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"content": "Wissenschaftliche Dienste Aktueller Begriff Seite 2 Die Sprengung des Berliner Stadtschlosses Jahres 1949 richteten sich die Ostberliner Stadtplaner immer konsequenter nach dem Vorbild sowjetischer Stadtplanung. Nach mehreren Informationsreisen in die Sowjetunion erarbeiteten ostdeutsche Städteplaner „16 Grundsätze für den Wiederaufbau der Städte“, die im September 1950 Teil eines neuen Aufbaugesetzes wurden. Im Sinne dieser Leitlinien hatte Walter Ulbricht bereits im Juli 1950 auf dem III. SED-Parteitag verkündet: „Das Zentrum unserer Hauptstadt, der Lustgarten und das Gebiet der jetzigen Schlossruine, muss zu dem großen Demonstrationsplatz werden, auf dem Kampfwille und Aufbauwille unseres Volkes Ausdruck finden können.“ Am 15. August 1950 beschloss das Politbüro der SED den Abriss des Stadtschlosses. Nachdem die DDR- Regierung den Entschluss zum Abriss am 23. August bestätigt und der Magistrat von Berlin ihn am 31. August übernommen hatte, wurde auch die Öffentlichkeit davon informiert. Trotz der Proteste von namhaften Architekten, Denkmalschützern, Wissenschaftlern – allen voran der Kunsthistoriker Richard Hamann – blieb es bei dieser Entscheidung. Am 5. September 1950 vergab der Magistrat von Berlin den Auftrag zum Abriss. Alle Versuche, das Schloss ganz oder teilweise zu retten, waren gescheitert. Sie hatten lediglich erreicht, dass Skulpturen und andere wertvolle Bauteile geborgen wurden. Das prominenteste Relikt ist das Portal IV von Eosander, von dem aus Karl Liebknecht 1918 die sozialistische Republik ausgerufen hatte. 1963/64 wurde es deshalb in die Fassade des Staatsratsgebäudes eingearbeitet. Pünktlich zur Maikundgebung 1951 stand eine riesige Freifläche zur Verfügung. Sie wurde „Marx-Engels-Platz“ genannt und diente dem DDR-Regime 22 Jahre lang als Aufmarschplatz. 1973 begann der Bau des Palastes der Republik, der 1976 eingeweiht wurde. Nach dem Ende der DDR und der Wiederherstellung der Deutschen Einheit begann erneut eine Diskussion über die Zukunft dieses Areals. Bis heute dauert die Debatte darüber an, ob ein zerstörtes historisches Ge- bäude rekonstruiert werden sollte, wenn keine oder kaum mehr historische Bausubstanz vorhan- den ist, und wie ein solches Gebäude sinnvoll genutzt werden könnte. Im Falle des Potsdamer Schlosses wurden beide Fragen positiv beantwortet, der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkir- che ist ein inzwischen weithin akzeptiertes Beispiel. Für den Berliner Schlossplatz setzten Bun- desregierung und Senat im Oktober 2000 eine Expertenkommission „Historische Mitte Berlins“ ein. Auf der Basis ihrer Empfehlungen beschloss der Deutsche Bundestag am 4. Juli 2002 die Neugestaltung des Areals im Sinne einer „kritischen Rekonstruktion“. Der Palast der Republik sollte abgetragen und mit dem „Humboldtforum“ ein neues Gebäude entstehen, das wissen- schaftliche Einrichtungen und museale Sammlungen beherbergt. Auch die Rekonstruktion dreier barocker Fassaden fand schließlich eine Mehrheit – eine Entscheidung, die der Bundestag am 13. November 2003 noch einmal bekräftigte. Der Palast der Republik wurde zwischen 2006 und 2008 abgerissen, aus einem Wettbewerb ging der italienische Architekt Franco Stella als Gewinner hervor. Am 7. Juni 2010 beschloss die Bundesregierung, den Baubeginn aus Kostengründen zu verschieben. Quellen und Literatur – Das Berliner Schloss und sein Untergang. Ein Bildbericht über die Zerstörung Berliner Kulturdenkmäler, hg. im Auftrag des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen von Karl Rodemann, Berlin 1951. – Goerd Peschken und Hans-Werner Klünner, Das Berliner Schloss: das klassische Berlin, Berlin 4. Aufl. 1998. – Günter Feist, Finale Schlossmuseum. Die letzten 33 Jahre des Berliner Stadtschlosses, Museumsjournal 5. Jg. 1991, 4, S.18-23 und 6. Jg. 1992, 1, S.10-17. – Schloss Berlin/Humboldtforum Realisierungswettbewerb 2008, hg. vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Berlin 2009 – Bernd Maether, Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. Eine Dokumentation, Berlin 2000. Verfasserin: MRn Barbara Kaernbach, Fachbereich WD 10, Kultur, Medien und Sport",
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