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"content": "Niedersächsischer Landtag — Eifte Wahlperiode Drucksache 11/4392\n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 11/4252 —\n\nBetr.: Förderung des Imkernachwuchses in Niedersachsen durch die Landesregierung\n\nWortlaut der Kleinen Anfrage des Abg. Köneke (SPD) vom 16. 8. 1989.\n\nAus der Antwort auf eine Anfrage von Mitgliedern der SPD-Landtagsfraktion (Des\n11/3730) geht hervor, daß Niedersachsen und Bremen mit nur zwei Bienenvölkern auf\n100 ha den niedrigsten Besatz an Bienenvölkern in der Bundesrepublik Deutschland\nhaben. Die 92700 Bienenvölker werden von 8644 organisierten und 910 nichtorgani-\nsierten Imkern gehalten. Davon sind 8341 (87 %) Hobbyimker.\n\nAnhand der Altersstruktur der Imker läßt sich feststellen, daß die Gefahr besteht, daß\nder Imkerberuf ausstirbt. 84 % aller Imker sind über 50 Jahre alt und 38 % sogar älter\nals 70 Jahre. Die bedrohliche Überalterung der Imker bereitet den Verbänden und Ver-\neinen Sorgen. Sie beklagen seit Jahren einen gravierenden Nachwuchsmangel. Außer-\ndem stellen die Imkervereinigungen fest, daß die geringe finanzielle Förderung der\nImker seitens des Landes in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen für die Ernährung und\nGesundheit der Bevölkerung und vor allem für die Bestäubung beim Kulturobstanbau\nsteht.\n\nIn diesem Zusammenhang frage ich die Landesregierung:\n\n1. Welche Möglichkeiten sieht sie, um mehr Stellplätze für Bienenvölker in staatlichen\nund privaten Forsten zur Verfügung zu stellen?\n\n2. Ist sie bereit, die Erstellung eines landesweiten Katasters für Stellplätze finanziell zu\nunterstützen?\n\n3, In welcher Form und in welcher Höhe will sie den Aufbau eines ehrenamtlichen\nBerater- und Schulberaterkreises finanziell unterstützen?\n\n4. Welche Möglichkeiten sieht sie in einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Schu-\nlen?\n\n5. In welcher Form und in welcher Größenordnung will sie in Zukunft die Nachwuchs-\nwerbung und die Nachwuchsarbeit der Imkerverbände und Imkervereine unterstür-\nzen?\n\nAntwort der Landesregierung\n\nNiedersächsisches Ministerium Hannover, den 25. 9. 1989\nfür Ernährung, Landwirtschaft und Forsten\n— 101.1 — 01425/20 — 594 —\n\nDer Landesregierung ist bewußt, daß sowohl die wirtschaftliche Bedeutung der Honig-\nbiene für Land- und Gartenbau als auch ihre Bedeutung im ökologischen System einer\nKulturlandschaft ein Vielfaches des Produktionswertes an unmittelbaren Honigproduk-\nten (Honig, Wachs usw.) beträgt. Eine flächendeckende Versorgung mit Bienenvölkern\nist daher besonders wichtig.",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/4392\n\n \n\nDie in der Antwort zur Dis 11/3730 dargestellte ungünstige Altersstruktur der Freizeit-\nimker, die den weit überwiegenden Teil der Imkerschaft ausmachen, ist ein besonderes\nProblem. In einer intensiveren fachlichen Beratung der Imker und Unterstützung von\nNeuimkern und einer verstärkten Information der Öffentlichkeit, insbesondere über\nSchulen, sieht die Landesregierung geeignete Maßnahmen, für die Zukunft eine ausrei-\nchende Besatzdichte an Bienenvölkern zu erhalten. Das Landesinstitut für Bienenkunde\nın Celle nimmt dabei in Zusammenarbeit mit den Landesimkerverbänden eine zentrale\nFunktion ein.\n\n1. Bereits mit RdErl. vom 4. 5. 1970 —- (Nds. MBl. S. 493), — wurden die staatlichen\nForstdienststellen angewiesen, die Aufstellung von Bienenvölkern im Walde zu er-\nleichtern, die in den Wäldern bestehenden Trachtmöglichkeiten zu erfassen und\nden Imkern ggf. entsprechende Möglichkeiten nachzuweisen. Seit 1985 wird auf die\nErhebung von Gebühren für die Aufstellung von Bienenvölkern im Walde ver-\nzichtet.\n\nDer Landesregierung ist nicht bekannt, daß in den niedersächsischen Wäldern je-\nmals ein Mangel an Stellplätzen für Bienenvölker bestanden hart.\n\n2. Ein landesweites Kataster der Stellplätze für Bienenvölker wird für nicht effizient ge-\nhalten. Nach den bisherigen Erfahrungen ist die regionale und örtliche Zusammen-\narbeit zwischen den Imkerorganisationen und den Imkern einerseits und den Ver-\nwaltungsstellen (Forstbehörde, Naturschutzbehörde) sowie den Grundstücksbesit-\nzern andererseits der geeignetste Weg, Stellplätze zu finden.\n\n3. Eine Intensivierung der Beratung insbesondere von Neuimkern ist eine wesentliche\nMaßnahme zur Sicherung und Ausweitung der Bienenhaltung. Aus diesem Grunde\nist vorgesehen, beim Landesinstitut für Bienenkunde eine zusätzliche Arbeitsgruppe\n„Bienenzuchtberater‘ einzurichten. Zwei zusätzliche Stellen sind bereits im Haus-\nhaltsplanentwurf 1990 vorgesehen. Diese regional tätigen Bienenzuchtberater wer-\nden mit allen an der Bienenhaltung Interessierten zusammenarbeiten. Mit dieser\nMaßnahme wird auch einem besonderen Anliegen der beiden niedersächsichen Lan-\ndesimkerverbände entsprochen.\n\nDie bereits in der Vergangenheit durchgeführte Förderung der Landesimkerverbän-\nde bei Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen wird auch in Zukunft erfolgen.\n\n4. Eine fachlich fundierte Information bereits über die Schulen ist ein sehr geeigneter\nWeg, die Bedeutung der Honigbiene für das gesamte ökologische System im Be-\nwußtsein der Bevölkerung zu verankern. Aus diesem Grund ist es ein wesentlicher\nTeil der Öffentlichkeitsarbeit des Landesinstitutes, nicht nur für Schulklassen Füh-\nrungen durchzuführen, sondern vor allem Lehrkräfte in eintägigen Kursen über die-\nsen Themenkreis zu informieren. Neben der Fortführung dieser Maßnahmen wird\ndie Zusammenarbeit mit den Schulen eines der Aufgabengebiete der Bienenzucht-\nberater sein.\n\n5. Die Landesimkerverbände erhielten in den vergangenen Jahren Landesmittel zur\nFörderung der Bienenhaltung, schwerpunktmäßig für die\n\n— Nachwuchsförderung (Neueintichtung von Bienenständen),\n\n— Fachberatung und Schulung der Imker sowie die\n\n— Durchführung von Leistungsprüfungen und die Förderung des Gesundheits-\nwesens.\n\nIm Haushaltsjahr 1988 wurden 85700 DM bereitgestellt, 1989 wurde dieser Betrag\num rd. 50% auf 128600 DM angehoben. 1990 sind Landesmittel in vergleichbarer\nGrößenordnung vorgesehen.\n\n2 (Ausgegeben am 13. 10. 1989) Dr. Ritz",
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