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Wer stimmt dem Antrag zu? – Die Frak-         nicht“ nennen wollte, denn das könnte – Zitat – „Fehl- tion der AfD, Herr Neppe, fraktionslos, sowie die         interpretationen“ in der Öffentlichkeit hervorrufen. SPD-Fraktion und Bündnis 90/Die Grünen. Wer               Schließlich seien diese Orte ja gar nicht zwingend stimmt gegen diesen Antrag? – CDU und FDP stim-           gefährlich. men gegen diesen Antrag. Wer enthält sich? – Es enthält sich niemand. Damit ist der Antrag mit den        Nicht nur der Name „gefährlicher Ort“ legt das Ge- Stimmen von SPD, Grünen, AfD und Herrn Neppe              genteil nahe, auch ein Blick in das Polizeigesetz hilft. angenommen.                                               Demnach sind Orte entsprechend einzustufen, wenn anzunehmen ist, dass dort Personen Straftaten von (Zurufe und Unruhe)                               erheblicher Bedeutung verabreden, vorbereiten oder verüben, sich dort Personen treffen, die gegen auf- Ich zähle gerade noch einmal durch. enthaltsrechtliche Strafvorschriften verstoßen, oder (Vizepräsident Oliver Keymis berät sich mit       sich dort gesuchte Straftäter verbergen. Für mich als dem Präsidium.)                                   Rechtspopulist klingt das gefährlich, für Herbert Reul offensichtlich wie eine schöne Picknick-Location, Ich kann es gar nicht anders sagen: Er ist trotzdem       meine Damen und Herren. abgelehnt. CDU und FDP haben die Mehrheit. – Ich musste gerade genau schauen. Aber so, wie ich das         Die Regierung argumentiert weiterhin, man wolle sehe, stimmt das. Da wir nicht mehr so vollzählig         eine – Zitat – „Stigmatisierung der Örtlichkeiten“ ver- sind, ist das so, wie ich gerade gesagt habe: Der An-     hindern, ein Argument, das man nur in NRW kennt. trag Drucksache 17/8105 ist mit den Stimmen der           Andere Bundesländer veröffentlichen entsprechend Koalitionsfraktionen abgelehnt.                           eingestufte Orte regelmäßig. Ich rufe auf:                                             Man muss diese Einstellung des Ministers einmal konsequent durchdeklinieren. Was heißt das im Er- gebnis? – Die Opposition darf Missstände im Land 14 „Gefährliche und verrufene Orte“ gemäß § 12            nicht mehr aufzeigen, wenn das irgendwie unbe- Absatz 1 Nr. 2 PolG NRW“                              quem ist oder vermeintlich falsch verstanden werden Große Anfrage 2                                       könnte, und die Regierung darf entscheiden, wann der Fraktion der AfD                                  das der Fall ist, und nach eigenem Gutdünken Infor- Drucksache 17/1363                                    mationen verheimlichen oder mit Geheimhaltung be- legen? Was für ein schiefes Verständnis von Parla- Antwort                                               mentarismus! der Landesregierung Drucksache 17/2517                                            (Beifall von der AfD) Unser Protest bei der Landesregierung half leider Die Aussprache ist eröffnet. Für die AfD-Fraktion hat     nicht, und so zogen wir dann eben nach Münster vor Herr Tritschler das Wort.                                 das Verfassungsgericht. Offenbar war nach längeren Schriftwechseln auch den Juristen bei der Landesre- gierung aufgefallen, dass man da ziemlich alt aus- Sven Werner Tritschler (AfD): Herr Präsident!             sieht. Zumindest muss es Nervosität gewesen sein, Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eigentlich          die Minister Reul wenige Tage vor der Verhandlung wäre das jetzt die Stelle, an der wir nach zweieinhalb    zu dem äußert unüblichen Schritt veranlasste, eine Jahren endlich über unsere Große Anfrage 2 aus No-        Schmähschrift über meine Partei und unsere ver- vember 2017 debattieren könnten. Es ging um ge-           meintliche Intention nach Münster zu senden, die in fährliche und verrufene Orte laut Polizeigesetz. Ins-     der Behauptung gipfelte, es ginge den Erstellern der gesamt 44 Orte in NRW waren in den vergangenen            Anfrage – Zitat – „ausschließlich um die Skandalisie- zehn Jahren durchgehend oder zumindest vorüber-           rung und Verhetzung polizeilicher Maßnahmen“. gehend so eingestuft.                                     Aber seinen mangelnden Respekt vor einer unab- hängigen Justiz hat er ja in seiner kurzen Amtszeit Die Landesregierung reagierte mit einiger Verzöge-        bereits mehrfach unter Beweis gestellt. rung und ließ ihre Beamten eine sehr ausführliche Antwort anfertigen, insgesamt knapp 500 Seiten. Da-       Das Gericht ließ sich jedenfalls nicht von solchen für unser ausdrücklicher Dank an die zuständigen          Drohgebärden beeindrucken, und die mündliche Mitarbeiter.                                              Verhandlung wurde für die Vertreter des Innenmi-",
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Dabei ließ das Gericht keinen Zweifel daran,         Ich zitiere aus der Antwort der Landesregierung vom dass das nur in wenigen, eng umrissenen Einzelfäl-        2. Mai 2018 auf die Große Anfrage der AfD-Fraktion: len denkbar ist.                                             „Vielmehr handelt es sich lediglich um eine poli- zeiliche Klassifizierung, die anlassunabhängige Das war am 28. Januar, vor über sechs Wochen. Wir Identitätsfeststellungen an diesen Örtlichkeiten haben auf Bitten der Landesregierung diese Debatte erlaubt. Erkenntnisse über Vorbereitungshand- sogar noch mal um einen Plenartermin nach hinten lungen und Verabredungen für die Begehung von verschoben. Straftaten reichen aus, damit Örtlichkeiten durch Aber der Minister hat es bis heute nicht für nötig be-       die Polizei als ‚gefährliche/verrufene Orte‘ einge- funden, nach über zweieinhalb Jahren und einem un-           stuft werden. gewöhnlich klaren Urteil des Verfassungsgerichts, Alleine aufgrund der Begrifflichkeit kann es insbe- unsere Frage zu beantworten. sondere in der Öffentlichkeit zu Fehlinterpretatio- (Zuruf von der AfD: Will er nicht oder kann er       nen kommen, wodurch das Sicherheitsgefühl der nicht, Herr Reul?)                                   Bevölkerung negativ beeinflusst werden könnte. Dabei ist auch zu beachten, dass sich die Klassi- Herr Minister, ich weiß nicht, ob Sie sich diese Arro-       fizierung einer Örtlichkeit auf eng umgrenzte Zeit- ganz und Ignoranz gegenüber unserer Verfassung,              räume (z. B. ausschließlich an Wochenenden, in gegenüber Parlament und Justiz in Ihrer Brüsseler            den Abendstunden, während eines Fußballspie- Zeit angeeignet haben, aber ich finde das beschä-            les, etc.) beziehen kann.“ mend. Es handelt sich also um eine rechtliche Einstufung, (Beifall von der AfD)                             um die polizeiliche Arbeit vor Ort zu erleichtern, um Sie als Minister sind für die Wahrung unserer Verfas-     eine erhöhte polizeiliche Präsenz und damit verbun- sung zuständig. Sie maßen sich an, andere als Ver-        dene Maßnahmen wie Razzien, Observationen oder fassungsfeinde einzustufen und seit heute auch be-        verdeckte Ermittlungen zu begründen. spitzeln zu lassen. Dabei brechen Sie fortgesetzt das     Die Fraktion der AfD pickt sich ausgerechnet Köln als Recht unserer Verfassung. Sie sind wahrlich der           negatives Beispiel heraus, die größte Stadt in Nord- Bock, den man zum Gärtner gemacht hat.                    rhein-Westfalen, eine Metropole mit über 1 Million (Beifall von der AfD)                             Einwohnern und einem Vielfachen an Touristen je- des Jahr. Ganz klar, dass sich hier Straftätern mehr Aber ich verspreche Ihnen zum Schluss: Wir lassen         Gelegenheiten bieten als in anderen Städten. Das Sie damit nicht davonkommen.                              unnötige Schlechtreden einzelner Städte ist völlig un- begründet. (Beifall von der AfD) Wie unbegründet das ist, beweist die Polizeiliche Kri- minalstatistik. Raubdelikte sind in Köln im Jahr 2019 Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr            im Vergleich zu 2018 um 6,42 % zurückgegangen. Tritschler. – Nun hat für die CDU-Fraktion Herr           Eigentumsdelikte sind ebenfalls gesunken, zum Bei- Golland das Wort.                                         spiel Taschendiebstahl um 15,87 %, Fahrraddieb- stahl sogar um 18,83 %. Es gibt einen allgemeinen Gregor Golland*) (CDU): Sehr geehrter Herr Präsi-         Rückgang an Straftaten um mehr als 2 %. dent! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Tritschler, ich      Vizepräsident Oliver Keymis: Herr Kollege, gestat- überlasse es dem Innenminister Herbert Reul, auf          ten Sie eine Zwischenfrage von Herrn Tritschler? Ihre unflätigen Anwürfe persönlich einzugehen. Er wird sicherlich dazu noch etwas sagen. Ich möchte mich gerne auf die Inhalte Ihrer Großen Anfrage kon-      Gregor Golland (CDU): Nein. – Gleichzeitig hat sich zentrieren, in der Sie von gefährlichen und verrufe-      die Aufklärungsquote um 3,42 % auf fast 52 % ver- nen Orten sprechen.                                       bessert. Bevor wir aber darüber reden, müssen wir diese Be-        Ein weiteres Beispiel ist Dortmund, das in der Beant- griffe überhaupt erst einmal definieren. Denn anders,     wortung der Großen Anfrage mit drei gefährlichen als man es vielleicht vermuten könnte, meint das Po-      Orten aufgeführt ist. Hier belegt die aktuelle Kriminal- lizeigesetz Nordrhein-Westfalen damit ausdrücklich        statistik, dass die Stadt sogar bereits seit fünf Jahren",
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Sie können das von chen, indem sie Fakten ignorieren und stattdessen            hier aus beantworten oder vom Platz, wie Sie wol- auf eine sich verschlechternde Sicherheitslage ver-          len. – Herr Tritschler hat dafür das Wort, bitte schön. weisen. Ich halte es angesichts der Kriminalstatistik für fatal,     Sven Werner Tritschler (AfD): Vielen Dank. – Herr im Zusammenhang mit der Begrifflichkeit „gefährli-           Präsident! Herr Kollege Golland, ich hätte auch eine che bzw. verrufene Orte“ ein Signal der Gefahr nach          Zwischenfrage gestellt. Sie sind ja schon etwas län- außen zu senden. Was bezwecken Sie damit? Wol-               ger hier, das habe ich gerade nachgeschaut. Sie sind len Sie einen Kontrapunkt zu der sehr positiven Ent-         wahrscheinlich auch schon etwas länger Innenpoliti- wicklung der Polizeilichen Kriminalstatistik setzen?         ker. Dann muss Ihnen eigentlich bekannt sein, dass sich in Oppositionszeiten eine ganze Reihe von An- (Zuruf von der AfD)                                   fragen der CDU sich genau um diese gefährlichen Orte gedreht hat und dabei durchaus insinuiert In ganz Nordrhein-Westfalen hat sich in Sachen „In-          wurde, dass es an gefährlichen Orten möglicher- nere Sicherheit“ viel bewegt. In vielen Tatbereichen         weise gefährlich sein könnte. sind die Fallzahlen weiter rückläufig. Bei Wohnungs- einbrüchen – wie erwähnt –, Diebstählen, Straßen-            Die letzte Anfrage dieser Art kam übrigens am 12. und Gewaltkriminalität sind die Zahlen so gut wie seit       April 2017 von Ihrem Kollegen Biesenbach. Er hat 30 Jahren nicht mehr.                                        auch nach gefährlichen Orten gefragt. Oder geht es Ihnen ganz allgemein um die Stigmati-           Nun muss ich die Feststellung treffen: Es gibt offen- sierung oder Kriminalisierung von Ausländern? Ihre           sichtlich einen Unterschied, ob wir in der Opposition Fragen sowohl nach der Nationalität als auch nach            sind und Fragen stellen oder ob Sie in der Opposition dem Aufenthaltsstatus der identifizierten Personen           sind und Fragen stellen. Wenn Sie die Frage stellen, suggerieren genau das. Und genau das entspricht ja           ist es offensichtlich völlig in Ordnung. Wenn wir sie Ihrer Fraktionslinie: die pauschale Diskriminierung          stellen, grenzt es nach Ihrer Darstellung offenbar an von Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft. Aber            Volksverhetzung. Ich verstehe den Unterschied aller- dafür ist in unserem Land kein Platz.                        dings nicht. Wir von der NRW-Koalition arbeiten mit Fakten statt                  (Beifall von der AfD) mit Vorurteilen, und die Fakten sprechen auch hier eine eindeutige Sprache. Wir als Nordrhein-Westfa- len-Koalition stellen uns unserer politischen Verant-        Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr wortung. Wir machen nicht die gleichen Fehler wie            Tritschler. – Herr Golland, Sie haben für anderthalb Rot-Grün. Ich erinnere an das lang anhaltende Leug-          Minuten das Wort. Bitte schön. nen von No-Go-Areas – nicht wahr, meine Herren Jä- ger und Kutschaty? Nein, wir sind uns der Probleme           Gregor Golland (CDU): Ich habe nicht von Volksver- in bestimmten Brennpunktvierteln bewusst und ge-             hetzung gesprochen, sondern von Stigmatisierung hen dagegen vor, zum Beispiel durch Verstärkung              und Diskriminierung von Menschen allein aufgrund der Polizeipräsenz. Dadurch steigern wir auch das            ihrer Herkunft oder Hautfarbe oder weil sie eben nicht Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger.                aus Deutschland kommen. Zu den Maßnahmen gehört unter anderem die zu-                Herr Tritschler, ich kann mich nicht an jede meiner nehmende Einführung von Videoüberwachung in ty-              Kleinen Anfragen – ich glaube, es waren in meiner pischen Angsträumen wie zum Beispiel U-Bahnhö-               Zeit als Oppositionspolitiker so um die 360, die ich fen. CDU und FDP sorgen mit der Nulltoleranzlinie            gestellt habe – erinnern. und einer konsequenten Politik der Inneren Sicher- heit dafür, dass das Gewaltmonopol ausschließlich                    (Andreas Keith [AfD]: Sie oder Ihre Mitarbei- beim Staat bleibt und dass rechtsfreie Räume aufge-                  ter?) spürt und beseitigt werden. Aber ich glaube, wir haben den Finger in die Wunde Meine Damen und Herren, wir machen Nordrhein-                gelegt, und wir sind dafür 2017 von den Wählerinnen Westfalen sicherer. Wir haben Nordrhein-Westfalen            und Wähler auch belohnt worden, weil wir etwas an- sicherer gemacht. 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Das ist keine Genieleistung dieser Landes- ranz gegen Kriminalität in Nordrhein-Westfalen vor.         regierung, sondern die gute Arbeit ist auch vorher Wir sagen auch nicht, dass es keine Orte gibt, an de-       schon geleistet wurde. Hier wird der Wert des Einbe- nen es gefährlich ist. Aber wir sagen, was wir dage-        zugs von Partnerschaften und Sozialarbeitern vor Ort gen tun.                                                    gesehen. Es heißt, es gebe eine vernünftige Verzah- nung von Prävention, Aufklärung und Repression. Und das spüren die Menschen. Das sieht man inzwi-           Ich meine, das ist in der Zusammenarbeit mit den schen in der polizeilichen Kriminalstatistik eindrucks-     Kommunen wichtig. voll. Die Zahlen waren noch nie so gut wie in den letzten beiden Jahren. Ich glaube, deswegen ver-            Auch vor 2017 haben die Polizei bzw. die zuständi- trauen die Menschen in Nordrhein-Westfalen auch             gen Kreispolizeibehörden ihre Arbeit gemacht – und uns und nicht Ihnen. – Herzlichen Dank.                     nachher genauso. Auch nach 2017 wurden Hundert- schaften von einigen Orten abgezogen. Auch an vie- (Beifall von der CDU und der FDP)                   len Bahnhöfen bei uns in Nordrhein-Westfalen gibt es nicht genug Bundespolizei, das heißt, das Sicher- heitsgefühl der Menschen dort ist nicht das beste. Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr Die Hundertschaften, die von uns oftmals in Projek- Golland. – Nun spricht für die SPD-Fraktion Herr ten vor Ort eingesetzt wurden, wurden herausgezo- Ganzke. gen, um zu anderen Großeinsätzen gebracht zu wer- den. Hartmut Ganzke (SPD): Sehr geehrter Herr Präsi- Nun zu dem letzten Punkt, bei dem ich in die Vergan- dent! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich will direkt genheit schaue: Die einzige No-go-Area, die wir in zum Kern kommen. Der Kern ist Ziffer 5, unter der Nordrhein-Westfalen seitens dieser Regierung ge- gefragt wurde, welche Maßnahmen die Landesregie- schaffen haben, ist der Hambacher Forst gewesen. rung im Allgemeinen trifft, um die Sicherheit der Bür- Das ist eine No-go-Area. ger an „gefährlichen oder verrufenen“ Orten sicher- zustellen.                                                  Es geht aber, wie gesagt, nicht um den Blick in die Vergangenheit, sondern um Schlussfolgerungen für Wissen Sie was? – Mir und der SPD-Fraktion im die Zukunft. Für mich und die SPD-Fraktion sind das Landtag Nordrhein-Westfalen erscheinen die Ant- drei. worten, die die Landesregierung gegeben hat, grund- sätzlich vernünftig.                                        Erstens. Die Polizeibehörden sind zuständig und ma- chen seit jeher einen guten Job. Dafür können wir Aber an deinem Redebeitrag, lieber Kollege Gregor ihnen hier auch mal herzlich danken, denn es macht Golland, störe ich mich ein bisschen. Noch 2017 schon einen Unterschied, wo man als Polizeibeamter hätte die Antwort, die die Landesregierung jetzt ge- oder als Polizeibeamtin eingesetzt ist. geben hat, euch von der CDU und der FDP nicht ge- reicht.                                                            (Beifall von Christian Dahm [SPD]) (Vereinzelt Beifall von der SPD – Beifall von       Das machen die Polizistinnen und Polizisten ganz der AfD)                                            nüchtern – selbstverständlich – und sind auch stolz auf ihre gute Arbeit. Ich sage Ihnen: zu Recht. – Jetzt Ich bin überzeugt, dass man die jetzt gegebene Ant- kann geklatscht werden, auch für die Kolleginnen wort skandalisiert und als Wegschieben bzw. Auf- und Kollegen, die da ihren Job machen. gabe der Verantwortung durch die Landesregierung bezeichnet hätte.                                                  (Beifall von Christian Dahm [SPD] und Michael Hübner [SPD]) (Ralf Jäger [SPD]: Niemals!) Zweitens. Es ist klar, dass es unterschiedliche Zu- Ich sage dir ganz offen, dass es bis Mai 2017 eine          ständigkeiten gibt. Der Schlüssel des Erfolgs ist aber Lieblingsbeschäftigung von Peter Biesenbach und             die gute und enge Vernetzung von Polizei und sozi- euch im Innenausschuss war, über gefährliche und            alen Angebotsstrukturen. Das wird hier auch noch verrufene Orte oder – noch schlimmer – über No-go-          einmal gezeigt. Areas zu reden. Damals habt ihr mit Akribie gesucht und nachgeforscht, um aufzulisten, was alles No-go-         Drittens. Prävention, Aufklärung und Sichtbarkeit sei- Area ist; auch, um zu stigmatisieren. Da gab es keine       tens der Ordnungskräfte sind dauerhaft notwendig. Verhinderung von Stigmatisierung durch Anonymi-             Deshalb sagen wir als SPD-Fraktion: Es muss unser sierung. Da war das egal.                                   gemeinsames Anliegen sein, dass bezüglich sicher-",
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Die AfD hat ja nun diese detaillierten Informationen, Die Maßnahmen, um an den Orten Sicherheit zu ge-             auch über genaue Örtlichkeiten, im Sinne des § 12 währleisten, sind – wie ich eingangs gesagt habe –           Polizeigesetz erhalten. Das ist auch zu respektieren. vernünftig. Sie waren es seit Jahren und werden es           Das machen wir dann auch. auch weiterhin sein. – Vielen Dank für Ihre Aufmerk- samkeit. Danke sehr.                                         Das ändert aber nichts – das will ich deutlich sagen – an unserem entschiedenen Kampf gegen die dortige (Beifall von der SPD – Vereinzelt Beifall von        Kriminalität. Es ändert auch nichts daran, dass es den GRÜNEN)                                          von Ihnen, meine Damen und Herren von der AfD, unverantwortlich wäre, wenn Sie diese konkreten In- formationen für einen populistischen Wahlkampf nut- Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr               zen und womöglich mit Legendenbildung dazu bei- Ganzke. – Nun hat Herr Lürbke das Wort für die FDP-          tragen würden, dass in diesen betroffenen Gebieten Fraktion.                                                    künftig eventuell dubiose Bürgerwehren oder ähnli- cher Unfug sprießten. Das darf nicht der Fall sein. Marc Lürbke (FDP): Sehr geehrter Herr Präsident!             Die NRW-Koalition verfolgt unbeirrt diesen klaren Liebe Kolleginnen und Kollegen! So wahnsinnig viel           Kurs der Nulltoleranzstrategie. Mit Hochdruck ver- muss man dazu gar nicht mehr sagen, deswegen                 stärken wir unsere Sicherheitsbehörden mit mehr mache ich es kurz und knapp.                                 Personal, moderner Ausstattung und dem passen- den rechtlichen Handlungsrahmen. Wir haben das Erstens. Die Nordrhein-Westfalen-Koalition und die-          Polizeigesetz novelliert. Das greift dann auch genau se Landesregierung schrecken vor sicherheitspoliti-          an diesen als gefährlich klassifizierten Orten und schen Herausforderungen jedweder Art nicht zurück.           stärkt somit die Sicherheit dort sowie die Sicherheit Kriminalitätsphänomene, egal welcher Art, werden             in ganz Nordrhein-Westfalen. Diesen Kurs werden nicht kleingeredet, sie werden nicht ignoriert. Dazu         wir weiter fortsetzen. – Ich danke Ihnen sehr für die zählt selbstverständlich auch der Kampf gegen Kri-           Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen allen noch ei- minalität auf besonders betroffenen Straßen und              nen schönen Abend. Herzlichen Dank. Plätzen in Nordrhein-Westfalen. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von Zweitens. Sogenannte gefährliche Orte definiert man                 der CDU) rechtlich gerade nicht, um sie in Verruf zu bringen oder aufgrund einer besonderen Gefährlichkeit für die Be- völkerung. Vielmehr geht es um die rechtliche Klassi-        Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr fizierung nach dem Polizeigesetz, um dort nach Ein-          Lürbke. – Nun spricht für die Fraktion Bündnis 90/Die schätzung der lokalen Kreispolizeibehörde besondere          Grünen Frau Schäffer. Kontrollen oder Ermittlungen zu ermöglichen. Darum geht es.                                                                        *) Verena Schäffer (GRÜNE): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich finde den Erkenntnis- Drittens. Genau dieses Konzept – Prävention und gewinn dieser Großen Anfrage – sagen wir mal – Präsenz seitens der Sicherheits- und Ordnungsbe- überschaubar. hörden, mehr Entdeckungsrisiko durch Kontrolldruck sowie Abschreckung durch konsequente Ahndung –               Ich habe mich gefragt: Was ist eigentlich das Ziel die- ist die Leitlinie der NRW-Koalition. Das ist auch rich-      ser Großen Anfrage? Ich glaube, das Ziel – das wird tig, meine Damen und Herren.                                 auch an den Fragen deutlich – ist die Stigmatisierung bestimmter öffentlicher Räume und – das wird auch Weil diese Landesregierung – wie ich gerade sagte –          deutlich, wenn man die Fragestellungen noch einmal Herausforderungen im Bereich der inneren Sicher-             aufmerksam liest – die Verknüpfung von Kriminalität heit mit maximaler Offenheit und offensiv angeht,            und Migration. Es wundert mich bei dieser fragestel- werden natürlich auch Große Anfragen offen und               lenden Fraktion auch nicht, dass das offenbar die umfangreich beantwortet. Ich habe mich ein biss-             Ziele dieser Großen Anfrage sind. chen über den einen oder anderen Beitrag hier ge- wundert. Ich meine, es sind 485 Seiten; dem einen            Mir gefällt aber die Antwort der Landesregierung – es oder anderen sind das aber immer noch nicht genug            kommt ja auch nicht so oft vor, dass ich die Landes- Informationen.                                               regierung lobe – sehr gut.",
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Man weiß es ja zuführen, und dass es auch um Präsenzkonzepte im Moment nicht so ganz genau. geht. Die Beantwortung der Großen Anfrage 2 hat ganz Ich finde, das ist doch eigentlich eine sehr gute Wer- bung für unsere Anhörung, die wir nächsten Don-            viele Aspekte. Wir reden aber im Grunde nur über nerstag im Innenausschuss durchführen werden. Wir          ein, zwei Aspekte. Grüne haben einen Antrag zur sozialraumorientier-          Die AfD hat in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen ten Polizeiarbeit eingebracht. Dieser Begriff ist ein      heute das Verfassungsgerichtsurteil gestellt. Das bisschen sperrig. Es geht um den klassischen Be-           kann ich auch verstehen. Dieses hat sich am 28.01. zirksbeamten oder die Bezirksbeamtin. Es geht da-          mit der Frage beschäftigt, unter welchen Vorausset- rum, dass wir vor Ort Präsenz zeigen wollen. Bezirks-      zungen die Landesregierung eine Antwort aus- beamte zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit ver-        nahmsweise nicht erteilen muss. Deswegen will ich schiedenen Akteuren vor Ort in Kontakt treten, mit         auch darauf eingehen. Denn das ist zwar in der Sa- den Geschäftstreibenden, mit Sozialarbeit, mit den         che vielleicht nicht das Wichtigste, aber von der AfD verschiedenen städtischen Stellen, Ordnungsamt,            zum Thema gemacht worden. Es geht auch um die Jugendamt, also mit allen Akteuren, die an einem           Frage, unter welchen Voraussetzungen die Antwort Platz eine Rolle spielen und auch eingebunden wer-         in geheimer bzw. nichtöffentlicher Sitzung erteilt wer- den müssen.                                                den darf. Wir wissen, dass diese Bezirksbeamten es schaffen,         Anlass war die geforderte Offenlegung von vermeint- die Kriminalität effektiv zu senken, wenn sie vor Ort      lich gefährlichen und verrufenen Orten, an denen präsent und ansprechbar sind. Sie können eine an-          verdachtsunabhängig Polizeikontrollen erfolgen kön- dere Ansprechbarkeit erzeugen, als zum Beispiel die        nen. Hundertschaften es können, weil es sich immer um dieselben Leute handelt und sie vor Ort bekannt sind.      Vielleicht das vorneweg: Sie wissen, dass für mich und für alle anderen Mitglieder der Landesregierung Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen aus Köln.         das Informationsrecht der Abgeordneten dieses In den 2000er-Jahren hat das Polizeipräsidium Köln         Hauses einen hohen Stellenwert hat, für mich auch ganz bewusst auf die Stärkung der Bezirksbeamten           deshalb, weil ich lange, lange Zeit selbst Abgeordne- gesetzt. Man hat das wissenschaftlich untersucht           ter war. Das ist selbstverständlich. Darin stimme ich und konnte wissenschaftlich darlegen, dass die Stra-       auch mit dem Verfassungsgerichtshof vollkommen ßenkriminalität und auch die Kriminalität durch Ju-        überein. gendliche effektiv gesenkt wurden. Dazu haben wir einen Antrag eingebracht. Ich finde, der passt sehr        Ich persönlich habe mich in der Vergangenheit im- gut zu diesem Thema. Wir werden am Donnerstag              mer wieder für größtmögliche Transparenz einge- auch eine Anhörung dazu durchführen.                       setzt – das merkt man, glaube ich –, im Innenaus- schuss, in den Untersuchungsausschüssen und Ich würde mich sehr freuen, wenn sich im Sinne einer       auch jetzt bei der Antwort auf die Große Anfrage. Es effektiven Kriminalprävention die anderen Fraktionen       ist richtig: 485 Seiten bedeuten, dass wir die Antwor- dazu durchringen könnten, diesem Antrag zuzustim-          ten, die wir geben konnten, gegeben haben. men. Ich meine, dass das für die Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen wirklich gut wäre.                     An einer Stelle waren wir anderer Meinung, nämlich bezüglich der Nichtöffentlichkeit. Wir haben übrigens Insofern ein Werbeblock für dieses Thema: Kommen           auch das Angebot gemacht, diese Antwort nichtöf- Sie am Donnerstag zu unserer Anhörung. Stimmen             fentlich zu geben. Das ist aber nicht angenommen Sie nachher unserem Antrag zu. Damit tun wir etwas         worden. Dann ist es zu der Entscheidung des Ge- gegen die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen und          richts gekommen. stärken unsere Polizei. Ich will übrigens nicht versäumen, zu erwähnen, Ich wünsche Ihnen heute noch einen guten Abend,            dass das grundsätzlich bestehende Frage- und Infor- bleiben Sie unbedingt gesund, damit wir uns im April       mationsrecht von Abgeordneten auch verfassungs- hier wiedersehen. Bis dann, tschüss.                       rechtlichen Beschränkungen unterliegen kann. Der Verfassungsgerichtshof hat dazu ausgeführt, dass (Beifall von den GRÜNEN und der SPD) das zum Beispiel bei betroffenen Grundrechten pri- vater Dritter und bei dem Gebot gegenseitiger Rück- sichtnahme im Verhältnis der Staatsorgane zueinan-",
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