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"content": "Niedersächsischer Landtag — 13. Wahlperiode Drucksache 13/3738\n\nmn\n\nKleine Anfrage mit Antwort\n\nWortlaut der Kleinen Anfrage\ndes Abg. Dorka (CDU), eingegangen am 10. 11. 1997\n\nBetr.: Mangelhafte Unterrichtsversorgung zum Schuljahresbeginn 1997/98 -\nSetzt sich der Bildungsabbau auf dem Rücken der Schulkinder auch im Land-\nkreis Goslar fort?\n\nDie aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung zum Stichtag 8. September 1997 für das\nSchuljahr 1997/98 liegen jetzt vor. Zum Schuljahresbeginn 1997/98 sind im Vergleich zum\nVorjahr an den allgemeinbildenden Schulen Niedersachsens über 20000 zusätzliche Schüle-\ntinnen und Schüler zu beschulen. An den berufsbildenden Schulen wurden entsprechend\nca. 4000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler erwartet. Dafür werden jedoch keine zusätzli-\nchen Lehrerstellen oder Lehrerstunden zur Verfügung gestellt, um den Anstieg der Schüler-\nzahlen entsprechend zu kompensieren. Erforderlich gewesen wären ca. 1500 zusätzliche\nVollzeitlehrktäfte oder entsprechende Lehrerstunden. Statt dessen wurden erneut 710 Voll-\nzeitlehrerstellen in Niedersachsen gestrichen. Die Unterrichtssituation in Niedersachsen hat\nsich damit weiter verschlechtert. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Auch die Landesregierung\nselbst spricht von einer „weiterhin zu erwartenden Verschlechterung der Schüler-Unter-\ntichtspersonal-Relation“ (Entwurf eines Sechsten Gesetzes zur Änderung des Niedersächsi-\nschen Schulgesetzes vom 24. 6. 1997, Seite 36 — Drs 13/3060). Dennoch behauptet der\nNiedersächsische Kultusminister: „Die Situation wird sich etwa auf dem Niveau halten, das\nwir im vergangenen Jahr hatten.“ („Neue Presse“ vom 28. August 1997)\n\nVor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:\n\n1. Welche Fakten liegen ihr vor, daß „die Situation sich etwa auf dem Niveau halten wird,\ndas wir im vergangenen Jahr hatten“, wenn die ca. 24000 zusätzlichen Schülerinnen und\nSchüler nicht durch entsprechende zusätzliche Lehrerstellen und Lehrerstunden kom-\npensiert und statt dessen auch noch erneut 710 Vollzeitlehrerstellen gestrichen werden?\n\n2. Wil sie ihre eigenen Ausführungen bestreiten, daß vor dem Hintergrund der sich seit\n1990 kontinuierlich verschlechternden Schüler-Unterrichtspersonal-Relation und der\nPlanungen und Vorgaben der Landesregierung von „einer weiterhin zu erwartenden Ver-\nschlechterung der Schüler-Unterrichtspersonal-Relation“ auszugehen ist?\n\n3. Wie viele Lehrkräfte mit wie vielen Lehrerstunden sind zum Schuljahresbeginn 1997/98\nim Landkreis Goslar (ohne Feuerwehrlehrkräfte, differenziert nach allgemeinbildenden\nund berufsbildenden Schulen) eingestellt worden?\n\n4. Wie viele Lehrkräfte mit wie vielen Lehrerstunden sind im Schuljahr 1996/97 bzw. zum\nSchuljahresbeginn 1997/98 (differenziert nach allgemeinbildenden und berufsbildenden\nSchulen) im Landkreis Goslar ausgeschieden?\n\n5. Wie hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Landkreis Goslar gemäß der zum\n8. 9. erhobenen Schulstatistiken vom Schuljahresbeginn 1996/97 zum Schuljahresbeginn\n1997/98 entwickelt (differenziert nach allgemeinbildenden und berufsbildenden Schu-\nlen)?",
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"content": "Niedersächsischer Landtag - 13. Wahlperiode Drucksache 13/3738\n\n6. Wie hat sich die Zahl der Lehrerstunden pro Schüler im Vergleich vom Schuljahresbe-\nginn 1996/97 zum Schuljahresbeginn 1997/98 im Landkreis Goslar entwickelt (differen-\nziert nach allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen)?\n\n(An die Staatskanzlei übersandt am 20. 11. 1997 — 11/721 - 1040)\n\nAntwort der Landesregierung\n\nNiedersächsisches Kultusministestum Hannover, den 19. 2. 1998\n- 01 - 01 420/5 - II/721 - 1040 -\n\nIm Jahre 1997 wurden an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen insgesamt\n1189 Einstellungsmöglichkeiten für Lehrkräfte geschaffen. Es ist der Landesregierung durch\nihre beschäftigungswirksame Einstellungspolitik, bei der durch die Einstellung auf 2/3- und\n3/4-Arbeitsplätzen mehr Lehrkräfte auf die vorhandenen Stellen eingestellt werden konnten,\ngelungen, Perspektiven für bisher arbeitslose Lehrkräfte und vor allem für jüngere Lehrkräfte\nzu schaffen. Nicht zuletzt konnte damit auch der befürchteten Überalterung der Kollegien\nentgegengewirkt werden. Die durch die Einstellungen auf 2/3- bzw. 3/4-Stellen im Jahre\n1997 „freigewordenen“ Mittel sind in vollem Umfang wieder der Sicherung der Unterrichts-\n\nversorgung zur Verfügung gestellt worden.\n\nMit dieser Einstellungspolitik und den zusätzlich getroffenen Maßnahmen — Erhöhung des\neigenverantwortlichen Unterrichts für die Auszubildenden im Vorbereitungsdienst, Kürzung\nder Freistellungen für Personaltäte um ca. 9000 Stunden (rd. 350 Lehrerstellen) und Redu-\nzierung der Altersermäßigung im Umfang von ca. 250 Lehrerstellen — ist es darüber hinaus\ngelungen, die Untertichtsversorgung zu stabilisieren. Insgesamt konnte erreicht werden, daß\ndie Anzahl der Lehrer-Ist-Stunden in den allgemeinbildenden Schulen gegenüber dem ver-\ngangenen Schuljahr nicht nur gehalten, sondern sogar leicht gesteigert werden konnte.\n\nEinstellungen wurden vorrangig dort vorgenommen, wo eine geringere Unterrichtsversor-\ngung zu erwarten war, während in den besser versorgten Gebieten entsprechend weniger\nEinstellungen erfolgten. Nur so ist ein gerechter Ausgleich in ganz Niedersachsen zu errei-\nchen.\n\nZur weiteren Stabilisierung der Unterrichtsversorgung hat die Landesregierung bereits zum\n1. 2. 1998 weitere 694 Einstellungsmöglichkeiten für Lehrkräfte bereitgestellt. Damit können\nalle im ersten Schulhalbjahr 1997/98 freiwerdenden Planstellen wiederbesetzt werden; auch\nim Jahre 1998 sollen alle freiwerdenden Stellen wiederbesetzt werden.\n\nNach den vorliegenden Daten zur rechnerischen Unterrichtsversorgung der allgemeinbil-\ndenden Schulen lag die Versorgung des Landkreises Goslar zum Stichtag der Statistik am\n8. 9. 1997 unter dem Landesdurchschnitt. Die Abweichung ist im wesentlichen darauf zu-\nrückzuführen, daß ein Teil der Daten über das Ausscheiden von Lehrkräften erst nach den\nAusschreibungen der Lebrerstellen zum Schuljahresbeginn 1997/98 bekannt geworden ist,\nso daß die Bezirksregierung nicht mehr durch Stellenzuweisungen auf diese Situation reagie-\nren konnte. Der Ausgleich für nicht vorhergesehene Planungsdifferenzen erfolgt zum näch-\nsten Einstellungstermin. So hat die Bezirksregierung zum 1. 2. 1998 12 Neueinstellungen mit\n244,0 Stunden vorgenommen, um die Untertichtsversorgung des Landkreises Goslar an den\nDurchschnitt heranzuführen.\n\nZum 1.2. 1998 erfolgte im Bereich der berufsbildenden Schulen 1 Einstellung mit 18,5 Stun-\nden.\n\nDies vorausgeschickt, beantworte ich die einzelnen Fragen — gemäß den von der Bezirksre-\ngierung berichteten Daten — wie folgt:",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — 13. Wahlperiode Drucksache 13/3738\n\nZu 1:\n\nDie im Schuljahr 1997/98 im Bereich der allgemeinbildenden Schulen bestehenden Eck-\nwerte — durchschnittliche Klassenfrequenzen, Lehter-Schüler-Relation, Lehrer-Ist-Stunden je\nSchüler — sind in etwa mit denen des Jahres 1984 identisch, als die damalige Landesregierung\ndie rechnerische Unterrichtsversorgung auf einen deutlich größeren Prozentwert „hoch-\ngerechnet“ hat. Insofern sind die — bei einer vergleichbaren Schülerzahl — vorgenommenen\nBerechnungen zur Unterrichtsversorgung durch die jetzige Landesregierung wesentlich stär-\nker an der Realität orientiert.\n\nDie Eckwerte der Untertichtsversorgung verändern sich gegenüber dem Vorjahr nur gering-\nfügig.\nZu 2:\n\nNein. Im übrigen wird auf die Vorbemerkung und die Antwort zu Frage 1 verwiesen.\n\nZu 3:\n\nDa in Frage 4 nach den insgesamt im Schuljahr 1996/97 ausgeschiedenen Lehrkräften ge-\nfragt wird, sind bei der Beantwortung von Frage 3 auch die Ersatzeinstellungen an den all-\ngemeinbildenden Schulen und berufsbildenden Schulen, die bereits im Februar 1997 vorge-\nnommen worden sind, hinzugerechnet worden.\n\nEinstellungen von Lehrkräften Stundenzahl\n(ohne „Feuerwehr-Lehrktäfte“)\n\nan allgemeinbildenden Schulen 6 116,0\n\nan berufsbildenden Schulen 7 126,5\n\nZusätzlich zu diesen Einstellungen ist den Bezirkstegierungen mit Erlaß vom 23. 4. 1997 für\ndie allgemeinbildenden Schulen ein Kontingent von insgesamt 21,6 Millionen bzw. 270 Voll-\nzeit-Lehrkräften (im Jahresmittel) zugewiesen worden, das sie entsprechend den eintretenden\nUnterrichtsausfällen in eigener Verantwortung für „Feuerwehr-Lehrkräfte“ einsetzen kön-\n\nnen.\nZu 4:\nausgeschiedene Lehrkräfte Stundenzahl\nan allgemeinbildenden Schulen 18 377,5\nan berufsbildenden Schulen 2 52,0\n\nDie in der Kleinen Anfrage erfragten- Zahlen zur Schülerzahlentwicklung und zu ausschei-\ndenden sowie neueingestellten Lehrkräften ermöglichen keine Aussage zur rechnerischen\nUnterrichtsvetsorgung im Schuljahr 1997/98. Da darüber hinaus noch Beurlaubungen,\nStundenreduzierungen, Abordnungen und Versetzungen von Lehrkräften sowie die in der\nVorbemerkung genannten Maßnahmen in die Berechnungen einzubeziehen sind, ist ein\nVergleich der in der Kleinen Anfrage abgefragten Daten für die Berechnung der Unter-\ntichtsversorgung allein nicht aussagekräftig. Entscheidend sind die zum Schuljahresbeginn in\nden einzelnen Bereichen vorhandenen Schülerzahlen, die daraus resultierenden Lehrer-Soll-\nStunden und die Lehrer-Ist-Stunden, die sich erst aus der Summe aller Personalmaßnahmen\nergeben.\n\nZu 5:\n\nDie Entwicklung der Schülerzahlen läßt nicht ohne weiteres Rückschlüsse auf die Unter-\ntichtsversorgung zu, da aufgrund der Bandbreitenregelung keine direkte Abhängigkeit zwi-\nschen Erhöhung der Schülerzahlen und Erhöhung der Lehrer-Soll-Stunden besteht. So ver-\nändert sich die Zahl der Lehrer-Soll-Stunden z.B. in der Grundschule innerhalb der Band-\nbreite 17 bis 22 überhaupt nicht.",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — 13. Wahlperiode Drucksache 13/3738\n\nSchülerzahl der allgemeinbildenden Schulen am 2. 9. 1996: 16 026\nSchülerzahl der allgemeinbildenden Schulen am 8. 9. 1997: 15170\nSchülerzahl der berufsbildenden Schulen im Schuljahr 1996/97: 4898\nSchülerzahl der berufsbildenden Schulen im Schuljahr 1997/98: 7126\nZu 6:\n\nLehrer-Ist-Stunden je Schüler an den algemeinbildenden Schulen am 2. 9. 1996: 1,40\nLehrer-Ist-Stunden je Schüler an den allgemeinbildenden Schulen am 8. 9. 1997: 1,36\n\nEs war und wird nicht zu vermeiden sein, daß sich die Lehrer-Ist-Stunden bei einem Schü-\nlerberg ungünstiger gestalten als in einem Schülertal wie im Jahre 1989. Dies war auch 1984\nso, als die damalige Landesregierung bei vergleichbaren Werten bei den Lehrer-Ist-Stunden\ndie Untertichtsversorgung für gesichert erklärt hat.\n\nDa es sich bei den öffentlichen berufsbildenden Schulen ganz überwiegend um sog. Bündel-\nschulen handelt — d.b. es werden ganz verschiedene Schulformen wie z.B. Berufsschule in\nTeilzeitform und die Fachschule in Vollzeitform nebeneinander geführt — und sich die\nStrukturen der einzelnen berufsbildenden Schulen voneinander unterscheiden, hat ein Ver-\ngleich von Lehrer-Ist-Stunden je Schüler bei den einzelnen Standorten allein keine Aussage-\nkraft. Die einzelnen Werte für den Teilzeit- (TZ) und den Vollzeitbereich (VZ) sind daher\ngetrennt voneinander ausgewiesen.\n\nVz TZ\nLehrer-Ist-Stunden je Schüler an den berufsbildenden Schulen\nim Schuljahr 1996/97: . 19 0,6\nLehrer-Ist-Stunden je Schüler an den berufsbildenden Schulen\nim Schuljahr 1997/98: 1,8 0,5\nwe instedt\n\n(Ausgegeben am 17.3. 1998)",
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