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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/5640\n\n \n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 12/5502 —\n\nWortlaut der Kleinen Anfrage des Abg. Eveslage (CDU) -- Drs 1275502\n\nBetr.: Kürzung von Leistungen an Asylbewerber\n\nDas vom Bund am 30. Juni 1993 verkündete Gesetz zur Neuregelung der Leistungen\nan Asylbewerber (Asylbewerberleistungsgesetz) sicht eine deutliche Absenkung der bis-\nherigen Leistungen für Asylbewerber und eine hohe Priorität für das Sachleistungsprin-\nzip vor. Das Gesetz tritt zum 1. November 1993 in Kraft.\n\nIn einer Meldung der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung‘ vom 25. August 1993\nwird über eine Pressekonferenz des Bundesratsministers Tritin vom 24. August 1993\nberichtet. Danach hat Bundesratsminister Trittin in dieser Pressekonferenz „der bun-\ndesweiten Neuregelung von Zahlungen an Asylbewerber‘ den Kampf angesagt und er-\nklärt, der Entwurf des Bundesratsministeriums zur Ausführung des Asylbewerberlei-\nstungsgesetzes versuche, die „unsozialen Bestimmungen‘ des Gesetzes zu mildern. Die\nKommunen könnten sich für Bargeldzahlungen etwa darauf berufen, daß ın bestimm-\nten Wohnheimen weder Gemeinschaftsverpflegung noch die Ausgabe von Lebensmit-\nteln möglich seı.\n\nZur gleichen Zeit hat das Bundesratsministerium den Entwurf cines Erlasses zur Durch-\nführung des Asylbewerberleistungsgesetzes in die Anhörung gegeben.\n\nBis heute ist allerdings der Erlaß nicht in Kraft gesetzt worden. Auf Grund dessen be-\nsteht die Gefahr, daß die Umsetzung des Asylbewerberleistungsgesetzes in Niedersach-\nsen zum I. November 1993 nicht möglich sein wird.\n\nIch frage die Landesregierung:\n\n1. Inwieweit weicht der Runderlaßentwurf’ des Bundesratsministeriums vom Asylbewer-\nberleistungsgesetz ab, um die nach Auffassung des Bundesratsministers Trittin „un-\nsozialen Bestimmungen“ des Asylbewerberleistungsgesetzes zu mildern?\n\n2. Teilt die Landesregierung die Auffassung des Bundesgesetzgebers, daß die Beschrän-\nkung der Auszahlung von Bargeld an Asylbewerber auf besondere Ausnahmefälle\nunbedingt notwendig ist, um den Anreiz für Schlepperbanden zu beseitigen, Asyl-\nbewerber in die Bundesrepublik einzuschleusen, um als Lohn dafür das von den\nAsylbewerbern bezogene Bargeld abzukassieren?\n\n3. Wird sie den Runderlaß zur Durchführung des Asylbewerberleistungsgesetzes so\nrechtzeitig in Kraft setzen, daß das Asylbewerberleistungsgesetz zum 1. November\n1993 auch in Niedersachsen in vollem Umfang zur Geltung kommen kann?",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zwölfte Wahlperiode Drucksache 12/5640\n\nAntwort der Landesregierung\n\nNiedersächsisches Ministerium für Hannover, den Il. IL. 1993\nBundes- und Europaangelegenheiten\n— 22 — 01 425 —\n\nDas Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) regelt außerhalb des Bundessozialhilfege-\nsetzes (BSHG) die Leistungsansprüche für einen Teil der Asylbewerberinnen und Asyl-\nbewerber und der vollziehbar zur Ausreise verpflichteten Ausländerinnen und Auslän-\nder. Schwerpunkte der Neuregelung liegen in einer deutlichen Absenkung der bishert-\ngen Sätze und in einer Priorität für das Sachleistungsprinzip. Ausnahmen vom Sachlei-\nstungsprinzip sind zulässig, wenn es nach den Umständen der Unterbringung oder den\nörtlichen Gegebenheiten erforderlich ist. In der zweiten Stufe ist zu prüfen, ob Wert-\ngutscheine ausgehändigt werden können. Wenn besondere Umstände der Ausgabe von\nWertgutscheinen entgegenstehen, kann Bargeld ausgezahlt werden. In jedem Fall wird\nein Taschengeld in Höhe von 40 DM bzw. 80 DM gewährt.\n\nDies vorausgeschickt, beantworte ich die Anfrage namens der Landesregierung wie\nfolgt:\n\nZu 1:\n\nDer Runderlaß entspricht der Rechtslage.\n\nZu 2:\n\nNein.\n\nZu 3:\n\nNach Anhörung der kommunalen Spitzenverbände, der Landesarbeitsgemeinschaft der\nFreien Wohlfahrtspflege und des Nieders. Flüchtlingsrates hat das Nieders. Ministerium\n\nfür Bundes- und Europaangelegenheiten die Anwendung des AsylbLG mit Erlaß vom\n15. 10. 1993 — Az.: 21 — 12235 — 8.4 — VORIS 27 100010030033 — geregelt.\n\nTritein\n\n2 (Ausgegeben am 29. 11. 1993)",
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