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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 2 WD 1 - 3000 - 023/22 Pogrome Definition und Fallbeispiele Aktenzeichen: WD 1 - 3000 - 023/22 Abschluss der Arbeit: 29. Juli 2022 Fachbereich: WD 1: Geschichte, Zeitgeschichte und Politik Disclaimer: Die Wissenschaftlichen Die Wissenschaftlichen Dienste des Dienste DeutschendesBundestages Deutschen Bundestages unterstützenunterstützen diedes die Mitglieder Mitglieder desBundestages Deutschen Deutschen bei ihrer mandatsbezogenen Bundestages Tätigkeit. IhreTätigkeit. bei ihrer mandatsbezogenen ArbeitenIhre geben nicht die Arbeiten Auffassung geben nicht diedes Deutschen Auffassung desBundestages, eines sei Deutschen Bundes ner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantwortung tages, eines seiner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantworder Verfasse rinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste geben nur den zum Zeit tung der Verfasserinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste punkt der Erstellung des Textes aktuellen Stand wieder und stellen eine individuelle Auftragsarbeit für einen Abge geben nur den zum ordneten des Zeitpunkt Bundestagesderdar. Erstellung des Textes Die Arbeiten könnenaktuellen Stand wieder und stellen der Geheimschutzordnung eine individuelle des Bundestages Auftragsarbeit unterliegende, ge schützte für einenoder andere nicht Abgeordneten deszur Veröffentlichung Bundestages dar. Diegeeignete ArbeitenInformationen enthalten. Eine beabsichtigte können der Geheimschutzordnung Weitergabe des Bundestages oder unter Veröffentlichung ist vorab liegende, geschützte dem jeweiligen oder andere nicht zur Fachbereich anzuzeigen Veröffentlichung undInformationen geeignete nur mit Angabe der Quelle enthalten. zulässig. Eine Der Fach beabsichtigte bereich berät über die dabei zu berücksichtigenden Fragen. Weitergabe oder Veröffentlichung ist vorab dem jeweiligen Fachbereich anzuzeigen und nur mit Angabe der Quelle zulässig. Der Fachbereich berät über die dabei zu berücksichtigenden Fragen.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 3 WD 1 - 3000 - 023/22 Inhaltsverzeichnis 1. Aufgabenstellung und Vorgehensweise 4 2. Begriffsbestimmung 5 3. Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 8 4. Beispiele für Pogrome nach Ende des Zweiten Weltkrieges 10 4.1. Das Massaker von Aussig im Juli 1945 11 4.2. Das Pogrom von Kielce im Juli 1946 13 4.3. Die Ausschreitungen von Hoyerswerda im September 1991 14 4.4. Der Brandanschlag von Sivas im Juli 1993 15 5. Literatur 16",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 4 WD 1 - 3000 - 023/22 1. Aufgabenstellung und Vorgehensweise Auftragsgemäß werden im ersten Abschnitt dieses Sachstands zunächst einige wissenschaftliche Überlegungen zur Definition des Begriffs Pogrom vorgestellt. Schon ein kursorischer Blick auf die einschlägige Literatur zeigt allerdings, dass es eine einheitliche oder verbindliche Definition von Pogrom nicht gibt. Offensichtlich werden in Wissenschaft und Publizistik eine Vielzahl unter schiedlicher Gewaltereignisse mit dem Etikett Pogrom versehen, obwohl diese sich hinsichtlich der Zusammensetzung und Größe der Täter- und Opfergruppen, der jeweils angewandten For men und der Dauer der Gewaltausübung, dem Ausmaß der Zerstörung und der Zahl der Opfer sowie den zur Begründung des gewaltsamen Vorgehens herangezogenen Rechtfertigungs-Narrati ven teils deutlich unterscheiden. Angesichts der in der Literatur vielfach anzutreffenden Begriffs 1 konfusion, wenn es um die angemessene Bezeichnung von Gewaltereignissen geht , erstaunt es, dass in Geschichts- und Sozialwissenschaften bislang nur vergleichsweise wenige Beiträge zur definitorischen Bestimmung, Systematisierung, Einordnung und Abgrenzung des Begriff Pogrom vorgelegt wurden. Stattdessen berufen sich Wissenschaftler bei der Charakterisierung eines be stimmten gewaltsamen Vorfalls als Pogrom nicht selten auf strukturelle Ähnlichkeiten zu frühe 2 ren Gewaltereignissen, deren Bewertung als Pogrom allgemein akzeptiert ist. Einer der wenigen, der sich in der deutschsprachigen Geschichts- und Sozialwissenschaft um eine systematische Bestimmung des Begriffs Pogrom bemüht hat, ist der Berliner Soziologe Wer ner Bergmann. Seine unter Bezugnahme auf konzeptionelle Ansätze der soziologischen Gewalt forschung in verschiedenen Beiträgen vorgestellten Vorschläge für eine systematische Begriffsbe stimmung von Pogromen und deren Einordnung in einer Typologie von verschiedenen Gewalter 3 eignissen stehen daher im Mittelpunkt der in Kapitel 2 vorgestellten Überlegungen zur Begriffs bestimmung. Es sei aber bereits an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Bergmann selbst einräumt, dass seine Definition von Pogrom Unschärfen enthält und daher eine trenn scharfe Abgrenzung zu anderen Konstellationen kollektiver Gewalt gegen religiöse, ethnische 4 und andere Gruppen nicht immer möglich ist. In Kapitel 3 wird nach einer kurzen Darstellung der gewaltsamen Ausschreitungen in Rostock- Lichtenhagen von August 1992 anhand der jüngeren wissenschaftlichen Literatur die Frage erör tert, ob dieses Gewaltereignis als Pogrom bewertet werden kann. Dabei wird ausdrücklich auf die Pogrom Definition von Bergmann Bezug genommen. Das abschließende Kapitel 4 enthält gemäß Auftrag schließlich kurze Darstellungen von Gewalt ereignissen, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs stattfanden und die in der wissenschaftlichen und publizistischen Literatur als Pogrome charakterisiert wurde. Neben dem Vorhandensein der 1 Zur den Schwierigkeiten, Gewaltereignisse systematisch einzuordnen und begrifflich korrekt zu erfassen, vgl. auch die entsprechenden Ausführungen von Guski (2021), S. 26f., in Bezug auf die Ausschreitungen von Rostock Lichtenhagen vom August 1992. 2 Vgl. Guski, 2012, S. 27. 3 Vgl. Bergmann, 2002, S. 441ff.; Bergmann, 2010, S. 269f.; Bergmann, 2020, S. 46ff. 4 Vgl. Bergmann, 2020, S. 43 u. 49.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 5 WD 1 - 3000 - 023/22 Kriterien, die nach Bergmanns Definition maßgeblich für die Kennzeichnung eines kollektiven gewaltsamen Vorfalls als Pogrom sind, zielt die Auswahl der Fallbeispiele auch darauf ab, einen Eindruck von der Vielfalt und Bandbreite der als Pogrom klassifizierten Ereignisse zu vermitteln. 2. Begriffsbestimmung Das Wort „Pogrom“ stammt aus dem Russischen und heißt auf Deutsch „Verwüstung“, „Verhee 5 rung“, „Zertrümmerung“ bzw. „Unwetter“ oder „Donnerwetter“. Als Bezeichnung für gewalt same Übergriffe auf Minderheiten wurde das Wort Pogrom erstmals in der russischen Publizistik für die zwischen 1881 und 1883 in vielen russischen Städten erfolgten, mit zahlreichen Mordop fern verbundenen Übergriffe gegen die ansässige jüdische Bevölkerung verwendet. Danach wurde der Begriff auch international zur Beschreibung staatlich gelenkter, gewaltsamer Ausschreitungen gegen Juden im Zarenreich gebräuchlich. In der Bedeutung „Verwüstung“ als Folge der kol lektiven Übergriffe von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft auf Mitglieder einer Minderheit 6 ist der Begriff auch in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts nachweisbar. Zunächst wur den mit dem Begriff staatlich und kirchlich tolerierte, gebilligte oder initiierte, mit Plünderungen und Gewalttaten verbundene Ausschreitungen ausschließlich gegen Juden, wie sie z.B. während der „Judenpogrome“ im Mittelalter oder im nationalsozialistischen Deutschland (insbesondere die Novemberpogrome in der so genannten „Reichskristallnacht“ am 9./10. 11.1938) stattfanden, bezeichnet. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff dann weiter gefasst und allgemein zur begrifflichen Erfassung von Hetze und gewalttätigen Angriffen gegen Leben und Besitz von Angehörigen nationaler, ethnischer, religiöser oder anderer kommunaler Minderheiten, aber auch 7 von bestimmten sozialen und politischen Gruppen verwendet. Der Berliner Soziologe Werner Bergmann ordnet Pogrome dem Typ der so genannten „communal riots“ zu, weil mit dem Begriff Pogrom im Allgemeinen soziale und ethnische Konflikte im loka len Raum erfasst werden. Dabei geht eine ethnische Gruppe häufig mit staatlicher Duldung oder Unterstützung gewaltsam gegen eine andere ethnische Gruppe und deren Besitz vor, wobei sich 8 die Angegriffenen in der Regel in der Minderheit befinden. Pogrome sind nach Bergmann zwar wie Massaker „einseitige, kollektive Angriffe auf eine unterlegene Opfergruppe“, der Unterschied bestehe aber darin, dass die Angreifer im Fall des Massakers einen höheren Organisations- und 5 Vgl. Bergmann, 2010, S. 269; Bergmann, 2020, S. 46; https://brockhaus.de/ecs/enzy/article/pogrom [Stand 11.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 11.07.2022]; https://www.dwds.de/wb/Pogrom [Stand 12.07.2022]. 6 Vgl. Bergmann, 2010, S. 269; Bergmann, 2020, S. 46f; Guski, 2012, S. 26; https://brockhaus.de/ecs/enzy/ar ticle/pogrom [Stand 11.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 11.07.2022]. 7 Vgl. Bergmann, 2002, S. 441; Bergmann, 2010, S. 269; Bergmann, 2020, S. 47f.; Guski, 2012, S. 26; https://brock haus.de/ecs/enzy/article/pogrom [Stand 11.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 11.07.2022]; https://www.dwds.de/wb/Pogrom [Stand 12.07.2022]. Bergmann, 2020, nennt als Beispiele für Pogrome gegen soziale Gruppen, die nicht unbedingt einer Minderheit zuzuordnen sind, Angriffe auf Ärzte während Epide mien sowie gegen Intellektuelle und politische Gruppen in politischen und sozialen Krisensituationen. 8 Vgl. Bergmann, 2020, S. 48f. Bergmann weist in diesem Zusammenhang jedoch daraufhin, dass in der For schung hinsichtlich der jeweiligen Größe der Angreifer- und Opfergruppen „kein begrifflicher Konsens“ be stehe.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 6 WD 1 - 3000 - 023/22 Bewaffnungsgrad (häufig Armee- oder Polizeieinheiten) aufweisen und von einer dezidierten Tö tungsabsicht geleitet werden. Pogrome gingen dagegen von einer kurzfristig bzw. spontan auf lo kaler Ebene handelnden, nur gering organisierten Menschenmenge aus und zeichneten sich durch eine primär auf die Zerstörung und Plünderung von Eigentum zielende Gewaltanwendung 9 aus. Die Art der bei Pogromen angewandten Gewalt kann unterschiedlich sein: Sie „kann sich […] auf Plünderung, Sachbeschädigung und Körperverletzung beschränken, aber auch hunderte 10 oder tausende Opfer kosten“. In Anlehnung an Konzepte der sozialwissenschaftlichen Gewaltforschung definiert Bergmann Pogrome „als eine nicht oder nur gering organisierte, einseitige und nicht-staatliche Form kollek tiver sozialer Kontrolle, als extralegale gewaltsame Selbsthilfe seitens einer im Namen der Mehr heit handelnden Gruppe, die dann einsetzt, wenn diese von Seiten des Staates keine Abhilfe ge 11 gen eine als Bedrohung empfundene Normverletzung durch eine andere Gruppe erwartet.“ Pogrome zeichnen sich auf Grundlage dieser Definition somit von anderen Konfliktarten und Formen der Gewaltausübung wie Lynchen, Rassenunruhen, Sozialprotesten, Massakern, Terroris mus und Genozid dadurch aus, dass – die Tätergruppe einschließlich ihrer Unterstützer (Bystander) „von einer Verantwortlichkeit der gesamten Out-Group ausgeht (kollektive Zurechnung) und sich deshalb gegen diese als 12 Ganze richtet und nicht gegen einen einzelnen Normverletzer“; – die Gruppe der Täter einen geringen Organisationsgrad aufweist und es sich somit „in den 13 meisten Fällen um eine nicht organisierte (emergente) Form kollektiver Gewalt“ handelt; – der Staat nicht direkt und aktiv beteiligt ist (auch wenn Pogrome von staatlichen Instanzen ge 14 duldet, gefördert oder initiiert werden können); 15 – ein Machtgefälle zugunsten der Angreifer (asymmetrische Akteurskonstellation) vorliegt; – es sich um „kollektive Exklusionsaktionen [handelt], zu denen sich Teile der dominanten Gruppe durch ‚illegitime‘ Ansprüche, Bedrohungen oder angebliche Übergriffe einer Minder heit aufgerufen fühlen“. In der Regel bewerten die Täter ihr gewaltsames Vorgehen als „eine 9 Vgl. Bergmann, 2020, S. 49; https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 11.07.2022]. 10 Bergmann, 2010, S. 269. 11 Bergmann, 2020, S. 53; vgl. Bergmann, 2010, S. 270; https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 11.07.2022]. 12 Vgl. Bergmann, 2020, S. 53f.; Bergmann, 2010, S. 270. 13 Vgl. Bergmann, 2020, S. 54; Bergmann, 2010, S. 270. 14 Vgl. Bergmann, 2020, S. 54. Nach Bergmann, 2010, S. 269, wird die Frage, ob staatliche Instanzen an Pogromen beteiligt sein müssen, in der einschlägigen Literatur kontrovers diskutiert. Während einige Forscher eine staatli che Beteiligung als wesentliches Identifikationsmerkmal von Pogromen definieren, betonen andere dagegen den „spontanen und konfusen“ Charakter der von den Tätergruppen ausgehenden Gewalt. Angesichts dessen und mit Blick auf seine eigenen empirischen Untersuchungen folgert Bergmann: „Die Rolle der Staatsgewalt kann offenbar variieren: sie reicht von der schnellen Unterdrückung eines Pogroms über einen ungenügenden oder verspäteten Einsatz der Kontrollorgane bis hin zum Extremfall einer staatlichen Ermunterung und Lenkung.“ 15 Vgl. Bergmann, 2020, S. 54; Bergmann, 2010, S. 270.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 7 WD 1 - 3000 - 023/22 Form der gerechten Bestrafung“ einer Minderheit, die den aus ihrer Sicht gültigen Normen- 16 und Rollenerwartungen der Mehrheitsgesellschaft nicht entspricht bzw. zuwiderhandelt. Einschränkend weist Bergmann daraufhin, dass über die Definition des Begriffs Pogrom in der wissenschaftlichen Literatur keine Einigkeit besteht und demzufolge unterschiedliche Phäno 17 mene mit diesem Begriff erfasst werden können. So wurde gelegentlich in Medien und Politik kritisch bemerkt, dass der Verzicht auf eine konkrete Benennung der Opfergruppen in den ge schichts- und sozialwissenschaftlichen Definitionsbemühungen des Pogrom-Begriffs zu einer Verharmlosung der jahrhundertealten antisemitischen Verfolgung beitrage, da der Begriff aus schließlich im Zusammenhang mit den gewaltsamen Übergriffen gegen jüdische Minderheiten verwendet werden dürfe. Allerdings ist in der wissenschaftlichen Diskussion über ethnische Konflikte die Verengung des Begriffs auf antijüdische Gewalt schon vor langer Zeit aufgegeben worden. Heutzutage hat sich für Angriffe von Angehörigen einer Mehrheitsbevölkerung auf Ei gentum und Personen ethnischer, religiöser oder anderer Minderheiten generell die Bezeichnung 18 Pogrom durchgesetzt. Diskutiert wird darüber hinaus auch die Frage, inwieweit staatliche Ak teure an Pogromen beteiligt sein müssen. Für den amerikanischen Politikwissenschaftler Paul R. Brass ist die aktive Beteiligung des Staates das entscheidende Kriterium, das Pogrome von ge waltsamen Ausschreitungen unterscheidet. Gegen diese Auffassung wenden Bergman u.a. ein, dass selbst die antijüdischen Übergriffe in Russland Ende des 19. Jahrhunderts, für die erstmals die Bezeichnung Pogrom verwendet wurde, nicht staatlich gelenkt waren. Überdies können die Formen staatlicher Beteiligung im Hinblick auf Entstehung, Verlauf und Folgen eines Pogroms 19 unterschiedlich ausfallen uns sowohl aktiver, passiver als auch repressiver Art sein. Stattdessen sieht Bergmann in den politischen Motiven der Tätergruppen, die zumeist von einer Ideologie der Überlegenheit gespeist sind, das entscheidende Kriterium, um Pogrome von anderen Formen 20 kollektiver Gewalt abzugrenzen. Bergmann verwendet in seiner eigenen Darstellung zur kollektiven Gewalt gegen Juden in Europa zwischen 1789 und 1900 für die Bezeichnung von gewaltsamen Übergriffen, die nach seiner eige nen Definition, als Pogrom zu klassifizieren sind, auch Begriffe wie Judenverfolgung, Unruhe, Ex zess, Tumult oder Krawall. Dies geschehe zum einen, weil der Begriff Pogrom als Bezeichnung für gewalttätige Auseinandersetzungen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommen ist und für die Zeit davor „in gewisser Weise“ anachronistisch erscheine. Zum anderen will Berg mann mit der alternativen Begriffswahl dem verbreiteten Eindruck entgegenwirken, dass es sich bei Pogromen ausschließlich um eine „besonders gewalttätige, zahlreiche Todesopfer fordernde 21 und große materielle Zerstörungen anrichtende Form kollektiver Gewalt“ handele. 16 Vgl. Bergmann, 2020, S. 54. 17 Vgl. Bergmann, 2010, S. 270; Bergmann, 2020, S. 49f. 18 Vgl. Guski, 2012, S. 27; Bergmann, 2010, S. 269; Bergmann, 2020, S. 47f. 19 Vgl. Bergmann, 2010, S. 269; Bergmann, 2020, S. 46f.; Guski, 2012, S. 27. 20 Vgl. Bergmann, 2010, S. 269; Guski, 2012, S. 27. 21 Vgl. Bergmann, 2020, S. 49f.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 8 WD 1 - 3000 - 023/22 3. Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 Zwischen dem 22. und 26. August 1992 kam es in Rostock-Lichtenhagen zu lautstarken Protesten und gewaltsamen Angriffen gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter. Den Ausschreitungen war ein unge wöhnlich großer Zustrom von Asylsuchenden, die meisten von ihnen Sinti und Roma aus Rumä nien, nach Lichtenhagen vorangegangen, wo sich die einzige Aufnahmestelle Mecklenburg-Vor pommerns befand. Da die für maximal 300 Personen ausgelegte Einrichtung die große Zahl an Asylbewerbern – zeitweise gab es mehr als 1500 Antragsteller – nicht aufnehmen konnte, sahen sich viele gezwungen, auf der Wiese vor der ZAsT unter unwürdigen Bedingungen und ohne sa 22 nitäre Anlagen tagelang auf die Bearbeitung ihrer Anträge zu warten. Am 22. August begann sich der wochenlang aufgestaute Unmut und Ärger der Anwohner über die katastrophalen Zu stände in Protesten und gewaltsamen Übergriffen gegen die vor der ZAsT wartenden Asylsuchen den zu entladen. Zunächst versammelten sich mehrere tausend Anwohner vor der ZAsT und dem angrenzenden Wohnheim ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter zu einer wütenden Protestversammlung, auf der ausländerfeindliche Parolen wie „Deutschland den Deutschen. Aus länder raus!“ und „Wir kriegen euch alle!“ skandiert wurde. Später warfen rechtsextreme Randa lierer, die sich unter die Protestierer gemischt hatten, unter dem Beifall und mit Beteiligung der Anwohner Steine und Brandsätze auf die beiden Einrichtungen sowie in Richtung der anwesen den Polizisten. Mehrere Polizeibeamte erlitten dabei teils schwere Verletzungen. Die auf die Pro teste nur unzureichend vorbereitete und überforderte Polizei musste sich vor den gewaltsamen Angriffen zurückziehen und ließ die Protestierenden weitgehend gewähren. In den folgenden Ta gen wurden die Demonstrationen, die für manche der Beteiligten inzwischen Volksfestcharakter mit Imbissständen für Verpflegung angenommen hatten, fortgesetzt. Nach der am 24. August er folgten Räumung der Aufnahmestelle und dem Abtransport der Asylbewerber richteten sich die Aggressionen der Menge gegen das Wohnheim der ehemaligen vietnamesischen Vertragsarbeiter. Nachdem am Abend die vor Ort eingesetzten Polizeikräfte überraschend zurückgezogen worden waren, erreichten die gewaltsamen Exzesse ihren Höhepunkt. Zahlreiche Randalierer nutzten die Situation aus, um unter dem Jubel und Beifall des versammelten Mobs das nun schutzlose Wohnheim der vietnamesischen Vertragsarbeiter zu stürmen, die vorhandene Einrichtung zu ver wüsten und in mehreren Räumen Feuer zu legen. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass es den im Haus eingeschlossenen über 100 Vietnamesen, einigen wenigen einheimischen Unterstüt zern und den Mitarbeitern eines ZDF-Fernsehteams gelang, über das Dach in ein Nachbarhaus zu fliehen, wodurch im letzten Moment ernsthafte Verletzungen und Todesopfer verhindert werden konnten. Auch danach dauerten die ausländerfeindlichen Krawalle der Neonazis mit Barrikaden kämpfen, Verwüstungen und Angriffen gegen die Polizei noch einige Tage an. Erst nachdem die Anwohner den Randalierern wegen der Beschädigung auch ihres eigenen Eigentums die Unter 23 stützung entzogen, flauten die Unruhen allmählich ab. Bei den Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen, an denen sich mehrere hundert teilweise rechtsextreme Randalierer und bis zu 3000 Unterstützer beteiligten, handelte es sich um die größ ten rassistisch und fremdenfeindlich motivierten Angriffe gegen Angehörige einer ethnischen 22 Vgl. Prenzel, 2021, S. 16f. 23 Vgl. Prenzel, 2017; Prenzel, 2021, S. 9 u. 17-22; https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Rostock- Lichtenhagen [Stand 12.07.2022].",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 9 WD 1 - 3000 - 023/22 Minderheit in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Geschehen markierte einen Tiefpunkt in der emotional und lautstark geführten sowie von zahlreichen radikalen Protesten und Übergriffen begleiteten Debatte über die Asylpolitik, die die politische Agenda der Bundes republik in den später 1980er- und ersten Nachwendejahren angesichts der bis dahin höchsten Anzahl von Asylbewerbern von bis zu 440.000 Personen bestimmte. Im Verlauf dieser Auseinan dersetzung kam es zu einer Vielzahl gewaltsamer Exzesse gegen Ausländer, für die Kritiker auch populistische Stellungsnahmen und Kampagnen in Politik und Medien verantwortlich mach 24 ten. Schon bald gab es nicht nur außerhalb der Hansestadt, sondern auch in Rostock selbst Stimmen, die die Vorfälle von Rostock-Lichtenhagen als „Pogrom“ bewerteten. In einem Artikel, der im August 2012 in der Wochenzeitung „Die Zeit“ aus Anlass des 20. Jahrestages der Ausschreitun gen erschien, bekräftigte Ulrich Kunze, der Pressereferent des ehemaligen Rostocker Oberbürger meisters Roland Methling, seine damalige Einschätzung: „Ich gehöre nicht zu den Rostockern, 25 die sich scheuen, von Pogrom zu sprechen.“ Der Rostocker Politikwissenschaftler Thomas Pren zel wies in einem Interview, das im selben Zeitraum veröffentlicht wurde, darauf hin, dass der Begriff Pogrom zwar zunächst vorsichtig verwendet wurde, aber im Laufe der Jahre immer häufi ger bei der Einordnung der Ereignisse von 1992 Anwendung fand. Auch wenn eine solche Etiket tierung stets mit der Gefahr verbunden sei, die nationalsozialistischen Pogrome von 1938 zu rela tivieren, wiesen die damaligen Ereignisse die wesentlichen Merkmale eines Pogroms auf: „ein mehrere Tage dauernder Angriff auf eine stigmatisierte Gruppe, der von einem Großteil der Be völkerung unterstützt wird. Dazu die mediale Begleitung, die breite Übereinstimmung mit den 26 Ressentiments der Angreifer, die relative Unfähigkeit der Sicherheitsbehörden.“ Bereits 1993 hat der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke auf strukturelle Ähnlichkeiten zwischen den Vorfällen von Rostock-Lichtenhagen und dem Judenpogrom im Berliner Scheunen viertel von 1923 hingewiesen. Diese sieht er u.a. in der tiefen Verunsicherung insbesondere der Ostdeutschen infolge der „tiefgreifenden Transformationskrise“ nach der deutschen Vereinigung, der „rhetorischen Mobilmachung gegen einen ‚äußeren Feind‘“ im Vorfeld der Krawalle, der „Agitation der aufgewiegelten Menschenmenge“ und in den ausbleibenden staatlichen Gegenre 27 aktionen. Auch der Historiker Ulrich Herbert hält unter Bezugnahme auf die strukturellen Be gleitumstände der Ereignisse die Verwendung des Begriffs Pogrom für angemessen. So hätten die „politischen und medialen Kampagnen im Zusammenhang mit der Debatte um das Grundrecht auf Asyl den Nährboden für eine rassistische Gewaltwelle [bereitet], die auf ihrem Höhepunkt im Rostocker Pogrom mündete. […] ‚Wenn sich Massen zusammenrotten, um gegen Minderheiten 24 Vgl. Prenzel, 2017; Prenzel, 2021, S. 9-15; Der Westen (21.08.2012); https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitun gen_in_Rostock-Lichtenhagen [Stand 12.07.2022]. 25 Die Zeit (23/2012; 16.08.2012). 26 Der Westen (21.08.2012). 27 Vgl. hierzu die entsprechenden Ausführungen bei Guski (2012), S. 27.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 10 WD 1 - 3000 - 023/22 vorzugehen, und insbesondere dann mit Feuer, mit Vertreibung, mit Gewalt“, sei der Begriff Pog 28 rom nach Herbert ‚technisch zutreffend‘.\" 2021 hat Prenzel seine Klassifizierung der Lichtenhagener Vorfälle als Pogrom unter expliziter Bezugnahme auf die Definition von Bergmann bekräftigt: „Die Einordnung der rassistischen Aus schreitungen von Rostock-Lichtenhagen als Pogrom ruft unter anderem mit Verweis auf die Kon notation des Begriffes mit antisemitischer Verfolgung bisweilen Kritik hervor. In Hinblick auf den Stand der Pogromforschung scheint diese Kritik unbegründet. So definiert Werner Bergmann Pogrome als Formen ‚kollektiver Gewalt gegen eine weitgehend wehrlose ethnische Gruppe‘, die seitens der Mehrheitsbevölkerung einseitig und nicht-staatlich motiviert ist, wenn diese ‚von Sei ten des Staates keine Abhilfe gegen eine (wahrgenommene) Bedrohung durch die Minderheit er wartet‘. […] Der […] Ablauf der Ereignisse – ein über einen längeren Zeitraum andauernder An griff auf eine Menschengruppe, der von einer Bevölkerungsmenge ohne erkennbaren Widerstand gedeckt wird, die mediale Verbreitung von Ressentiments gegen die Opfer und die Untätigkeit lokaler Verantwortungsträger und der Sicherheitsbehörden – rechtfertigt die inzwischen verbrei 29 tete Nutzung im neueren wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Diskurs.“ 4. Beispiele für Pogrome nach Ende des Zweiten Weltkrieges In der wissenschaftlichen und publizistischen Literatur wird von einer Vielzahl von gewaltsa men Ausschreitungen berichtet, die Merkmale eines Pogroms tragen und häufig auch als solche bezeichnet werden. So gibt es beispielsweise in der deutschen Version des Online-Lexikons Wi kipedia allein 34 Artikel über gewaltsame Vorfälle in europäischen, afrikanischen und asiati schen Städten (davon 20, die sich auf Ereignisse nach 1938 beziehen), in denen der Begriff Pog 30 rom in der Artikelüberschrift verwendet wird. Auch die Literatur über die gewaltsamen Aus schreitungen im wiedervereinigten Deutschland der 1990er-Jahre enthält zahlreiche Berichte über gewaltsame Übergriffe auf ethnische Minderheiten, die mit dem Etikett Pogrom versehen 31 werden. Allerdings bestätigt schon ein flüchtiger Blick auf die einschlägigen Beiträge die These 32 Bergmanns, dass die Verwendung des Pogrom-Begriffs in der Literatur nicht einheitlich erfolgt. Nicht selten werden in ein und demselben Text statt Pogrom auch Begriffe wie Massaker, (Ter ror-) Anschlag, Rassen- oder Sozialproteste (Unruhen) oder Genozid, die unter typologischen Ge sichtspunkten andere Kategorien von Gewaltphänomenen zuzuordnen, zur Bezeichnung des glei chen Ereignisses verwendet. Allerdings ist in der Praxis häufig eine klare Abgrenzung von ge waltsamen Angriffen nicht immer möglich, da die Übergänge von der einen zur anderen Katego rie fließend sein können. 28 Zitiert nach Guski (2021), S. 27. 29 Prenzel, 2012, S. 10, Anm. 2; vgl. Bergmann, 2020, S. 53f. 30 https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezial:Suche&profile=advanced&search=intitle%3A%22Pogrom %22&ns0=1 [Stand 14.07.2022]. 31 Vgl. Prenzel, 2020, S. 13-15. 32 Vgl. Bergmann, 2020, S. 49f.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 11 WD 1 - 3000 - 023/22 Gemäß Auftrag werden im Folgenden vier gewaltsame Ausschreitungen gegen religiöse und eth nische Gruppen beispielhaft skizziert, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges stattfanden und eine Reihe von Merkmalen aufweisen, die nach der Definition Bergmanns vorliegen müssen, um ein Gewaltereignis als Pogrom klassifizieren zu können. So handelt es sich bei den hier angeführ ten Fallbeispielen stets um mehr oder weniger spontane, nur gering organisierte Angriffe gewalt bereiter Gruppen gegen Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten, die Denk- und Le bensweisen aufweisen, die tatsächlich oder vermeintlich nicht mit den von der Mehrheitsgesell schaft allgemein akzeptierten Normen und Werten übereinstimmen und deshalb sowohl in mate rieller wie sozialer Hinsicht als Bedrohung wahrgenommen und für die unterschiedlichsten Fehl entwicklungen und Krisen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verantwortlich gemacht werden. Die Tätergruppen berufen sich zur Legitimation ihres gewaltsamen Vorgehens darauf, dass sie sich als Vollstrecker eines vermeintlichen und durch den Zuspruch von Unterstützern vor Ort bestätigten Mehrheitswillens verstehen, zu dessen Durchsetzung der Staat in ihren Augen weder 33 willens noch fähig ist. Neben diesen Merkmalsausprägungen, die die dargestellten Gewaltereignissen miteinander teilen und per definitionem als Pogrome ausweisen, verweisen die hier ausgewählten Beispiele aber auch auf die große Unterschiedlichkeit und Variationsbreite der mit dem Begriff Pogrom etiket tierten Vorfälle. So erstreckt sich das Repertoire der bei Pogromen ausgeübten Gewaltformen von Plünderung und Sachbeschädigung über Körperverletzung bis hin zu Brandanschlägen, dem Ein satz von Stich- und Schusswaffen oder dem Ertränken von Opfern. Die gewaltsamen Übergriffe können nur wenig Stunden andauern, sich aber auch über Tage hinziehen. Die Emotionalisierung und der Zusammenschluss von zur Gewaltausübung bereiter Gruppen kann ad-hoc, aufgrund von Gerüchten, durch singuläre Ereignisse, aber auch durch organisierte Kampagnen und Provo kationen erfolgen. Auch das Verhalten staatlicher Instanzen fällt bei den verschiedenen Pogro men unterschiedlich aus und reicht von aktiver Unterstützung über Zurückhaltung und Teil nahmslosigkeit bis hin zur aktiven Gegenwehr gegen die Gewalttäter. Nicht zuletzt unterscheiden sich die verschiedenen Pogrome auch in Hinblick auf das Ausmaß der Zerstörungen und die Zahl der Opfer. Während wie in Rostock-Lichtenhagen niemand ums Leben kam, hatten andere Pog rome wie die von Aussig und Kielce eine Vielzahl von Toten zur Folge. Trotz dieser teils deutli chen Unterschiede herrscht in der geschichts- und sozialwissenschaftlichen Diskussion weitge hend Einigkeit, derartige Gewaltvorfälle aufgrund der oben dargestellten spezifischen Merkmals ausprägungen als Pogrome zu klassifizieren und damit von anderen Konstellationen kollektiver Gewaltausübung wie staatlich bzw. quasi-staatlich organisierte Massaker, Genozide, aber auch 34 rassisch, kulturell oder religiös motivierte Unruhen zu unterscheiden. 4.1. Das Massaker von Aussig im Juli 1945 In der tschechischen Elbestadt Aussig (Ústí nad Labem), deren Einwohnerschaft sich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus einer tschechischen Mehrheits- und einer deutschen Minder heitsbevölkerung zusammensetzte, kam es wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs am 31. Juli 1945 zu schweren, eine Vielzahl an Opfern fordernde gewaltsamen Ausschreitungen ge 33 Vgl. Bergmann, 2020, S. 53f. 34 Vgl. Guski, 2012, S. 27; Bergmann, 2021, S. 45.",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 12 WD 1 - 3000 - 023/22 gen deutsche Bevölkerung. Ausgelöst wurden die Gewaltexzesse durch die verheerende Explo sion eines Depots mit erbeuteter Wehrmachtsmunition in einem Stadtteil von Aussig, für das tschechische Offizielle ohne nähere Prüfung der Sachlage umgehend Angehörige der deutschen Minderheit verantwortlich machten. Schon kurz nach der Explosion schlossen sich zahlreiche aufgebrachte Tschechen in Aussig zusammen, um unterstützt von tschechischen Revolutionsgar den gewaltsam gegen die deutsche Zivilbevölkerung in der Stadt vorzugehen. Viele Deutsche, die anhand der weißen Armbinden, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis mindestens Ende 1946 alle Deutschen in der Tschechoslowakei tragen musste, leicht zu identifizieren waren, wur den im Zuge der Gewaltexzesse erschossen, erschlagen, mit Bajonetten erstochen oder zur Elb brücke getrieben, wo sie in den Fluss gestürzt wurden und ertranken. In den folgenden Tagen 35 wurden schließlich alle noch in Aussig verbliebenen Deutschen gewaltsam vertrieben. Die Zahl der Opfer des Pogroms von Aussig ist bis heute unklar. Allein in den angrenzenden sächsischen Elbe-Gemeinden sollen laut amtlichen Quellen rund 80 Leichen geborgen worden sein, die von Aussig über die Elbe flussabwärts getrieben waren. Während sudetendeutsche Pub likationen unter Bezugnahme auf Angaben deutscher Überlebender angaben, dass zwischen 2.000 und 4.000 Deutsche dem Massaker von Aussig zum Opfer gefallen sind, gehen tschechi sche und deutsche Historiker heute von bis zu maximal 220 (nachweisbaren) Todesopfern aus. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Quellenlage zu den Opfern äußerst dürftig ist. So sind zum einen tschechische Archivquellen nicht zugänglich oder vernichtet, zum anderen be fanden sich unter den Opfern viele nicht registrierte deutsche Vertriebene aus anderen Regionen, 36 die deshalb nicht in den entsprechenden Vermissten-Registern aufgenommen wurden. Demgegenüber ist sich die Geschichtsforschung heute ziemlich sicher, dass hinter der Explosion des Munitionsdepots und den dadurch ausgelösten pogromartigen Ausschreitung die Geheimab teilung Z des tschechischen Innenministeriums stand. Diese habe, so der tschechischen Histori ker Historiker Otfried Pustejovsky, die Explosion gezielt provoziert, um der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren, dass ein friedliches Zusammenleben zwischen Deutschen und Tschechen nach den deutschen Verbrechen während des Krieges nicht mehr möglich sei und deshalb eine ethni sche Entflechtung durch die restlose Vertreibung der Deutschen aus dem Sudentenland unum gänglich sei. Als Beleg seiner These von der gezielten Provokation des tschechischen Geheim dienstes führt Pustejovsky unter anderem an, dass nach seinen Erkenntnisse kurz zuvor nach Aussig verlegte tschechoslowakische Soldaten und auswärtige Zivilisten die treibenden Kräfte hinter den damaligen Ereignissen waren. Die Aussiger Bevölkerung habe dagegen keine hervorge 37 hobene Rolle gespielt. Ob und in wieweit Pustejovskys Thesen über die Hintergründe des Pogroms von Aussig zutref fen, dürfte sich angesichts der mangelhaften Überlieferung letztlich nicht klären lassen. Auch 35 Vgl. https://www.welt.de/geschichte/article144629850/Wie-kam-es-zum-Massaker-an-Deutschen-in- Aussig.html [Stand 26.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Aussig [Stand 26.07.2022]. 36 Vgl. https://www.welt.de/geschichte/article144629850/Wie-kam-es-zum-Massaker-an-Deutschen-in- Aussig.html [Stand 26.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Aussig [Stand 26.07.2022]. 37 Vgl. https://www.welt.de/geschichte/article144629850/Wie-kam-es-zum-Massaker-an-Deutschen-in- Aussig.html [Stand 26.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Aussig [Stand 26.07.2022].",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 13 WD 1 - 3000 - 023/22 eine offizielle juristische Untersuchung der Aussiger Gewaltexzesse hat nie stattgefunden. Die Schuldigen für die an der deutschen Minderheit damals in Aussig wie auch während der Vertrei bung der Sudetendeutschen andernorts verübten Verbrechen wurden nicht zur Rechenschaft ge zogen, da diese durch das Beneš-Dekret 115/46 für „nicht widerrechtlich“ erklärt wurden. In der tschechischen Erinnerungskultur wurde das Gedenken an die damaligen Ereignisse lange Zeit gänzlich ausgeblendet und bleibt bis heute umstritten. Immerhin gibt es seit 2005 auf der Dr.- Edvard-Beneš-Brücke in Aussig eine Gedenktafel, die an die Opfer des Massakers von Juli 1945 38 erinnert. Dass es sich hier ausschließlich um Deutsche gehandelt hat, wird nicht erwähnt. 4.2. Das Pogrom von Kielce im Juli 1946 In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg kam es in einer Reihe von osteuropäischen 39 Staaten wiederholt zu Angriffen auf jüdische Holocaustüberlebende und Remigranten. Eine der bekanntesten Vorfälle dieser Art war das Pogrom in der polnischen Provinzstadt Kielce, bei dem am 4. Juli 1946 40 polnische Juden getötet und weitere 80 Personen verletzt wurden, darunter auch zwei nicht-jüdische Polen, die den Angegriffenen zur Hilfe gekommen waren. Als das Pogrom ausbrach, waren von den ca. 25.000 von den deutschen Besatzern deportierten, ermordeten und vertriebenen Juden der Stadt nach und nach ca. 200 Personen wieder nach Kielce zurückgekehrt. Auslöser der Ausschreitungen waren an die mittelalterlichen Ritualmord- Legenden des christlichen Antijudaismus anknüpfende judenfeindliche Gerüchte über einen an geblichen Ritualmord, der von den ortsansässigen Juden begangen worden sei. Den Anlass für diese Gerüchte waren die Falschaussagen eines neunjährigen polnischen Jungen und seines Va ters in einer örtlichen Polizeidienststelle, der zufolge der Junge von Juden entführt und zwei Tage lang festgehalten worden sei. Obwohl die Aussagen des Opfers und seines Vaters einige Un gereimtheiten enthielten, zogen Polizisten, Vater und Sohn sowie eine (infolge des sich schnell verbreiteten Gerüchts) aufgebrachte, stetig größer werdende Menschenmenge zu dem Haus, in dem das vermeintliche Opfer angeblich zwei Tagen eingesperrt worden war. Dort kam es zu anti jüdischen Protesten, bei denen erneut der Vorwurf des Ritualmordes erhoben wurde. Nachdem die Polizei unter Einsatz von Schusswaffen in das Haus eingedrungen war, flohen die jüdischen Bewohner auf die Straße, wo sie von den wütenden Demonstranten angegriffen wurden. Den von der Menge ausgehenden, mehrere Stunden lang hinziehenden Gewaltexzessen, die die anwesen den Polizisten nicht beendeten, sondern in Teilen sogar unterstützten, fielen schließlich mehr als 40 Personen zum Opfer, etwa doppelt so viele Personen wurden verletzt. Erst eilig herbeigeholte Militärkräfte konnten die Ausschreitungen beenden. Von den zwölf wegen ihrer Beteiligung an diesem antijüdischen Pogrom vor Gericht gestellten Personen, wurden neun Täter in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt und kurze Zeit spä ter hingerichtet, drei Tatbeteiligte wurden zu Haftstrafen verurteilt. Das Pogrom sowie weitere judenfeindliche Ausschreitungen in verschiedenen polnischen Städten löste unter den ca. 300.000 jüdischen Polen eine Emigrationswelle aus, da viele ein sicheres Leben in ihrem Heimat 38 Vgl. https://www.welt.de/geschichte/article144629850/Wie-kam-es-zum-Massaker-an-Deutschen-in- Aussig.html [Stand 26.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Aussig [Stand 26.07.2022]. 39 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 12.07.2022].",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 14 WD 1 - 3000 - 023/22 land in Frage gestellt sahen. Zahlreiche polnische Juden flohen in die amerikanische Besatzungs zone in Westdeutschland, wo sie als Displaced Persons in speziell für diese Gruppen vorgesehe nen Lagern vorübergehend Aufnahme fanden. Eine historische Aufarbeitung des Pogroms von Kielce fand erst nach der politischen Wende von 1989/1990 statt. Allerdings konnten weder die wahren Hintergründe des Massenmordes aufgeklärt noch die noch lebenden Täter ermittelt wer den. Bis heute ungeklärt ist auch die Rolle, die die kommunistische Führung bei dem Pogrom spielte. Der in antikommunistischen Kreisen sowie von der der Solidarność-Bewegung erhobene Vorwurf, das Pogrom sei vom kommunistischen Sicherheitsapparat gezielt provoziert worden, um daraus politisches Kapital für die Machtsicherungsbestrebungen der kommunistischen Füh rung zu schlagen, konnte von der Geschichtsforschung nicht bestätigt werden. Demgegenüber fanden polnische Historiker Belege für eine in der damaligen Stadtgesellschaft Kielces verbreite ten antijüdischen Stimmung, die eine wesentliche Vorausetzung des Pogroms vom Juli 1946 40 war. 4.3. Die Ausschreitungen von Hoyerswerda im September 1991 In Wissenschaft und Publizistik werden die in den Nachwendejahren vor allem in Ostdeutsch land verbreitete Verunsicherung und Enttäuschung, aber auch das mit der Wendeeuphorie er wachte neue deutsche Nationalgefühl sowie die erregt geführte Asyldebatte wesentlich für die in verschiedenen Teilen der ostdeutschen Bevölkerung beobachteten fremdenfeindlichen Stimmung verantwortlich gemacht, die sich Anfang der 1990er-Jahre gefährlich aufheizte und sich schließ lich in einer Serie von gewaltsamen Übergriffen gegen nicht-deutsche Bevölkerungsgruppen ent lud. Den Anfang dieser Serie von fremdenfeindlichen Gewalttaten markiert das ausländerfeindli che Pogrom im sächsischen Hoyerswerda, wo es zwischen dem 17. und 23. September 1991 – knapp ein Jahr vor dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen – schwere rassistisch motivierte Übergriffe von Neonazis gegen Ausländer gegeben hatte. Bei den mehrtägigen Ausschreitungen heizten Skinheads aus der Neonazi-Szene mit – von mit großem Beifall beklatschten – ausländerfeindlichen Hetztiraden die Stimmung an und griffen mit Unterstützung zahlreicher Anwohner ein Wohnheim für 120 Vertragsarbeiter aus Mozambique und Vietnam sowie ein Flüchtlingswohnheim, in dem ca. 240 Flüchtlinge u. a. aus Vietnam, Ru mänien, Ghana, dem Iran und Bangladesch untergebracht waren, mit Brandflaschen, Eisenkugeln und anderen Gegenständen an. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch. Straßenbarrikaden wurden errichtet. Bei den Bemühungen der bedrohten Ausländer, sich gegen die Angriffe zur Wehr zu setzen, kam es wiederholt zu gewaltsamen körperlichen Auseinandersetzungen zwi schen den beiden gegnerischen Gruppen. Die Polizei zeigte sich angesichts der Größe der empörten Menge und der Wucht der von ihr aus gehenden Gewalt – zeitweise beteiligten sich mehr als 500 Menschen aktiv oder als Unterstützer an den Krawallen – überfordert und sah dem Geschehen mehr oder weniger tatenlos zu. Wenige Tage später kapitulierten die Behörden schließlich vor den Gewaltexzessen und begannen mit der Organisation des Abtransports der Asylsuchenden und ausländischen Vertragsarbeiter. Erst 40 Vgl. https://www.hagalil.com/archiv/98/07/kielce.htm [Stand 14.07.2022].; https://www.welt.de/print- welt/article227010/Erschreckende-Normalitaet.html [Stand 14.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom_von_Kielce [Stand 14.07.2022].",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 15 WD 1 - 3000 - 023/22 nachdem die angegriffenen Ausländer die Stadt verlassen hatten, ließen die rassistischen An griffe nach. Die rechtsextremistischen Angreifer, die ihr Ziel, die Stadt „ausländerfrei“ zu ma chen, erreicht hatten, fühlten sich in ihrem gewaltsamen Vorgehen bestätigt und feierten ihren Erfolg wie einen großen Sieg, der sie in den kommenden Monaten zu zahlreichen weiteren ge waltsamen Angriffen auf Ausländer und Asylbewerber anspornte. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen 32 Menschen verletzt. Es gab 82 vorläufige Festnahmen, vier Personen wurden 41 später rechtskräftig verurteilt. 4.4. Der Brandanschlag von Sivas im Juli 1993 Das Pogrom vom 2. Juli 1993 in der zentralanatolischen Stadt Sivas, bei dem 37 Personen ums Leben kamen, ist ein Beispiel für einen religiös motivierten gewaltsamen Übergriff auf Mitglieder einer Minderheitenreligion, die von der Mehrheitsreligion als gefährliche Häretiker betrachtet werden. Anlass für das gewaltsame Vorgehen von Angehörigen der sunnitischen Mehrheitsreli gion gegen Teilnehmer eines von der religiösen Minderheit der Aleviten veranstalteten Festivals war eine Rede des atheistischen türkischen Schriftstellers Aziz Nesin, der zuvor schon mit seiner Übersetzung des ketzerischen Romans „Die satanischen Verse“ von Salman Rushdie konservative Sunniten provoziert hatte. Nesin hatte auf dem Festival Teile der türkischen Bevölkerung der Dummheit und Feigheit bezichtigt, da sie nicht zur Verteidigung der Demokratie willens und be reit seien. Daraufhin versammelten sich am 2. Juli 1993 rund 20.000 aufgebrachte Sunniten nach dem Freitagsgebet vor dem Madimak-Hotel in Sivas, in dem neben Aziz Nesin auch eine Reihe namhafter alevitischer Künstler und Intellektueller residierten, um gegen die Aussagen des um strittenen Schriftstellers zu demonstrieren. Die wütenden Proteste schlugen schließlich in Gewalt um, als aus der Versammlung heraus Brandsätze geworfen wurden, die das aus Holz gebaute Ge bäude rasch in Brand setzten. Als sich die zu dieser Zeit im Hotel aufhaltenden Personen vor dem sich rasch verbreitenden Feuer ins Freie retten wollten, wurden sie von der rasenden Men schenmenge am Verlassen des Gebäudes gehindert. Etliche der Eingeschlossenen fielen den Flammen zum Opfer oder wurden verletzt. Während die vor Ort eingesetzten Polizeikräfte sich über Stunden passiv verhielten, wurde die Feuerwehr, wie spätere Ermittlungen ergaben, bei ih ren Bemühungen, das Feuer zu löschen, von den Demonstranten massiv behindert. Zudem sollen sich, Augenzeugen zufolge, einige Polizisten aktiv an den Protesten beteiligt und herbeigerufene Militäreinheiten unverrichteter Dinge zurückgezogen haben. Insgesamt kamen bei diesem religi onspolitisch motivierten Anschlag 37 Menschen ums Leben, die meisten von Ihnen Aleviten. Aziz Nesin, dessen Äußerungen die Proteste ausgelöst hatten, kam mit leichten Verletzungen da von. Die alevitische Religionsgemeinschaft bewertete den Brandanschlag angesichts der zahlreichen Opfer unter ihren Glaubensbrüdern als gezielten, staatlich geduldeten Angriff gegen die aleviti sche Religion, wohingegen die Sunniten jegliche Verantwortung für den Brandanschlag abstritten und die Schuld einzelnen Provokateuren zuwiesen, die sich unter die Demonstranten gemischt hätten. Nur wenige der beteiligten Gewalttäter wurden vor Gericht gestellt und verurteilt. Von den geflohenen Rädelsführern, die sich u.a. auch in Deutschland aufhalten sollen, wurde kaum 41 Vgl. Prenzel, 2020, S. 9 u. 13; Begrich (2016), S. 32; https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Hoyers werda [Stand 14.07.2022].",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 16 WD 1 - 3000 - 023/22 einer gefasst. Das Pogrom von Sivas hat wesentlich zur Bewusstseinsbildung und politischen Or 42 ganisation der Aleviten in der Türkei beigetragen. . 5. Literatur Ausschreitungen in Hoyerswerda. In: Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitun gen_in_Hoyerswerda [Stand 14.07.2022]. Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Rostock-Lichtenhagen [Stand 12.07.2022]. Begrich, David (2016). Hoyerswerda und Lichtenhagen: Urszenen rassistischer Gewalt in Ost deutschland. In: Kleffner, Heike; Spangenberg, Anna (Hrsg.). Generation Hoyerswerda: Das Netz werk militanter Neonazis in Brandenburg. Berlin S. 32–44. Bergmann, Werner (2002). Pogrome. In: Heitmeyer, Wilhelm; Hagan, John (Hrsg.). Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden, S. 441-460. Bergmann, Werner (2010). Pogrom. In: Benz, Wolfgang (Hrsg.). Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 3: Begriffe, Theorien, Ideologien. Berlin u.a., S. 269-270. Bergmann, Werner (2020). Tumulte – Excesse – Pogrome. Kollektive Gewalt gegen Juden in Eu ropa 1789 – 1900. Göttingen. Brandanschlag von Sivas. In: Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_von_Sivas [Stand 14.07.2022]. Guski, Roman (2012). Das Wort Pogrom kannte ich nur aus Geschichtsbüchern\" - Nachwendepog rome im vereinten Deutschland. In: Zeitgeschichte regional 16, 2, S. 26-35. Eingebrannt in die Erinnerung. 15. Jahrestag des Massakers von Sivas. In: Süddeutsche Zeitung (17.05.2010). https://www.sueddeutsche.de/politik/15-jahrestag-des-massakers-von-sivas-einge brannt-in-die-erinnerung-1.179909 [15.07.2022]. Erschreckende Normalität. Kielce und Jedwabne: Eine polnisch-amerikanische Debatte um das polnische Judenpogrom vom 4. Juli 1946. Die Welt (04.07.2006). https://www.welt.de/print- welt/article227010/Erschreckende-Normalitaet.html [Stand 14.07.2022]. Guski, Roman (2012). „Das Wort Pogrom kannte ich nur aus Geschichtsbüchern\" - Nachwende pogrome im vereinten Deutschland. In: Zeitgeschichte regional 16, 2, S. 26-35. Kristallnacht im August. Die Zeit 34/2012 (16.12.2012). 42 https://www.sueddeutsche.de/politik/15-jahrestag-des-massakers-von-sivas-eingebrannt-in-die-erinnerung- 1.179909 [15.07.2022]; https://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_von_Sivas [Stand 14.07.2022].",
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"content": "Wissenschaftliche Dienste Sachstand Seite 17 WD 1 - 3000 - 023/22 Massaker von Aussig. In: Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Aussig [Stand 26.07.2022]. Pogrom. In: Brockhaus-Online. https://brockhaus.de/ecs/enzy/article/pogrom [Stand 11.07.2022]. Pogrom. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. https://www.dwds.de/wb/Pogrom [Stand 12.07.2022]. Pogrom. In: Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom [Stand 11.07.2022]. Pogrom von Kielce ist auch nach 52 Jahren ungeklärt. HaGalil.com (Juli 1998). https://www.haga lil.com/archiv/98/07/kielce.htm [Stand 14.07.2022]. Prenzel, Thomas (2017). Vor 25 Jahren: Die rassistisch motivierten Ausschreitungen von Rostock- Lichtenhagen. In: Bundeszentrale für politische Bildung. Hintergrund aktuell. https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/254347/vor-25-jahren-die-rassistisch-moti vierten-ausschreitungen-von-rostock-lichtenhagen/ [Stand 12.07.2022]. Prenzel, Thomas (2021). Rostock-Lichtenhagen im Kontext der Debatte um die Einschränkung des Grundrechts auf Asyl. In: Prenzel, Thomas (Hrsg.). 20 Jahre Rostock-Lichtenhagen. Rostock, S. 9-31. Rostock-Lichtenhagen war „ein Fanal für die rechte Szene“ (Interview mit dem Rostocker Politik wissenschaftler Thomas Prenzel). In: Der Westen (21.08.2012). Wie kam es zum Massaker an Deutschen in Aussig? In: Die Welt (31.07.2015). https://www.welt.de/geschichte/article144629850/Wie-kam-es-zum-Massaker-an-Deutschen-in- Aussig.html [Stand 26.07.2022] ***",
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