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"content": "GS GK NT 1 W1 \n Seite 1 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \n \n \n \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \nAufgabenstellung: \n \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Erläutern Sie den für das Textverständnis nötigen politischen Hintergrund der März-\nrevolution ab 1848 und der Frankfurter Nationalversammlung. Charakterisieren Sie \nanschließend die Haltung Stahls zu den Ereignissen im März 1848. (32 Punkte) \n \n3. Beurteilen Sie, inwiefern die im Text angesprochene Ablehnung der Kaiserkrone durch \nFriedrich Wilhelm IV. für das Scheitern der Revolution von 1848/49 verantwortlich \ngemacht werden kann. (24 Punkte) \n \n \nMaterialgrundlage: \n \n Friedrich Julius Stahl: Zum Gedächtniß Seiner Majestät des hochseligen Königs Friedrich \nWilhelm IV. und seiner Regierung. Vortrag gehalten im evangelischen Verein zu Berlin \nam 18. März 1861, Berlin 1861, S. 8 9, 13 14 \nTextstellen zitiert nach: http://reader.digitale-sammlungen.de \n(Die Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie die Hervorhebungen folgen dem Original.) \n \n \nZugelassene Hilfsmittel: \n \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist",
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"content": "GS GK NT 1 W1 \n Seite 2 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \nFriedrich Julius Stahl1 in einer Rede am 18.03.1862: \n \n[
] Friedrich Wilhelm IV. erbte von seinem Vater eine Krone sonder Gleichen, hochange-\nsehen nach außen, ungeschwächt nach innen, noch strahlend im Ruhme der Freiheitskriege. \nAber er erbte von seinem Vater auch Aufgaben und Verwicklungen von der schwierigsten, \nwenn überhaupt von einer Lösung: die Verheißung der Reichsstände von 18152, (die noch dazu \nallgemein, wenn auch fälschlich, als Verheißung einer Verfassung nach der constitutionellen3 5 \nDoktrin verstanden wurde), die gänzliche Unpopularität des deutschen Bundes, die Union4 \nmit ihrer Zwietracht, die katholischen Wirren5. Aber das Schlimmste von allem war die Aus-\nbreitung und Höhe, welche die Ideen der französischen Revolution in den fünf und zwanzig \nJahren seit der Restauration erreicht hatten. Sie gingen jetzt über alle deutschen Lande, durch \nalle Schichten der Bevölkerung. Sie schlugen in Wissenschaft und Tagespresse unausgesetzt 10 \nan das Ohr, sinnbetäubend, herzbethörend. [
] \nDer König begann sein Werk damit, daß er dem Meeresbrausen einer antichristlichen und \nantimonarchischen öffentlichen Meinung sein doch nicht zu überhörendes königliches Zeugniß \nentgegensprach, sein Zeugniß für unsern göttlichen Heiland, Herrn und König, sein Zeugniß \nfür die Krone, die er allein von Gott trage, sein Zeugniß wider die Theilung der Souveraini- 15 \ntät, wider die Entgliederung der Gesellschaft, wider das Blatt Papier, das sich zwischen \nGott und das Land als eine zweite Vorsehung eindrängt, um uns mit seinen Paragraphen zu \nregieren und durch sie die alte heilige Treue zu ersetzen. Demgemäß gewährte er nicht die \nForderungen der öffentlichen Meinung, noch machte er ihr Zugeständnisse, sondern er schlug \nsie rein und energisch ab. Aber er gewährte Freiheit und Volksbetheiligung reichlich und 20 \nfreudig auf den Wegen, wie er sie als die rechten erkannte. So faßte er die Lösung des poli-\ntischen Problems. Er gab Preßfreiheit bis zur äußersten Gränze, welche die Bundesgesetze \nzuließen, er entwickelte die ständischen Institutionen bis zum vereinigten Landtag6, er stellte \nAnträge bei Oestreich auf größere Einigung Deutschlands. [
] \nEin deutscher Bundesstaat mit Volkshaus und Staatenhaus nach dem Muster Nordamerikas 25 \nwar der Anschauung des Königs durchaus fremd, wo nicht entgegen7. Gemäß seiner Ankündi-\ngung am 18. März und gemäß seiner allgemeinen Liebe für die nationale Einheit Deutsch-\nlands übernahm er die Ausführung dieses Gedankens. Allein wenn er gleich dem fremden \nGedanken die eigenen Ideale opferte, so doch nicht die heiligsten Ueberzeugungen von Pflicht \nund Recht. Stieß dessen Ausführung an das göttliche Recht der bestehenden Obrigkeiten oder 30 \nan die geschichtlichen rechtsverbürgten Bande deutscher Nation, da konnte er ihm nicht mehr \n \n1 Friedrich Julius Stahl, Rechtsphilosoph, Jurist und Mitbegründer der Konservativen Partei Preußens, war ein enger Bera-\nter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. \n2 Hier ist die Deutsche Bundesakte gemeint, in der Artikel 13 in allen deutschen Bundesstaaten eine landesständische Ver-\nfassung versprach. \n3 constitutionell: die in einer Verfassung garantierten Rechte und Freiheiten \n4 Hier sind vermutlich die konservativen Pläne zur Bildung einer Union Preußens mit den deutschen Mittel- und Klein-\nstaaten anstelle eines Nationalstaates gemeint. \n5 Hier ist vermutlich der beginnende Konflikt des preußischen Staates mit der katholischen Kirche gemeint. \n6 Um eine landesständige Verfassung zu umgehen, rief der preußische König 1847 die Provinzialstände in einem Ver-\neinigten Landtag zusammen. Dieser besaß keine legislative Befugnis, aber das Budgetrecht. \n7 wo nicht entgegen: wenn nicht sogar gegen seine Überzeugung",
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"content": "GS GK NT 1 W1 \n Seite 3 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \ndienen. Das ist der Schlüssel zu den damaligen Begebenheiten. Er selbst ermunterte die schon \nermattende Partei des Bundesstaates in Frankfurt durch die Note vom Januar 18498. Aber als \nsie ihm dann den Bundesstaat und die Kaiserkrone ohne Zustimmung der Fürsten darbrachte, \nhatte er keinen Theil an ihr. Und wieder nach Ablehnung der Kaiserkrone und Zersprengung 35 \nder Nationalversammlung hielt er sich verpflichtet, die Bundesstaatspolitik9 selbst in die Hand \nzu nehmen. Als sie aber dazu führte, Deutschland in Bürgerkrieg zu spalten, und ihn selbst \nzum Vorfechter wider die alte von den Fürsten gegründete Ordnung zu machen, da gab er sie \nauf. Das kommt nicht aus einem bloßen Widerstreit unter den Rathgebern des Königs und \ndem Zufall, daß bald der eine, bald der andere siegte. Sondern es ist ein Ringen unter zwei 40 \nBeweggründen, ja unter zwei Pflichten in der Gesinnung des Königs selbst, und die Entschei-\ndung erfolgte mit Nothwendigkeit nach dem inneren Gesetze seiner Gesinnung. [
] \nEr lehnte die Kaiserkrone ab, weil es nicht die rechtmäßige deutsche Kaiserkrone war. Er \nlehnte sie ab, weil es nicht die wirkliche deutsche Kaiserkrone war, nicht die Krone der Gewalt \nund Obrigkeit, sondern das eiserne Halsband für den Leibeigenen der Revolution. Es war 45 \nTreue an der deutschen Nation, daß er sie in der Ehrfurcht gegen geheiligte Rechte erhielt, \nwelche dereinst das Fundament der Herrlichkeit ihres tausendjährigen Reiches gewesen. Es \nwar die Treue an der deutschen Nation, daß er die Legitimität seiner preußischen Krone rein \nbewahrte, die selbst ein Hort und Kleinod deutscher Nation ist. [
] \n \n \n8 ein Schreiben des preußischen Königs an die anderen deutschen Einzelstaaten, in dem er deutlich machte, dass er einen \ndeutschen Bundesstaat auch unter Ausschluss von Österreich akzeptieren würde \n9 Bundesstaatspolitik: die Politik, die zu einem vereinten deutschen Bundesstaat führt",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 1 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Unterlagen für die Lehrkraft \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \n1. Aufgabenart \nInterpretation sprachlicher oder nichtsprachlicher historischer Quellen \n \n \n2. Aufgabenstellung1 \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Erläutern Sie den für das Textverständnis nötigen politischen Hintergrund der März-\nrevolution ab 1848 und der Frankfurter Nationalversammlung. Charakterisieren Sie \nanschließend die Haltung Stahls zu den Ereignissen im März 1848. (32 Punkte) \n \n3. Beurteilen Sie, inwiefern die im Text angesprochene Ablehnung der Kaiserkrone durch \nFriedrich Wilhelm IV. für das Scheitern der Revolution von 1848/49 verantwortlich \ngemacht werden kann. (24 Punkte) \n \n \n3. Materialgrundlage \n Friedrich Julius Stahl: Zum Gedächtniß Seiner Majestät des hochseligen Königs Friedrich \nWilhelm IV. und seiner Regierung. Vortrag gehalten im evangelischen Verein zu Berlin \nam 18. März 1861, Berlin 1861, S. 8 9, 13 14 \nTextstellen zitiert nach: http://reader.digitale-sammlungen.de \n(Die Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie die Hervorhebungen folgen dem Original.) \n \n \n4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2018 \nDie Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des \nKernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden \nwird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. \n \n1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte \n Inhaltsfeld 5: Nationalismus, Nationalstaat und europäische Integration \n Einheit und Freiheit nationale Bewegungen in Deutschland und Europa im \n19. Jahrhundert \n \n2. Medien/Materialien \n entfällt \n \n \n1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab.",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 2 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 5. Zugelassene Hilfsmittel \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist \n \n \n6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen \nTeilleistungen Kriterien \na) inhaltliche Leistung \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 benennt den Autor (Friedrich Julius Stahl, Mitbegründer der Konservativen Partei \nPreußens, Berater des Königs), die Textsorte ((Gedenk-)Rede), die Adressaten (Mit-\nglieder des evangelischen Vereins zu Berlin, Öffentlichkeit), den Zeitpunkt (18. März \n1861), den Ort (Berlin) und Art des zu untersuchenden Materials (Quelle). 2 \n2 nennt als Thema des vorliegenden Textauszuges in etwa: das Handeln des preußischen \nKönigs Friedrich Wilhelm IV. von 1815 bis 1849. 2 \n3 formuliert als Kernaussage in etwa: Das Verhaltens des Königs während der Revo-\nlution von 1848/49 sei richtig und gerechtfertigt gewesen, auch die Ablehnung der \nKaiserkrone. 4 \n4 gibt den Gedankengang des Autors mit Hilfe von Verben, die die argumentative Funk-\ntion der Hauptaussagen verdeutlichen, in etwa wie folgt wieder: \nStahl \n analysiert die politische Situation zu Beginn der Regierungszeit Friedrich \nWilhelms IV., \n stellt die Haltung des preußischen Königs zu den neuen politischen Ideen bis zu \nden Märzereignissen dar, \n beschreibt die Maßnahmen Friedrich Wilhelms bis zu den Märzereignissen, \n beurteilt dessen Verhalten in den Jahren 1848/49, \n erläutert die Ursachen und die Motive des Königs für sein ambivalentes Verhal-\nten, \n rechtfertigt die Ablehnung der Kaiserkrone. 4 \n5 gibt die Hauptaussagen des Textes in Verbindung mit dem in Kriterium 4 skizzierten \nGedankengang strukturiert wieder (Die Trennung beider Kriterien erfolgt hier nur, um \ndie Punktanteile ausweisen zu können.): \n Der preußische König habe ein schwieriges Erbe erhalten, denn er habe u. a. die \noft falsch verstandenen Beschlüsse der Deutschen Bundesakte wie die Schaffung \neiner Verfassung umsetzen müssen. Misslich sei die Verbreitung der französischen \nIdeen in allen Bevölkerungsschichten gewesen. \n Der König habe sich diesen Ideen und der antichristlichen und antimonarchischen \nöffentlichen Meinung entgegengestellt. Er habe sich für die ungeteilte und souve-\nräne königliche Macht ausgesprochen, die allein von Gott stamme. \n Auf der einen Seite habe er die Forderungen der Öffentlichkeit verworfen, auf der \nanderen Seite habe er Pressefreiheit gewährt, den preußischen Landtag einberufen \nund national orientierte Anträge gestellt. 12",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 3 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Der König habe seine Ideale für die Einheit Deutschlands am 18. März und im \nJanuar 1849 zurückgestellt, aber er habe seine Überzeugungen und sein Pflicht-\nverständnis nicht aufgegeben, als er die Kaiserkrone ablehnte und auch die Bundes-\nstaatspolitik nicht mehr verfolgte. \n Friedrich Wilhelm habe einen Bürgerkrieg vermeiden wollen. Zudem sei sein wider-\nsprüchliches Verhalten nicht auf seinen Beraterkreis oder Zufälligkeiten zurückzu-\nführen, sondern auf das Dilemma seiner Situation. \n Die Ablehnung der Kaiserkrone sei aus weiser Überlegung und aus Treue der deut-\nschen Nation gegenüber erfolgt, da der Kaiserkrone jede Legitimität fehlte, da sie \nohne Zustimmung der Fürsten von Revolutionären überreicht worden sei. \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2) \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n erläutert den für das Textverständnis nötigen politischen Hintergrund der Ereignisse \nder Märzrevolution ab 1848 und der Frankfurter Nationalversammlung. Er nimmt dabei \nBezug auf: \n1 den zunächst erfolgreichen Verlauf der Revolution im Jahr 1848, der aber nicht zur \nEntmachtung der Fürsten und des alten Staatsapparates führte. Er berücksichtigt dabei \nmindestens drei der folgenden Aspekte, z. B.: \n die durch die Februar-Revolution in Paris 1848 und die Abdankung des Königs \nLouis Philippe I. angestoßenen Unruhen in den deutschen Ländern, \n die Forderungen nach materiellen und sozialen Verbesserungen, nach Presse- und \nVereinsfreiheit, nach Verfassungen mit bürgerlichen Grundrechten, nach politi-\nscher Mitbestimmung und nach nationaler Einheit (,Märzforderungen), \n die zunehmend politisierte Öffentlichkeit und Ausbreitung der Revolution auf eine \nbreite Bevölkerungsschicht (z. B. auch Tagelöhner, Handwerker, Bauern), die der \nDurchsetzung der ,Märzforderungen in vielen deutschen Ländern zum Erfolg ver-\nhalfen, \n die Einberufung liberaler ,März-Regierungen v. a. in Süddeutschland, \n die Aufstände und blutigen Straßenkämpfe am 13. März in Wien, die zur Abberu-\nfung reaktionärer Politiker (Metternich) und zu einer Bewilligung von Pressefrei-\nheit und einer Verfassung führten, \n die ersten Unruhen in Berlin am 14. März, woraufhin Friedrich Wilhelm IV. zum \nzweiten Mal die Einberufung des ,Vereinigten Landtages und die Aufhebung der \nPressezensur verkündete, was auch Stahl erwähnt, \n die von Stahl angesprochenen Ereignisse des 18. März in Berlin, die letztendlich \nden preußischen König zu Zugeständnissen zwangen, ihm aber nicht die Macht-\ninstrumente (v. a. das Militär) aus der Hand nehmen konnten, \n den Ritt des preußischen Königs mit einer schwarz-rot-goldenen Schärpe durch \nBerlin und seine Proklamation ,An mein Volk und die deutsche Nation! am \n21. März, in der er neben der ,Einführung wahrer konstitutioneller Verfassungen \nversprach, dass ,Preußen fortan in Deutschland aufgehen solle. 10",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 4 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 2 die Einrichtung, Arbeit(-sweise) und das Scheitern der Frankfurter Nationalversamm-\nlung, die primär am Wiedererstarken der restaurativen Kräfte, v. a. in Preußen, und \nder Abkehr des liberalen Bürgertums von den republikanischen Kräften scheiterte. \nEr berücksichtigt dabei mindestens drei Aspekte, z. B.: \n das Zusammenkommen des ,Frankfurter Vorparlamentes am 31. März, das eine \nkonstituierende Nationalversammlung vorbereiten sollte, \n die sich am 1. Mai 1848 durch die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland \nkonstituierende Nationalversammlung, \n die Tagung der Nationalversammlung (Mai 1848 bis Mai 1849) in der Frankfurter \nPaulskirche mit dem Ziel, eine nationale und liberale Verfassung zu schaffen und \nsomit den Grundstein für einen deutschen Nationalstaat zu legen, \n die sich in der Nationalversammlung abzeichnende Ausdifferenzierung des politi-\nschen Spektrums der Konservativen, Liberalen und Republikaner mit der Bildung \nvon Fraktionen, \n die langen Debatten in der Nationalversammlung, die zeigten, wie schwierig es \nwar, zu einem politisch tragfähigen Kompromiss für einen deutschen National-\nstaat mit einer Verfassung zu finden, \n die Massierung der zu lösenden Fragen und Probleme (Nationalitäten, Staatsge-\nbiet) in der Nationalversammlung, \n die politische Unerfahrenheit des Parlamentes (,Professorenparlament), \n das wachsende Desinteresse und die Frustration großer Bevölkerungsteile ange-\nsichts der Langsamkeit und Komplexität der politischen Verfahren, \n die Ablehnung der Kaiserkrone durch den preußischen König im April 1849, \nwomit der Kompromiss, einem gewähltem Fürsten die Kaiserkrone anzutragen, \nscheiterte, \n die Abberufung der Abgeordneten, u. a. durch den preußischen Staat, \n die Auflösung der Nationalversammlung im Mai 1849 bzw. die gewaltsame Auf-\nlösung des Rumpfparlamentes in Stuttgart, u. a. durch preußische und württember-\ngische Truppen. 10 \n3 charakterisiert anschließend Stahls Haltung zu den Märzereignissen, die sich auf Grund \nseiner entschiedenen Ablehnung nationalliberaler Forderungen und politischer Mitbe-\nstimmung als monarchistisch, konservativ und reaktionär beschreiben lässt. Er berück-\nsichtigt dabei mindestens drei Aspekte, z. B.: \n seine konservativen und absolutistischen Vorstellungen von der Souveränität des \nMonarchen (Gottesgnadentum), die unteilbar sei und nicht an die Nationalver-\nsammlung abgetreten werden dürfe, \n seine Vorstellung einer aus der Geschichte und Tradition abgeleiteten Herrscher-\nlegitimität, mit der sich Stahl gegen jegliche Änderung der Herrschaftsverhältnisse \nund Staatsformen wendet, \n seine Ablehnung einer durch eine Verfassung gebundenen Staatsordnung und \nMacht des Königs, die er als unnatürlich, wider die Tradition und als Unterdrü-\nckung bezeichnet, \n seinen Vorwurf an die Nationalversammlung, sie habe den König mit der Kaiser-\nkrone an die Verfassung binden und damit unterwerfen wollen, \n seine Polemik gegen die Ideen der Französischen Revolution (und damit auch \ngegen manche Inhalte der Märzforderungen), die sinnbetäubend seien, womit \nseine Zurückweisung von liberalen und nationalen Ideen deutlich wird, \n seine Abwertung einer öffentlichen kritischen Meinung (und ihre Einmischung in \ndie Politik), die er als antichristlich[] und antimonarchisch[] kritisiert, \n seine dichotomische Vorstellung von einem schicksalhaften Kampf um die Herr-\nschaftsrechte zwischen neuen, nationalliberalen Ideen und alten, tradierten Rech-\nten, in dem es nur einen Sieger geben könne. 12 \n4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 5 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling\n1 beurteilt, inwiefern die Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. für \ndas Scheitern der Revolution von 1848/49 verantwortlich gemacht werden kann, indem \ner einerseits die Bedeutung der Ablehnung der Kaiserkrone sowie deren Folgen, ander-\nseits aber auch multikausal weitere Faktoren für das Scheitern der Revolution anführt: \n \nArgumente, die dafür sprechen, dass die Ablehnung der Kaiserkrone (wesentlich) zum \nScheitern der Revolution von 1848/49 beigetragen hat, z. B.: \n die Ablehnung der Kaiserkrone hatte hohen Symbolgehalt und eine starke Außen-\nwirkung, \n sie bestärkte die reaktionären Kräfte in allen deutschen Staaten, \n sie schwächte die kompromissbereiten Kräfte in der Paulskirche wesentlich, \n sie sorgte dafür, dass sich Teile des liberalen Bürgertums, welche bislang zu den \nUnterstützern der Paulskirche gehörten, von der Nationalversammlung abwandten, \n sie machte das mehrmonatige Ringen um politische Kompromisse und Lösungen \nin den strittigen Fragen zunichte und sorgte für Frustration auf allen Seiten, \n sie spielte gleichzeitig den radikalen Demokraten in die Hände, die nun ein wei-\nteres Argument für eine Radikalisierung und gegen eine Zusammenarbeit mit den \nFürsten und den gemäßigten Kräften hatten, \n sie zeigte, dass die Frankfurter Nationalversammlung einerseits der Ablehnung \nmachtlos gegenüberstand und andererseits keine politische Alternative hatte. \n \nandere Faktoren, die (wesentlich) zum Scheitern der Revolution von 1848/49 beige-\ntragen haben und die Bedeutung der Ablehnung der Kaiserkrone relativieren, z. B.: \n die frühe und klare Spaltung von Liberalen und (radikalen) Demokraten verhin-\nderte weitgehend ein einheitliches Handeln der revolutionären Kräfte. Das Besitz-\nbürgertum distanzierte sich dabei von den revolutionären Kräften und sympathi-\nsierte mit dem Adel und politischen Führungsschichten, \n das Militär und Beamtentum blieb überwiegend loyal gegenüber den Herrschern, \nwährend der Nationalversammlung Möglichkeiten der exekutiven Umsetzung von \nBeschlüssen fehlten, \n auch die Bevölkerung blieb in weiten Teilen königstreu oder vertrat zumindest \nmonarchische Vorstellungen, \n die anderen europäischen Großmächte standen einer Einigung Deutschlands sehr \nkritisch gegenüber, \n der Revolution fehlte aufgrund der geografischen Zersplitterung ein revolutionäres \nZentrum, \n in den beiden größten deutschen Staaten war die Konterrevolution früh erfolgreich \nund arbeitete (mehr oder weniger offen) gegen die Nationalversammlung, \n interne Probleme der Nationalfragen waren ungelöst (vielleicht sogar unlösbar): \ndas Fehlen parlamentarischer Erfahrungen und Traditionen, die Massierung der \nProbleme, die von außen gesehen langsame Arbeitsweise, durch die die revolutio-\nnäre Dynamik verloren ging, die Unlösbarkeit mancher der sich stellenden Fragen \nzur Zufriedenheit einer Mehrheit,
). \n \nOrientierung für eine 10 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling gelangt zu einer nachvollziehbaren Argumentation, in der mindestens \nzwei Aspekte in Bezug auf die Bedeutung der Ablehnung der Kaiserkrone für das \nScheitern der Deutschen Revolution von 1848/49 (darunter mindestens einer aus jeder \nder beiden Argumentationsrichtungen) sachgerecht berücksichtigt werden. Die Argu-\nmentation enthält keine gravierenden sachlichen Fehler. 20",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 6 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Orientierung für eine 20 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling gelangt zu einer nachvollziehbaren und differenzierten Argumentation, \nin der mindestens vier Aspekte in Bezug auf die Bedeutung der Ablehnung der Kaiser-\nkrone für das Scheitern der Deutschen Revolution von 1848/49 (darunter mindestens \nzwei aus jeder der beiden Argumentationsrichtungen) sachgerecht berücksichtigt wer-\nden. Die Argumentation enthält keine sachlichen Fehler. \n2 formuliert ein Fazit, in dem er in etwa zum Ausdruck bringt, dass das Scheitern der \nRevolution von 1848/49 zu einem Teil auf die Ablehnung der Kaiserkrone zurückge-\nführt werden kann, dass aber vor allem strukturelle Probleme (der Nationalversamm-\nlung) für das Scheitern der Revolution von 1848/49 verantwortlich zu machen sind. \nDie Gewichtung kann je nach Argumentation unterschiedlich ausfallen. 4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) \n \n \nb) Darstellungsleistung \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahl Der Prüfling \n1 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich \ndabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 5 \n2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 \n3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). 3 \n4 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 4 \n5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie \nsyntaktisch und stilistisch sicher.4",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 7 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit \nName des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ \n \nSchule: _____________________________________________ \n \n \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK2 ZK DK \n1 benennt den Autor
2 \n2 nennt als Thema
2 \n3 formuliert als Kernaussage
4 \n4 gibt den Gedankengang
4 \n5 gibt die Hauptaussagen
12 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (2) \n
.. \n
.. \n Summe 1. Teilaufgabe 24 \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n erläutert den für
\n1 den zunächst erfolgreichen
10 \n2 die Einrichtung, Arbeit(-sweise)
10 \n3 charakterisiert anschließend Stahls
12 \n4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n
.. \n
.. \n Summe 2. Teilaufgabe 32 \n \n \n2 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 8 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n1 beurteilt, inwiefern die
20 \n2 formuliert ein Fazit
4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n
.. \n
.. \n Summe 3. Teilaufgabe 24 \n Summe der 1., 2. und 3. Teilaufgabe 80 \n \n \nDarstellungsleistung \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n1 strukturiert seinen Text
5 \n2 bezieht beschreibende, deutende
4 \n3 belegt seine Aussagen
3 \n4 formuliert unter Beachtung
4 \n5 schreibt sprachlich richtig
4 \n Summe Darstellungsleistung 20 \n \n Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100 \n aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach-\nfolgender Tabelle \n Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte \ngemäß § 17 Abs. 5 APO-WbK \n \n Paraphe \n \nBerechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 52 APO-WbK \n \nDie Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. \n \n \nUnterschrift, Datum:",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 1 W1 \n Seite 9 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) \nFür die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: \n \nNote Punkte Erreichte Punktzahl \nsehr gut plus 15 100 95 \nsehr gut 14 94 90 \nsehr gut minus 13 89 85\ngut plus 12 84 80 \ngut 11 79 75 \ngut minus 10 74 70 \nbefriedigend plus 9 69 65 \nbefriedigend 8 64 60 \nbefriedigend minus 7 59 55 \nausreichend plus 6 54 50 \nausreichend 5 49 45 \nausreichend minus 4 44 40 \nmangelhaft plus 3 39 33 \nmangelhaft 2 32 27 \nmangelhaft minus 1 26 20 \nungenügend 0 19 0",
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"content": "GS GK NT 2 W1 \n Seite 1 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \n \n \n \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \nAufgabenstellung: \n \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den Text in die politischen Bemühungen um eine internationale Friedens-\nordnung in Europa zwischen 1918 und 1926 ein. Stellen Sie ausgehend vom Text der \nPosition Stresemanns zum deutschen Beitritt zum Völkerbund die Position seiner poli-\ntischen, rechtsnationalen Gegner gegenüber. (34 Punkte) \n \n3. Beurteilen Sie die Bedeutung des Völkerbunds für die Friedenssicherung in Europa bis \nzu seiner Auflösung 1946. (22 Punkte) \n \n \nMaterialgrundlage: \n \n Verhandlungen des Deutschen Reichstags. III. Wahlperiode 1924. Bd. 389. Stenographi-\nsche Berichte, Berlin 1925, S. 6448 6451 \nIn: http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w3_bsb00000073_00001.html \n(Zwischenrufe der Abgeordneten und darauffolgende Reaktionen des Redners sowie der \nim Original befindliche Fettdruck wurden ausgelassen.) \n \n \nZugelassene Hilfsmittel: \n \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist",
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"number": 14,
"content": "GS GK NT 2 W1 \n Seite 2 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \nAußenminister Gustav Stresemann in einer Rede vor dem Reichstag am 22. März 1926:1 \n \n[
] \n \nMan kann eine verschiedene Auffassung vom Völkerbund haben, und in der Weltöffentlich-\nkeit bestehen verschiedene Auffassungen. Die eine ich möchte sie die idealistische Auffas-\nsung nennen sieht in ihm die Vereinigung der Völker unter dem alleinigen Gesichtspunkt \nder Erhaltung des Friedens und der Förderung aller humanitären Ideale. Wer zu dieser Auf-\nfassung neigt, der wird die allerstärkste Reaktion erfahren haben von einer Tagung, in der 5 \nsich doch deutlich zeigte, wie stark das Eigeninteresse sich geltend machte gerade gegenüber \nden allgemeinen Menschheitszielen.2 \nDie andere Auffassung sieht im Völkerbund lediglich eine neue diplomatische Methode der \nVertretung der Völker und sieht ihn an unter einem sehr stark realistischen Gesichtspunkt. \nAber unter beiden Gesichtspunkten hat sein Ansehen gelitten. Wenn der Völkerbund ein Ziel 10 \nhaben muß, gleichgültig, welche der beiden Auffassungen über ihn richtig ist, dann muß es \ndas Ziel der Universalität sein. Wenn er diesem Ziele so weit nahe kommen konnte, wie es \nihm durch das Eintrittsgesuch Deutschlands ermöglicht war, dann hatte er dem Näherkommen \ndieses Weltzieles alles andere hintan zu stellen und mußte die moralische Autorität besitzen, \ndiesem Ziele auch alles andere unterstellen zu können. [
] 15 \nIch habe vorhin darauf hingewiesen, wie jetzt die Situation im Völkerbund steht. Deutschland \nsteht vor der Entscheidung, ob es angesichts der Krisis, in der sich der Völkerbund befindet, \nund angesichts des Ausganges von Genf seine grundsätzliche Einstellung gegenüber dem Völ-\nkerbund ändern soll oder nicht. \nAber ist die Krise, in der sich der Völkerbund befindet, nicht vielleicht eine Krisis, die dadurch 20 \nhervorgerufen wurde, daß gerade durch die Tatsache des Eintritts Deutschlands jene bisherige \nKonstruktion des Völkerbundes als Instrument der Siegerstaaten doch eine grundlegende Ver-\nänderung erlitt und daß dadurch eine ganze Reihe von Fragen aufgeworfen wurden, die bis \ndahin in der Tiefe ruhten? Wir haben uns die Frage vorzulegen, ob wir auf Grund der gemach-\nten Erfahrungen unser Ziel der Mitwirkung im Völkerbund als gleichberechtigte Großmacht 25 \nweiter verfolgen sollen. Das wird davon abhängen, ob wir die Verhandlungen des Völkerbun-\ndes als eine für Deutschland durch den Völkerbund herbeigeführte Niederlage und Demüti-\ngung ansehen sollen. Meine Herren, ich darf hier einmal eines sagen. Diese Anschauung, daß \nDeutschland gedemütigt und als ein eine neue Niederlage empfangendes Volk von Genf her-\nvorgeht, ist eine Anschauung, die es nur in Deutschland gibt und nirgends sonst in der Welt. 30 \n[
] \n \n1 Die westlichen Siegermächte waren ab 1925 daran interessiert, Deutschland als Mitglied des Völkerbundes zu gewinnen \nund hatten auch einen prestigeträchtigen Sitz im Ständigen Rat, dem Leitungs- und Krisengremium, versprochen. In \nDeutschland wurde der Beitritt allerdings auch kritisch gesehen, da hierdurch Verpflichtungen zur gegenseitigen Unter-\nstützung und Friedenswahrung verbunden waren. \n2 Stresemann bezieht sich auf die vorhergegangene Tagung des Völkerbundes in Genf, auf der Brasilien, Polen und Spanien \neinen Ständigen Sitz im Rat des Völkerbundes für sich gefordert hatten.",
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"number": 15,
"content": "GS GK NT 2 W1 \n Seite 3 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \nIch darf doch auch darauf hinweisen, wie verschieden die Auffassung über die künftige Stel-\nlung Deutschlands im Völkerbunde war. Von der rechten Seite ist immer gesagt worden: da \ngeht der deutsche Michel nun wieder mal auf den Leim; was werdet ihr denn im Völkerbunde \nsein! Fünftes Rad am Wagen, Satellit Frankreichs oder Satellit Englands, je nachdem die An- 35 \nschauungen darüber schwankten, wem wir uns eigentlich nun politisch hingegeben hätten. \nWenn diese Auffassung richtig gewesen wäre, daß wir nur fünftes Rad am Wagen gewesen \nwären, dann wäre dieser Kampf im Völkerbunde um den ständigen Sitz Deutschlands im Völ-\nkerbundsrat nicht entbrannt. \nGerade dieser Kampf hat doch das eine gezeigt, daß es sich hier um einen Kampf handelte, um 40 \neine Stellung Deutschlands im Völkerbund, die auf anderer Seite jedenfalls als eine sehr große \nStärkung der Position Deutschlands unter den Völkern angesehen wurde. Von dem Gesichts-\npunkt aus ist meiner Meinung nach die Situation gegeben, daß gerade, weil es sich um einen \nKampf um unsere Stellung im Völkerbunde handelt, wir diesen Kampf fortzusetzen haben, \nzumal wir nicht dem Vökerbund, der in ganz überwiegender Mehrheit, beinahe mit Einmü- 45 \ntigkeit, sich auf den Standpunkt des Wunsches gestellt hat, Deutschland in seinen Reihen zu \nsehen, verantwortlich machen können für das Veto einer einzigen Macht, die dem zuwider \nwar.3 [
] \n \n \n3 Brasilien hatte auf der vorhergehenden Sitzung des Völkerbunds sein Veto gegen einen ständigen Sitz für Deutschland \nim leitenden Rat des Völkerbundes eingelegt, da es sich selber einen solchen erhofft hatte.",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 1 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Unterlagen für die Lehrkraft \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \n1. Aufgabenart \nInterpretation sprachlicher oder nichtsprachlicher historischer Quellen \n \n \n2. Aufgabenstellung1 \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den Text in die politischen Bemühungen um eine internationale Friedens-\nordnung in Europa zwischen 1918 und 1926 ein. Stellen Sie ausgehend vom Text der \nPosition Stresemanns zum deutschen Beitritt zum Völkerbund die Position seiner poli-\ntischen, rechtsnationalen Gegner gegenüber. (34 Punkte) \n \n3. Beurteilen Sie die Bedeutung des Völkerbunds für die Friedenssicherung in Europa bis \nzu seiner Auflösung 1946. (22 Punkte) \n \n \n3. Materialgrundlage \n Verhandlungen des Deutschen Reichstags. III. Wahlperiode 1924. Bd. 389. Stenographi-\nsche Berichte, Berlin 1925, S. 6448 6451 \nIn: http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w3_bsb00000073_00001.html \n(Zwischenrufe der Abgeordneten und darauffolgende Reaktionen des Redners sowie der \nim Original befindliche Fettdruck wurden ausgelassen.) \n \n \n4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2018 \nDie Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des \nKernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden \nwird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. \n \n1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte \n Inhaltsfeld 6: Frieden im 20. und 21. Jahrhundert \n Internationale Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg \n \n2. Medien/Materialien \n entfällt \n \n \n1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab.",
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"number": 17,
"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 2 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 5. Zugelassene Hilfsmittel \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist \n \n \n6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen \nTeilleistungen Kriterien \na) inhaltliche Leistung \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 benennt den Autor (Gustav Stresemann, deutscher Außenminister), die Textsorte (poli-\ntische Rede), die Adressaten (Reichstagsabgeordnete, Öffentlichkeit), Ort und Zeit-\npunkt der Rede (Reichstag Berlin, 22.03.1926) sowie die Art des zu untersuchenden \nMaterials (Quelle). 2 \n2 nennt als Thema in etwa: politische Überlegungen bezüglich des Beitritts Deutsch-\nlands zum Völkerbund. 2 \n3 formuliert als Kernaussage in etwa: Man könne den Völkerbund als Bund zur Frie-\ndenserhaltung oder als Völkervertretung sehen durch einen Beitritt würde Deutsch-\nlands Position unter den Völkern definitiv gestärkt. 4 \n4 gibt den Gedankengang des Autors mit Hilfe von Verben, die die argumentative Funk-\ntion der Hauptaussagen verdeutlichen, in etwa wie folgt wieder: \nStresemann \n stellt zwei mögliche Sichtweisen auf den Völkerbund dar, \n behauptet, dass erst durch den Beitritt Deutschlands der Universalitätsanspruch des \nVölkerbunds Realität würde, \n erklärt die damals aktuelle Krise des Völkerbunds als Zeichen für die neue Gleich-\nberechtigung Deutschlands, \n widerlegt die Kritik von rechten Parteien mit dem Argument, dass Deutschlands \nStellung durch den Völkerbund gestärkt würde. 4 \n5 gibt die Hauptaussagen des Textes in Verbindung mit dem in Kriterium 4 skizzierten \nGedankengang strukturiert wieder (Die Trennung beider Kriterien erfolgt hier nur, um \ndie Punktanteile ausweisen zu können.): \n Neben einer idealistischen Auffassung über den Völkerbund als Vereinigung der \nVölker zur Friedenswahrung stehe eine realistische Auffassung: Der Völkerbund \nsei eine diplomatische Möglichkeit der Völkervertretung. \n Erst durch das Beitrittsgesuch Deutschlands würde der Völkerbund seinem Univer-\nsalitätsanspruch gerecht. \n Die durch das Beitrittsgesuch Deutschlands ausgelöste Krise des Völkerbunds \nbelege, dass der Bund nicht länger Instrument der Siegermächte des Krieges bleibe, \nsondern Deutschland gleichberechtigte Großmacht werden könne. \n Die Kritik der rechten Parteien, Deutschland gehe damit auf die Siegermächte zu \nund unterwerfe sich ihnen, würde durch den tatsächlichen Kampf um eine ange-\nmessene Stellung im Völkerbund, der Deutschland aufnehmen wolle, widerlegt. 12 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2)",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 3 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 2 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n ordnet den Text in die politischen Bemühungen um eine internationale Friedensord-\nnung in Europa zwischen 1918 und 1926 ein, indem er folgende Aspekte aufführt: \n1 die Friedensbemühungen Wilsons und das tatsächliche Kriegsende im Jahre 1918, das \ndurch den militärischen Zusammenbruch der Mittelmächte, den Waffenstillstand auf \nBasis des 14-Punkte-Plans Wilsons und den Rückzug der deutschen Truppen gekenn-\nzeichnet ist; er berücksichtigt dabei mindestens zwei Punkte, darunter den ersten obli-\ngatorisch: \n den 14-Punkte-Plan des US-amerikanischen Präsidenten Wilson (8. Januar 1918), \nder auf der Basis des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und einer internationa-\nlen Kontrolle des Friedens in Form eines Völkerbunds hoffte, einen gerechten \nund dauerhaften Frieden zu erzielen, \n die sich abzeichnende Niederlage der Mittelmächte nach dem Kriegseintritt der \nUSA, \n die Versorgungskrise von Militär und ziviler Bevölkerung, \n die wachsende Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Lage und die politischen \nRestriktionen, die zur Novemberrevolution 1918 in Deutschland (und Österreich) \nmit dem Ergebnis einer Regierungsübernahme durch linksorientierte Parteien führte, \n den Waffenstillstand am 11. November 1918, den die deutsche Regierung auf \nGrundlage des 14-Punkte-Plans von Wilson den Alliierten anbot, \n die daraus resultierende Räumung der noch besetzten Gebiete im Westen, des west-\nlichen Rheinufers, die Auslieferung des schweren Kriegsmaterials, der Kriegsflotte \nund die Aufhebung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk, um Deutschland eine \nFortsetzung des Krieges unmöglich zu machen, \n die Unabhängigkeitserklärungen der Völker der k.u.k.-Monarchie auf der Basis \ndes von Wilson formulierten Selbstbestimmungsrechts der Völker, wodurch auch \nÖsterreich-Ungarn keine Möglichkeit zur Fortführung des Krieges hatte. 8 \n2 die Friedensverhandlungen bzw. Friedensschlüsse in den Jahren 1919 und 1920, die \nneben deutschen Reparationsleistungen durch territoriale, wirtschaftliche und militä-\nrische Restriktionen eine erneute kriegerische Aggression Deutschlands verhindern \nsollten; er berücksichtigt dabei mindestens zwei Punkte, z. B.: \n die Friedensverhandlungen der Alliierten in Versailles, an denen Deutschland nicht \nteilnehmen durfte und die geprägt waren von den Überlegungen, einen erneuten \nKrieg zu verhindern und Wiedergutmachung von Deutschland zu erhalten, \n die Unterzeichnung des Versailler Vertrages unter deutschem Protest angesichts \nder alliierten Androhung einer Besetzung Deutschlands, \n die Abtretung deutscher Gebiete (Elsass-Lothringen, Posen, Westpreußen, Kolo-\nnien u. a.) und die Abstimmungen über den Verbleib bei Deutschland in anderen \nRegionen (Eupen-Malmedy, Nordschleswig, Oberschlesien u. a.), \n die (befristete) Besetzung des Rheinlands durch alliierte Truppen, um Reparations-\nleistungen zu erzwingen und ein mögliches Aufmarschgebiet deutscher Truppen \nzu kontrollieren, \n die wirtschaftlichen Bestimmungen, die noch näher zu bestimmende Reparations-\nleistungen von Deutschland in großem Umfang vorsahen, \n die militärischen Bedingungen, die eine strikte Abrüstung der schweren Waffen-\ngattungen, eine Reduzierung des Heeres auf 100.000 Mann und der Marine auf \n15.000 Mann und das Verbot der Luftwaffe vorsahen, \n den Kriegsschuldartikel 231, der die alleinige Kriegsschuld Deutschland zuschrieb \nund der in Deutschland auf lange Zeit Widerspruch und Revanchegedanken her-\nvorrief. 6",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 4 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 3 den auf Vorschlag von Wilsons 14-Punkte-Plan im Versailler Vertrag verankerten \nVölkerbund als internationalem Gremium zur Vermittlung und Friedenswahrung unter \nden Nationen; er berücksichtigt dabei mindestens zwei Punkte, z. B.: \n die Gründung desselben durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs auf der Kon-\nferenz von Versailles, \n die Organisation des Völkerbunds mit Sitz in Genf, einer Vollversammlung und \neinem vorsitzenden Rat mit ständigen und nichtständigen Mitgliedern, \n das Fernbleiben der USA, die sich aus weiteren internationalen Konflikten nach \nden Erfahrungen des Ersten Weltkriegs fernhalten wollten, \n die im Text angesprochene Einladung an Deutschland, dem Völkerbund beizutre-\nten, die erst 1925 ausgesprochen wurde und schließlich 1926 angenommen wurde, \n die Schwierigkeiten, im Völkerbund einvernehmliche Beschlüsse zu fassen, da \nsowohl in der Versammlung als auch im häufiger tagenden Rat durch ein Veto \neines einzelnen Staates Beschlüsse verhindert werden können und der Rat zudem \neinstimmig votieren musste, \n das Versagen des Völkerbunds in internationalen Krisensituationen aufgrund feh-\nlender Machtmittel (etwa eigener Truppenkontingente und einheitlicher Sanktionen). 8 \n4 die weiteren internationalen Abkommen zwischen Deutschland und seinen ehemali-\ngen Gegnern, die Frieden bewahren und für Ausgleich sorgen sollten; er berücksich-\ntigt dabei mindestens einen Punkt, z. B.: \n die weiteren Verträge der Reparationsverhandlungen (Dawes 1924, Young 1930, \nLausanne 1932), die eine weniger umfangreiche Leistung Deutschlands festlegten, \nwas zwar zu internationaler Entspannung führte, in Deutschland aber weiter Revan-\nchismus-Gedanken Vorschub leistete, \n den Vertrag von Rapallo 1922, der zu einem Interessensausgleich zwischen Deutsch-\nland und der Sowjetunion führte, \n den Vertrag von Locarno 1925, der zu einem Ausgleich Deutschlands mit seinen \nNachbarstaaten führte, wobei zwar die Westgrenzen durch Deutschland garantiert \nwurden, nicht jedoch seine Ostgrenzen. 3 \n5 stellt ausgehend vom Text der Position Stresemanns zum deutschen Beitritt zum Völ-\nkerbund die Position seiner politischen, rechtsnationalen Gegner gegenüber, die in \neinem Beitritt eine Demütigung Deutschlands und die Akzeptanz des verhassten \nVersailler Vertrages samt der bestehenden Grenzen sahen. Er berücksichtigt dabei \nmindestens zwei Aspekte, z. B.: \n der Beitritt und eine internationale Aufwertung Deutschlands sei eine Farce, denn \nschon die Abstimmung über einen ständigen Sitz im Völkerbundrat zeige die \nUnstimmigkeit und Ablehnung der deutschen Position, \n durch den Beitritt zum Völkerbund akzeptiere Deutschland dauerhaft den ihm dik-\ntierten Versailler Vertrag, insbesondere die Zuweisung der alleinigen Kriegsschuld \nDeutschlands, da in diesem Vertrag auch die Völkerbundsatzung festgehalten wurde, \n durch den Beitritt verzichte Deutschland auf eine Revision seiner Grenzen im \nOsten und Westen, da es sich zu einem friedfertigen Ausgleich unterschiedlicher \nnationaler Interessen verpflichte, \n durch den Beitritt verzichte Deutschland auf einen eigenen Großmachtstatus, da \nes nur eine unter vielen vertretenen Nationen im Völkerbund sei, \n durch den Beitritt verzichte Deutschland auf eine oppositionelle Haltung gegen-\nüber den Reparationsforderungen und nähere sich den Alliierten an, \n mit dem Beitritt verzichte Deutschland auf eine national eigenständige Politik und \nmüsse sich international an den anderen Völkerbundmitgliedern, insbesondere an \nden anderen Großmächten orientieren, \n durch den Beitritt unterwerfe sich Deutschland einer internationalen Verschwörung \nzur Niederhaltung Deutschlands. 9 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 5 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling\n1 beurteilt die Bedeutung des Völkerbunds für die Friedenssicherung in Europa bis zu \nseiner Auflösung 1946. Er berücksichtigt dabei \n \neinerseits Argumente, die die Bedeutung des Völkerbunds für die Friedenssicherung \nbetonen, da durch die Einbindung der ehemaligen Kriegsgegner in den Völkerbund \nund die bis 1939 in Europa anhaltende Friedensepoche die Friedenssicherung gelang, \nz. B. anhand folgender Punkte: \n bis 1939 gab es trotz tiefgreifender Differenzen zwischen den Alliierten und dem \nnach Revanche strebenden Deutschland keinen erneuten europäischen Krieg, \n die Verträge von Versailles (die parallel zum Völkerbund entstanden) und Locarno \n(in dem die Westgrenzen von Deutschland und den Alliierten garantiert wurden), \nwurden einvernehmlich eingehalten, \n das Vorkriegsmodell der Friedenswahrung, die balance of power der fünf europäi-\nschen Großmächte, fand aufgrund des Ausscheidens Österreich-Ungarns und Russ-\nlands aus dem Kreis der Großmächte keine Fortführung, dennoch kam es nicht zu \nerneuten Krisensituationen, \n trotz des Fernbleibens der USA aus dem Völkerbund und des amerikanischen mili-\ntärischen Rückzugs aus Europa kam es lange Zeit auch ohne Ordnungs- und Sieger-\nmacht nicht zu einem erneuten Krieg, da der Völkerbund als Möglichkeit der Ver-\nmittlung und somit der Friedenssicherung diente, \n konfliktbeladene Abstimmungen in den vom Versailler Vertrag festgelegten Ab-\nstimmungsgebieten wurden erfolgreich vom Völkerbund organisiert und führten \nso nicht zu Auseinandersetzungen bspw. zwischen Polen und Deutschland, \n ein Teil der ehemaligen deutschen Kolonien wurde (offiziell) vom Völkerbund \nverwaltet, so dass diese nicht den konkurrierenden europäischen Kolonialmächten \nzugeschlagen wurden, \n die Idee und die Grundstruktur des Völkerbunds als friedenssichernde Institution \nlebte nach dem Zweiten Weltkrieg in der UNO unter großer Anteilnahme der Natio-\nnen wieder auf. \n \nandererseits die Mängel und Versäumnisse des Völkerbunds, der ohne Möglichkei-\nten zur Durchsetzung einer Frieden erhaltenden Politik und mit unzureichenden Struk-\nturen in vielen Krisen keine einvernehmliche und friedenswahrende Lösung brachte \nund den Weg in den Zweiten Weltkrieg (der sich auch mit dem Austritt Deutschlands \nandeutete) nicht verhindern konnte, z. B. anhand folgender Punkte: \n der Völkerbund erreichte nie die angestrebte Universalität, d. h. den Zusammen-\nschluss möglichst vieler Staaten für eine durchsetzungsfähige Friedenspolitik, da \ninsbesondere die USA dem Völkerbund dauerhaft fernblieben und auch die Sowjet-\nunion erst 1934 dem Bund beitrat, während Deutschland, Italien und Japan in den \n1930er Jahren diesen wieder verließen, \n der Völkerbund besaß nicht die nötigen Mittel für eine Durchsetzung von Frieden \nerhaltenden Maßnahmen, wie etwa eine militärische Eingreiftruppe oder die heu-\ntigen Blauhelmsoldaten, \n der Völkerbund, insbesondere der Ständige Rat, war auf Einstimmigkeit bei Ab-\nstimmungen verpflichtet, was bei Konflikten zwischen einzelnen Mitgliedern zu \neiner Blockade des Völkerbunds führte (vgl. auch Text), \nder Völkerbund erreichte tatsächlich nur in relativ unbedeutenden Konfliktfällen, \netwa kleineren territorialen Streitigkeiten, Lösungen bei größeren Konflikten \nwurde er erst gar nicht angerufen oder versagte aufgrund von Blockadehaltungen \nbei Abstimmungen, 18",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 6 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Deutschland verließ den Völkerbund bereits 1933 nach dem Machtantritt Hitlers, \nda Hitler den Versailler Vertrag mit allen Mitteln revidieren wollte und der Völ-\nkerbund von ihm als Machtinstrument der Siegermächte gesehen wurde, \n Hitler verlangte zudem die Wiederherstellung der Vorkriegsgrenzen bzw. die An-\ngliederung von deutsch besiedelten Gebieten, was den Verträgen von Versailles \nund auch von Locarno entgegenstand, die vom Völkerbund garantiert wurden, \n auch andere Konflikte innerhalb Europas konnten durch den Völkerbund nicht bei-\ngelegt werden, etwa der Bürgerkrieg in Spanien oder die Verstöße der National-\nsozialisten gegen den Versailler Vertrag, \n letztlich kam es trotz des Wirkens des Völkerbunds 1939 doch zum Zweiten Welt-\nkrieg. \n \nOrientierung für eine 9 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling gelangt unter Bezugnahme auf den Text zu einer nachvollziehbaren \nArgumentation, in der insgesamt mindestens zwei Gesichtspunkte aus den beiden \nBlöcken sachgerecht berücksichtigt werden. Die Argumentation enthält keine gravie-\nrenden sachlichen Fehler. \nOrientierung für eine 18 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling entwickelt unter vertiefter Bezugnahme auf den Text eine differenzierte \nArgumentation, in der erörternd insgesamt mindestens vier Gesichtspunkte ausgewo-\ngen aus den beiden Blöcken sachgerecht berücksichtigt werden. Die Argumentation \nenthält keine sachlichen Fehler. \n2 formuliert ein Fazit, in dem er zeigt, dass der Völkerbund aufgrund seiner politischen \nMängel kaum in der Lage war, die ihm zugedachte Rolle in der internationalen Poli-\ntik auszufüllen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die deutsche Politik, die als Ziel \nimmer die Revision des Versailler Vertrags verfolgte und langfristig in den Zweiten \nWeltkrieg mündete. 4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) \n \n \nb) Darstellungsleistung \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahl Der Prüfling \n1 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich \ndabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 5 \n2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 \n3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). 3 \n4 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 4 \n5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie \nsyntaktisch und stilistisch sicher. 4",
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"number": 22,
"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 7 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit \nName des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ \n \nSchule: _____________________________________________ \n \n \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK2 ZK DK \n1 benennt den Autor
2 \n2 nennt als Thema
2 \n3 formuliert als Kernaussage
4 \n4 gibt den Gedankengang
4 \n5 gibt die Hauptaussagen
12 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (2) \n
.. \n
.. \n Summe 1. Teilaufgabe 24 \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n ordnet den Text
\n1 die Friedensbemühungen Wilsons
8 \n2 die Friedensverhandlungen bzw.
6 \n3 den auf Vorschlag
8 \n4 die weiteren internationalen
3 \n5 stellt ausgehend vom
9 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n
.. \n
.. \n Summe 2. Teilaufgabe 34 \n \n \n2 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur",
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"number": 23,
"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 8 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n1 beurteilt die Bedeutung
18 \n2 formuliert ein Fazit
4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n
.. \n
.. \n Summe 3. Teilaufgabe 22 \n Summe der 1., 2. und 3. Teilaufgabe 80 \n \n \nDarstellungsleistung \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n1 strukturiert seinen Text
5 \n2 bezieht beschreibende, deutende
4 \n3 belegt seine Aussagen
3 \n4 formuliert unter Beachtung
4 \n5 schreibt sprachlich richtig
4 \n Summe Darstellungsleistung 20 \n \n Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100 \n aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach-\nfolgender Tabelle \n Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte \ngemäß § 17 Abs. 5 APO-WbK \n \n Paraphe \n \nBerechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 52 APO-WbK \n \nDie Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. \n \n \nUnterschrift, Datum:",
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"number": 24,
"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 2 W1 \n Seite 9 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) \nFür die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: \n \nNote Punkte Erreichte Punktzahl \nsehr gut plus 15 100 95 \nsehr gut 14 94 90 \nsehr gut minus 13 89 85\ngut plus 12 84 80 \ngut 11 79 75 \ngut minus 10 74 70 \nbefriedigend plus 9 69 65 \nbefriedigend 8 64 60 \nbefriedigend minus 7 59 55 \nausreichend plus 6 54 50 \nausreichend 5 49 45 \nausreichend minus 4 44 40 \nmangelhaft plus 3 39 33 \nmangelhaft 2 32 27 \nmangelhaft minus 1 26 20 \nungenügend 0 19 0",
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"number": 25,
"content": "GS GK NT 3 W1 \n Seite 1 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \n \n \n \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \nAufgabenstellung: \n \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den Text in die westdeutsche Nachkriegszeit der Jahre 1945 1949 ein und \ncharakterisieren Sie Adenauers Perspektive auf die zu gründenden Vereinigten Staaten \nvon Europa. (34 Punkte) \n \n3. Prüfen Sie mit Blick auf die weitere historische Entwicklung bis heute, inwieweit seine \neuropapolitischen Ideen Realität geworden sind. (22 Punkte) \n \n \nMaterialgrundlage: \n \n Konrad Adenauer: Rede in der Aula der Universität zu Köln (24. März 1946) \nIn: https://www.konrad-adenauer.de/dokumente/reden/1946-03-24-uni-koeln \n \n \nZugelassene Hilfsmittel: \n \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist",
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"number": 26,
"content": "GS GK NT 3 W1 \n Seite 2 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \nKonrad Adenauer in einer Rede in der Universität Köln am 24.03.1946:1 \n \n[
] Außenpolitik wird Deutschland vorerst nur in beschränktem Umfang treiben können. \nSein Ziel muss sein, an der friedlichen Zusammenarbeit der Völker in der Vereinigung der \nNationen gleichberechtigt teilzunehmen. Die Lasten, die der verlorene Krieg Deutschland \ngegenüber anderen Ländern auferlegen wird, sollten so bemessen werden, dass Deutschland \nsie tragen und ihnen gerecht werden kann, denn auch der Besiegte behält das Recht auf Leben 5 \nund Arbeit. Bitterste Not ohne Hoffnung ist das stärkste Hindernis jeder friedlichen Entwick-\nlung. Auch der Sieger, der im Besitze der Macht ist, hat nach menschlichem und göttlichem \nRecht Pflichten gegenüber dem Besiegten. \nEuropa ist nur möglich, wenn eine Gemeinschaft der europäischen Völker wiederhergestellt \nwird, in der jedes Volk seinen unersetzlichen, unvertretbaren Beitrag zur europäischen Wirt- 10 \nschaft und Kultur, zum abendländischen Denken, Dichten und Gestalten liefert. Wir hoffen, \ndass einmal wieder auch der deutsche Geist im Chor der Völker seine Stimme erheben wird. \nEine deutsche Reichsgewalt existiert zur Zeit nicht mehr. Die ganze Gewalt in Deutschland \nist in den Händen der Alliierten. Alle deutschen Stellen und Behörden arbeiten kraft ihres \nAuftrages. Dass dieser Zustand möglichst bald ein Ende haben muss, auch nach der Auffas- 15 \nsung der Alliierten, brauche ich nicht zu betonen. Was soll werden? [
] \nIch kenne die Besorgnisse der westlichen Nachbarn Deutschlands. Ich verstehe und würdige \nsie nach den Erfahrungen, die sie in den letzten hundert Jahren gemacht haben, in vollem \nUmfange. Ich halte es für unrichtig, sie zur Beruhigung auf die heutige politische Machtver-\nteilung in Europa hinzuweisen. Alles ist ständig im Fluss und ändert sich unter der Sonne! 20 \nEs muss eine Lösung der deutschen Frage gefunden werden, die organischer Natur und da-\nrum von Dauer ist und die unseren westlichen Nachbarn beruhigt und ihm das Gefühl von \ndauernder Sicherheit gibt, auf das er einen berechtigten Anspruch hat. Eine Abtrennung dieser \nGebiete von Deutschland ist keine derartige Lösung.2 \nMit der Abtrennung allein ist es nicht getan. Wer eine solche Abtrennung vornimmt, muss 25 \nsich auch die Frage vorlegen, was denn aus dem übrigen Deutschland werden soll, ob das \nübrige Deutschland nicht dadurch, um einen Ausspruch eines ausländischen Blattes zu ge-\nbrauchen, zu einem verwesenden Leichnam mitten in Europa wird, der genau so tödlich für \ndieses sein würde, wie ein siegreiches nationalsozialistisches Deutschland es gewesen wäre. \n Ich bin Deutscher und bleibe Deutscher, aber ich war auch immer Europäer und habe als 30 \nsolcher gefühlt. Deshalb bin ich von jeher für eine Verständigung mit Frankreich eingetreten, \nund ich habe ihr in den Zwanziger Jahren bei den schwersten Krisen gegenüber der Reichs-\nregierung das Wort geredet. Ich bin nie eingetreten für eine Abtrennung deutschen Gebietes, \nsondern immer nur für eine vernünftige, beiden Interessen gerecht werdende Verständigung. \n \n1 Konrad Adenauer (1876 1967) war als Zentrumspolitiker von 1917 1933 und noch einmal 1945 Oberbürgermeister \nvon Köln, 1946 Mitbegründer und Vorsitzender der CDU im neuen Land Nordrhein-Westfalen. \n2 Adenauer spricht hier die Forderungen der BeNeLux-Länder und Frankreichs an, die für das von Deutschland im Zweiten \nWeltkrieg begangene Unrecht Kompensation in Form von territorialen Abtretungen forderten.",
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"number": 27,
"content": "GS GK NT 3 W1 \n Seite 3 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! \nIch bin deshalb in den Zwanziger Jahren für eine organische Verflechtung der französischen, 35 \nder belgischen und der deutschen Wirtschaft zur Sicherung eines dauernden Friedens einge-\ntreten, weil parallel laufende, gleichgeschaltete wirtschaftliche Interessen das gesundeste und \ndauerhafteste Fundament für gute politische Beziehungen zwischen den Völkern sind und \nimmer bleiben werden. Heute sind ganz andere Zukunftsmöglichkeiten für Westeuropa, für \nganz Europa möglich als damals. 40 \nWenn die augenblickliche internationale Spannung ohne Entladung vorüber ist und Gott \ngebe es, dass sie ohne Entladung vorüber geht , so wird der Gedanke der internationalen \nZusammenarbeit der Völker, der Verurteilung kriegerischer Auseinandersetzung seine Feuer-\nprobe bestanden haben und einen großen Schritt weiter gekommen sein. \nDann muss meines Erachtens das Problem der Vereinigten Staaten von Europa unter Ein- 45 \nschluss Deutschlands von den Vereinten Nationen in Angriff genommen werden. Die Ver-\neinigten Staaten von Europa sind die beste, sicherste und dauerhafteste Sicherung der west-\nlichen Nachbarn Deutschlands. Bis zur Begründung der Vereinigten Staaten von Europa \nlassen sich für diese Nachbarn ohne Zerstückelung Deutschlands völlig genügende Siche-\nrungen treffen: kein Reich mehr unter preußischer Führung, kein zentralistisches Reich. Der 50 \nMilitarismus ist tot, wirtschaftliche Befriedigung und Beruhigung Deutschlands, Unterstüt-\nzung des Prinzips der Demokratie und der Völkerverständigung in Deutschland, Verflechtung \nder wirtschaftlichen Interessen Deutschlands und seiner westlichen Nachbarn einschließlich \nderjenigen Englands. [
]",
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"number": 28,
"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 1 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Unterlagen für die Lehrkraft \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \n1. Aufgabenart \nInterpretation sprachlicher oder nichtsprachlicher historischer Quellen \n \n \n2. Aufgabenstellung1 \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den Text in die westdeutsche Nachkriegszeit der Jahre 1945 1949 ein und \ncharakterisieren Sie Adenauers Perspektive auf die zu gründenden Vereinigten Staaten \nvon Europa. (34 Punkte) \n \n3. Prüfen Sie mit Blick auf die weitere historische Entwicklung bis heute, inwieweit seine \neuropapolitischen Ideen Realität geworden sind. (22 Punkte) \n \n \n3. Materialgrundlage \n Konrad Adenauer: Rede in der Aula der Universität zu Köln (24. März 1946) \nIn: https://www.konrad-adenauer.de/dokumente/reden/1946-03-24-uni-koeln \n \n \n4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2018 \nDie Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des \nKernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden \nwird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. \n \n1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte \nInhaltsfeld 5: Nationalismus, Nationalstaat und europäische Integration \n Die Entwicklung der europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg \n \n2. Medien/Materialien \n entfällt \n \n \n5. Zugelassene Hilfsmittel \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist \n \n \n1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab.",
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"number": 29,
"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 2 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen \nTeilleistungen Kriterien \na) inhaltliche Leistung \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 benennt den Autor (Konrad Adenauer, CDU), die Textsorte (politische Rede), die \nAdressaten (Zuhörer in der Universität, interessierte Öffentlichkeit), Ort und Zeitpunkt \nder Rede (Kölner Universität, 24.03.1946) sowie die Art des zu untersuchenden Mate-\nrials (Quelle). 2 \n2 nennt als Thema in etwa: die Zukunftsvision eines vereinigten Europa zur gemein-\nsamen Friedenswahrung. 2 \n3 formuliert als Kernaussage in etwa: Europa könne nur als ein vereinigtes Europa unter \nHinzuziehung des nicht zerstückelten Deutschlands den Frieden wahren. 4 \n4 gibt den Gedankengang des Autors mit Hilfe von Verben, die die argumentative Funk-\ntion der Hauptaussagen verdeutlichen, in etwa wie folgt wieder: \nAdenauer \n äußert seine Hoffnung auf eine friedliche Zusammenarbeit der Völker und eine \ngerechte Verteilung der Kriegslasten, \n beschreibt Deutschlands Lage und seine Vorstellung einer Gemeinschaft der gleich-\nberechtigten europäischen Völker, \n zeigt Verständnis für die Sicherheitsgarantien der Europäer im Hinblick auf Deutsch-\nland und ihre Forderungen nach einer Zerstückelung desselben, \n nennt die politische und wirtschaftliche Verständigung mit Frankreich als vorran-\ngige Möglichkeit zur Völkerverständigung, \n schlussfolgert, dass die Vereinigten Staaten von Europa den Frieden in Europa \nsichern könnten. 4 \n5 gibt die Hauptaussagen des Textes in Verbindung mit dem in Kriterium 4 skizzierten \nGedankengang strukturiert wieder (Die Trennung beider Kriterien erfolgt hier nur, um \ndie Punktanteile ausweisen zu können.): \n Als Ziele stehen für Adenauer die friedliche Zusammenarbeit der Völker bei den \nVereinten Nationen und eine gerechte Verteilung der Kriegslasten fest, da Deutsch-\nland absehbar keine Außenpolitik betreiben könne. \n Deutschland besitze keine eigene Gewalt, sondern befinde sich in den Händen der \nAlliierten; doch er gebe die Hoffnung auf eine Gemeinschaft der europäischen \nVölker nicht auf, in denen auch Deutschland gleichberechtigt sein könne. \n Die europäischen Völker hätten schlechte Erfahrungen mit Deutschland gemacht, \ndaher seien Forderungen nach Gebietsabtretungen auch verständlich, doch seien \ndiese in ihren Auswirkungen auch sehr gefährlich für Gesamteuropa. \n Schon in den 1920er Jahren sei er für die wirtschaftliche und politische Verstän-\ndigung mit Frankreich (und Belgien) eingetreten, denn durch eine Verflechtung \nder wirtschaftlichen Interessen könnten gute Beziehungen und eine europäische \nZukunft möglich sein. \n Unter Einbeziehung eines föderalen und friedlichen Deutschlands könne nach \nÜberwindung der aktuellen internationalen Krise durch die Vereinten Nationen \ndas Projekt der Vereinigten Staaten von Europa gelingen, die zu einer Sicherung \ndes Friedens aller europäischen Nachbarn beitragen würden. 12\n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2)",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 3 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 2 \n Anforderungen \nmaximal \nerreichbare \nPunktzahl Der Prüfling \n ordnet den Text in die westdeutsche Nachkriegszeit der Jahre 1945 1949 ein, indem \ner folgende Aspekte anführt: \n1 die durch die Kriegsniederlage und die Vier-Mächte-Kontrolle Deutschlands gepräg-\nten Jahre 1945 1947; er berücksichtigt dabei mindestens zwei Punkte, z. B.: \n das Kriegsende und die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reichs am \n8. Mai 1945, \n die Potsdamer Konferenz im Sommer 1945, deren Ergebnis Deutschland in Besat-\nzungszonen einteilte, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung und \nDemokratisierung vorsah, und in deren Folge die von Adenauer erwähnten \nalliierten Mächte mit ihren Truppen die Besatzung in Deutschland ausübten, \n die Abtrennung der Landesteile östlich von Oder und Neiße zugunsten Polens und \nder Sowjetunion und die Vertreibung der dortigen deutschen Bewohner, \n das wie von Adenauer erwähnt Erlöschen jeglicher Souveränität und Regie-\nrungsaktivität auf Landes- und kommunaler Ebene und der Selbstverwaltung durch \ndeutsche Behörden, \n die gemeinsame Kontrolle des besetzten Deutschlands durch die Alliierte Kontroll-\nbehörde, \n die Auflösung des von Adenauer ebenfalls derart bezeichneten als militaris-\ntisch und zentralistisch geltenden Landes Preußen durch die Alliierten. 8 \n2 die durch den Bruch der Anti-Hitler-Koalition und die von Vorgaben, aber auch Unter-\nstützung zur Selbstständigkeit geprägte politische und wirtschaftliche Entwicklung im \nWesten Deutschlands bis zur Berliner Blockade; er berücksichtigt dabei mindestens \nzwei Punkte, z. B.: \n die am 12. März 1947 verkündete Truman-Doktrin, die für die von der Sowjet-\nunion bedrohten Völker eine US-amerikanische Unterstützung nach sich ziehen \nsollte, was auch für West-Deutschland Relevanz besaß, \n in deren Folge die Etablierung eines demokratischen und marktwirtschaftlich \ngeprägten Systems in den westlichen Zonen und deren zunehmender wirtschaft-\nlicher und politischer Zusammenarbeit (etwa mit der Bizone 1947), \n die Demokratisierung in den Westzonen durch Gründung von Parteien und die \nEinrichtung von (Bundes-)Ländern und demokratischen Wahlen in Kommunen \nund Ländern, \n die wirtschaftliche Unterstützung der Westzonen durch den Marshall-Plan, \n die Übersiedlung bzw. Flucht von zahlreichen Menschen aus der Sowjetzone in \nden Westen nach 1945 aufgrund von politischer und wirtschaftlicher Unzufrieden-\nheit, was für den Westen neben moralischem Gewinn eine wirtschaftliche Belas-\ntung darstellte, \n die wirtschaftliche und politische Annäherung der Französischen Besatzungszone \nan die Bizone, \n die von den Westmächten veranlasste Währungsreform 1948 und die darauf fol-\ngende Berlin-Blockade durch die Sowjetunion. 8",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 4 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 3 die auch als Folge des sich verschärfenden Kalten Kriegs planmäßig verfolgte Grün-\ndung der Bundesrepublik als westdeutschen Teilstaat durch die Westmächte in den \nJahren 1948 1949; er berücksichtigt dabei mindestens zwei Punkte, z. B.: \n die Londoner Sechs-Mächte-Konferenz, die eine Empfehlung zur Begründung eines \neigenständigen westdeutschen Teilstaates abgab, \n die Ausfertigung der Frankfurter Dokumente und deren Übergabe durch die West-\nmächte am 1. Juli 1948, die die westdeutschen Ministerpräsidenten mit der Aus-\narbeitung einer Verfassung für den westdeutschen Teilstaat beauftragten, \n die Tagung des Verfassungskonvents zur Ausarbeitung einer westdeutschen Ver-\nfassung / des Grundgesetzes im Auftrag der Ministerpräsidenten der Länder auf \nder Insel Herrenchiemsee im August 1948, \n die Konstituierung des Parlamentarischen Rates aus Abgeordneten der Länder \nunter Konrad Adenauer als Vorsitzendem im September 1948,\n die Verkündung des Besatzungsstatuts am 12. Mai 1949, mit dem sich die West-\nmächte zentrale Rechte in der zu gründenden Bundesrepublik vorbehielten, \n die Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949, \n die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik im Oktober 1949 als \ngeplante Gegenreaktion von sowjetischer und ostdeutscher Seite. 8 \n4 charakterisiert Adenauers Perspektive auf die zu gründenden Vereinigten Staaten von \nEuropa, indem er sie als eine von Hoffnung auf ein gleichberechtigtes und beständiges \nDeutschland in einem vereinigten und friedfertigen Europa geprägte Vision charak-\nterisiert. Er berücksichtigt mindestens drei Aspekte und charakterisiert Adenauers \nPerspektive z. B. als \n hoffnungsvoll, da Adenauer davon ausgeht, dass mit den Vereinigten Staaten von \nEuropa die beste, sicherste und dauerhafteste Sicherung der westlichen Nachbarn \nDeutschlands erfolgen könne, die somit einen gemeinsamen supranationalen Staat \nbilden würden, \n visionär für Deutschlands Zukunft, da er meint, dass dies unter Einschluss Deutsch-\nlands erfolgen müsse, wodurch Deutschland ungeteilt wieder handlungsfähig und \ngleichberechtigt unter den europäischen Völkern werden könne, \n mit friedfertigen Absichten verbunden, da er betont, dass durch die Auflösung \nPreußens die Hindernisse für Zentralismus und Militarismus als Aggressionsfak-\ntoren gegen die europäischen Nachbarn verschwunden wären, \n optimistisch für Deutschlands Zukunft, da er prognostiziert, dass mit Hilfe der erfol-\ngenden Demokratisierung in Deutschland und der wirtschaftlichen Verflechtung \nmit den westlichen Nachbarn der Weg zur Begründung der Vereinigten Staaten \nvon Europa erfolgen könnte, \n weltpolitisch realistisch, da er erkennt, dass die Vereinigten Staaten von Europa nur \nmit Hilfe der Vereinten Nationen angeschoben werden könnten, wodurch wiederum \neine internationale Absicherung erfolgen würde, \n weitblickend, da Adenauer darauf hinweist, dass er bereits in den 1920er Jahren \nderartige Projekte der wirtschaftlichen Verflechtung verfolgt hätte, die schon damals \nDeutschland von Nutzen gewesen seien. 10 \n5 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 5 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 prüft mit Blick auf die weitere historische Entwicklung bis heute, inwieweit seine \neuropapolitischen Ideen Realität geworden sind. Er berücksichtigt dabei \n \neinerseits zustimmende Aspekte, da die Verflechtung der gemeinsamen friedlichen \nInteressen in der späteren Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bzw. Europäischen \nGemeinschaft bzw. Europäischen Union tatsächlich zu einer Integration des gleich-\nberechtigten Deutschlands innerhalb einer westeuropäischen Partnerschaft geführt \nhat, z. B.: \n die westeuropäischen Länder haben nach 1949 einen beispiellosen Verflechtungs-\nprozess auf politischer Ebene unter Einschluss der Bundesrepublik vollzogen, der \nzu einem friedlichen Westeuropa geführt hat, in dem es keine Kriege mehr gab, \n die westeuropäischen Länder haben nach 1949 ebenfalls einen enormen wirtschaft-\nlichen Verflechtungs- aber auch Öffnungsprozess angestoßen, der über eine ur-\nsprüngliche gemeinsame Kontrolle der Schwerindustrie gegen eine mögliche ein-\nseitige Aufrüstung hin zu einer Liberalisierung von Produktion und Handel in \nEuropa geführt hat und damit zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Mitgliedslän-\nder beigetragen hat, \n innerhalb der NATO bzw. der ursprünglich geplanten Europäischen Verteidigungs-\ngemeinschaft sind die meisten der westeuropäischen Länder seit 1949 bzw. 1955 \nmiteinander verbunden, sodass sowohl innere Konflikte als auch Kriege mit dem \ngemeinsamen Gegner, dem Warschauer Pakt, durch gegenseitige Abschreckung \nverhindert werden konnten, \n durch kulturelle und persönliche Kontakte, nicht zuletzt durch den freien Personen-\nverkehr innerhalb Europas ist es seit 1949 gelungen, die Menschen der westeuro-\npäischen Staaten durch gegenseitige Kenntnis und Verständnis für Gemeinsam-\nkeiten und Unterschiede einander näherzubringen, \n die Gleichberechtigung der Bundesrepublik Deutschland mit den ehemaligen Sie-\ngermächten ist spätestens seit 1990 (2+4-Vertrag) Realität geworden, nachdem \nbereits mit dem Deutschland-Vertrag 1952 eine nahezu vollständige Souveränität \nerreicht worden war, \n auf Gebietsabtretungen wurde nach 1945 von westlicher Seite tatsächlich verzich-\ntet, wenn auch das Saarland erst 1959 endgültig in das Gebiet der BRD integriert \nwurde und West-Berlin bis 1990 einen Sonderstatus besaß, \n auch die östlichen Teile Deutschlands sind seit 1990 Teil des europäischen Eini-\ngungsprozesses, wie auch weitere osteuropäische Staaten nach dem Fall des Eiser-\nnen Vorhangs Mitglied der EU geworden sind und dadurch den Frieden in Europa \nstabilisieren. \n \nandererseits verneinende Argumente, da die angestoßene Entwicklung tatsächlich nicht \nzu den Vereinigten Staaten von Europa geführt hat, sondern zu einer Europäischen \nUnion, die aktuell vieles von Adenauers Vision eines geeinten Europa wieder zu ver-\nlieren droht, z. B. anhand folgender Punkte: \n tatsächlich gibt es entgegen Adenauers Vision bis heute keine Vereinigten Staa-\nten von Europa, die analog zu den USA ein mächtiger Staat in Europa wären, \nda offenbar die Differenzen und nationalen Eigenheiten bislang nicht überbrückt \nwerden konnten oder die Bevölkerung dieser Staaten diese Entwicklung nicht \ngefordert hat, \n auch wenn die Europäische Union in ihrem Wesen vereinigten, aber souveränen \nStaaten entspricht und zudem gemeinsame legislative, exekutive und judikative \nOrgane besitzt, liegen wesentliche Rechte weiterhin bei den Nationalstaaten, 18",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 6 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! die aktuelle politische Situation spricht auch eher gegen eine engere Verbindung \nder Einzelstaaten zu einem Bundesstaat, da nationalstaatliche und populistische \nForderungen dieses verhindern und umzukehren suchen, so z. B. der per Volks-\nabstimmung in Großbritannien beschlossene Brexit, \n auch die globale internationale Entwicklung, z. B. die Reaktionen auf die soge-\nnannte Flüchtlingskrise und auf die Wahl des US-amerikanischen Präsidenten \nTrump, belegt ein in der EU weiterhin vorhandenes Interesse an nationalen statt \ngesamteuropäischen Lösungen, \n auch in wirtschaftlicher Hinsicht scheint aktuell kaum eine große Solidarität zu \nherrschen, wie es etwa die andauernden Verhandlungen in der griechischen Schul-\ndenkrise belegen. \n \nOrientierung für eine 9 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling gelangt unter Bezugnahme auf den Text zu einer nachvollziehbaren \nArgumentation, in der insgesamt mindestens zwei Gesichtspunkte aus den beiden \nBlöcken sachgerecht berücksichtigt werden. Die Argumentation enthält keine gravie-\nrenden sachlichen Fehler. \nOrientierung für eine 18 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling entwickelt unter vertiefter Bezugnahme auf den Text eine differenzierte \nArgumentation, in der erörternd insgesamt mindestens vier Gesichtspunkte ausgewo-\ngen aus den beiden Blöcken sachgerecht berücksichtigt werden. Die Argumentation \nenthält keine sachlichen Fehler. \n2 formuliert ein Fazit, in dem er zeigt, dass Elemente der Vorhersagen und Forderungen \nAdenauers durch die wirtschaftliche, politische und individuelle Verflechtung (West-) \nEuropas Realität geworden sind, durch nationale und populistische Strömungen und \nnationale Interessen die Gründung eines europäischen Bundesstaates jedoch bislang \nnicht erfolgt ist. Je nach Argumentation ist eine unterschiedliche Gewichtung möglich. 4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) \n \n \nb) Darstellungsleistung \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahl Der Prüfling \n1 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich \ndabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 5 \n2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 \n3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). 3 \n4 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 4 \n5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie \nsyntaktisch und stilistisch sicher.4",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 7 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit \nName des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ \n \nSchule: _____________________________________________ \n \n \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK2 ZK DK \n1 benennt den Autor
2 \n2 nennt als Thema
2 \n3 formuliert als Kernaussage
4 \n4 gibt den Gedankengang
4 \n5 gibt die Hauptaussagen
12 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (2) \n
.. \n
.. \n Summe 1. Teilaufgabe 24 \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n ordnet den Text
\n1 die durch die
8 \n2 die durch den
8 \n3 die auch als
8 \n4 charakterisiert Adenauers Perspektive
10 \n5 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n
.. \n
.. \n Summe 2. Teilaufgabe 34 \n \n \n2 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 8 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n1 prüft mit Blick
18 \n2 formuliert ein Fazit
4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n
.. \n
.. \n Summe 3. Teilaufgabe 22 \n Summe der 1., 2. und 3. Teilaufgabe 80 \n \n \nDarstellungsleistung \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl EK ZK DK \n1 strukturiert seinen Text
5 \n2 bezieht beschreibende, deutende
4 \n3 belegt seine Aussagen
3 \n4 formuliert unter Beachtung
4 \n5 schreibt sprachlich richtig
4 \n Summe Darstellungsleistung 20 \n \n Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100 \n aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach-\nfolgender Tabelle \n Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte \ngemäß § 17 Abs. 5 APO-WbK \n \n Paraphe \n \nBerechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 52 APO-WbK \n \nDie Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. \n \n \nUnterschrift, Datum:",
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"content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK NT 3 W1 \n Seite 9 von 9 \nAbiturprüfung 2018 Nur für den Dienstgebrauch! Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) \nFür die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: \n \nNote Punkte Erreichte Punktzahl \nsehr gut plus 15 100 95 \nsehr gut 14 94 90 \nsehr gut minus 13 89 85\ngut plus 12 84 80 \ngut 11 79 75 \ngut minus 10 74 70 \nbefriedigend plus 9 69 65 \nbefriedigend 8 64 60 \nbefriedigend minus 7 59 55 \nausreichend plus 6 54 50 \nausreichend 5 49 45 \nausreichend minus 4 44 40 \nmangelhaft plus 3 39 33 \nmangelhaft 2 32 27 \nmangelhaft minus 1 26 20 \nungenügend 0 19 0",
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