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            "content": "Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/4393\n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 11/3959 —\n\nBetr.: Fachaufsichtliche Maßnahmen bei gesundheitsgefährdender Altlast\n\nWortlaut der Kleinen Anfrage der Abg. Frau Langendorf, Mönninghoff (Grüne) vom\n5. 6. 1989\n\n1987 kaufte die Stadt Wolfenbüttel für 800 000 DM von einer Sekte das sogenannte\nGlaubenszentrum, um es als Jugendgästehaus zu nutzen. Dieses Gebäude war früher\neine chemische Fabrik und gehörte bis 1965 zur Firma Vahlberg-List AG. Anschließend\nwurde es von der Firma Ciba-Geigy aufgekauft, die die Produktion bis 1975 fortsetzte.\nDas Gebäude erwies sich als baufällig und wurde inzwischen abgerissen. Laut Zeitungs-\nberichten vom 12. März 1989 fanden sich im abtranspottierten Bauschutt Hinweise auf\neine erhebliche Verseuchung des Geländes mit Chemikalien. Einige wenige bisher auf\ndem Gelände gezogenen Bodenproben wiesen dramatische Werte auf: Eine Verseu-\nchung von über 2 % elementarem Quecksilber (ein Wert, der über dem Gehalt ausbeu-\ntungsfähiger Vorkommen liegt), sichtbare Verseuchungen mit Phenylquecksilberacetat\n(einer der giftigsten Chemikalien, die die Chemie kennt) und erhebliche Benzolgehal-\nte. Da sich Stadt und Landkreis Wolfenbüttel nicht über die Verantwortung für diese\nAltlast einig werden können (dem Vernehmen nach soll zu dieser Frage ein Rechtsgut-\nachten in Auftrag gegeben werden), sind seit drei Monaten keine weiteren Untersu-\nchungen des Geländes erfolgt. Durch die Entfernung der Gebäudefundamente von\ndem Gelände ist der verseuchte Boden Luft und Regenwasser ausgesetzt und zu einem\nerheblichen Gefahrenpotential für die ansässige Bevölkerung geworden: angesichts des\nwarmen Wetters der letzten Wochen ist mit einer erheblichen Ausdünstung leichtflüch-\ntiger Quecksilberdämpfe zu rechnen, Regenwasser kann die Altlast in die wasserführen-\nden Schichten abschwermmen.\n\nAngesichts dieser Zustände fragen wir die Landesregierung:\n1. Sind ihr die geschilderten Tatbestände bekannt, und kann sie sie bestätigen?\n\n2. Hält sie es im Rahmen ihrer Fachaufsicht für dringend notwendig, hier einzugreifen,\nwenn der Landkreis als untere Abfallbehörde nicht tätig wird, um Schaden von der\nBevölkerung abzuwenden?\n\n3. In welchen Mengen sind Produktionsrückstände der Fabrik und Abbruchmaterial\naus dem Abriß angefallen, und wohin sind sie gebracht worden?\n\nAntwort der Landesregierung\n\nNiedersächsisches Umweltministerium Hannover, den 26. 9. 1989\n— Z4 — 01425/13 — 93 —\n\nBei den Abbrucharbeiten einer ehemaligen chemischen Fabrik in der Stadt Wolfenbüt-\ntel wurden aufgrund stichprobenartiger Untersuchungen des Labors für Geoanalytik\nKontaminationen festgestellt.",
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