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Gegenstimmen? – Das sind die Abgeordne- (Zuruf: Oh)                                         ten der Fraktion der CDU und der Fraktion der FDP. der ist auf einem Weg, das Gegenteil von dem zu tun,        Enthaltungen? – Das sind die Abgeordneten der AfD. was er vorgibt.                                             Damit ist der Entschließungsantrag Drucksache 17/1753 mit dem gerade festgestellten Ergebnis ab- Ich will in das an einem zweiten Beispiel erklären.         gelehnt. Wenn Sie hier mitteilen, Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind damit am (Zuruf von Josef Hovenjürgen [CDU])                 Schluss von Tagesordnungspunkt 3. Sie wollen nicht in Brüssel „bitte, bitte“ machen und       Ich rufe auf: darum bitten, bestimmte Dinge umsetzen zu können, dann kann ich Ihnen nur sagen: Ich wäre dankbar ge- wesen, wenn sich diese Landesregierung tatsächlich          4 Gefährdungen durch Altbergbau dafür eingesetzt hätte, dass man im Bereich von                 Große Anfrage 1 thyssenkrupp in den nächsten Jahren – nach der                  der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Übergangszeit – nicht möglicherweise in Amsterdam               Drucksache 17/554 „bitte, bitte“ machen muss, damit man hier eine ver- nünftige Verbundlösung von umweltgerechter Stahl-               Antwort produktion mit unserer Chemieindustrie hinbekom-                der Landesregierung men kann.                                                       Drucksache 17/1407 (Bodo Löttgen [CDU]: Eine Minute!) Bevor ich die Aussprache eröffne, möchte ich noch Das ist nämlich nur möglich, wenn die Unterneh-             einen Hinweis geben, der mich gerade erreicht hat. mensentscheidungen in diesem Sinne für Nordrhein-           Es scheint ein Knacken in der Lautsprechübertra- Westfalen gefällt werden. Doch in Amsterdam wer-            gung zu geben. Die Technik ist bereits bemüht, das den die im Zweifelsfall nicht für Nordrhein-Westfalen       abzustellen. Insofern versuchen wir es einfach mal. gefällt, sondern für andere Standorte, und daran hat diese Landesregierung ihren Anteil.                         Jetzt hat aber für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Frau Abgeordnete Brems das Wort. Bitte schön, Frau (Beifall von den GRÜNEN)                            Kollegin. Vizepräsidentin Angela Freimuth: Vielen Dank,               Wibke Brems*) (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Präsi- Herr Abgeordneter Becker. Ich kann Sie im Übrigen           dentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, das beruhigen, Herr Becker: Sie haben die Möglichkeiten         junge Jahr 2018 – das wissen wir schon jetzt – wird voll ausgeschöpft. – Meine Damen und Herren, wei-           ein historisches Jahr für das Bergbauland Nordrhein- tere Wortmeldungen sehe ich nicht. Ich gucke noch           Westfalen. einmal in die Runde. – Das bleibt auch so. Die Schließung der letzten beiden deutschen Stein- Dann sind wir am Schluss der Aussprache und kom-            kohlezechen bedeutet das Ende einer jahrhunderte- men zur Abstimmung, und zwar über den Inhalt des            alten Tradition. Man kann mit Fug und Recht sagen, Antrags Drucksache 17/1659. Hier haben die antrag-          dass der Bergbau das Land NRW entscheidend stellenden Fraktionen von CDU und FDP direkte Ab-           prägte. Einerseits hat der Kohlebergbau ermöglicht, stimmung beantragt, sodass ich diese jetzt durchfüh-        dass wir heute ein erfolgreiches Industrieland sind. ren lasse.                                                  Andererseits wurde der Boden in Teilen Nordrhein- Westfalens geradezu durchlöchert wie ein Schweizer Wer dem Inhalt des Antrags zustimmen möchte, den Käse. darf ich jetzt um das Handzeichen bitten. – Das sind die Abgeordneten der Fraktion der CDU, der Fraktion         900 Jahre Bergbau in NRW hinterlassen Spuren, und der FDP und der Fraktion der AfD. Gibt es Gegen-            mit diesen Spuren werden wir es noch lange zu tun stimmen? – Das sind die Abgeordneten der Fraktion           haben. Vor allem die Hinterlassenschaften des Stein- der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.             kohlebergbaus aus den vergangenen Jahrhunder- Ich frage der Vollständigkeit halber, ob es Enthaltun-      ten, der sogenannte Altbergbau, werden uns noch gen gibt. – Das ist nicht der Fall. Damit ist der Antrag    lange beschäftigen. Drucksache 17/1659 angenommen. Mit unserer Großen Anfrage ist nun ein erster Ein- Ich lasse zweitens abstimmen über den Entschlie-            blick in den Umfang der Risiken von tages- und ober- ßungsantrag der Fraktion der SPD Drucksache                 flächennahem Bergbau, in das Risikomanagement",
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Weil der Bergbau beendet ist, Altbergbaugesellschaften, denn nicht alle arbeiten         unterliegen die Altbergbaugesellschaften eben nicht eng mit der Bergbehörde zusammen, wie es bei-              mehr der Aufsicht der Bergbehörde. Doch die Gefahr spielsweise die RAG tut. Keine der Altgesellschaften       von Tagesöffnungen besteht trotzdem weiter, und hat Aussagen über ihre Kosten für die Beseitigung          auf das zum Teil unkooperative Verhalten der Altge- von Risiken und zu den Rückstellungen gemacht.             sellschaften habe ich bereits hingewiesen. Das ist aus unserer Sicht eine eklatante Missachtung des Informationsrechts des Landtags von Nordrhein-                 (Zuruf von der CDU) Westfalen.                                                 Eine Abstimmung mit der Bergbehörde oder eine (Beifall von den GRÜNEN)                           sonstige behördliche Kontrolle gibt es schlicht nicht, und das kann weitreichende Folgen haben. So Zu Beginn des Steinkohlebergbaus hat natürlich al-         schreibt die Landesregierung in der vorliegenden les anders ausgesehen als heute. Es gab andere             Antwort – ich zitiere –: Standards. Der Bergbau wurde nicht so tief betrie- „Immer wieder ist festzustellen, dass bei der Si- ben. Aber es gibt aus dieser Zeit noch sehr alte be- cherung altbergbaulicher Hinterlassenschaften eindruckende Karten mit erstaunlicher Genauigkeit durch unerfahrene Dritte Verfahren eingesetzt der unterirdischen Schächte. werden, die für den entsprechenden Zweck unzu- Die oberirdischen Bezüge lauten allerdings manch-              reichend und/oder unter Nachhaltigkeitsaspekten mal so ähnlich wie „150 m südöstlich der Dorfeiche“.           fragwürdig sind. Es ist nicht ausgeschlossen, Solche Ortsangaben sind aus heutiger Sicht nicht ge-           dass durch solche Maßnahmen selbst neue Ge- rade präzise. Diese und weitere Voraussetzungen                fahren geschaffen werden …“ machen es natürlich schwierig, ein vollständiges Bild Ich möchte darauf hinweisen, dass das keine Panik- des Altbergbaus zu bekommen. mache ist, sondern das schreibt die Landesregierung Manche Menschen im Ruhrgebiet mögen sich jetzt             in ihrer Antwort. Das zeigt ganz klar: Es besteht drin- fragen, wo denn hier die Neuigkeiten liegen; man ist       gender Handlungsbedarf. es ja irgendwie gewohnt, dass sich die Erde auftut.                (Beifall von den GRÜNEN) Zwischen 2005 und 2016 kam es zu fast 1.900 Ta-            Aus unserer Sicht brauchen wir schnellstmöglich gesbrüchen in Nordrhein-Westfalen. Ich finde diese         eine behördliche Anzeigepflicht für die Maßnahmen Zahlen wirklich dramatisch.                                der Altgesellschaften und ein Kataster, in dem alle durchgeführten Maßnahmen zur Untersuchung und Die neuen Erkenntnisse liegen aber nicht in den Zah- Sicherung potenziell tagesbruchverursachender Hin- len, sondern in den noch schlummernden Risiken. terlassenschaften aufgelistet und für die Zukunft ge- Dafür ein paar Beispiele: sichert werden. Andere Bundesländer haben das be- 60.000 verlassene Tagesöffnungen werden in NRW             reits geschafft, Nordrhein-Westfalen muss hier nach- vermutet. Nur 30.000 davon sind digital erfasst. Die       ziehen. Bergbehörde ist nicht nur für die Kontrolle dieser Alt-    Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin gespannt, gesellschaften zuständig, sondern auch für die             ob wir über diese Maßnahmen heute schon Einigkeit Schächte und Tagesöffnungen, bei denen nicht mehr          erzielen können; denn aus unserer Sicht spricht die klar ist, wem sie überhaupt zuzuordnen sind.               Antwort auf die Große Anfrage eine ganz klare Spra- Damit verantwortet die Bergbehörde 2.569 Schäch-           che. Es ist nicht eine Überprüfung notwendig, ob Re- te. Bei 65 Schächten ist die exakte Lage nicht genau       gelungen in NRW möglich und erforderlich sind, son- bekannt, bei mehr als 1.100 Schächten muss mit Ta-         dern lediglich, wie dies geschehen kann. gesbrüchen gerechnet werden. Das ist eine sehr be-         Es besteht dringender Handlungsbedarf. Für unsere denkliche Zahl, weil noch nicht einmal alles bearbei-      Fraktion möchte ich gerne sagen, dass wir hierfür un- tet wurde. Diese Bearbeitung der Bergbehörde ist im        sere konstruktive Zusammenarbeit anbieten. – Glück Ruhrrevier erst Anfang der 20er-Jahre fertig. Im           auf! Aachener Revier soll sie dann anfangen und noch zehn Jahre dauern.                                                 (Beifall von den GRÜNEN)",
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Aktuell wird dieser auch, bei dem Thema herrscht große Einigkeit im              Bergschaden, der zu Ausfällen von Haltestellen führt, Hohen Haus.                                                  behoben. Die wichtige Bahnverbindung – gerade für die Essener – soll schnellstmöglich wieder störungs- Unser Ministerpräsident Armin Laschet hat in der             frei laufen, wobei uns ganz wichtig zu betonen ist, ersten Regierungserklärung im September 2017 von             dass in diesem Fall Sorgfalt vor Schnelligkeit geht, den großen Veränderungen berichtet, die Sie auch             damit die Sicherheit der Passagiere gewährleistet ist. angesprochen haben, Frau Brems. Die erste große Veränderung tritt Ende des Jahres ein, wenn die letz-        Bereits 2015 und 2013 waren massive Störungen auf ten Steinkohlezechen schließen: Prosper-Haniel und           der Bahnstrecke zu verzeichnen. Auch die A45 im Ibbenbüren. Mit den beiden Bergwerken endet die              Jahr 2012 soll noch einmal in Erinnerung gerufen Steinkohleförderung in Nordrhein-Westfalen.                  werden. Fast drei Wochen zog sich die Sperrung hin. Die Steinkohle ist eng mit der Identität von uns in          Nach dem Kenntnisstand der Bergbaubehörde NRW Nordrhein-Westfalen verbunden, insbesondere mit              sind in den Jahren 2005 bis 2016 innerhalb der be- dem Ruhrgebiet. Wir verdanken ihr den Aufstieg               stehenden Steinkohlebergbauberechtigung 1.696 Deutschlands und NRWs nach dem Zweiten Welt-                 Tageseinbrüche aufgetreten. Das ist eine sehr hohe krieg. Der Bergbau hat dazu beigetragen, dass wir            Anzahl. Hinzu kommen noch die 201 Tagesbrüche, Energie- und Industrieland Nummer eins geworden              die keinem Unternehmen zuzurechnen sind und da- sind. Er hat uns Wirtschaftswachstum und Wohl-               mit in der Verantwortung von NRW liegen. stand gesichert. Ende des Jahres endet dieser Teil Die Bürgerinnen und Bürger in NRW vor solchen alt- der Landesgeschichte. Deshalb hat mich die Große bergbaulichen Hinterlassenschaften zu schützen, Anfrage der Grünen sehr gefreut. So können wir uns also nicht nur anlassbezogen, sondern auch präven- noch einmal intensiv mit dem Thema beschäftigen. tiv Maßnahmen zu ergreifen, das ist im Rahmen des Aber mit jeder Veränderung gehen auch Chancen                Risikomanagements vorgesehen, was auch der Gro- einher. Die Politik ist aufgerufen, diese zu gestalten       ßen Anfrage zu entnehmen ist. und NRW fit für die Zukunft zu machen. Das Ruhrge- Die Bergbaubehörde erfasst die Risse digital und er- biet stellt sich neu auf. Wir, die NRW-Koalition, wol- stellt Karten der altbergbaulichen Hinterlassenschaf- len es dabei begleiten. ten. Sie will dort auch moderner werden, indem sie Essen ist im letzten Jahr bekanntlich „Grüne Haupt-          das neue und moderne Risswerkarchiv aufbessert. stadt Europas“ gewesen und wurde dafür ausge- Ja, hier könnten wir noch schneller vorankommen. zeichnet, dass sie Umweltschutz und wirtschaftliches Doch alles braucht seine Zeit, und oftmals fehlen lei- Wachstum mit einer hervorragenden Lebensqualität der die Experten, die so etwas in einer kurzen Zeit ihrer Einwohner verbindet. Das sind doch die Zei- auf sich nehmen können. chen, die wir im Ruhrgebiet sehen wollen. Das sind alles keine neuen Erkenntnisse, das be- „Fit für die Zukunft“ heißt aber nicht, dass wir die Ver- schäftigt das Hohe Haus schon seit vielen Jahren. gangenheit verdrängen; denn zur Geschichte des Aber Ihre Anfrage, die Sie in der Regierungszeit von Ruhrgebietes gehören viele Tagesbrüche und eine Ministerpräsident Rüttgers gestellt haben, brachte starke Senkung der Oberfläche. Wie gesagt, der Ant- ungefähr die gleichen Antworten hervor. wort auf die Große Anfrage ist auch eine erhebliche Gefährdungslage der Anwohner zu entnehmen.                           (Beifall von Josef Hovenjürgen [CDU]) Die NRW-Koalition nimmt die Tagesbrüche und                  Sorgen macht mir allerdings – ich zitiere mit Erlaub- Erdabsenkungen sehr ernst. Wir danken der Berg-              nis der Präsidentin aus der Antwort der Landesregie- baubehörde für die umfangreiche Zusammenstel-                rung –: lung der Daten für die Antwort auf die Große Anfrage. „Bereits heute steht fest, dass eine vollständige (Beifall von der CDU und der FDP)                        und exakte Bestimmung der Gesamtanzahl der verlassenen Tagesöffnungen des Bergbaus und Das Problem ist, wie Frau Brems eben schon gesagt                der von bergbaulichen Hohlräumen betroffenen hat, der Altbergbau oder der widerrechtliche Berg-               Fläche des Landes nicht möglich ist.“ bau. Seit dem Mittelalter ist in NRW Bergbau betrie- ben worden. Unsere Vorfahren gruben und bohrten              Für die NRW-Koalition kann ich festhalten, dass wir kilometerlange Stollen. Diese sind aber erst seit dem        sehr daran interessiert sind, dass die Bergbauhörde",
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Damit gehen für uns auch eine Qualitätssicherung bei der Erfas-      In großer Fleißarbeit haben Sie die Antworten zu- sung und Mindeststandards, die bei der Erfassung         sammengetragen. Unterstützt wurden Sie dabei möglich sind, einher.                                    nicht nur vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, sondern von zahlreichen Unsere Aufgabe als Parlamentarier ist es daher, uns      weiteren Stellen sowie von den Altgesellschaften, die für die Sicherheit der Menschen in den betroffenen       zum Teil als Rechtsnachfolger einstiger Bergwerks- Regionen einzusetzen. Wie wir im Koalitionsvertrag       unternehmen bis heute Sorge dafür tragen, dass in der NRW-Regierung festgestellt haben, wollen wir         ihrem Beritt keine Unfälle passieren. Ihnen allen die Rechte aller Bergbaubetroffenen schützen.            herzlichen Dank für diese Arbeit. (Beifall von Josef Hovenjürgen [CDU])                    (Vereinzelt Beifall von der SPD und der FDP – Beifall von Josef Hovenjürgen [CDU]) Wir treten für eine effektive Bergbausicherheit ein. Sicherlich verlangt bereits das laufende Geschäft der (Beifall von der CDU und der FDP)                Bergbehörde NRW – davon bekommen wir im Unter- Ich freue mich, dieses Thema zusammen mit den            ausschuss immer einen Eindruck – mehr als genug Kollegen der CDU-Fraktion und allen anderen Kolle-       Arbeit ab. Genau wegen dieser enormen zusätzli- gen im Unterausschuss Bergbau weiterhin zu beglei-       chen Arbeitsbelastung sind wir Parlamentarier immer ten. Frau Brems danke ich für die freundliche Einla-     gehalten, vor dem Stellen einer Großen Anfrage zu dung, dort konstruktiv zusammenzuarbeiten. Das be-       hinterfragen, in welcher Relation Aufwand und Nut- stätigt meine ersten Eindrücke aus dem Unteraus-         zen letzten Endes stehen. schuss. Ich freue mich, wenn wir das so fortsetzen       Es reicht deshalb nicht aus – das haben meine Vor- können. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.           rednerinnen gerade schon dargestellt –, nur die Be- (Beifall von der CDU und der FDP)                antwortung zur Kenntnis zu nehmen und heute die eine oder andere Besonderheit zu diskutieren. Vizepräsidentin Angela Freimuth: Vielen Dank,            Aus diesen Berichten müssen wir auch Konsequen- Frau Abgeordnete Plonsker. – Als nächster Redner         zen ziehen. Denn hinter den schier unglaublichen erhält Kollege Schneider für die Fraktion der SPD        Zahlen von beispielsweise mehr als 2.500 Schäch- das Wort. Bitte schön, Herr Abgeordneter.                ten, die heute keinem Eigentümer mehr zuzuordnen sind und deshalb vom Land NRW gesichert werden (Wolfgang Jörg [SPD]: Sollen wir klatschen? –    müssen, steckt schlicht und einfach eine Herkules- Beifall von Wolfgang Jörg [SPD], Thomas          aufgabe, vor der das Land und die Bergbehörde in Göddertz [SPD] und Michael Hübner [SPD])         den kommenden Jahren und Jahrzehnten stehen werden. René Schneider (SPD): Vielen Dank für den Ap-            „Die Sau wird nicht vom Wiegen fett“, sagt ein altes plaus. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr       Sprichwort. Das ist wahr. Denn ob jede der uns nun geehrten Damen und Herren! Wenn ich zu Hause da-         vorliegenden Zahlen exakt so stimmt oder ob es im von erzähle, dass ich im Unterausschuss Bergbausi-       Detail leichte Abweichungen gibt, ist gar nicht so ent- cherheit arbeite, dann ernte ich immer wissende Bli-     scheidend. Aber eines ist sicher: Es handelt sich hier cke und ein Nicken. Der eine oder andere sagt: Na        um ein Problem, das umso gravierender ist, weil es ja, Ende des Jahres hast du dann ja nicht mehr viel      unsichtbar in der Tiefe schlummert. zu tun. Ganz unvermittelt können aufgrund altbergbaulicher Dabei gibt es natürlich auch nach dem Ende der           Aktivitäten Brüche auftreten. Schlimmstenfalls könn- Steinkohleära aktiven Bergbau in Nordrhein-Westfa-       ten Menschen zu Schaden kommen. Sachbeschädi- len. Es wird weiterhin den Steinsalzbergbau geben.       gungen und Beeinträchtigungen wie beispielsweise Insofern ist die Tradition des Bergbaus in Nordrhein-    erst im vergangenen Jahr am Essener Hauptbahnhof Westfalen auch zum Ende des Jahres lange nicht           sind weitere mögliche Konsequenzen. Umso wichti- vorbei.                                                  ger wird es sein, nach dem Wiegen auch endlich die Sau fett zu machen. Aber auch sonst wird uns der Bergbau bis weit über das Jahr 2018 hinaus beschäftigen. Die Antwort auf       Ich möchte deshalb drei zentrale Punkte nennen, die die Große Anfrage, über die wir heute diskutieren,       wir im Unterausschuss in den kommenden Monaten",
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Wenn wir ehrlich sind, brauchen wir mehr Geld und Was immer wieder im Bericht hervorscheint und zum           mehr Personal, wenn wir das Problem nicht nur be- Schluss auch sehr konkret als Forderung von der             nennen und beseitigen wollen, wo es akut auftritt, Bergbehörde formuliert wird, ist der Wunsch nach ei-        sondern zusätzlich alle Meldungen und Informatio- ner restriktiveren Gesetzgebung oder besser da-             nen schnellstmöglich in einem einzigen Kataster er- nach, in der Sache überhaupt etwas gesetzlich zu re-        fassen wollen. geln. Dies wäre umso wichtiger, weil unter anderem – Es gibt beispielsweise derzeit noch nicht einmal eine       auch das klingt in der Antwort auf die Große Anfrage rechtliche Verpflichtung Dritter, ihre Untersuchungs-       an – Bauwillige sehr gut beraten sind, ihr Vorhaben ergebnisse und Sicherungsmaßnahmen bei der                  auch in Richtung möglicher Altbergbauschäden ab- Bergbehörde anzuzeigen. So kann jedes Unterneh-             zusichern. men nach eigenem Gutdünken verfahren. Die Unter- teilung in Risikoklassen geschieht genauso individu-        Hier brauchen wir eine offensivere Informationspolitik ell wie das Verfahren, mit dem die Unternehmen Ta-          auf kommunaler Ebene. Neben den zig Prüfungen in gesbrüche verfüllen oder sonstige Sicherungsmaß-            einem Bebauungsplanverfahren gehört eben auch nahmen vornehmen. Ob dies nach dem neuesten                 ein Blick auf das dann hoffentlich allumfassende Alt- Stand der Technik geschieht, spielt dabei keine             bergbaukataster. Um diesen Status zu erreichen, be- Rolle.                                                      nötigen wir, wie gesagt, mehr finanzielle Ressour- cen. Von einem umfassenden und nach allgemein gülti- gen Kriterien aufgestellten Kataster aller infrage kom-     Eine Variante, die es deshalb drittens zu prüfen gilt, menden Hotspots sind wir weit entfernt.                     ist eine zusätzliche Finanzierung über das EFRE- Programm ab 2020. Das Land Sachsen macht es Auch wenn sich alle betroffenen Unternehmen des             uns vor. In der vergangenen und aktuellen Förderpe- Themas eigenverantwortlich angenommen haben,                riode fließen dort über 34 Millionen € in die Beseiti- Risikobewertungen vornehmen und Schächte si-                gung von Gefahren aus obertägigem und untertägi- chern, schadet es sicherlich nicht, dies auch gesetz-       gem Altbergbau ohne Rechtsnachfolger, also – über lich vorzuschreiben mitsamt einer Vorgabe der not-          den dicken Daumen gepeilt – rund 3 Millionen € pro wendigen Standards. Diese sollten nicht nur im Hin-         Jahr. Das ist eine stattliche Summe, die auch in NRW blick auf das Wie der Verfüllung und Sicherung fest-        bestenfalls zusätzlich ab der kommenden Förderpe- gelegt werden, mindestens ebenso wichtig sind all-          riode zur Verfügung stünde. gemeingültige Datenstandards bei der Risikoana- Meine Damen und Herren, alles in allem stelle ich lyse. fest, dass die Arbeit der Bergbehörde NRW für die Es wäre doch ein Witz, wenn alle Beteiligten unter-         kommenden Jahre und Jahrzehnte gesichert ist. Das schiedlich vorgingen und ein Zusammenführen der             ist eine gute Nachricht. Damit ist auch die Arbeit des Datenbestände nicht mehr möglich wäre. Solche               Unterausschusses Bergbausicherheit – auch wenn Normen – oder zumindest deren Einführung – müs-             er vielleicht nicht ewig so heißen wird – gesichert. Wir sen wir gesetzlich beschließen. So weit sind wir völlig     werden gebraucht, um die passenden Gesetze und d‘accord mit der Meinung der Landesregierung zum            Regelungen zu beschließen, mit denen auch diese Thema „Gesetzgebung“.                                       Folgen des untertägigen Rohstoffabbaus in Nord- rhein-Westfalen auf lange Sicht beherrscht werden Nicht einverstanden bin ich jedoch mit dem Vor-             können. schlag der Bergbehörde – ich zitiere –, „im Rahmen einer gutachterlichen Untersuchung insbesondere                     (Josef Hovenjürgen [CDU]: Das beruhigt den zum rechtlichen Regelungsbedarf Lösungsansätze                      Vorsitzenden!) entwickeln zu lassen …“ Meine Damen und Herren,             Vielleicht werden Besucher, denen ich in einigen Gutachter sollen keine Gesetze schreiben und auch           Jahren von meiner Arbeit im Unterausschuss be- nicht vorschlagen; das ist das Privileg der Legislative.    richte, wieder wissend nicken, diesmal jedoch, weil sie festgestellt haben: Bergbau und dessen Folgen Den Grund, warum die Bergbehörde diese Arbeit spielen auch nach dem 31. Dezember 2018 eine dennoch outsourcen möchte, kann ich gleichwohl wichtige Rolle für die Menschen in Nordrhein-West- nachvollziehen. Das führt mich direkt zum zweiten falen. – Glück auf und Gottes Segen! Punkt. (Beifall von der SPD und Josef Hovenjürgen Wenn wir – wie es im Polizeijargon so schön heißt –                 [CDU]) vor die Lage kommen wollen, benötigen wir mehr Ressourcen. Sowohl personell als auch finanziell ist die Bergbehörde nicht in der Lage, auf Tagesbrüche          Vizepräsidentin Angela Freimuth: Vielen Dank, mehr als nur zu reagieren.                                  Herr Abgeordneter Schneider. – Als nächster Redner",
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Ich habe das bisher als         wieweit ähnliche Regelungen eines Anzeigeverfah- wirklich sehr gute Arbeit empfunden und bin der Mei-        rens bei Arbeiten unter Tage, wie beispielsweise in nung, dass wir daran festhalten und weiterhin so ar-        Sachsen oder Thüringen, auch in NRW möglich und beiten sollten, wie wir es in der Vergangenheit getan       von Nutzen sein könnten. haben.                                                      Einerseits gibt es Käufer von Grundstücken, die nicht (Zuruf von der CDU: Das liegt am Vorsitzen-         wissen, dass sich unter ihrem neuen Eigentum Alt- den!)                                               bergbaulasten befinden und inwieweit sich die dorti- gen bergbaulichen Verhältnisse auf mögliche Bau- Natürlich wird das Jahr 2018 für den Bergbau in             vorhaben auswirken könnten. Nordrhein-Westfalen eine Zäsur darstellen – Sie ha- ben es eben schon ausgeführt –, denn dann endet             Andererseits sind meist grobe Informationen bei der die Ära des Steinkohlebergbaus in unserem Bundes-           Bergbehörde vorhanden und abrufbar. Eine Aufklä- land. Selbstverständlich stellt sich für uns in der Lan-    rung ist hierbei wichtig. Das leistet die Bergbehörde despolitik die Frage, welche Folgen dieses Erbe hin-        auch durch Portale im Internet, die für jeden öffentlich terlässt und bereits hinterlassen hat.                      zugänglich sind. Die Folgen des Bergbaus sind nicht von der Hand zu          Die Pläne der Bergbehörde, die im Netz öffentlich ab- weisen. Uns allen sind Vorfälle wie auf der A45 aus         rufbaren Informationen bekannter zu machen – unter dem Jahre 2012 bei Dortmund noch in guter Erinne-           anderem durch die Sensibilisierung von Notaren zu rung. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die Unterbre-      dieser Thematik –, ist ausdrücklich zu begrüßen. chung der S-Bahn-Linie 6 bei Essen.                         Dabei ist auch zu prüfen, inwieweit die Bergbehörde Festzuhalten ist: Eine effektive Gefahrenabwehr hin-        zur Ausrüstung ihrer Aufgaben ausreichend finan- sichtlich konkreter und latenter Gefahren in Form von       ziert ist. Tagebrüchen ist durch die Bergbehörde in der Be-            Dies können aber nur erste Schritte sein. Der Abbau zirksregierung in Arnsberg in Dortmund vorhanden,           von Rohstoffen unter Tage, oft bereits in den vorhe- auch wenn die Bewältigung für die Betroffenen oft           rigen Jahrhunderten erfolgt, fand meist nahe der eine langwierige und nervenkostende Zeit darstellt.         Festgesteinsoberfläche statt und ist durch Unwissen Das 2011 begonnene Risikomanagement der Berg-               und mangelnde Absicherung heute eine große Ge- behörde untersucht in diesem Rahmen die dem Land            fährdung. Diese Umstände stellen eine deutliche rechtlich verantworteten Schächte auf mögliche Ge-          Herausforderung dar. Nicht zu vergessen ist auch fahren und katalogisiert sie dementsprechend. Das           der illegale und wilde oder schlecht wie gar nicht do- war richtig und wichtig.                                    kumentierte Bergbau. Die Zahlen, die nun die Landesregierung im Dezem-           Die bekannten Ursachen sind vielfältig. Bergbautrei- ber präsentierte, sind ernüchternd: Nahezu alle bis-        bende Unternehmen, die bereits lange nicht mehr auf her untersuchten Schächte – immerhin über 1.000 –           dem Markt sind, oder der Uraltbergbau, der eine Do- weisen eine erhebliche Gefahr für Mensch, Natur             kumentation von Gruben gar nicht erst anstrebte, und auch Umwelt auf. Es ist wichtig, dass sich die          sind alles Probleme. Dazu kommt, dass Unterlagen Landespolitik dieser stetigen und potenziellen Bedro-       durch die Geschehnisse von zwei Weltkriegen unwi- hung stellt.                                                derruflich verloren gegangen sind. All diese Aspekte hängen wie ein stetiges Damokles- Für die restlichen über 12.000 verlassenen Schächte schwert über sämtliche Bemühungen, eine hundert- in NRW sind maßgeblich die heutigen und ehemali- prozentige Aufklärung und Absicherung von Altberg- gen bergbautreibenden Unternehmen in der Pflicht. baulasten zu gewährleisten. Daraus ergibt sich für die Unternehmen im Vergleich zu den vom Land überprüften ca. 2.500 Schächten             Die Bewältigung der Folgen des Bergbaus in NRW eine besondere und wichtige Verantwortung.                  bedeutet eine Aufgabe, die sich über mehrere Gene- rationen erstrecken wird. Wir als Regierungsfraktio- Als zuständig für die Abwehr konkreter und potenzi- nen werden diese Vorhaben konstruktiv begleiten eller Gefahren des Altbergbaus ist die Bergbehörde und auch mitgestalten. Wir laden Sie alle herzlich nicht auf vollständigem Wissensstand. Weil eine dazu ein. – Vielen Dank. rechtliche Verpflichtung Dritter, Schäden und Gefähr- dungen des Altbergbaus anzuzeigen, in NRW fehlt,                    (Beifall von der FDP und der CDU – Vereinzelt ergibt sich für die Bergbehörde eine unzureichende                  Beifall von der SPD)",
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Ich wünsche           für die Sicherheit? den Kumpels – darunter sind auch Nachbarn und Freunde – viel Glück, damit sie, wenn sie zum Jah-         95 % der Weltproduktion von Neodym, das für die resende das letzte Mal hinabfahren, im nächsten            Windräder gebraucht wird, stammen aus China. Jahr einen neuen Weg finden werden. Denn sie ha-           Über die Standards der Förderung von Neodym in ben viel für uns geleistet und immer das schwarze          China ist nichts bekannt, da China seine Umwelt- Gold für uns herausgeholt.                                 standards gar nicht veröffentlicht. Und wer erinnert Die Bergbauleute, die uns durch ihre Lebensleistung        sich nicht an die Schlagzeilen zu den Grubenunglü- über so viele Jahre wirtschaftlich und gesellschaftlich    cken in China? Wenn sich China nicht einmal wäh- geprägt haben, verdienen unser aller Respekt und           rend des Abbaus um die Sicherheit kümmert, was unsere Anerkennung.                                        glauben Sie, wie sich die Chinesen um die langfristi- gen Risiken kümmern werden? Dabei fallen bei der (Beifall von der AfD)                               chemischen Trennung von Neodym von anderen Gesteinen zudem hoch toxische Abfallprodukte an, Das Traurige an dieser Großen Anfrage ist aber, unter anderem radioaktive Elemente wie Uran und dass sie keine neuen Erkenntnisse zutage fördert. Thorium, die zu Krebs führen können. Denn schon im Oktober 2009 hat die grüne Fraktion in der Opposition eine umfangreiche Große Anfrage          Es wird somit deutlich, dass wir hier mit zweierlei zu diesen Kosten und den Fragen der Schachtsanie- Maß messen. In Deutschland muss alles schön per- rung des Steinkohlebergbaus gestellt. Nicht einmal fekt und sicher sein, und den Ausländern bürdet man 100 Tage vor der Einreichung dieser Großen Anfrage die Risiken auf – waren die Grünen selbst in Regierungsverantwor- tung.                                                              (Beifall von der AfD) Es scheint also eine Große Anfrage als Arbeitsbe- schaffungsmaßnahme für die Landesregierung und             alles letztendlich für das Ziel der Grünen, die voll- die Bergbehörde zu sein. Deshalb möchte ich der            ständige Deindustrialisierung Deutschlands herbei- Regierung, der Bergbehörde und den Altgesellschaf-         zuführen. ten explizit für ihre Mühen und ihre Antworten dan- ken.                                                       Wenn wir über die Abwicklung des deutschen Stein- kohlebergbaus sprechen, müssen wir auch über die Diese Große Anfrage über den Steinkohlebergbau             RAG-Stiftung sprechen. Die Ewigkeitskosten, derer und den Bergbau allgemein ist auch ein ökologischer        wir uns bewusst sind, sollen durch das Stiftungsver- Kampf, weil versucht wird, den Bergbau grundsätz-          mögen getragen werden. Die rechtsfähige Stiftung, lich zu verdammen. Das Ganze fügt sich wie bei ei-         die aus ca. 20 Mitarbeitern besteht, hat ja nun die nem Puzzle zusammen. So sind für die Grünen die            fachliche Unterstützung eines Landtagsmitglieds er- Kohlekraftwerke dreckig und die Dieselfahrzeuge            halten, welches bereits Mitglied im Sportausschuss Dreckschleudern.                                           ist. Ich wünsche allen dabei viel Kraft. Leider sehe ich diese Person nicht hier – und auch nicht ihren Vor- Apropos Dreckschleudern: Wir haben aber unseren gänger, Herrn Römer, der sicherlich auch einiges zu Kumpels viel zu verdanken, die sich nicht zu schade diesem Thema hätte beitragen können. waren, auch im Dreck für uns zu graben. (Beifall von der AfD)                               Zum Abschied aus der Steinkohle salutiere ich vor diesen Bergleuten und ihren Lebensleistungen, die Mit dem Abschied Ende 2018 haben wir zwei Prob-            das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen nach dem leme.                                                      Krieg nach oben geholt haben. – Danke schön und Erstens gehen gut bezahlte Arbeitsplätze verloren –        Glück auf! für Malocher, die aufrechten Hauptes nach Hause kamen, eine Familie ernähren konnten und vieles für                (Beifall von der AfD) uns alle im Land geleistet haben. Zweitens verlieren wir auch das technische Wissen.         Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr Gerade die Zechen in Bottrop und Ibbenbüren zeich-         Loose. – Für die Landesregierung spricht nun Herr nen sich durch modernste prozessorgesteuerte               Minister Professor Dr. Pinkwart.",
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Neben der Wahrnehmung ordnungsbe- Debatte hat es gezeigt: Das Thema „Altbergbau“ ist,       hördlicher Aufgaben wird die Bergbehörde auch prä- wie der Name schon sagt, kein neues Thema.                ventiv tätig – sie ist schon in den letzten Jahren prä- ventiv tätig geworden –, und zwar dort, wo Verant- In Nordrhein-Westfalen wurde über Jahrhunderte            wortliche, die vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten hinweg Bergbau auf Kohle, Erze und andere Boden-          Bergbau betrieben haben, nicht mehr vorhanden schätze betrieben. Unser Land hat ganz wesentlich         sind. dem Bergbau sein industrielles Wachstum und sei- nen heute erreichten Wohlstand zu verdanken.              In diesen Bereichen trägt das Land die Verantwor- tung. Dementsprechend hat die Bergbehörde hierfür Der Bergbau hat aber auch Spuren hinterlassen. Das ein effektives Risikomanagement aufgebaut. Hier sind oftmals die von Menschenhand geschaffenen wird eine profunde Risikoanalyse, Bewertung und Hohlräume im Untergrund. Die Bergbehörde geht Klassifizierung altbergbaulicher Gegebenheiten vor- nach derzeitigem Erkenntnisstand davon aus, dass genommen. Es wird eine Prioritätenliste erstellt. Auf es in Nordrhein-Westfalen ca. 60.000 Schächte und dieser Basis werden präventive Untersuchungs- und Stollenöffnungen gibt, wobei die Gebiete, in denen gegebenenfalls erforderliche Sicherungsmaßnah- nahe an der Tagesoberfläche Bergbau betrieben men durchgeführt. Ziel ist es, das Eintreten konkreter wurde, einen Anteil von ca. 600 m2 der Landesfläche Gefahren und Schäden auch zukünftig zu vermei- ausmachen. den. In ungefähr der Hälfte aller Kommunen in Nordrhein- Westfalen ist alter Bergbau umgegangen. Wir wissen        Auf diese Weise sind zwischen 2000 und 2016 aus auch, dass schon damals die Bergleute einen Groß-         dem Landeshaushalt ca. 53 Millionen € allein für prä- teil ihrer Schächte, Stollen und Abbaubereiche ver-       ventive, gefahrenvorbeugende Maßnahmen einge- füllt oder auf andere Weise gesichert haben, aus          setzt worden. heutiger Sicht jedoch oft unzureichend und nicht den      Auch die Altbergbaugesellschaften haben erkannt, heutigen Standards entsprechend.                          dass planmäßiges präventives Arbeiten sinnvoller ist Außerdem wurde neben dem seinerzeit schon be-             als hektisches Reagieren bei eingetretenen Schä- hördlich zu genehmigenden Bergbau insbesondere            den, für deren Bewältigung sie verantwortlich sind. in Kriegs- und Notzeiten auch Bergbau ohne Geneh-         Deshalb haben auch alle größeren Altbergbaugesell- migung betrieben, von dem wir naturgemäß weniger          schaften solche Systeme zum Risikomanagement oder noch gar nichts wissen.                              aufgebaut. Im Bereich solcher altbergbaulichen Hinterlassen-         Das bergbehördliche Risikomanagement umfasst schaften ergeben sich auch heute noch Schäden an          derzeit im Wesentlichen die verlassenen Altbergbau- der Oberfläche. Das reicht von unbedeutenden Ein-         schächte im Bereich des Steinkohlebergbaus im muldungen bis hin zu dramatischen Einbrüchen der          Ruhrgebiet. Tagesoberfläche. Im Bereich des Altbergbaus müs- Die Bergbehörde wird das Risikomanagement aber sen wir daher von einem gewissen Gefährdungspo- auch auf die Bereiche des Altbergbaus in geringen tenzial ausgehen. Teufen und auf andere Altbergbaugebiete wie etwa Größere Tagesbrüche wie etwa im Jahre 2000 in Bo-         die des Erzbergbaus schrittweise ausweiten. Grund- chum-Höntrop oder im Jahre 2004 in Siegen-Roster-         lage hierfür ist eine sorgfältige Analyse zum entspre- berg sind aber – ich möchte hinzufügen: Gott sei          chenden Bedarf an finanzieller Ausstattung und qua- Dank – eher selten. Daher trete ich an dieser Stelle      lifiziertem Personal. entschieden dem Eindruck entgegen, dass wir nun überall in altbergbaulich geprägten Gebieten großflä-     Ob man – wenn ich das hier einflechten darf, sehr chig vom Einsturz der Tagesoberfläche bedroht wä-         geehrter Herr Schneider – direkt nach neuem Perso- ren. Ich halte es für nicht verantwortlich, derartige     nal und mehr Ausstattung rufen muss, möchte ich vor Ängste zu schüren.                                        dem Hintergrund Ihrer Eingangsbemerkung, dass Sie oder möglicherweise Ihre Nachbarn meinten, Den Fragen, in welchem Umfang tatsächlich Gefah-          dass sich Ihre wichtige Aufgabe im Landtag erübri- ren aus den altbergbaulichen Hinterlassenschaften         gen könnte, zumindest noch einmal infrage stellen. resultieren und wie diesen Risiken begegnet werden        Vielleicht fallen ja auch Aufgaben weg, und neue, sollte, geht die Bergbehörde in sehr verantwortungs-      sich hier ergebende Aufgaben könnten sinnvoll fort- voller Art und Weise nach. Dies trifft im Wesentlichen    gesetzt werden. Damit will ich keiner organisatori- gleichermaßen auf die Unternehmen bzw. die Alt-           schen Überprüfung zuvorkommen. Möglicherweise bergbaugesellschaften zu, die ihren Pflichten aus         wird es auch einer Erweiterung bedürfen. Ich wollte dem von ihnen verursachten Altbergbau ebenfalls           nur einmal angemerkt haben, dass man auch so an gewissenhaft nachkommen.                                  diese Frage herangehen könnte.",
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Hinzu Dem kommen wir entgegen. Schon seit 2009 betreibt         kommt, dass die Bergbehörde aus solchen Untersu- die Bergbehörde gemeinsam mit dem Geologischen            chungs- und Sicherungsmaßnahmen selbst keine Dienst ein im Internet für jedermann nutzbaren Infor-     neuen Erkenntnisse gewinnen kann, um das eigene mationsdienst über den Untergrund. Hier können            Wissen über die altbergbaulichen Gegebenheiten zu Bürgerinnen und Bürger, aber auch Kommunen, Ge-           erweitern und für zukünftige Auskünfte zu etwaigen nehmigungsbehörden und Planungsträger Erstinfor-          Gefährdungspotenzialen zu nutzen. mationen zu einem etwaigen altbergbaubedingten Gefährdungspotenzial abrufen und gegebenenfalls           Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir wollen auch grundstücksbezogene Auskünfte anfordern.             daher zukünftig eine umfassende Information der Bergbehörde über alle im Land durchgeführten Un- Das Informationsangebot ist längst vorhanden und          tersuchungs- und Sicherungsmaßnahmen im Be- einfach zu nutzen. Aber leider wird es, aus welchen       reich des Altbergbaus sicherstellen. Damit wird auch Gründen auch immer, noch nicht durchgehend in An-         für die landesweit zuständige Fach- und Ordnungs- spruch genommen, oder aber die Informationen wer-         behörde größtmögliche Transparenz geschaffen. Die den, obwohl sie genutzt werden, danach nicht ange-        Bergbehörde kann für die Einhaltung technischer messen berücksichtigt. In diesen Fällen wird dem          Standards sorgen, und sie kann die Ergebnisse sol- Bauherrn unter Umständen erst beim Ausheben der           cher Maßnahmen zur Vervollständigung ihres Wis- Baugrube klar, dass altbergbauliche Hinterlassen-         sens über altbergbauliche Gefährdungspotenziale schaften vorhanden sind, die vor einer baulichen          nutzen. Dies stellt für alle Beteiligten einen Mehrwert Nutzung fachgerecht untersucht und gesichert wer-         in puncto Sicherheit dar. den müssen. Dann ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer.                                         Die Landesregierung wird in diesem Sinne prüfen, welchen rechtlichen Regelungsbedarf es gibt, und Mehrkosten und auch Unkenntnis mögen zumeist              dem Parlament Vorschläge vorlegen, um konkrete die Gründe sein, wenn Untersuchungen und Siche-           Lücken baldmöglichst zu schließen. – Herzlichen rungen des Altbergbaus nicht dem Stand der Technik        Dank für Ihre Aufmerksamkeit. entsprechend beauftragt worden sind. Daraus kön- nen unter Umständen auch neue Gefahren resultie-                 (Beifall von der CDU und der FDP – Vereinzelt ren.                                                             Beifall von der AfD) Hier wollen wir ansetzen, um eine signifikante Ver- besserung zu erreichen – beispielsweise dadurch,          Vizepräsident Oliver Keymis: Herzlichen Dank, dass neben den Baugenehmigungsbehörden auch               Herr Minister. – Als nächsten Redner habe ich für die die regelmäßig am Grundstücksverkehr beteiligten          CDU-Fraktion Herrn Kollegen Hovenjürgen auf der Notare Hinweise auf das Informationsangebot der           Liste stehen. Bitte schön. Bergbehörde geben. Leider existiert eine weitere unglückliche Lücke im       Josef Hovenjürgen (CDU): Herr Präsident! Meine System bzw. im Gesetz. Wir haben in der Antwort der       Damen und Herren! Liebe Kolleginnen, liebe Kolle- Landesregierung bereits auf diesen Punkt hingewie-        gen! Da hier großer Konsens in der Bewertung des sen und wollen das Problem lösen. Bislang gibt es         Sachverhalts herrscht, ist es immer sehr angenehm, keine zwingende Verpflichtung, dass ein Dritter, der      dieses gemeinsam im Bergbausicherheitsaus- im Altbergbau aktiv ist, die fachlich kompetente Berg-    schuss – der übrigens seit 2005 so heißt; vorher war behörde vor der Durchführung von Untersuchungs-           es der Grubensicherheitsausschuss – zu bespre- und Sicherungsmaßnahmen beteiligt oder zumindest          chen. informiert. Da ist nicht immer die Einhaltung techni- scher Standards gewährleistet.                            Es war damals eine gemeinsame Entscheidung, zu sagen: Wir können uns nicht nur mit dem Bergbau an Auch Altbergbaugesellschaften untersuchen und si-         sich befassen, also mit dem Handeln im Unterneh- chern selbstständig verlassene Grubenbaue. Sie            men und der Sicherheit der Menschen im Unterneh- achten regelmäßig auf die Einhaltung technischer          men, sondern müssen uns auch mit dem beschäfti- Standards und informieren auch die Bergbehörde            gen, was Bergbau über Tage anrichtet, und uns auch über die Maßnahmen. Insofern sind sie nicht das           denen zuwenden, die vom Bergbau geschädigt wer- Problem.                                                  den.",
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Auch das sei noch digt sind, eine Möglichkeit gegeben haben, ihre Prob-       einmal erwähnt. lemlagen zu schildern. In vielen dieser Verfahren ist              (Beifall von der CDU, der SPD und der FDP) uns deutlich geworden, wie notwendig es ist, auch den Menschen im Binnenverhältnis bis zum Unter-             Unser Ruhrgebiet ist entstanden, weil die Menschen nehmen Gehör zu geben.                                      damals zur Produktion von Kohle und Stahl gezogen sind. Heute haben wir ein Baurecht, das Arbeit und Lieber Herr Minister, erst einmal herzlichen Dank für Wohnen zusammen nicht mehr ermöglicht. Damit den Bericht und die Hinweise, die Sie gerade in Ihrer haben wir die Situation, dass wir zurzeit Arbeit aus Rede gegeben haben! Ich darf aber auch noch ein- dem Ruhrgebiet herausziehen, ohne neue Arbeit mal – die Vertreter der Bergbehörde wissen, was etablieren zu können, und am Rande des Ruhrge- jetzt kommt – darauf hinweisen, dass ich es auch als biets keine Flächen entwickeln können, um dort neue notwendige Aufgabe einer Bergbehörde und einer Arbeit anzusiedeln – aufgrund von Gesetzgebung, Bergaufsicht ansehe, sich nicht nur die Feststellun- an deren Veränderung wir uns jetzt machen. gen des Unternehmens zu eigen zu machen, son- dern auch mithilfe eigener Erkenntnisse Klagefüh-           Die Kolleginnen und Kollegen insbesondere der So- rungen von Bürgerinnen und Bürgern zu überprüfen.           zialdemokratie sind in den nächsten Monaten gefor- Es genügt nicht, nur das Unternehmen zu fragen, ob          dert, zusammen mit uns das zu korrigieren, was ihr das, was der Bürger vorträgt, richtig ist oder falsch.      Wirtschaftsminister damals immer gerne gewollt Fakt ist: Sie sind auch den Bürgern verpflichtet und        hätte, aber leider in der rot-grünen Landesregierung nicht ausschließlich dem Unternehmen.                       nicht umsetzen konnte, weil es durch Herrn Remmel verhindert wurde. Sie haben jetzt die Möglichkeit und Deswegen noch einmal die ganz herzliche Bitte in sind eingeladen, mit uns zusammen im Zuge der Richtung Bergbehörde: Machen Sie sich nicht die Er- LEP-Öffnung diese Verfahrensschritte zu gehen, um kenntnisse des Unternehmens zu eigen, sondern ge- wieder Flächen im Ruhrgebiet zu akquirieren. winnen Sie eigene Erkenntnisse darüber, ob das, was zum Beispiel Bürgerinnen und Bürger Ihnen vor-          Sie haben auch gemeinsam mit uns die Möglichkeit, tragen, auch sein kann.                                     auf Bundesebene darauf hinzuwirken, Fläche, die im Ruhrgebiet zurzeit noch für Arbeit genutzt wird, auch Es kann eben nicht sein, dass Sie sich alles vom Un- für Arbeit zu erhalten. Ich rede hier vom sogenannten ternehmen mitteilen lassen. So hieß es zum Beispiel Bestandsschutz. Unternehmen, die aktuell im Ruhr- in meiner Heimatstadt Haltern am See seinerzeit auf gebiet wirtschaften, haben für das, was sie dort im meine Anfrage, um wie viele Schadensmeldungen Ballungsraum betreiben, Bestandsschutz. es sich handele: 40; 20 davon sind Bergschäden; 19 davon sind keine Bergschäden; eine Besichtigung             Wenn sie ihre Produktion aufgeben, ist die Fläche steht noch aus. – Auf die Frage, ob dies eigene Er-         nach aktuellem Baurecht neu zu bewerten. In der Re- kenntnisse seien, wurde geantwortet: Nein, das sind         gel geht uns dann ein Großteil der Fläche verloren. die Hinweise des Unternehmens.                              Denn unter aktuellem Baurecht kann sie nicht mehr Das Unternehmen hat die Möglichkeit, selbst vor Ort         industriell genutzt werden, weil die Abstandssituation zu gehen und zu entscheiden: Bin ich Schädiger oder         zwischen Wohnbebauung und Industriefläche nicht nicht? – Der Schädiger selbst entscheidet also, ob er       ausreichend ist. Wenn wir aber gemeinsam erwirken Schädiger ist. Das ist in einer Zeit, in der die Men-       könnten, nicht nur den Betrieb mit Bestandsschutz schen aufgeklärt sind und Erkenntnisgewinne haben,          auszustatten, sondern auch die Fläche, auf der die- zu wenig.                                                   ser Betrieb steht, könnten wir zumindest verhindern, dass diese Fläche, wenn der jetzige Betrieb sie nicht Deswegen bitte ich das Ministerium und die Behör-           mehr nutzt, direkt massiv verloren geht. den noch einmal darum, hier auch auf die Geschä- digten ein Stück weit mehr Rücksicht zu nehmen.             Wir haben wegen des aktuellen Baurechts in den letzten zehn Jahren über 3.600 ha Fläche in dem Ein weiterer Punkt, auf den wir eingehen müssen, ist        Ballungsraum verloren. Dieser Entwicklung ist entge- die Situation der Arbeitsplätze im Ruhrgebiet. Der          genzuwirken. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Vorredner der AfD sprach gerade von den Men-                Arbeit aus dem Ruhrgebiet entfernt und wir sowohl schen, die jetzt ihre Arbeit verlieren. Das trifft nicht    im Ruhrgebiet als auch am Rand des Ruhrgebiets ganz den Sachverhalt. Gott sei Dank konnte in ge-           keine Perspektive für Neuansiedlung von Arbeit meinsamer Verantwortung von Unternehmen, Mitar-             schaffen.",
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Der Altbergbau mit (Beifall von der CDU und der FDP – Vereinzelt      seinen Risiken ist eine Hinterlassenschaft, mit der wir Beifall von der AfD)                               umgehen müssen, aber auch umgehen können. Wer im Ruhrgebiet Zukunft gestalten will, Menschen         Die Bergbehörde nimmt hierbei eine Schlüsselrolle Perspektiven geben will und Menschen deutlich ma-          ein. Sie sichert Wissen, bevor es verloren geht. Sie chen will, dass sie nicht abgeschrieben sind, muss         wird präventiv tätig, seitdem die damalige SPD- ihnen die Möglichkeit des Broterwerbs geben und Ar-        geführte Landesregierung ab dem Jahr 2000 die Mit- beit ins Ruhrgebiet holen, statt Arbeit aus dem Ruhr-      tel dafür bereitgestellt hat. gebiet abwandern zu lassen. Dabei erfasst sie sukzessive alle Lasten, die uns der Die Schritte hierfür sind durch die jetzige Nordrhein- Altbergbau überlassen hat. Sie stellt ein Risikoma- Westfalen-Koalition eingeleitet. nagement zur Verfügung, um Folgen abschätzen zu Alle, die hier im Hause Verantwortung tragen, sind         können. Sie wird vor Schadenseintritt aktiv, um über eingeladen, diese Wege mit uns zu gehen, um den            Risiken in betroffenen Gebieten zu informieren. Sie Menschen im Ruhrgebiet und in NRW eine echte               tritt verkehrssichernd in Erscheinung, wenn kein Ver- Perspektive auf Zukunft in Nordrhein-Westfalen in ei-      ursacher mehr festzustellen ist. Hier wird vonseiten genverantworteter Lebenssituation und in Arbeitsver-       der Bergbehörde einiges getan, um die Folgen so er- hältnissen mit guten Löhnen zu geben. Die Einla-           träglich wie möglich zu gestalten. dung gilt für alle im Haus. Ich bin gespannt, ob Sie sie annehmen. – Herzlichen Dank.                           Die Antwort der Landesregierung zeigt die Heraus- forderungen für die Bergbehörde im Zusammenhang (Beifall von der CDU und der FDP)                  mit dem Altbergbau deutlich auf: verpflichtende Kenntnisnahme durchgeführter Maßnahmen zur Si- cherung durch Dritte, Anwendung von zeitgemäßen Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr Standards bei der Sicherung von altbergbaulichen Hovenjürgen. – Für die SPD-Fraktion spricht nun Hinterlassenschaften und Information von Grund- Herr Kollege Göddertz. stückskäufern in ehemaligen Bergbaugebieten. Dies alles sind Vorschläge der Bergbehörde, die zu einer Thomas Göddertz (SPD): Herr Präsident! Meine               effizienteren Arbeit führen können, um die Risiken Damen und Herren! Meine Vorredner haben schon              des Altbergbaus einzuschätzen und zu minimieren. mehrmals darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr die letzten Zechen im Ruhrgebiet schließen. Als            Wir wollen der Bergbehörde hier den Rücken stär- Bottroper und somit als Bürger einer der letzten Ze-       ken. Das Thema „Altbergbau“ ist dabei als dynami- chenstädte bedaure ich diese Entscheidung nach             scher Prozess zu begreifen. wie vor. Ich halte sie nach wie vor für falsch. Durch die sukzessive Erfassung steigen aber auch Für unsere Region schließt sich ein wichtiges Kapitel      die Aufgaben, und die Technik hat sich weiterentwi- unserer Geschichte. Der Bergbau hat die Biografien         ckelt. Gerade nach dem Ende des Steinkohlenberg- vieler Menschen entscheidend geprägt. Er hat so-           baus steigt die Gefahr, dass Spezialwissen verloren wohl das Ruhrgebiet als auch unser Land stark ge-          geht. Hier müssen wir die Bergbehörde unterstützen, macht. Er hat für einen einmaligen Aufschwung die-         um die Herausforderung zu bewältigen. ser Region und der gesamten Bundesrepublik Deutschland gesorgt. Dies sollte bei der ganzen Dis-       Aber wir dürfen die ehemaligen Betreiber auch nicht kussion um Risiken und Langzeitkosten nicht verges-        aus der Pflicht entlassen. Ist ein Verursacher festzu- sen werden.                                                stellen, so muss er oder sein Rechtsnachfolger Ab- (Beifall von der SPD)                              hilfe leisten. Denn diese Unternehmen haben massiv vom Bergbau profitiert. Nun müssen sie auch weiter Wer allerdings glaubt, das Thema „Bergbau im Ruhr-         an den Folgekosten beteiligt werden. gebiet“ wäre mit der Schließung der letzten Zeche beendet, irrt. Im Gegenteil! Das Ende des Steinkoh-        Die Einführung einheitlicher Standards zur Bewer- lenbergbaus stellt uns vor vielfältige Aufgaben. Der       tung der Risiken des Altbergbaus ist ein Schritt in Verlust an Know-how und an qualifiziertem Personal         diese Richtung.",
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In Ansätzen behandelt die Anfrage dieses Thema. Wir haben hier (Beifall von der SPD) noch keine komplette Übersicht über Altgesellschaf- ten und die Handlungsnotwendigkeiten. Es ist aber Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr             insgesamt viel zu tun. Das zeigt die Debatte, und das Göddertz. – Für die grüne Fraktion hat nun noch ein-       zeigt die Antwort. Packen wir es gern gemeinsam mal Frau Brems das Wort.                                   an! – Danke schön. (Beifall von den GRÜNEN) *) Wibke Brems (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Präsi- dent! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin schon        Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Frau froh darüber, dass wenigstens unter den demokrati-         Brems. – Für die AfD hat nun Herr Beckamp das schen Fraktionen Einigkeit herrscht, wie wichtig das       Wort. Thema „Risiken des Altbergbaus“ ist und dass hier rechtlicher Handlungsbedarf besteht. Dafür erst ein- mal herzlichen Dank!                                       Roger Beckamp (AfD): Herr Präsident! Meine Da- men und Herren! Frau Brems war eben froh, dass Über zwei Dinge, die der Minister gesagt hat, war ich sich die pseudodemokratischen Fraktionen bezüg- aber doch etwas irritiert. lich der Altlasten des Bergbaus einig seien. Das ist Erstens werfen Sie in den Raum, Herr Minister, hier        sehr erfreulich. Auch wir haben genau hingeschaut. würden Ängste geschürt. Einen solchen Generalvor-          Wir danken der Landesregierung, der Bergbehörde wurf in den Raum zu stellen, finde ich etwas proble-       und den Unternehmen, die beteiligt waren, für die matisch. Vielleicht können wir ja Einigkeit darüber er-    umfangreichen Antworten, aus denen sich in vieler zielen, dass das nicht das generelle Ziel ist.             Hinsicht durchaus eine Entwarnung ableiten lässt. Zweitens haben Sie den Altbergbaugesellschaften            Was aber auch interessant ist und was vielleicht auch generell gedankt und gesagt, sie kämen ihrer Arbeit        die pseudodemokratischen Fraktionen interessieren gewissenhaft nach. Ich kann das aufgrund der hier          könnte, sind Altlasten, die nicht Jahrhunderte brau- gegebenen Antworten, ehrlich gesagt, nicht beurtei-        chen, bis irgendetwas passiert, sondern die ganz ak- len. Nach meiner Interpretation gehen auch einige in       tuell sind, nämlich bei den Anlagen zur Gewinnung der Beantwortung enthaltene Aussagen der Bergbe-           erneuerbarer Energien. Denken Sie an das Queck- hörde klar dahin, dass es eben keine direkte Zusam-        silber in Solaranlagen, denken Sie an das ganze menarbeit von einigen der Altbergbaugesellschaften         Dämmmaterial, das wir uns jetzt über Jahrzehnte an mit der Bergbehörde gibt.                                  die Fassaden geklebt und gedübelt haben, denken Sie auch an die Windkraftanlagen, die Sie nachher Nehmen wir ein Beispiel. Laut der Antwort auf die          entsorgen müssen. Das ist die Altlast, das ist der Große Anfrage reagieren die meisten der Altberg-           Sondermüll, der jetzt schon vor der Tür steht, den wir baugesellschaften nicht oder nur ausweichend auf           sehr bald haben werden. Fragen zum Risikomanagement und zur Gefähr- dungsanalyse.                                              Insofern vielen Dank für Ihre Anfrage. Das wird für uns Anlass sein, einmal genauer hinzuschauen und Zur Frage, ob es einer rechtlichen Notwendigkeit be-       Altlasten etwas weiträumiger in den Blick zu nehmen. darf, etwas zu tun, möchte ich gerne die Antwort der       Insofern freuen wir uns auf die Diskussion dem- RAG anführen, die                                          nächst über Altlasten, die Sie hier alle gefördert ha- „informiert, dass eine Meldepflicht von Sanie-         ben. – Vielen Dank. rungsmaßnahmen an die Bergbehörde … in                         (Beifall von der AfD) Nordrhein-Westfalen nicht existiere und sie es be- grüßen würde, wenn über solch eine Regelung ein Sanierungskataster bei der Abteilung Bergbau       Vizepräsident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr und Energie in NRW der Bezirksregierung Arns-          Beckamp. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir uns berg geführt würde …“                                  hier nicht gegenseitig als Pseudodemokraten be- schimpfen. Da haben wir es doch! Genau eine dieser Altberg- baugesellschaften würde dies unterstützen. Das soll-               (Roger Beckamp [AfD]: Entschuldigung, wir ten wir dann auch mitnehmen und positiv begleiten.                 werden ausgegrenzt als Nichtdemokraten!)",
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