf- DIE GRÜNEN wands nicht vertretbar. vom 17.05.2005 Zu 2.: Bleibelastung bayerischer Gewässer infolge von Fischen Bleigewichte sind vielfach mit einer Schutzschicht überzo- mit Bleigewichten gen, die einen Bleiabtrag beim Umgang mit den Gewichten verhindern soll. Um unbehandelte Bleigewichte bilden sich Ich frage die Staatsregierung: im Wasser unlösliche Schichten. Das Blei aus Bleigewichten trägt daher nur zu einem äußerst geringen Anteil am gelösten 1. Welche Mengen Blei gelangen pro Jahr in Bayern durch und sorbierten Blei in Gewässern bei. Dementsprechend Fischen in bayerische Gewässer? spielt die Fischerei als Quelle einer möglichen Bleibelastung insgesamt für die bayerischen Gewässer eine vernachlässig- 2. Welchen Anteil hat Fischen an der gesamten Bleibelas- bar geringe Rolle (zu den anderen Bleiemissionen vgl. Frage tung bayerischer Gewässer? 7). 3. Welche Folgen hat dieser Bleieintrag für Tiere, Pflan- Zu 3.: zen und Menschen? Durch die geringe Löslichkeit ist davon auszugehen, dass der Eintrag von Blei über die Wasserphase keinen messbaren Ef- 4. a) Wie oft werden Gewässer hinsichtlich ihrer Bleibelas- fekt auf Gewässerorganismen oder den Menschen hat. Al- tung untersucht? lenfalls können Bleigewichte von Wasservögeln oral aufge- b) Wie hat sich der Bleigehalt in den vergangenen zehn nommen werden. Jahren verändert? c) An welchen Gewässern oder Gewässerabschnitten wur- Zu 4. a), b) und c): den die höchsten Werte gemessen? Im Rahmen des „Landesmessnetzes Fließgewässer“ werden in Bayern folgende Untersuchungen auf Blei durchgeführt: 5. Welche Alternativen zum Senkblei gibt es, und wie sind 14-täglich an 25 Messstellen bayerischer Fließgewässer (Ge- diese Alternativen zu beurteilen? samtgehalte im Wasser), zweimal jährlich im schwebstoff- bürtigen Sediment (sorbiertes Blei) sowie im Muskelfleisch 6. Gibt es nach Kenntnis der Staatsregierung Länder, in von Fischen. denen die Verwendung von Blei zum Fischen verboten ist, wenn ja, welche, und wie steht die Staatsregierung Nach den bisherigen Messungen liegen die Messwerte in zu einem solchen Verbot? Schwebstoffen in der Oberpfalz (Naab, Vils) am höchsten (zwischen 120 und 160 mg/kg). In der Wasserphase werden 7. Welche anderen Quellen haben welchen Anteil an der im bayernweiten Vergleich an Regnitz, Main, Sächsischer Gesamtbleibelastung bayerischer Gewässer? Saale und der Salzach höhere Werte nachgewiesen (90 Per- zentilwerte ca. 5 bis 10 µg/l, Maxima bei 20 µg/l). Die Ge- 8. Welche Schritte hat die Bayerische Staatsregierung bis- halte sind im Wesentlichen auf diffuse Einträge und die geo- her unternommen, um diese Belastungen zu reduzieren, gene Grundbelastung zurückzuführen (vgl. Frage 7). welchen Erfolg hatten diese Bemühungen? In den letzten Jahren haben die Bleikonzentrationen insbe- sondere in Schwebstoffen abgenommen (deutlich im Bereich der Regnitz und im Bereich des Elbe-Einzugsgebietes in Röslau, Eger, Sächsische Saale). Auch in der Wasserphase Antwort zeichnet sich an vielen Messstellen ein Rückgang ab. des Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Die Bleibelastung in Fischen wurde von der bayerischen Verbraucherschutz Wasserwirtschaftsverwaltung unter dem Gesichtspunkt des vom 15.06.2005 Vorsorgeprinzips aufgrund empirischer Daten nach 4 Klas- sen bewertet: „gering“, „mäßig“, „stark“ und „sehr stark“. Die schriftliche Anfrage beantworte ich im Einvernehmen Danach ist die Belastung der Fische in Bayern mit Ausnah- mit dem Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft me von zwei Messpunkten in den Untersuchungsperioden und Forsten wie folgt: 2002/2003 und 2003/2004 gering bis mäßig. Bei geringer",
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"content": "Seite 2 Bayerischer Landtag · 15. Wahlperiode Drucksache 15/3603 Belastung ist der Median kleiner als 0,006 (Schwelle gering Zu 6.: zu mäßig), bei einer mäßigen Belastung kleiner 0,03 mg/kg Eine Umfrage bei den obersten Fischereibehörden Deutsch- Frischsubstanz der untersuchten Fische (Schwelle mäßig zu lands ergab, dass in keinem Bundesland ein Verbot für die stark). Die lebensmittelrechtlichen Höchstwerte liegen für Verwendung von Blei beim Fischen besteht. Wie aus den Fische bei 0,2 mg/kg Frischsubstanz (FS) bzw. für Aale we- Antworten zu den Fragen 2 und 3 hervorgeht, ist das Belas- gen des höheren Fettgehaltes bei 0,4 mg/kg FS. Diese tungspotenztial durch die Verwendung von Blei beim Fi- Höchstwerte werden in Bayern nicht annähernd erreicht. Sie schen marginal bzw. nicht feststellbar. Ebenso gering wäre würden nach dem Bewertungsschema in die höchste Belas- dann der Effekt eines Verbotes ausschließlich für die Fische- tungsklasse (sehr stark) fallen. rei. Ein Verbot allein für das Bundesland Bayern wäre kaum plausibel und machbar. Da die Angler anderer Bundesländer Zu 5.: auch hier fischen und bayerische Angler dort, würde dies zu Alternativ zu Bleigewichten können Gewichte aus Zinn, ungleichen Verhältnissen führen, die darüber hinaus nur Stahl, rostfreiem Stahl, Wolfram, Glas, Ton, Wachs bzw. schwer kontrollierbar wären. Kitt und speziellen Kunststoffen benutzt werden. Nach vor- liegenden Erkenntnissen wurden schon vor etwa 10 Jahren Zu 7.: Alternativen auf dem Markt für Angel- und Fischereizubehör Nach einer Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesam- angeboten. Es handelt sich z. B. um Bleilegierungen mit ge- tes aus dem Jahr 2002 sind die Quellen für Bleiemissionen ringem Bleigehalt, lackierte oder mit Plastik ummantelte (auch als Eintragsweg in Gewässer) vor allem im diffusen Bleigewichte, um verchromte Pilker bzw. solche aus einer Bereich und hier hauptsächlich in städtischen Regenabwäs- Zink-Aluminium-Legierung oder um sogenanntes Tungsten sern (Abschwemmungen von Straßen und Dächern) zu su- (Wolfram im englischen und skandinavischen Sprachge- chen. Des Weiteren tragen Erosion, die geogene Grundbelas- brauch). Diese Produkte können Blei bzw. ungeschütztes tung, industrielle Einleitungen, Kläranlagen sowie Emissio- Blei teilweise ersetzen. Blei wird vor allem wegen seines ho- nen aus dem Bergbau zur Belastung bei. hen spezifischen Gewichts, seiner Verfügbarkeit und seines günstigen Preises verwendet. Bleiersatzstoffe sind im Durch- Zu 8.: schnitt 30 – 40 % teurer als Blei. Weitere Vorteile von Blei Die Staatsregierung hat den Gewässerschutz vorangetrieben sind hohe Plastizität, leichtere Handhabung und eine gerin- und die Anforderungen nach § 7 a WHG bei allen einschlä- gere Schädigung der Angelschnüre. Aus diesen Gründen gigen Einleitern umgesetzt. Im Hinblick auf die Bleibelas- konnten sich viele Alternativen im Handel nicht bewähren tung durch die Fischerei wurde und wird kein Anlass für wei- und werden z.T. nur noch selten angeboten. tere Regelungen gesehen.",
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