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            "content": "Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/4813\n\n \n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 11/4225 —\n\nBetr.: Mehrwegflasche für die Schulmilch\nWortlaut der Kleinen Anfrage des Abg. Bruns (Reinhausen) (SPD) vom 4. 8. 1989\n\nSeit Wochen boykottieren zahlreiche Schulen den Bezug von Milch in Einwegver-\npackungen und fordern von den Molkereien umgehende Lieferung der Milch in Mehr-\nwegflaschen. In niedersächsischen Tageszeitungen findet eine heftige, teils feindliche\nAuseinandersetzung zwischen Schulen und Schülervertretungen einerseits und Molke-\nreien andererseits statt, in der den Molkereien mangelndes Umweltbewußtsein und un-\nsachgemäße Argumentation vorgeworfen wird. Dies alles dient weder den wohlverstan-\ndenen Interessen der milcherzeugenden landwirtschaftlichen Betriebe und der Molke-\nreien, noch der ausreichenden Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit den ge-\nsundheitsdienlichen Milcherzeugnissen, noch einem wirksamen Umweltschutz. Einige\nMolkereien haben zugesagt, nach den Schulferien versuchsweise Schulen in einigen\nStädten mit Milch in Mehrwegflaschen zu beliefern. Die Molkereien weisen darauf hin,\ndaß die Investitionen für die Umstellung auf Mehrwegflaschen erheblich sind, eine flä-\nchendeckende Belieferung aller Schulen aus Kosten- und Organisationsgründen nicht\nmöglich und die Milch in Mehrwegflaschen teurer sei. Sie befürchten aufgrund von Er-\nfahrungen der Südmilch und der Schweizer Molkereiwirtschaft sowie des geringen An-\nteils der bisher schon angebotenen 1-Liter-Milchflaschen am Gesamtabsatz von Trink-\nmilch einen Rückgang des Milchabsatzes an den Schulen.\n\nAus Gründen des Umweltschutzes und einer bedarfsgerechten Versorgung auch der\nSchulen in den ländlichen Gebieten mit Milch in Mehrwegflaschen müßte erwartet wer-\nden, daß die Landesregierung sich in die Auseinandersetzung einschalter und Vorkeh-\nrungen trifft, die den Absatz von Milch in Mehrwegflaschen begünstigen und die eine\nVersorgung aller Schulen mit Milch sicherstellen.\n\nIch frage die Landesregierung:\n\n1. Wie bewertet sie die Forderung der Schulen nach Belieferung mit Milch in Mehrweg-\nflaschen?\n\n2. Hält sie es für vertretbar, wenn lediglich Schulen in Ballungsgebieten und größeren\nStädten mit Milch in Mehrwegflaschen und Schulen in ländlichen Gebieten teilweise\nüberhaupt nicht mehr mit Milch beliefert werden?\n\n3. Sieht sie sich imstande, auf die niedersächsische Milchwirtschaft und die Molkereien\nhinzuwirken, damit diese aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der flächen-\ndeckenden Belieferung der Schulen mit Milch in Mehrwegflaschen diese Aufgabe in\neinem Verbund lösen?\n\n4. Ist sie bereit und in der Lage, Marktstrukturmittel oder andere Fördermittel für die\nerforderlichen Investitionen für die Umstellung auf Mehrwegflaschen und Verbesse-\nrung der Milchversorgung der Schulen bereitzustellen?\n\n5. Welche Maßnahmen hält sie für erforderlich, damit die Verbraucher nicht wegen zu\nhohen Preisunterschieds vom Kauf von Milch in Mehrwegflaschen Absiand nehmen\noder auch der Milchabsatz an Schulen zurückgeht?",
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