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            "content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/5803\n\n \n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 12/5370 —\n\nWortlaut der Kleinen Anfrage der Abg. Grill, von Bredow (CDU) — Drs 12/5370\n\nBetr.: Die 6000 Windkraftanlagen der Umweltministerin\n\nDurch einen Bericht des Nachrichtenmagazins ‚Focus‘ sind die Pläne der Niedersächsi-\nschen Umweltministerin Monika Griefahn, insgesamt 6000 Windkraftanlagen auf\nHochspannungsmasten zu installieren, bekanntgeworden.\n\nEine Sprecherin des Ministeriums hat nachfolgende Presseberichte mit dieser Meldung\nam 16. August als „Unsinn“ abgetan. In einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom\n31. August 1993 heißt es: „Der SPD-Landesvorsitzende Johann Bruns warf ihr auf dem\nBezirksparteitag Weser-Ems vor, sie habe sich schon mit dem — von Experten für un-\ndurchführbar erklärten — Vorschlag blamiert, auf die Strommasten Windräder zu set-\nzen.“ Tatsächlich hat die Ministerin am 15. August im NDR II folgendes Interview im\nWortlaut gegeben:\n\nGriefahn: Wir haben eine große Diskussion darüber, erstens aus der Atomenergie\nauszusteigen, zweitens die CO,-Belastungen zu senken, d.h. Windkraft\nund Sonnenenergie sind eigentlich die Energiearten der Zukunft. Wir ha-\nben auch bereits in Niedersachsen ein weitreichendes Ziel, nämlich 1000\nMegawatt Wind mit normalen Windkraftanlagen bis zum Jahr 2000 zu er-\nstellen. Da ıritt aber dann sehr schnell ein Problem auf: Daß die neuen\nWindenergieanlagen mit den Naturschutzflächen oder überhaupt mit Flä-\nchen konkurrieren, und da habe ich mir überlegt, es wäre doch sinnvoll,\nda wo überhaupt schon etwas Gebautes steht, und Strommasten stehen da\nschon, sie dann in einer Doppelfunktion zu nutzen. D.h. dann die Wind-\nräder mittels Strommasten zu kombinieren, so daß man eben auch die Na-\nturschutzprobleme nicht mehr hat ohne Flächen verbrauchen zu müssen.\n\nNDR: Wie konkret sind diese Pläne, wann soll es umgesetzt werden?\n\nGriefahn: Wir haben eine gemeinsame Studie mit der PreussenElektra erstellt, das\nDeutsche Windenergie-Institut hat das für uns gemacht, hat geprüft, wie\ndas möglich ist und hat festgestellt, daß es eine Kostenersparnis von 6 Pro-\nzent gibt, wenn man eben diese Dinge kombiniert und nicht getrennt auf-\nbaut. Deshalb machen wir derzeit mit der Energie-Versorgung Weser-Ems\nein Pilotprojekt, das bis Ende des Jahres stehen soll. Dann werden wir die-\nses praktisch austesten, ob vielleicht noch technische Probleme auftreten\nkönnen, was sonst noch zu beachten ist, und dann wollen wir eben dieses\nProgramm angehen nach dieser Pilotphase im nächsten, übernächsten Jahr.\n\nNDR: Wie muß man sich das eigentlich bildlich vorstellen? Wie groß z.B. sollen\ndiese Rotoren sein?",
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            "content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/5803\n\nGriefahn: Die Rotoren werden etwa so eine mittlere Größe haben, so wie diese Wind-\n\nkrafträder, die wir heute bei Bauernhöfen in Ostfriesland kennen. Sie wer-\nden 50 bis 150 kw Leistung haben, und die größten Anlagen, die momen-\ntan freistehend betrieben werden, sind zwischen 350 und 500 kw.\n\nFrage: Und richtig auf der Spitze des Strommastes?\n\nGriefahn: Es gibt zwei Konstruktionsmöglichkeiten. Auf der Spitze einmal sozusagen\n\neinen 50 Meter langen Mast und dann einmal auf der obersten Spitze das\nRad aufzusetzen und da drunter die Hochspannungsleitungen einfach an-\nzusiedeln. Die andere Konstruktionsmöglichkeit ist, die Hochspannungs-\nleitung eben zu verlängern, d.h. diesen Bügel, der oben drüber liegt, zu\nverlängern und dann sozusagen als dritte Ebene das Rad anzusetzen.\n\nNDR: Und wie viele Menschen könnte man mit Strom versorgen?\n\nGriefahn: In etwa ein Viertel der Menschen in Niedersachsen können wir mit Strom\n\nversorgen, wenn man alle Strommasten ersetzen würde. Wir haben eine\nStudie des Deutschen Windenergie-Institutes, die besagt, wir haben po-\ntentielle Flächen für 12000 bis 15000 Megawatt aus Windstrom insgesamt\nın Niedersachsen, das aber nur natürlich, wenn wır sämtliche Flächen, die\nüberhaupt Wind haben, mit Strommasten besetzen.“\n\nWir fragen die Landesregierung:\n\n1.\n\nTeilt se die Darlegungen von Frau Griefahn aus dem Magazin „Focus‘‘ bzw. dem\nNDR-Interview, und teilt sie die Beurteilung der Pressesprecherin von Frau Griefahn\noder die des SPD-Landesvorsitzenden Johann Bruns?\n\n. Hat die Umweltministerin einen Auftrag der Landesregierung für solche Pläne?\n\n. Sınd ihr die Ergebnisse der Studie der PreussenElektra und des Windenergie-Institu-\n\ntes bekannt?\n\n. Wenn ja, wie lauten die wesentlichen Ergebnisse?\n\n. Wenn nein, was ergibt sich aus einer eigenen Einschätzung für die Durchführung\n\nim Hinblick auf:\n\na) Investitionskosten,\nb) staatliche Zuschüsse,\nc) Strompreise,\n\nd) zu gewinnende Strommenge?\n\n. Welche Gesamtberriebskosten je Einheit erzeugten Stromes errechnen sich ohne An-\n\nrechnung eventueller Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln und bei Berücksichtigung\nnormaler kaufmännischer Abschreibungen und marktüblicher Zinsen für das Anla-\ngevermögen? Wie hoch sind demgegenüber die Herstellkosten der Stromeinheit in\neiner modernen Kraftwerksanlage auf Basis von Atomkraft, Importkohle oder Erd-\ngas?\n\n. Wer soll nach Auffassung der Landesregierung die voraussichtlichen Mehrkosten des\n\nStromes aus einer derartigen Windkraftanlage tragen?",
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