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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/117\nm nn\n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 12/49 —\n\nBetr.: Anschluß des Oberzenerums Hildesheim an das Intercity-Netz im Rahmen der\nSchaffung einer Schnellbahnverbindung Hannover’ Berlin\n\nWortlaut der Kleinen Anfrage der Abg. Biermann, Frau Knoblich, Möllring, Schneider\n(Sibbesse) (CDU) vom 11. 7. 1990\n\nDie Verhandlungen zwischen der Bundesbahn und der Reichsbahn über den Bau der\nneuen Schnellbahnstrecke von Hannover nach Berlin sind beendet. Es wurde festgelegt,\nwelchen Verlauf die Strecke im Gebiet der DDR nehmen soll. Die Weiterführung nach\nHannover ist gegenwärtig noch ungeklärt. Die Planung der Bundesbahn sieht einen\nAbzweig über Hildesheim nach Göttingen vor. Damit wäre ein Anschluß des Wirt-\nschaftstaumes Hildesheim an die Nord-Süd-Strecke möglich. Neben der allgemeinen\nVerbesserung der Verkehrssituation würde ein solcher Anschluß auch eine Verlagerung\nvon Personen- und Güterverkehr von der Straße auf die Bahn begünstigen. Die Landes-\narbeitsgemeinschaft Norddeutsche Bundesländer der Akademie für Raumforschung\nund Landesplanung in Hannover hat in ihrer kürzlich vorgelegten Stellungnahme mit\ndem Titel „Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur zwischen Norddeutschland und der\nDDR“ die Notwendigkeit des beschleunigten Aus- und Umbaues in IC-Qualität für die\nVerbindung Berlin/Stendal/ Wolfsburg/Braunschweig weiterführend über die bereits\neingerichteten oder im Bau befindlichen Linien nach Hannover/Köln und über Hildes-\nheim nach Kassel/Frankfurt deutlich gemacht.\n\nAngesichts der Tatsache, daß die Verhandlungen zwischen Bundesbahn und Reichs-\nbahn, soweit sie das DDR-Gebiet betreffen, abgeschlossen sind, ist eine sofortige Stel-\nlungnahme des Landes Niedersachsen erforderlich.\n\nWir fragen die Landesregierung:\n\n1. Teilt sie die Auffassung der Deutschen Bundesbahn, daß die Strecke Berlin /Stendal/\nOebisfelde/Hannover einen Abzweig über Hildesheim an die Nord-Süd-Strecke er-\nhalten soll?\n\n2. Falls nein, hält die Landesregierung eine verbesserte Verkehrsanbindung des Wirt-\nschaftsraumes Hildesheim mit Hilfe der Bundesbahn an das Ruhrgebiet für erforder-\nlich, oder soll das Transportvolumen weiterhin in großem Umfang durch den Stra-\nBengüterverkehr bewältigt werden?\n\n3. Wie stellt sich die Landesregierung konkret die Verbesserung der verkehrsinfrastruk-\nturellen Anbindung des Hildesheimer Raumes vor?",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/117\n\nAntwort der Landesregierung\n\nNiedersächsisches Ministerium Hannover, den 24. 8. 1990\nfür Wirtschaft, Technologie und Verkehr\n— 18 — 57.00 —\n\nAm 28. 6. 1990 haben der Bundesminister für Verkehr und der Verkehrsminister der\nDDR eine Erklärung zum Neubau einer zweigleisigen, elektrifizierten Eisenbahn-\nschnellverbindung zwischen Berlin/Staaken und Oebisfelde unterzeichnet. Der Baube-\nginn dieser 250 km/h schnellen Bahn ist für 1992, die Inbetriebnahme für 1997 vorge-\nsehen. Offen ist noch die Streckenführung auf niedersächsischem Gebiet. Da die Lan-\ndesregierung die Auffassung vertritt, daß die langwierigen Trassendiskussionen schnell\nzu Ende geführt werden müssen, ist sie bestrebt, noch im Herbst dieses Jahres darüber\nmit der Bundesregierung Einvernehmen zu erzielen. Dabei muß neben der Relation\nBerlin — Hannover— Ruhrgebiet u.a. auch der künftige Eisenbahnfernverkehr von Ber-\nlin in den Raum Frankfurt/Main einbezogen werden.\n\nDies vorausgeschickt, beantworte ich die Fragen wie folgt:\n\nZu 1:\n\nDie Landesregierung strebt an, daß Hildesheim nicht erst mit der Fertigstellung der\nHochgeschwindigkeitsstrecke Berlin — Stendal— Oebisfelde— Hannover einen Ab-\nzweiger an die Nord-Süd-Strecke erhält. Nach Gesprächen mit der Bundesbahn ist viel-\nmehr vorgesehen, daß bereits zum Juni nächsten Jahres eine IC-Linie von Berlin über\nMagdeburg, Braunschweig und Hildesheim nach Frankfurt eingerichtet wird. In Hildes-\nheim sollen sämtliche Intercity-Züge dieser Linie halten. Die Vorstellungen der Landes-\nregierung laufen darauf hinaus, daß auch nach Fertigstellung der Neubaustrecke Han-\nnover— Berlin die Stadt Hildesheim ihren Anschluß an das europäische Hochgeschwin-\ndigkeitsnetz behält.\n\nZu 2:\n\nAngesichts der prognostizierten Verkehrsentwicklung zwischen dem Bundesgebiet und\nder DDR und angesichts der Tatsache, daß diese Verkehrsströme in Zukunft im wesent-\nlichen über die leistungsfähige Eisenbahn als sicheres, umweltfreundliches, energie-\nund flächeneinsparendes Verkehrssystem abgewickelt werden sollten, hält die Landesre-\ngierung Ausbaumaßnahmen der vorhandenen Strecke zwischen Hildesheim und Biele-\nfeld über Elze— Hameln — Löhne für unerläßlich. Dieser Ausbau ist insbesondere des-\nhalb notwendig, weil der Knoten Hannover wegen seiner bereits heute ausgelasteten\nInfrastruktur den bedeutsamen Durchgangsgüterverkehr zwischen dem Ruhrgebiet und\nder DDR nicht aufnehmen kann.\n\nZu 3:\n\nNach ersten Überlegungen für eine neue Schienennetzkonzeption in Niedersachsen\nstellt sich die Landesregierung vor, daß neben der in der Antwort zu 1. aufgezeigten\nattraktiven Fernverkehrsanbindung, Hildesheims Regionalbahnen\n\na) zwischen Soltau und Bad Harzburg über Hannover und Hildesheim im Zweistun-\ndentakt mit einem verdichteten Angebot in den Hauptverkehrszeiten,\n\nb) zwischen Hannover — Lehrte und Hildesheim ebenfalls im Zweistundentakt mit\neinzelnen Verdichtungen sowie",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/117\nm\n\nc) zwischen Hildesheim — Sarstedt und Hannover als Zu- bzw. Abbringer der Ruhrge-\nbiets-Intercity-Linie\n\neingerichtet werden.\n\nAb 1993 sollte dann dieses Angebot durch eine Interreggio-Linie von Bremen kom-\nmend über Hannover, Hildesheim, Goslar nach Halle überlagert werden.\n\nWeiterhin strebt die Landesregierung an, daß die Bedienung der Regionalstrecke Hil-\ndesheim — Bodenburg von der Bundesbahn mindestens bis 1997 garantiert und der\nFahrplan verbessert wird. Schließlich sollte auch der Fahrplan der ebenfalls langfristig\nzu garantierenden Verbindung Hildesheim — Bielefeld über Elze-— Hameln — Löhne\nkurzfristig attraktiver gestaltet und verdichtet werden\n\nZur Zeit wird überprüft, ob zur EXPO 2000 eine weitere schienengebundene Verbin-\ndung von Hannover Richtung Hildesheim geschaffen werden muß.\n\nDr. Fischer\n\n(Ausgegeben am 11. 9. 1990) 3",
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