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            "content": "Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode\t\t\t\t\t\t\t\t                                                                                       Drucksache      16/13946 05.12.2012 Schriftliche Anfrage                                                         An Grundschulen und Mittelschulen werden die Begriffe „Extemporalien“ („Exen“) bzw. „Stegreifaufgaben“ nicht der Abgeordneten Dr. Simone Strohmayr SPD                                    verwendet. Hier wird zwischen angekündigten und nicht vom 04.09.2012                                                               angekündigten Probearbeiten unterschieden. An der Grund- schule müssen sich nicht angekündigte Probearbeiten aus Praxisempfehlungen für Schulen                                               dem Unterrichtsablauf ergeben und werden nur in den Jahr- gangsstufen 2 und 3 gehalten, wobei Probearbeiten im ersten Ich frage die Staatsregierung:                                               Halbjahr der Jahrgangsstufe 2 nicht benotet werden; in der Jahrgangsstufe 4 werden Probearbeiten angekündigt; für die- 1. Gibt es Empfehlungen des Kultusministeriums, wie                          se Jahrgangsstufe enthält die Schulordnung auch Richtwerte Schulen (differenziert nach Schularten) mit folgenden                    zur Anzahl der Probearbeiten. In der Grundschule darf an Themen umgehen sollen: Stegreifaufgaben ohne Ankün-                      einem Tag nur eine Probearbeit, in der Woche sollen nicht digung; Doppelstunden; moderner pädagogischer Un-                        mehr als zwei Probearbeiten abgehalten werden. In der Mit- terricht? Gibt es Vorgaben, diese Unterrichtsmethoden/                   telschule können Probearbeiten je nach Art und Umfang an- -mittel verstärkt/vermindert einzusetzen?                                gekündigt werden; sie müssen angekündigt werden, wenn größere Lernabschnitte bearbeitet werden sollen (vgl. § 43 2. Wenn ja, wie werden diese den Schulen nahegebracht?                       Abs. 2 und 3 VSO). Weitere Vorgaben existieren für unan- gekündigte schriftliche Leistungserhebungen an Grundschu- 3. Gibt es eine Best-Practice-Liste des Kultusministeriums,                  len und Mittelschulen nicht. auf der besonders empfehlenswerte Projekte von Schulen                   Empfehlungen vonseiten des Staatsministeriums zum The- geführt und anderen Schulen dadurch nahegelegt wer-                      ma Stegreifaufgaben bzw. unangekündigte schriftliche Leis- den?                                                                     tungserhebungen, die über die genannten rechtlichen Vor- gaben hinausgehen, werden bewusst nicht ausgesprochen, 4. Wenn ja, wie werden Schulen darüber informiert?                           da der Gestaltungsspielraum der Schulen im Allgemeinen und der pädagogische Ermessensspielraum der Lehrkräfte im Einzelnen nicht unnötig eingeschränkt werden soll. Zahl, Umfang, Schwierigkeit und Gewichtung von Leistungsnach- weisen richten sich nach den Erfordernissen der jeweiligen Schulart und Jahrgangsstufe sowie der einzelnen Fächer (vgl. Art. 52 Abs. 1 BayEUG). An den Schulen sorgen die Antwort                                                                      Respizienz der Leistungserhebungen, die Behandlung der des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus                             Thematik in regelmäßigen Dienstbesprechungen, wie z. B. vom 08.10.2012                                                               Fachsitzungen, sowie die Auswertung der Ergebnisse der internen und externen Evaluation für eine angemessene Zu 1.:                                                                       und vergleichbare Handhabung. An Gymnasien z. B. trifft Stegreifaufgaben                                                             die Lehrerkonferenz vor Unterrichtsbeginn des Schuljahres Grundsätzlich sind die Schulen an die rechtlichen Rahmen-                    grundsätzliche Festlegungen zur Erhebung von Leistungs- bedingungen zum Thema Stegreifaufgaben gebunden. Bei                         nachweisen und entscheidet über prüfungsfreie Zeiten (vgl. Stegreifaufgaben handelt es sich um („kleine“) schriftliche                  § 53 Abs. 2 GSO). Diese Festlegungen werden Eltern wie Leistungsnachweise, die ohne Vorankündigung an weiter-                       Schülerschaft bekannt gegeben. Ähnliche Regelungen se- führenden allgemeinbildenden (mit Ausnahme der Mittel-                       hen etwa die Schulordnungen für die Volksschulen (vgl. schule) und beruflichen Schulen gefordert werden. In der                     § 43 Abs. 1 VSO), für Wirtschaftsschulen (vgl. § 46 Abs. Regel beträgt die maximale Arbeitszeit 20 Minuten (z. B.                     5 WSO) sowie für Fachober- und Berufsoberschulen (vgl. an Realschule und Gymnasium, vgl. § 51 Abs. 2 RSO bzw.                       § 44 Abs. 2 FOBOSO) vor. An den Realschulen trifft die § 55 Abs. 2 Satz 1 GSO). Der Prüfungsstoff ist durch die je-                 Lehrerkonferenz zu Beginn des Schuljahres Entscheidungen weiligen Schulordnungen begrenzt: An der Realschule z. B.                    über die Art der Leistungserhebungen (bzw. über die Frage, können der Stoff der letzten Unterrichtsstunde vor der Leis-                 ob Kurzarbeiten geschrieben werden sollen; vgl. § 51 Abs. tungserhebung sowie Grundwissen abgeprüft werden. Am                         1 Satz 4 RSO). Gymnasium oder den Berufs- und Fachoberschulen kann                          Rückmeldungen an das Staatsministerium belegen, dass die sich der Prüfungsstoff maximal auf Unterrichtsinhalte der                    Lehrkräfte in aller Regel verantwortungsvoll mit dem gezielt zwei unmittelbar vorangegangenen Unterrichtsstunden so-                      gewährten Freiraum umzugehen verstehen. Zudem würden wie auf Grundwissen beziehen.                                                dezidiertere Vorgaben durch das Staatsministerium die Ent- Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de – Dokumente abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de – Aktuelles/Sitzungen/Tagesübersicht zur Verfügung.",
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            "content": "Seite 2                           Bayerischer Landtag  ·  16. Wahlperiode                              Drucksache 16/13946 scheidungsbefugnisse der Schulen im Rahmen der eigenver-      Lehrdeputat wird sichergestellt, dass Lehrkräfte über neue antwortlichen Schule einschränken.                            Erkenntnisse in den Fachdisziplinen wie auch den Erzie- Die stärkere Ausrichtung auf nachhaltiges, auch schüler- und  hungswissenschaften auf dem Laufenden gehalten werden. teamorientiertes Lernen hat dazu geführt, dass innerhalb des  In welcher Weise die aktuellen pädagogischen Entwick- Spektrums an Leistungserhebungen die Stegreifaufgabe an       lungen Eingang in die Unterrichtswirklichkeit gefunden Bedeutung verloren hat. Da der Unterricht gezielter als frü-  haben, wird seit dem Schuljahr 2005/2006 flächendeckend her auf Kompetenzerwerb und selbst gesteuertes, problem-      im Rahmen der Qualitätssicherung beobachtet. Alle Schulen und projektorientiertes Lernen ausgerichtet ist, wurde das    sind gemäß Art. 113 c BayEUG verpflichtet, ihre Arbeit in Spektrum möglicher Formen von Leistungserhebung erwei-        regelmäßigen Abständen durch interne und externe Evalua- tert, etwa um Projektpräsentationen, fachliche Leistungstests tion einer Prüfung zu unterziehen. Insbesondere die externe oder mündliche Gruppenprüfungen, z. B. in Fremdsprachen.      Evaluation vermag der Schule eine unabhängige Rückmel- Dennoch hat die Stegreifaufgabe nach wie vor als eine Form    dung zur Qualität ihres Unterrichts zu geben. Falls Weiter- der Leistungserhebung neben anderen Ausprägungen ihre         entwicklungsbedarf festgestellt wird, schließt die Schule mit Berechtigung.                                                 der Schulaufsicht Zielvereinbarungen, die konkrete Schritte für die weitere Unterrichtsentwicklung beinhalten. Doppelstunden                                                 Darüber hinaus spielt die Qualität des Unterrichts bei der Das Prinzip der Eigenverantwortung gilt nicht nur für das     dienstlichen Beurteilung der einzelnen Lehrkraft eine zentra- Thema Leistungserhebung, sondern auch für die Einrichtung     le Rolle. Die Schulleiter besuchen den Unterricht der Lehr- von Doppelstunden. Die Organisation des Unterrichts in        kräfte und prüfen dabei, inwiefern die rechtlichen Vorgaben, Doppelstunden wurde auch im Rahmen des Schulversuchs          aber auch die Erwartungen an einen zeitgemäßen Unterricht „MODUS 21 – Schule in Verantwortung“ in den Jahren            erfüllt werden. 2002 bis 2007 erprobt und für gut befunden, sodass diese spezielle Handhabung des Stundenplans in einen Katalog        Zu 2.: von 60 möglichen Maßnahmen zur flexibleren, modernen          Rechtliche Vorgaben sind in den einschlägigen Gesetzen Unterrichtsgestaltung aufgenommen wurde. Dieser Kata-         und Verordnungen niedergelegt und werden in den entspre- log wurde in die Schulordnungen aufgenommen bzw. durch        chenden Organen publiziert. So finden sich die relevanten einschlägige Verwaltungsvorschriften in Kraft gesetzt. Den    Rahmenbedingungen für Stegreifaufgaben oder der Verweis Schulen aller Schularten steht es folglich offen, einzelne    auf MODUS-21-Maßnahmen in den jeweiligen Schulord- Maßnahmen des umfangreichen MODUS-21-Katalogs un-             nungen. Über Änderungen bei den rechtlichen Vorgaben ter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten in der ei-   werden die bayerischen Schulen aller Schularten per Be- genen Unterrichtsorganisation zu realisieren, u. a. auch das  kanntmachung (KMBek) bzw. Schreiben (KMS) des Staats- Doppelstundenprinzip.                                         ministeriums für Unterricht und Kultus informiert. Zentrale Änderungen werden außerdem bei Dienstbesprechungen mit Moderner Unterricht                                           der Schulaufsicht sowie bei Dienstbesprechungen der Schul- Die Sicherstellung eines zeitgemäßen Unterrichts ist von      aufsicht mit den Schulleitern – i. d. R. bereits im Vorfeld jeher zentrale Maßgabe bayerischer Bildungspolitik. Die       – thematisiert. Das Wissen um die aktuell gültigen Rahmen- Ausprägung eines solchen Unterrichts hängt von wissen-        bedingungen wird anschließend über regelmäßig tagende schaftlichen Erkenntnissen, pädagogischen und gesellschaft-   schulische Gremien, etwa die Lehrerkonferenz, Fachsit- lichen Entwicklungen etc. ab und ist deshalb einem mitunter   zungen sowie Dienstbesprechungen, an die einzelnen Lehr- raschen Wandel unterworfen. Vor diesem Hintergrund gilt       kräfte weitergegeben. es, einen ausgewogenen Mittelweg zwischen Kontinuität         Praktische Handlungsanleitungen sind oft in Publikationen und Reform zu finden und Veränderungen umsichtig vor-         zusammengestellt: Eine Gesamtdarstellung aller MODUS- zunehmen.                                                     21-Maßnahmen (einschließlich des Doppelstundenprinzips) So ist das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsfor-  beispielsweise ging an alle Schulen in Bayern (vgl.: Ge- schung (ISB) damit beauftragt, wissenschaftliche Erkennt-     schäftsstelle der Stiftung Bildungspakt Bayern (Hrsg.): MO- nisse für die schulische Praxis fruchtbar zu machen. Aktuelle DUS21 Das Programm – Die Maßnahmen, Berlin 2005). Entwicklungen in den Fachdisziplinen, den Erziehungswis-      Die bereits erwähnten Handreichungen des ISB zu aktu- senschaften und in weiteren pädagogischen Bezugswissen-       ellen pädagogischen Themen sind auf dessen Internetseiten schaften werden analysiert und ausgewertet. Die Ergebnisse    durch Schulen bzw. Lehrkräfte einsehbar und können dort fließen zum Beispiel in die Beratung des Staatsministeriums   bei Bedarf bestellt oder heruntergeladen werden. Bei der sowie in die Lehrplanarbeit ein oder sie werden den Lehr-     neuen Lehrplangeneration LehrplanPLUS, die derzeit unter kräften in Handreichungen zugänglich gemacht.                 Berücksichtigung der aktuellen Forschungserkenntnisse er- An der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung     arbeitet wird, sollen die Lehrkräfte in Zukunft über ein neues Dillingen, aber auch auf allen anderen Ebenen der Lehrer-     Lehrplaninformationssystem gezielt konkrete Beispiele für fortbildung (regional, lokal, schulintern) sind aktuelle Ver- die Unterrichtsgestaltung abrufen können. änderungen in den Fachwissenschaften, der Fachdidaktik        Neben fachwissenschaftlichen Gesichtspunkten finden zahl- oder Pädagogik und Psychologie Gegenstand der Fortbil-        reiche Aspekte der modernen pädagogisch-psychologischen dungsveranstaltungen. Über die individuelle Fortbildungs-     Unterrichtsgestaltung Eingang in die Veranstaltungen der verpflichtung der Lehrkräfte im Umfang von zwölf Fortbil-     Lehrerfortbildung. Der individuelle Fortbildungsbedarf ei- dungstagen im Zeitraum von vier Jahren unabhängig vom         ner einzelnen Lehrkraft wird dabei z. B. im Mitarbeiterge-",
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