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            "content": "Thüringer Landtag 5. Wahlperiode Drucksache 5/     5017 20.09.2012 Kleine Anfrage der Abgeordneten Stange (DIE LINKE) und Antwort des Thüringer Justizministeriums Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen I Die Kleine Anfrage 2505 vom 1. August 2012 hat folgenden Wortlaut: Ich frage die Landesregierung: 1. Wie viele Anzeigen wegen häuslicher und sexualisierter Gewalt wurden in den Jahren 2005 bis 2011 in Thüringen erstattet und wie hoch war der jeweilige Anteil von Anzeigen, die Frauen und Mädchen mit Behinderungen betrafen? 2. Wie viele Ermittlungsverfahren zu sexualisierter und/oder häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Mäd- chen wurden - jeweils auf die Jahre 2005 bis 2011 bezogen - in Thüringen aufgenommen, wie viele wur- den eingestellt und wie hoch war jeweils der Anteil von aufgenommenen und eingestellten Ermittlungs- verfahren, in denen Frauen und Mädchen mit Behinderungen betroffen waren? 3. Wie viele Gerichtsverfahren zu sexualisierter und/oder häuslicher Gewalt wurden jährlich zwischen den Jahren 2005 und 2011 in Thüringen eröffnet, wie viele davon betrafen Frauen und Mädchen mit Behin- derungen und wie hoch ist die Verurteilungsquote insgesamt und bezogen auf Frauen und Mädchen mit Behinderungen? 4. Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung, um sicherzustellen, dass Fälle von sexualisierter und/ oder häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen bei der Polizei und Justiz von speziell geschulten Expertinnen und Experten bearbeitet werden? 5. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über Ergebnisse des Verfahrens der anonymen Be- weissicherung vor und welche Maßnahmen plant die Landesregierung zum Ausbau dieses Verfahrens auch für Frauen und Mädchen mit Behinderungen? Das Thüringer Justizministerium hat die Kleine Anfrage namens der Lan­desre­gierung mit Schreiben vom 19. September 2012 wie folgt beantwortet: Zu 1.: Insoweit liegen der Landesregierung keine statistischen Angaben vor. Zu 2.: Statistische Angaben zu der Anzahl der Ermittlungsverfahren, die wegen sexualisierter und/oder häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen allgemein sowie solchen mit Behinderungen eingeleitet wurden, sowie zu der Anzahl der Einstellungen entsprechender Verfahren sind nicht vorhanden. Druck: Thüringer Landtag, 2. Oktober 2012",
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            "content": "Drucksache 5/       5017                                     Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode Die Zahl der erledigten Verfahren in Gewaltschutzsachen hat sich seit dem Jahr 2005 wie folgt entwickelt: 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Gewaltschutzverfahren vor den Familiengerichten Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Nachstellung (§ 1 208   174    226   243     381    636   746 GewSchG) Wohnungsüberlassung gemäß § 2 GewSchG                          82     71     87    82    108    135   109 Gewaltschutzverfahren vor den Zivilgerichten - Amtsgericht 174      228    294   283     284      -      - Gewaltschutzverfahren vor den Zivilgerichten - Landgericht      8      1      5     7      9      -      - Gesamt                                                        472   474    612   615     782    771   855 Hinsichtlich der Gewaltschutzverfahren wird in der Statistik nur die Zahl der erledigten Verfahren erfasst. Insoweit ist die Angabe der Zahl der Neuzugänge in diesen Verfahren nicht möglich. Seit Inkrafttreten des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der frei- willigen Gerichtsbarkeit (FamFG) zum 1. September 2009 liegt die Zuständigkeit für Gewaltschutzverfahren nur noch bei den Familiengerichten. Zuvor waren sowohl die Familien- als auch die Zivilgerichte für diese Verfahren zuständig. Aus diesem Grund sind auch nur für die Jahre 2005 bis 2009 entsprechende Zivilver- fahren aufgelistet. Die inhaltliche Unterscheidung der Verfahren nach Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Nachstellung (§ 1 GewSchG) und Wohnungsüberlassung nach § 2 Gewaltschutzgesetz (GewSchG) ist nur für den Be- reich der Familiensachen möglich, da die statistische Erfassung nur hier gesondert erfolgt. Zu der Anzahl von Verfahren, in denen Frauen und Mädchen mit Behinderungen betroffen sind, gibt es kei- ne gesonderten statistischen Erhebungen. Die Anzahl der Abgeurteilten und Verurteilten in Thüringen wegen Straftaten nach dem Gewaltschutzgesetz sowie Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nach der Strafverfolgungsstatistik ergibt sich aus der Anlage 2 zu dieser Antwort. Es werden weder Straftaten wegen sexualisierter/häuslicher Gewalt noch ent- sprechende Straftaten gegen Frauen und Mädchen noch gegen solche mit Behinderungen gesondert erfasst. Zu 4.: Seit 1995 sind auf Veranlassung des Justizministeriums bei allen vier Staatsanwaltschaften Sonderdezer- nate für Strafsachen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und wegen häuslicher Gewalt eingerichtet. Die- se sollen eine Konzentration von Sachkompetenz und Erfahrungen sowie besondere Sensibilität im Um- gang mit dem Opfer gewährleisten. Für die Aus- und Fortbildung der Beamtinnen und Beamten der Polizei wurden spezielle Ausbildungspro- gramme entwickelt, um alle Polizeibeamt(inn)en in die Lage zu versetzen, bei Fällen häuslicher Gewalt ent- sprechend sensibilisiert auftreten und agieren zu können. Die Aus- und Fortbildung erfolgt unter Berücksich- tigung der 1995 erstellten Schulungskonzeption \"Männliche Gewalt gegen Frauen\" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Ausbildungsplan für den mittleren Polizeivollzugsdienst so- wie im Curriculum des gehobenen Polizeivollzugsdienstes wird diese Problematik thematisiert und ist da- mit fester Bestandteil der Ausbildung der Polizeibeamtinnen und -beamten. In der Integrierten Fortbildung der Thüringer Polizei wurde im ersten Grundseminar, welches seit 1995 unter der Federführung des Fort- bildungsinstitutes der Thüringer Polizei durchgeführt wird, das Thema \"Häusliche Gewalt\" für alle im Au- ßendienst tätigen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten behandelt. Mit dieser Zielgruppe wurde und wird ein umfangreiches Training durchgeführt, so dass alle Teilnehmer entsprechend sensibilisiert auftre- ten und agieren können. Für die Bearbeitung von Sexualdelikten sowie Straftaten mit kindlichen und jugendlichen Opfern werden in den Kriminalpolizeiinspektionen besonders ausgebildete und geschulte Beamtinnen und Beamte einge- setzt. Zum Teil wurden speziell ausgestattete Vernehmungsräume eingerichtet. Zu 5.: An dem Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Jena werden vereinzelt körperliche Untersu- chungen an Frauen, die Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt wurden, auch ohne Anzeigeerstattung durch- geführt. Die Frauen erhalten ein für forensische Zwecke verwertbares Gutachten zu den Verletzungen und 4",
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