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"content": "THÜRINGERLandtag Thüringer LANDTAG - 4. Wahlperiode Drucksache 4/ 1421 4. Wahlperiode 08.12.2005 Kleine Anfrage der Abgeordneten Walsmann (CDU) und Antwort des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit Zahl der Lebendgeborenen und der Schwangerschaftsabbrüche im 2. Quartal 2005 Die Kleine Anfrage 557 vom 25. Oktober 2005 hat folgenden Wortlaut: Im 2. Quartal 2005 sind nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik in Thüringen 1 076 Schwan- gerschaften unterbrochen worden. Das entspricht einem Rückgang von 8,5 Prozent im Vergleich zum ent- sprechenden Vorjahreszeitraum. Bei 4 161 Lebendgeborenen im 2. Quartal 2005 in Thüringen heißt dies zugleich aber auch: Etwa jede fünfte Schwangerschaft endet mit einer grundsätzlich rechtswidrigen, wenn auch ausnahmsweise straffreien Abtreibung. Ich frage die Landesregierung: 1. Wie hat sich die Zahl der Lebendgeborenen und der Schwangerschaftsunterbrechungen in Thüringen seit 1991 - erfasst nach Kalenderjahren - entwickelt? 2. Sind der Landesregierung entsprechende Vergleichszahlen für die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl für den Zeitraum seit 1972 (Neuregelung der Schwangerschaftsunterbrechung durch die Volkskammer im Ge- setz über die Unterbrechung der Schwangerschaft vom 9. März 1972) bekannt? 3. Welcher Anteil der Schwangerschaftsunterbrechungen seit 1991 geht in den entsprechenden Jahren jeweils auf die medizinische und die soziale Indikation zurück? 4. Welche Kosten sind den gesetzlichen Krankenversicherungen durch die Vornahme der Schwanger- schaftsunterbrechungen seit 1991 entstanden? 5. Ist der Landesregierung bekannt, wie viele Schwangere durch die einer Schwangerschaftsunterbre- chung nach der Beratungsregelung vorausgehende Pflichtberatung dazu veranlasst werden konnten, die Schwangerschaft doch auszutragen? 6. Liegen der Landesregierung Angaben dazu vor, in welchem Umfang die so genannten \"Babykörbe\" oder die Möglichkeiten einer anonymen Geburt als Alternativen zu einer Schwangerschaftsunterbrechung angenommen werden? Druck: Thüringer Landtag, 20. Dezember 2005 1",
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"content": "Drucksache 4/ 1421 Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 8. Dezember 2005 wie folgt beantwortet: Zu 1.: 1 2 Jahr Lebendgeborene Abbrüche 1991 17.470 9.354 * 1992 14.615 8.415 * 1993 13.307 5.832 * 1994 12.721 4.957 * 1995 13.788 4.386 * 1996 15.265 5.210 ** 1997 16.475 5.205 ** 1998 16.607 5.139 ** 1999 16.926 5.054 ** 2000 17.577 5.061 ** 2001 17.351 4.881 ** 2002 17.007 4.633 ** 2003 16.911 4.289 ** 2004 17.310 4.553 ** * Abbrüche in Thüringen ** Abbrüche bei Frauen mit Wohnort in Thüringen 1 Quelle: Statistisches Jahrbuch Thüringen, Ausgabe 2005 2 Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Fachserie 12 / Reihe 3 Jahr 2005 Zu 2.: Das Thüringer Landesamt für Statistik hat für Thüringen folgende Zahlen veröffentlicht: Jahr Lebendgeborene Legal eingeleitete Aborte 1973 30.735 16.913 1974 30.185 15.441 1975 29.775 13.507 1976 31.738 12.459 1977 35.379 12.456 1878 37.086 12.620 1979 38.086 13.031 1980 40.027 14.333 1981 38.657 14.603 1982 39.502 15.355 1983 37.865 14.686 1984 37.134 14.579 1985 36.674 13.761 1986 36.122 13.404 1987 36.144 13.252 1988 34.869 12.673 1989 31.600 12.053 1990 28.780 11.118 Quelle: Statistisches Jahrbuch Thüringen, Ausgabe 1993 2",
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"content": "Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Drucksache 4/ 1421 Zu 3.: Eine einheitliche Darstellung liegt dazu vom Statistischen Bundesamt erst ab 1996 vor. Jahr Schwangerschaftsabbrüche Medizinische Kriminologische Beratungsregelung insgesamt Indikation Indikation (nach dem Wohnsitz der Frau) 1996 5.210 146 1 5.063 1997 5.205 122 1 5.082 1998 5.139 125 ./. 5.014 1999 5.054 78 1 4.975 2000 5.061 66 1 4.994 2001 4.881 85 ./. 4.796 2002 4.633 70 1 4.562 2003 4.289 73 1 4.215 2004 4.553 56 4.497 Zu 4.: Eine Anfrage bei den Thüringer Krankenkassen hat ergeben, dass die Kosten für Schwangerschaftsunter- brechungen von diesen nicht gesondert verbucht werden. Somit ist eine Quantifizierung der Kosten in der Kürze der Zeit nicht möglich. Außerdem weist die AOK Thüringen darauf hin, dass aufgrund der gesetzli- chen Aufbewahrungsfristen Daten grundsätzlich erst ab 1994 dargestellt werden könnten. Mit In-Kraft-Treten des Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetzes im Jahre 1996 werden für den größten Teil der Schwangerschaftsabbrüche, nämlich für die Abbrüche nach Beratung, die Kosten durch den Freistaat Thüringen getragen. Seit 1996 sind bis zum 31. Dezember 2004 für Schwangerschaftsabbrüche Haushaltsmittel des Freistaats Thüringen in Höhe von 9 484 074 Euro ausgegeben worden. Die Kosten pro Jahr stellt nachfolgende Tabel- le dar: HH-Jahr Betrag 1996 406.966 1997 1.019.769 1998 1.170.842 1999 1.359.967 2000 1.172.317 2001 1.158.448 2002 1.177.370 2003* 1.010.505 2004* 1.007.890 * Im Jahr 2003 und 2004 wurden wegen der Einführung der Fallpauschalen im Krankenhaus nicht alle stationär vorgenommenen Abbrüche zur Abrechnung vorgelegt. Zu 5.: Über die Anzahl der im zweiten Quartal 2005 geführten Beratungsgespräche, die im Zusammenhang mit einer unerwünschten Schwangerschaft (Konfliktberatung nach § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz) erfolgt sind und nach deren Abschluss in der Regel eine Beratungsbescheinigung für einen straffreien Schwanger- schaftsabbruch ausgehändigt wird, ist eine Aussage nicht möglich. Die Schwangerschafts- und Schwanger- schaftskonfliktberatungsstellen erarbeiten eine jährliche Statistik, die dem Thüringer Ministerium für Sozia- les, Familie und Gesundheit zum 31. März des Folgejahres vorgelegt wird. In Auswertung der statistischen Zahlen aus den Vorjahren entscheiden sich nach einer Konfliktberatung in einer Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle etwa 28 Prozent bis 30 Prozent der Frauen dafür, das Kind zu gebären. 3",
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"content": "Drucksache 4/ 1421 Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Zu 6.: Der Landesregierung liegen keine Daten zur Inanspruchnahme der Babykörbe oder über anonyme Gebur- ten in Thüringen vor. Allerdings hat die Thüringer Stiftung Hilfe für schwangere Frauen und Familien in Not 2005 bisher für acht anonyme Entbindungen die entstandenen Kosten übernommen. Dr. Zeh Minister 4",
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