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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zehnte Wahlperiode Drucksache 10/2476\n\ner rer nn\n\nAntwort auf eine Kleine Anfrage\n— Drucksache 10/2194 —\n\nBetr.: Ausbreitung der Schweinepest\nWortlaut derKleinen Anfrageder Abg. Bothe, Meyer(Twistringen)(CDU)vom 25.1.1984\n\nNachdem seit Sommer 1983 die Schweinepest in Nordrhein-Westfalen erhebliche Aus-\nmaße angenommen hat, ist diese Seuche nunmehr seit November/ Dezember 1983 in\nden Landkreisen Grafschaft Bentheim, Emsland, Cloppenburg und Vechta aufgetreten.\nBis zum heutigen Tage mußten bereits 40 Bestände abgeschlachtet werden.\n\nDie Schweinepest ist leicht übertragbar. Dabei kann die Gülleausbringung eine erhebli-\nche Rolle spielen. Es besteht daher die ernste Sorge, daß angesichts der großen Schwei-\nnemastbestände und der teilweise weiträumigen Gülleausbringung (bis zu 100 km) die\nAnsteckungsgefahr vermehrt und die Seuche erheblich verbreitet wird. Sollte es weiter-\nhin zur Gründung von Güllebanken kommen, ist zu befürchten, daß der Seuchengang\nnoch verstärkt wird.\n\nWir fragen daher die Landesregierung:\n1. Trifft es zu, daß auch durch Gülle eine Verbreitung der Schweinepest vorangetrie-\nben werden kann?\n\n2. Wenn ja, wie lange bleibt die Ansteckungsgefahr nach Ausbringung der Gülle aus\nSchweinepestbetrieben erhalten?\n\n3. Welche Maßnahmen wird die Landesregierung einleiten, um der Ausbreitung der\nSeuche entgegenzuwirken?\n\n4. Teilt die Landesregierung die Auffassung, daß der Gülletransport über weite\nStrecken zur Ausbreitung der Seuche beiträgt?\n\n5. Können durch Gülle auch andere Seuchen (Aujetzky) Verbreitung finden?\n\nAntwort der Landesregierung\n\nDer Niedersächsische Minister Hannover, den 14. 3. 1984\nfür Ernährung, Landwirtschaft und Forsten\n— 101.1 — 9425/14 — 105 —\n\nZu 1. und 2.\n\nDie Gülle hat für die Verbreitung der Schweinepest nur eine sehr geringe Bedeutung.\nZwar wird das Schweinepestvirus hauptsächlich mit dem Kot und dem Harn ausgeschie-",
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"content": "Niedersächsischer Landtag — Zehnte Wahlperiode Drucksache 10/2476\n\n \n\nden; da dieses Virus aber gegenüber Fäulnis sehr empfindlich ist, wird es im Harn nach\nzwei Tagen, im Kot noch früher durch die hier schnell einsetzenden Fäulnisprozesse in-\naktiviert. In Mischungen von Kot und Harn geht das Virus innerhalb von 24 Stunden\nzugrunde. Von daher sind Kot und Urin nur für die unmittelbare Verbreitung der\nSchweinepest innerhalb eines Betriebes von Bedeutung.\n\nUm auch die geringste Gefahr auszuschließen, ist die Desinfektion der tierischen Ab-\ngänge mit Kalkstickstoff oder Kalkmilch sowie einer Lagerfrist von drei Wochen gesetz-\nlich vorgeschrieben.\n\nZu 3.\n\nDie Schweinepest wird durch eine Totalausmerzung verseuchter Bestände, die Impfung\ngefährdeter Mastbetriebe und Verkehrsbeschränkungen für Schweine und Schweine-\nfleisch bekämpft. Vom 1. 1. bis zum 27. 2. 1984 mußten 37 283 Schweine aus 86 Be-\nständen getötet werden oder waren verendet. Gleichzeitig wurden über 1000000\nSchweine in den betroffenen Landkreisen geimpft.\n\nZu 4.\nEntfällt, s. Antwort auf Frage 1.\n\nZu 5.\n\nFür die Verbreitung anderer Seuchen kommt der Gülle z. T. erhebliche Bedeutung zu.\nDas gilt vor allem für die Maul- und Klauenseuche, weil sich das sehr leicht übertragba-\nre Virus bis zu 45 Tagen in Gülle halten kann.\n\nÜber die Haltbarkeit des Aujeszky-Virus in Gülle liegen bisher keine endgültig gesi-\ncherten wissenschaftlichen Aussagen vor. Im akuten Seuchengeschehen hat die Gülle-\nausbringung bisher jedoch nicht zur Seuchenverbreitung beigetragen. Es ist wohl davon\nauszugehen, daß sich das Aujeszky-Virus in Gülle eine längere Zeit halten kann. Mit\nder Gülle wird es aber so verdünnt, daß die Virusmenge, mit der ein Tier über die Gülle\nin Berührung kommt, nicht mehr ausreicht, das Tier zu infizieren,\n\nUm eine Seuchenausbreitung durch Gülle soweit wie möglich auszuschalten, sind für\nalle Seuchen spezielle Bestimmungen über die Desinfektion und über die Lagerdauer\nvon Gülle erlassen worden. Wenn diese eingehalten werden, kann die Frage, ob durch\nGülle auch andere Seuchen Verbreitung finden, mit „Nein“ beantwortet werden.\n\nGlup\n\n2 (Ausgegeben am 28. 3. 1984)",
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