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            "content": "GS GK HT 1 W1 \n   Seite 2 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \nIn seinem 1913 unter dem Pseudonym Daniel Frymann erschienenen Bestseller „Wenn ich \nKaiser wär’ – Politische Wahrheiten und Notwendigkeiten“ schreibt Heinrich Claß1: \n \nDie Frauenfrage \n \nAuf dem Boden der Familie ist die Frauenfrage entstanden, deren Bedeutung heute von nie-\nmand verkannt werden wird. Bei der Erörterung des Wahlrechts ist bereits ausgeführt worden, \ndaß die politischen Bestrebungen der Frauen nicht als berechtigt und nützlich angesehen \nwerden können. Die Teilnahme der Frauen am Kampfe der Parteien, ist von vornherein etwas, \ngegen das jedes gesunde Gefühl sich sträubt; diejenigen Frauen, die ihre Gleichberechtigung 5 \nmit den Männern durch politische Tätigkeit glauben beweisen zu müssen, mögen sich einmal \nbei männlichen Bekannten erkundigen, warum und in welchem Umfange unser öffentliches \nLeben so verwildert ist. Es fällt2 schwer, Männer von Ehre zu finden, die sich z. B. den Unflä-\ntigkeiten3 eines Wahlkampfes aussetzen, und es ist eine bekannte Tatsache, daß in immer \nwachsendem Maße Besitz und Bildung sich von dem Kampfplatz zurückziehen, auf dem sie 10 \nentrechtet sind. Und nun sollten wirklich unsere Frauen von allen guten Geistern so verlassen \nsein, daß sie sich in diesen Wirrwarr hineinstürzen wollen! \nSie sollen überzeugt sein, daß gerade die Männer, die am deutschesten denken und fühlen, \ndenen die Frau am heiligsten ist, gegen dieses Verlangen aufs äußerste ankämpfen werden. \nDas ist keine Frage des Rechtes zwischen Mann und Frau, wie überhaupt die Bezeichnung 15 \n„Frauenrecht“ durchaus schief ist; es ist eine Frage der Arbeitsteilung. \nWer vom „Frauenrechte“ spricht und es den Frauen erobern will, der steht, ob er es weiß oder \nnicht, unter der Einwirkung der unheilvollen Rousseauschen Lehre von der Gleichheit aller \nMenschen4, ohne daran zu denken, daß dieser furchtbar falsche Satz in diesem besonderen \nFalle schon durch die Verschiedenheit der Geschlechter, ihrer Anlagen, ihrer Leistungsfähig- 20 \nkeit und Urbestimmung widerlegt ist. \nDie Natur selbst hat jedem Geschlechte seine Aufgabe bestimmt und eine Arbeitsteilung vor-\ngesehen, an der in den hauptsächlichen Funktionen auch die weitestgehende Emanzipation \nnichts würde ändern können. \nWas zur Versagung des Wahlrechts an die Frauen zu bemerken ist, habe ich oben kurz dar- 25 \ngelegt, und es erscheint mir so durchschlagend, daß keine deutschbewußte Frau dem Trug-\nbilde solches politischen Rechtes weiter nachjagen wird. Versteht man die Teilnahme an der \nPolitik so, daß die Frauen wissen wollen, was vorgeht in unserem Volke, daß sie teilnehmen \nwollen an den Sorgen ihrer Männer und Söhne und sich mit ihnen freuen; daß sie in die Lage \nversetzt werden sich ein Urteil zu bilden – kurz, denkt man an ein Unterrichtetsein über den 30 \n                                                 \n1 Heinrich Claß (1868 – 1953) war von 1908 bis 1939 Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes und wurde vor allem \ndurch seine zahlreichen Schriften bekannt. \n2 im Original „hält“ \n3 Unflätigkeit: Unhöflichkeit, Schmutz \n4 Der Philosoph Jean-Jaques Rousseau (1712 – 1778) ging von der natürlichen Gleichheit der Menschen aus.",
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            "content": "GS GK HT 1 W1 \n   Seite 3 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \nZustand des Vaterlandes, so wird man antworten, das haben längst alle Frauen, die es haben \nwollten, und dafür brauchen sie nicht zu kämpfen. \nWenn schließlich patriotische Frauen meinen, man solle gerade aus Gründen der Staatserhal-\ntung ihr Geschlecht so mit politischem Wissen ausstatten, daß sie die Kinder zu guten Deut-\nschen erziehen können, so sei gewarnt vor dem Versuch, in der Kinderstube bereits mit staats- 35 \nbürgerlicher Erziehung anzufangen. Die Stärke der Frau ist der Instinkt – die deutsche Frau \nwird, wenn sie ihres Volkstums bewußt ist und stolz auf ihre Geschichte, seine Größe, seine \nTaten, aus ihrem Instinkt den Kindern nach Stimmung und Gefühl ihr Vaterland so wert \nmachen, daß sie zum Denken erwacht, nicht anders können, als es lieben. \nDiese Gefühlsgrundlage zu schaffen, ist eine edelste Aufgabe – wollt ihr dies politische Arbeit 40 \nnennen, weil sie später politische Folgen hat, so sei euch die Freude am Worte gelassen. \nGegen die politischen Ansprüche der Frauen also müssen wir uns wehren, wobei es sie trösten \nmag, daß wir der Mehrheit der Männer die gleichen Ansprüche bestreiten; politisch darf es \neine Frauenfrage nicht geben. \nDaß es eine soziale Frauenfrage gibt, steht fest, und daß sie als ein wichtiger Teil der großen 45 \nsozialen Frage besondere Sorge erheischt5, desgleichen; ihre Ursachen, ihre Geschichte zu \nschildern, ist nicht die Aufgabe dieser Schrift, wohl aber sei ausgesprochen, daß es eine ernste \nPflicht der deutschbewußten Männer ist, die Lösung der sozialen Frauenfrage zusammen mit \nden Frauen zu suchen und zu erstreben. \n[…] 50 \nGanz gewiß ist es ein Stück nationale Arbeit, dem Teile der deutschen Frauen, die nicht zur \nEhe schreiten, ein ihrer würdiges Dasein zu bereiten – eins aber werde vermieden, daß das \nweibliche Geschlecht den Männern in Berufen Wettbewerb bereitet, die ihm fern liegen; sol-\nche Konkurrenz muß die wirtschaftliche Lage der Männer verschlechtern und würde die Zahl \nder unversorgten Frauen weiter vergrößern. 55 \n \n                                                 \n5 erheischen: erfordern, verlangen",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 1 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Unterlagen für die Lehrkraft \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \n1. Aufgabenart \nInterpretation sprachlicher oder nichtsprachlicher historischer Quellen \n \n \n2. Aufgabenstellung1 \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (20 Punkte) \n \n2. Erläutern Sie die veränderte Rolle der Frau und die gesellschaftlichen und wirtschaft-\nlichen Modernisierungsprozesse im Deutschen Kaiserreich und charakterisieren Sie \nanschließend das Frauenbild des Autors. (36 Punkte) \n \n3. Bewerten Sie das Frauenbild des Autors vor dem Hintergrund der Wertvorstellungen \ndes Grundgesetzes. (24 Punkte) \n \n \n3. Materialgrundlage \n Daniel Frymann: Wenn ich Kaiser wär’ – Politische Wahrheiten und Notwendigkeiten. \nLeipzig 1913, S. 118 – 121 \n(Die Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen dem Original.) \n \n \n4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2018 \nDie Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des \nKernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden \nwird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. \n \n1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte \n Inhaltsfeld 3: Die moderne Industriegesellschaft \n Die „Zweite industrielle Revolution“ und die Entstehung der modernen Massen-\ngesellschaft \n– Veränderungen von Familie und Geschlechterrollen \n \n2. Medien/Materialien \n entfällt \n  \n                                                 \n1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab.",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 2 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 5. Zugelassene Hilfsmittel \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist \n \n \n6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen \nTeilleistungen – Kriterien \na) inhaltliche Leistung \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 benennt den Autor (Daniel Fryman / Heinrich Claß), die Textsorte (Auszug aus einem \nBuch), Erscheinungsort und -zeit (Leipzig, 1913), die Adressaten (Leserschaft, inte-\nressierte Öffentlichkeit), und die Art des zu untersuchenden historischen Materials \n(Quelle).  2 \n2 nennt als Thema des vorliegenden Textes in etwa: die Gleichberechtigung von Mann \nund Frau. 2 \n3 formuliert als Kernaussage: Die politische Gleichberechtigung der Frau sei aus vielen \nGründen abzulehnen. 4 \n4 arbeitet den Gedankengang des Autors mit Hilfe von Verben, die die argumentative \nFunktion der Hauptaussagen verdeutlichen, in etwa wie folgt heraus: \nFrymann/Claß \n erklärt, warum die politische Teilhabe der Frauen abzulehnen sei, \n behauptet, die Natur habe jedem Geschlecht eine eigene Rolle zugewiesen, \n erläutert, warum er den Frauen das Wahlrecht verweigert, \n spricht sich für wirtschaftliche Verbesserungen für Frauen im Kontext der Sozia-\nlen Frage aus. 4 \n5 gibt die Hauptaussagen des Textausschnitts in Verbindung mit dem in Kriterium 4 \nskizzierten Gedankengang strukturiert wieder (Die Trennung beider Kriterien erfolgt \nhier nur, um die Punkteanteile ausweisen zu können.): \n Die politische Arbeit sei hart und unsauber und damit für Frauen unangemessen, \nweshalb national eingestellte Männer deren politische Beteiligung ablehnten. \n Die Vorstellung Rousseaus von der Gleichheit von Mann und Frau sei falsch, viel-\nmehr unterschieden sie sich wesentlich und beide hätten jeweils eigene Aufgaben \nzu erfüllen. \n Frauen hätten auch ohne Wahlrecht und Teilhabe die Möglichkeit politisch unter-\nrichtet zu werden und staatsbürgerliche Erziehung sei auch nicht ihre Aufgabe. \nDie große Aufgabe der Frau sei es, Patriotismus zu vermitteln und dafür brauche \nes keine politische Mitsprache. \n Es sei die Pflicht der Männer, zusammen mit den Frauen eine Lösung der sozialen \nNöte der Frauen zu finden; es dürfe jedoch auf dem Arbeitsmarkt nicht zu einem \nWettbewerb zwischen den Geschlechtern kommen, da dies für beide Geschlechter \nnegative Folgen habe. 8 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2)",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 3 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 2 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n erläutert die veränderte Rolle der Frau und die gesellschaftlichen und wirtschaftli-\nchen Modernisierungsprozesse im Deutschen Kaiserreich, indem er sich auf folgende \nGesichtspunkte bezieht:  \n1 den Wandel der Frauenrolle im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben im Zuge \nder Industrialisierung, mit dem einherging, dass Frauen immer öfter für den Familien-\nunterhalt arbeiteten, gleichzeitig aber auch begannen, Rechte und Gleichberechtigung \nfür sich einzufordern. Er nennt mindestens drei Aspekte, z. B.: \n den Umstand, dass besonders Frauen aus unteren Gesellschaftsschichten, die zu-\nvor oft in der Landwirtschaft gearbeitet hatten, im Kaiserreich in den Metropolen \nArbeit als Dienstmädchen oder Fabrikarbeiterinnen fanden, \n den Sachverhalt, dass bezahlte Frauenarbeit während dieser Zeit zwar monoton \nund schlecht bezahlt war, Frauen aber auch größere Selbstständigkeit (und zum \nTeil innerfamiliäre Mitsprache) ermöglichte und zum Wandel der Frauenrolle \nerheblich beitrug, \n die Unterschiede zwischen der weiblichen Berufstätigkeit in Familien der Arbeiter-\nklasse, die auf den Lohn angewiesen waren (30 % aller Erwerbstätigen), und der \nBerufstätigkeit im Bürgertum, in welchem Frauen nur selten arbeiteten, und wenn, \ndann als Lehrerinnen oder in der Kranken- und Sozialpflege, \n das zunehmende Infragestellen des Patriarchats durch Frauen, \n die ersten Arbeitsschutzbestimmungen für Frauen im Juli 1878,\n das allmähliche Aufweichen eines patriarchalisch-autoritären Rollenverständnis, \nwelches mehr und mehr mit der Realität der Modernisierungsprozesse kollidiert, \n die Gründung des „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ 1865, \n die Spaltung der Frauenbewegung in ein bürgerliches und eine sozialistisches Lager, \n die dennoch vorhandene Gemeinsamkeit beider Frauenbewegungen, die politische \nGleichberechtigung sowie ein Recht auf Arbeit einforderten, \n die ersten Erfolge der Frauenbewegungen, die Frauen mehr Rechte verschaffte, \ndie jedoch bis 1914 nicht dazu führten, dass Frauen höhere Berufe (mit Ausnahme \nvon Lehrerin oder Medizinerin) annehmen durften. 10 \n2 auf wesentliche wirtschaftliche Modernisierungsprozesse in der Phase der Hochindus-\ntrialisierung und der Durchsetzung des kapitalistischen Wirtschaftssystems und auf den \ndamit verbundenen Umbruch der industriekapitalistischen Arbeitsweise in Deutsch-\nland; er berücksichtigt dabei mindestens zwei Aspekte, z. B.: \n ein zunehmendes Wachstum des sekundären Sektors, verbunden mit einer starken \nzahlenmäßigen Zunahme der Industriearbeiterschaft,  \n die weiter wachsende Bevölkerung und die Landflucht mit der Folge des Städte-\nwachstums, \n wesentliche Kennzeichen des Wirtschaftsliberalismus und des Erwerbs- sowie \nGewinnstrebens, welche den Wettbewerb, Konkurrenz und den freien Markt als \nordnungspolitische Vorstellungen für die Wirtschaft propagieren, \n die weiter fortschreitende Geltung kapitalistischer Grundprinzipien und Marktme-\nchanismen, \n die entstehenden Industrien und die Entstehung eines freien (zunftungebundenen) \nUnternehmertums, \n die Intensivierung von Handel und Produktion durch Schaffung eines nationalen \nMarktes mit Hilfe der Gründung des Deutschen Reiches, \n die zunehmende Ablösung von Handarbeit durch Maschinenarbeit in Fabriken bzw. \ndie Herausbildung neuer Dienstleistungsberufe v. a. im Bereich geringqualifizierter \nArbeitskräfte. 8",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 4 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 3 auf wesentliche gesellschaftliche Modernisierungsprozesse im Zuge der 2. Industri-\nellen Revolution und die mit ihnen verbundenen Auswirkungen auf die Lebens- und \nArbeitsbedingungen; er berücksichtigt mindestens zwei Aspekte, z. B.: \n die Entstehung eines Widerspruches zwischen der abhängig beschäftigten Lohn-\narbeiterschaft und den Besitzern der Produktionsmittel,  \n die durch die zunehmende Urbanisierung und auch die damit verbundene Konkur-\nrenzsituation hervorgerufene Wohnraumknappheit, \n die insgesamt schlechte Lebenssituation und -perspektive vieler Arbeiter und ihrer \nFamilien (mangelnde Bildungschancen, familiäre Spannungen angesichts der \nschlechten Rahmenbedingungen u. a.), \n die räumliche Trennung von Arbeitsplatz und Wohnung, die oftmals dazu führte, \ndass lange Wege zur Arbeit in Kauf genommen werden mussten, \n die Erfahrung wirtschaftlicher Unsicherheit als Folge konjunktureller Schwankun-\ngen durch die Krisen der 1870er Jahre und die nachfolgende Phase gebremsten \nWachstums, \n die eingeschränkten Möglichkeiten der Arbeiter, sich inner- und überbetrieblich \ngegen ihre Situation zu wehren und für Verbesserungen zu kämpfen (Streik- und \nKoalitionsverbot, staatliche Repressionsmaßnahmen gegen die sozialistische Arbei-\nterbewegung), \n die zunächst weitgehende staatliche Abstinenz im Hinblick auf gesetzgeberische \nAktivitäten zum Arbeitsschutz, zur sozialen Absicherung der Arbeiterschaft, \n die staatlichen Reaktionen auf soziale Missstände zur Verbesserung der Situation \nder Arbeiter und ihrer Familien mit dem Ziel ihrer positiven Integration in den \nStaat und ihrer Abwendung von der Sozialdemokratie: Einschränkung der Kinder-\narbeit, Einführung einer gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Alters- und Invaliditäts-\nversicherung (1883, 1884, 1889), \n eine allmähliche Verbesserung der Lage der Arbeiter z. B. durch steigende Real-\nlöhne, Verkürzungen der Arbeitszeit, Verbesserungen der Wohnsituation und eine \nVerbesserung des Arbeitsschutzes. 8 \n4 charakterisiert anschließend das Frauenbild des Autors als chauvinistisch, patriarcha-\nlisch und reaktionär. Er bezieht sich dabei auf mindestens zwei Aspekte, z. B.: \n die chauvinistische grundsätzliche Ablehnung des Autors, den Frauen das Wahl-\nrecht zukommen zu lassen, \n die Berufung des Autors auf die angeblich von der Natur vorgegebene Rollenver-\nteilung („… wie überhaupt die Bezeichnung „Frauenrecht“ durchaus schief ist; es \nist eine Frage der Arbeitsteilung“), bei der der Frau die Aufgabe zugeschrieben \nwird, sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder zu kümmern, woraus \nsich das patriarchalische Rollenbild des Autors ableiten lässt, \n die als chauvinistisch und reaktionär zu bewertende Aussage, dass keine „deutsch-\nbewusste“ Frau weiter nach Dingen wie Wahlrecht etc. streben wird, \n die Betonung der Ungleichheit zwischen Mann und Frau, in Verbindung mit der \nBehauptung, dass Frauen sich für die politische Arbeit nicht eigneten, was die \nchauvinistische Haltung des Autors untermauert, \n die explizite Ablehnung der Vorstellung von der Gleichheit der Menschen,  \n den ironischen und emanzipierte Frauen missachtenden Ton, der in dem Textaus-\nzug deutlich wird, \n die Warnung davor, dass Frauen, die arbeiten, mit den Männern in Konkurrenz \nstünden, was vermieden werden müsse. 10 \n5 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 6 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 2 ein zusammenfassendes Fazit formuliert, in dem er das Frauenbild des Autors als \nchauvinistisch, patriarchalisch und reaktionär klassifiziert und seine Vorstellungen \nzur Frauenfrage und Frauenrechten als nicht mit den Vorstellungen und den grund-\nlegenden Werten des Grundgesetzes vereinbar bewertet und deutlich macht, dass das \nFrauenbild des Autors konträr zu dem ist, welches heute in Verfassung und Gesell-\nschaft vorherrscht. 4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)  \n \n \nb) Darstellungsleistung \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahl  Der Prüfling \n1 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich \ndabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung.5 \n2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 \n3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). 3 \n4 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 4 \n5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie \nsyntaktisch und stilistisch sicher. 4",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 7 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit \nName des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ \n \nSchule: _____________________________________________ \n \n \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK2 ZK DK \n1 benennt den Autor … 2    \n2 nennt als Thema … 2    \n3 formuliert als Kernaussage … 4    \n4 arbeitet den Gedankengang … 4    \n5 gibt die Hauptaussagen … 8    \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (2) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 1. Teilaufgabe 20    \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n erläutert die veränderte …     \n1 den Wandel der … 10    \n2 auf wesentliche wirtschaftliche … 8    \n3 auf wesentliche gesellschaftliche … 8    \n4 charakterisiert anschließend das … 10    \n5 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 2. Teilaufgabe 36    \n \n                                                 \n2 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 8 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n1 bewertet das Frauenbild … 20    \n2 ein zusammenfassendes Fazit … 4    \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 3. Teilaufgabe 24    \n Summe der 1., 2. und 3. Teilaufgabe 80    \n \n \nDarstellungsleistung \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n1 strukturiert seinen Text … 5    \n2 bezieht beschreibende, deutende … 4    \n3 belegt seine Aussagen … 3    \n4 formuliert unter Beachtung … 4 \n5 schreibt sprachlich richtig … 4    \n Summe Darstellungsleistung 20    \n \n Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100    \n aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach-\nfolgender Tabelle     \n Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte \ngemäß § 17 Abs. 5 APO-WbK     \n      \n Paraphe     \n \nBerechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 52 APO-WbK \n \nDie Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. \n \n \nUnterschrift, Datum:",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 1 W1 \n  Seite 9 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) \nFür die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: \n \nNote Punkte Erreichte Punktzahl \nsehr gut plus 15 100 – 95 \nsehr gut 14 94 – 90 \nsehr gut minus 13 89 – 85\ngut plus 12 84 – 80 \ngut 11 79 – 75 \ngut minus 10 74 – 70 \nbefriedigend plus 9 69 – 65 \nbefriedigend 8 64 – 60 \nbefriedigend minus 7 59 – 55 \nausreichend plus 6 54 – 50 \nausreichend 5 49 – 45 \nausreichend minus 4 44 – 40 \nmangelhaft plus 3 39 – 33 \nmangelhaft 2 32 – 27 \nmangelhaft minus 1 26 – 20 \nungenügend 0 19 – 0",
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            "content": "GS GK HT 2 W1 \n   Seite 1 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \n \n \n \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \nAufgabenstellung: \n \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den vorliegenden Text in den historischen Hintergrund des Ausbaus der \nNS-Herrschaft seit 1933 ein und arbeiten Sie Goebbels Sicht auf die Rolle der Parteien \nheraus. (32 Punkte) \n \n3. Nehmen Sie aus heutiger Perspektive Stellung zu Goebbels Sicht auf die Rolle der \nParteien. (24 Punkte) \n \n \nMaterialgrundlage: \n \n Rede von Joseph Goebbels in Danzig am 06.04.1935. In: Helmut Heiber (Hrsg.): Goebbels \nReden, Band 1: 1932 – 1939. Düsseldorf 1971, S. 206 – 211 \n(Die Rechtschreibung und die Hervorhebungen folgen dem Original, die Publikumsreak-\ntionen und die wissenschaftlichen Fußnoten wurden aus Gründen der Lesbarkeit gekürzt.) \n \n \nZugelassene Hilfsmittel: \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist",
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            "content": "GS GK HT 2 W1 \n   Seite 2 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \nJoseph Goebbels am 06.04.1935 in Danzig1: \n \nDeutsche Männer und Frauen des Danziger Landes! \n[…] Dieser deutschen Stadt bringe ich den Gruß des Deutschen Reiches und des deutschen \nVolkes! Denn ich stehe vor Euch nicht als Vertreter einer parlamentarischen Partei, ich ver-\ntrete nicht eine Gruppe des Volkes, – ich spreche zu Euch als der Repräsentant der ganzen \nNation. Denn die Zeiten, da Deutschland durch die Parteien zerrissen war und deshalb in Kraft-5 \nlosigkeit und Ohnmacht versank, – die Zeiten sind endgültig dahin! Aus dem Wirrwarr der \nParteien hat sich wieder strahlend und stark das ewige Deutsch Reich erhoben, dieses ewige \nDeutsche Reich, das auch Euer Mutterland ist und zu dem zu bekennen heute keine Schande \nmehr sein kann, denn die Jahre, da wir in Schmach und Demütigung versanken, liegen hinter \nuns, und vor uns liegen die Jahre, da das Reich sich wieder zu neuer Macht und zu neuem 10 \nAnsehen erheben wird! \n[…] Es kann nun niemand bezweifeln, daß diese kühne Politik2 schon sichtbare Erfolge auf-\nzuweisen hat. Denn als wir die Macht übernahmen, war das Reich ein Chaos. Heute, nach \nzweijähriger Regierungstätigkeit, ist das Reich wieder ein Staat der Zucht, der Ordnung und \nder Disziplin. Als wir die Macht übernahmen, saßen im Deutschen Reichstag noch siebzehn 15 \nParteien, – wir haben sie weggefegt und haben eine Bewegung zur alleinigen Macht geführt! \nWill nun etwa jemand behaupten, daß wir damit dem Volke Schaden zugefügt haben? Glaubt \nIhr, in Deutschland gäbe es noch einen Menschen, der etwa der Wirtschaftspartei blutige Trä-\nnen nachweinte? Nein, wir haben die Parteien beseitigt, weil wir große Projekte durchführen \nwollten und weil wir wußten: Wir können sie nicht durchführen, wenn uns diese Parteien 20 \ndauernd zwischen den Füßen herumlaufen! Wie hätten wir beispielsweise eine Armee auf-\nbauen wollen, solange im Reichstag noch 130 sozialdemokratische Landesverräter saßen? \nWie hätten wir beispielsweise Reichsautobahnen bauen können, solange im Reichstag noch \nDutzend[e] von Parteien saßen, die an diesen Reichsautobahnen nur verdienen wollten? Hätten \nwir ein solches Projekt dem Reichstag vorgelegt, – die Sozialdemokraten hätten vermutlich 25 \ngesagt: Wir bauen keine Autobahnen, denn die Arbeiter haben ja doch keine Autos. Die Deut-\nsche Volkspartei hätte gesagt: Wir sind mit dem Projekt einverstanden, wenn die Mitglieder \nder Deutschen Volkspartei ein bestimmtes Aktienpaket für Zementfabriken bekommen. Die \nWirtschaftspartei hätte vermutlich gesagt: Wir sind einverstanden, wenn man unserm Partei-\nvorsitzenden, dem Bäckermeister Drewitz3, die Erlaubnis gibt, an den Autobahnen Bäcker- 30 \nläden aufzuschlagen. Wollen Sie mit diesen Parteien Weltgeschichte machen? Diese Parteien \nmachen keine Geschichte, sie machen Geschichten! \nDarum haben wir sie durch eine starke, zentrale Führung ersetzt. […] Fünfzehn Jahre lang \nhaben die anderen Parteien am Arbeitslosenproblem herumexperimentiert. Wir haben dieses \nProblem angefaßt, und in zwei Jahren haben wir es zu zwei Dritteln bereits gelöst! 35 \n                                                 \n1 In der seit 1920 unter Völkerbundprotektorat stehenden „Freien Stadt Danzig“ war am 07.04.1935 der Volkstag (das Parla-\nment) neu zu wählen. \n2 Goebbels bezieht sich hier auf die Erfolge der Politik des NS-Staates. \n3 Hermann Drewitz (1887 – 1955): deutscher Politiker, zählte zu den Begründern der Reichspartei des deutschen Mittel-\nstandes (Wirtschaftspartei) und war von 1920 bis 1931 sowie 1932/33 Vorsitzender der Partei auf Reichsebene.",
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            "content": "GS GK HT 2 W1 \n   Seite 3 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \nDie sich so christlich dünkenden Parteien haben uns Heidentum vorgeworfen; und während \nsie uns das vorwarfen, haben wir im Winterhilfswerk eine der größten aller christlichen Taten \nder Weltgeschichte vollzogen! Die parlamentarischen Parteien waren zu schwach, das Reich \nzu einigen. Jedesmal, wenn eine deutsche Regierung in Genf oder in Paris oder in Spa oder \nin Cannes verhandelte4, fiel ihr entweder eine Partei oder ihr fiel ein deutsches Land in den 40 \nRücken! Heute ist das vorbei, das Ausland kann sich auf keinen Bundesgenossen im Reiche \nselbst mehr berufen! Denn heute spricht im Namen des Reiches ein Mann! Und in seiner \nStimme klingen die Stimmen von 66 Millionen Deutschen wider! \nDamit aber nicht genug. Wir haben nicht nur die gefahrlosen, wir haben auch die gefährli-\nchen Probleme angefaßt. Wir haben nicht aus Angst vor dem Weltjudentum den Griff ins 45 \njüdische Wespennest in Deutschland unterlassen, – wir haben die Juden aus dem öffentlichen \nLeben herausgefegt! Sie können nicht mehr auf den Bühnen oder im Film oder in den Zeitun-\ngen im Namen des deutschen Volkes reden, sie haben kein Recht mehr, die deutsche Nation \nzu repräsentieren. […] \n \n                                                 \n4 Anspielungen auf die Abrüstungskonferenz in Genf 1932 – 34 und weitere internationale Konferenzen, die sich v. a. mit \nden Reparationsleistungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigten.",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 1 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Unterlagen für die Lehrkraft \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \n1. Aufgabenart \nInterpretation sprachlicher oder nichtsprachlicher historischer Quellen \n \n \n2. Aufgabenstellung1 \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den vorliegenden Text in den historischen Hintergrund des Ausbaus der \nNS-Herrschaft seit 1933 ein und arbeiten Sie Goebbels Sicht auf die Rolle der Parteien \nheraus. (32 Punkte) \n \n3. Nehmen Sie aus heutiger Perspektive Stellung zu Goebbels Sicht auf die Rolle der \nParteien. (24 Punkte) \n \n \n3. Materialgrundlage \n Rede von Joseph Goebbels in Danzig am 06.04.1935. In: Helmut Heiber (Hrsg.): Goebbels \nReden, Band 1: 1932 – 1939. Düsseldorf 1971, S. 206 – 211 \n(Die Rechtschreibung und die Hervorhebungen folgen dem Original, die Publikumsreak-\ntionen und die wissenschaftlichen Fußnoten wurden aus Gründen der Lesbarkeit gekürzt.) \n \n \n4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2018 \nDie Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des \nKernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden \nwird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. \n \n1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte \n Inhaltsfeld 4: Die Zeit des Nationalsozialismus – Voraussetzungen, Herrschaftsstrukturen, \nNachwirkungen und Deutungen \n Politische und ideologische Grundlagen des Nationalsozialismus \n Nationalsozialistische Herrschaft und „Volksgemeinschaft“ \n \n2. Medien/Materialien \n entfällt \n  \n                                                 \n1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab.",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 2 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 5. Zugelassene Hilfsmittel \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist \n \n \n6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen \nTeilleistungen – Kriterien \na) inhaltliche Leistung \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 benennt den Redner (Joseph Goebbels), die Textsorte (Wahlkampfrede), die Adressa-\nten (Wähler und Anhänger der NSDAP, die Einwohner Danzigs, die zeitgenössische \nÖffentlichkeit), den Zeitpunkt und Ort, an dem die Rede gehalten wurde (Danzig am \n06.04.1935, d. h. am Vorabend der Wahl) sowie die Art des zu untersuchenden Mate-\nrials (Quelle). 2 \n2 nennt als Thema in etwa: die erfolgreiche Bilanz der bisherigen Tätigkeit der national-\nsozialistischen Regierung in Deutschland. 2 \n3 formuliert als Kernaussage in etwa: Die Stärke und Entschlossenheit der national-\nsozialistischen Politik hätten unter Führung Hitlers in der Innen- wie der Außenpolitik \nfür das deutsche Volk und die deutsche Nation bereits mehr erreicht als die Parteien \nzuvor in der Republik. 4 \n4 gibt den Gedankengang des Redners mit Hilfe von Verben, die die argumentative \nFunktion der Hauptaussagen verdeutlichen, in etwa wie folgt wieder: \nGoebbels \n richtet eine Grußadresse der Heimat an die Einwohner Danzigs, \n rekapituliert den Wiederaufstieg Deutschlands, die innenpolitischen Erfolge der \nNationalsozialisten sowie den Zukunftsoptimismus und das neue Selbstbewusst-\nsein der Deutschen, \n übt anhand der Beispiele von Wiederaufrüstung und Autobahnbau Kritik an den \nübrigen Parteien und parlamentarischen Verfahrensweisen, \n nennt die Überwindung des Parteienpluralismus und die Etablierung des Führer-\nprinzipes als Gründe für den Erfolg,  \n hebt die Ausgrenzung der Juden aus dem öffentlichen Leben als Erfolg hervor. 4",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 3 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 5 gibt die Hauptaussagen des Textes in Verbindung mit dem in Kriterium 4 skizzierten \nGedankengang strukturiert wieder (Die Trennung beider Kriterien erfolgt hier nur, \num die Punkteanteile ausweisen zu können.): \n Die Zeiten des Pluralismus seien in Deutschland vorbei, ein neues Deutsches Reich \nhabe sich etabliert, auf das jeder Deutsche stolz sein könne. \n Die Erfolge nach zweijähriger Regierungszeit lägen auf der Hand: Als der National-\nsozialismus die Macht übernommen habe, habe es in Deutschland noch 17 Parteien \ngegeben – diese habe man beseitigt und so die Realisierung großer Projekte wie \nAutobahnbau und Wiederaufrüstung ermöglicht. \n Die Parteien seien durch eine starke Führung ersetzt und das Arbeitslosenproblem \ngelöst worden und mit dem Winterhilfswerk sei eine der größten christlichen Taten \nder Menschheitsgeschichte vollbracht worden. \n Auch die Außenpolitik werde nicht mehr durch die Zerstrittenheit der deutschen \nParteien und den Föderalismus behindert, nun spreche nur noch ein Mann im \nNamen des Reiches und des Volkes. \n Auch gefährliche Probleme würden angefasst, so habe der Nationalsozialismus \nz. B. die Juden aus dem öffentlichen Leben und hier vor allem aus dem kulturellen \nund intellektuellen Leben entfernt. 12 \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2)  \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n ordnet den vorliegenden Text in den historischen Hintergrund des Ausbaus der NS-\nHerrschaft seit 1933 ein; er nimmt dabei Bezug auf:  \n1 die politischen Entwicklungen im Kontext der Etablierung der nationalsozialistischen \nDiktatur mit der Beseitigung von Rechtsstaat und parlamentarischer Demokratie von \nder Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bis zur Verabschiedung des Ermächtigungs-\ngesetzes; er berücksichtigt mindestens drei Aspekte, von denen der vierte und der \nletzte Aspekt obligatorisch sind, z. B.: \n Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 durch Hindenburg, \n die am 01. Februar 1933 erfolgte Auflösung des Reichstages durch den Reichsprä-\nsidenten von Hindenburg, \n die am 04. Februar per Notverordnung des Reichspräsidenten erlassene „Verord-\nnung zum Schutze des Deutschen Volkes“, welche die Presse- und Versammlungs-\nfreiheit weitgehend einschränkte, \n die nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar erfolgte Notverordnung „zum \nSchutze von Volk und Staat“, welche die Grundrechte der Weimarer Verfassung \nerheblich einschränkte bzw. aufhob, \n den Beginn der Verhaftungs- und Terrorwelle gegen politische Gegner, insbeson-\ndere Kommunisten, Sozialdemokraten und bürgerliche Liberale,  \n die Einrichtung der ersten Konzentrationslager (KZ Dachau ab dem 22. März 1933),  \n die Sicherung der Mehrheit für NSDAP und DNVP durch die Reichstagsauflösung \nund -neuwahl (05.03.1933) unter unfreien Bedingungen, \n den Tag von Potsdam als propagandistisches Großereignis zur Aufwertung Hitlers, \n die scheinlegale Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes mit manipulierter \nHerbeiführung einer Zweidrittelmehrheit als Indiz für die nur noch scheinbare Ach-\ntung verfassungsmäßiger Spielregeln und die Machtkonzentration bei der Exeku-\ntive und die Aufhebung der Gewaltenteilung durch Verabschiedung des Ermäch-\ntigungsgesetzes.  10",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 4 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 2 die Sicherung und den Ausbau der Macht hin zu einer totalitären Diktatur Hitlers und \nder NSDAP durch weitere Maßnahmen zur Ausschaltung des Parlamentarismus und \nGleichschaltung sowohl des Staatsapparates als auch weiterer Lebensbereiche, die \nauch in Goebbels Rede Erwähnung finden, bis zum Zeitpunkt des Erscheinens des \nTextes im April 1935, von denen er mindestens drei Aspekte berücksichtigt, z. B.: \ndie brutale Beseitigung von Teilen der SA-Führung im Kontext des sogenannten \n„Röhm-Putsches“ aufgrund von machtpolitischen und ideologischen Differenzen \ninnerhalb der NSDAP, \ndie Gleichschaltung von Presse, Film und Rundfunk, die als Mittel zur Beeinflus-\nsung der Bürger eingesetzt wurden und die Goebbels in seiner Rede direkt anspricht,\ndie bis zum 05. Juli erfolgte Selbstauflösung der im Reichstag vertretenen bürger-\nlichen Parteien, aus Furcht vor Verfolgung und Unfähigkeit zu politischer Betä-\ntigung,\ndas „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ vom 14. Juli 1933, mit dem der \nnationalsozialistische Einparteienstaat endgültig etabliert wurde, \ndie Beseitigung der Gewaltenteilung zwischen Reich und Ländern 1933/34 durch\ndie Aufhebung des Föderalismus, d. h. durch die Gleichschaltung der Länder mit \ndem Reich und die damit verbundene Aufhebung der Rechte der Länder, welche \nauch Goebbels thematisiert, \ndie Gleichschaltung des Beamtenapparats durch das Gesetz zur „Wiederherstellung\ndes Berufsbeamtentums“, \ndie auch von Goebbels thematisierte Etablierung des Führerprinzipes auf allen \nEbenen und in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft, \ndie Gleichschaltung im kulturellen Bereich u. a. durch die Errichtung der Reichs-\nkulturkammer, \ndie von Goebbels erwähnte Etablierung antisemitischer Maßnahmen und Gesetze \nmit dem Ziel der Entrechtung und Ausschaltung von Juden aus dem öffentlichen \nLeben, \ndie Zusammenlegung der Ämter des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten \nund die Vereidigung der Reichswehr auf die Person des ‚Führers und Reichskanz-\nlers‘ Hitler nach Hindenburgs Tod im August 1934, auf die auch Goebbels indi-\nrekt Bezug nimmt. 10 \n3 arbeitet Goebbels ablehnende Sicht auf die Rolle der politischen Parteien heraus. Er \nberücksichtigt dabei mindestens drei Aspekte, z. B.: \n Goebbels’ antidemokratisches und antipluralistisches Verständnis von Parteien, \nwenn er von einem „Wirrwarr der Parteien“ spricht, \n seine durchgängige Kritik, Diffamierung und Verachtung der Rolle und der Arbeit \nder Parteien und der Prozesse parlamentarischer Kompromissbildungen: „Die par-\nlamentarischen Parteien waren zu schwach, das Reich zu einigen.“, \n die Beschuldigung und Beschimpfung der Parteien mit Hilfe von klischeehaften \nStereotypen: „Wie hätten wir beispielsweise eine Armee aufbauen wollen, solange \nim Reichstag noch 130 sozialdemokratische Landesverräter saßen?“, \n die sprachliche Diskreditierung der anderen Parteien: „Diese Parteien machen keine \nGeschichte, sie machen Geschichten!“, \n Goebbels positiven Rekurs auf das Führerprinzip in Abgrenzung zum Mehrheits-\nprinzip, welches die übrigen Parteien vertreten „Denn heute spricht im Namen des \nReiches ein Mann!“, \n die mangelnde Bereitschaft zur Aushandlung von Kompromissen, welche die par-\nteiübergreifende Grundlage parlamentarischer Arbeit darstellt: „Nein, wir haben \ndie Parteien beseitigt, weil wir große Projekte durchführen wollten und weil wir \nwußten: Wir können sie nicht durchführen, wenn uns diese Parteien dauernd zwi-\nschen den Füßen herumlaufen!“. 12 \n4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 5 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 nimmt aus heutiger Perspektive Stellung zu Goebbels Sicht auf die Rolle der Parteien, \nindem er die heutige Sicht auf die Rolle der Parteien beschreibt, die durch eine ebenso \ntiefe wie breite Präsenz und Verankerung der Parteien in Staat und Gesellschaft auf \nallen Ebenen geprägt ist, auch wenn aktuell Tendenzen zu einer neuen Skepsis gegen-\nüber den Parteien und demokratischen Verfahrensweisen zu beobachten sind. Er macht \ndeutlich, dass Goebbels Position in jeglicher Hinsicht den Vorstellungen der freiheit-\nlich-rechtlichen Grundordnung entgegengesetzt ist; er berücksichtigt dabei z. B.: \n die im Grundgesetz fixierte herausragende Rolle und Verantwortung der Parteien \nfür die politische Willensbildung und die Funktionsweise parlamentarischer und \ndemokratischer Prozesse, \n die Tatsache, dass das politische System der Bundesrepublik eine klassische Par-\nteiendemokratie ist, \n die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz der Notwendigkeit und der Arbeit von \nParteien im Prozess der politischen und gesellschaftlichen Willensbildung, \n die Tatsache, dass Parteien die unterschiedlichen politischen Vorstellungen und \nInteressen in der Gesellschaft artikulieren, sie zu politischen Konzepten und Pro-\ngrammen bündeln und Lösungen für politische Probleme suchen,  \n die gesellschaftliche wie politische Verankerung der Parteien von der kommunalen \nEbene bis auf die europäische Ebene, \n die (bisweilen kritisierte) Omnipräsenz der Parteien in Alltag und Medien, \n die Chance auf politische Betätigung, für die die Parteien und ihre Unterorganisa-\ntionen den Bürgerinnen und Bürgern auf verschiedenste Weise Gelegenheit bieten,  \n die klare Ausrichtung aller in Deutschland legalen Parteien an den Rahmenbedin-\ngungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, \n den Meinungspluralismus innerhalb der Parteien, der politische Debatten und par-\nteipolitische Entwicklungen fördert, \n die Entstehung neuer Parteien wie der Grünen, der Partei Die Linke oder der AfD \nals Ausweis für eine lebendige politische Kultur, \n die Rolle der Oppositionsparteien in den Parlamenten, die die jeweilige Regierung \nkontrollieren, kritisieren und politische Alternativen entwickeln.  \n \nOrientierung für eine 10 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling gelangt unter Bezugnahme auf den Text zu einer nachvollziehbaren Argu-\nmentation, in der insgesamt mindestens zwei Gesichtspunkte sachgerecht berücksich-\ntigt werden. Die Argumentation enthält keine gravierenden sachlichen Fehler. \nOrientierung für eine 20 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling entwickelt unter vertiefter Bezugnahme auf den Text eine differenzierte \nArgumentation, in der erörternd insgesamt mindestens vier Gesichtspunkte sachge-\nrecht berücksichtigt werden. Die Argumentation enthält keine sachlichen Fehler. 20 \n2 formuliert ein Fazit, in dem er aufzeigt, dass aus heutiger Perspektive Goebbels Sicht \nauf die Rolle der Parteien und die von ihm angeführten Argumente mit der freiheit-\nlich-demokratischen Grundordnung, wie sie sich aus dem Grundgesetz und der poli-\ntischen Realität in Deutschland ergibt, völlig unvereinbar ist. 4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 6 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! b) Darstellungsleistung \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahl  Der Prüfling \n1 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich \ndabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 5 \n2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 \n3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). 3 \n4 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 4 \n5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie \nsyntaktisch und stilistisch sicher. 4",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 7 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit \nName des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ \n \nSchule: _____________________________________________ \n \n \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK2 ZK DK \n1 benennt den Redner … 2    \n2 nennt als Thema … 2    \n3 formuliert als Kernaussage … 4    \n4 gibt den Gedankengang … 4    \n5 gibt die Hauptaussagen … 12    \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (2) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 1. Teilaufgabe 24    \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n ordnet den vorliegenden …     \n1 die politischen Entwicklungen … 10    \n2 die Sicherung und … 10    \n3 arbeitet Goebbels ablehnende … 12    \n4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 2. Teilaufgabe 32    \n \n                                                 \n2 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 8 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n1 nimmt aus heutiger … 20    \n2 formuliert ein Fazit … 4    \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 3. Teilaufgabe 24    \n Summe der 1., 2. und 3. Teilaufgabe 80    \n \n \nDarstellungsleistung \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n1 strukturiert seinen Text … 5    \n2 bezieht beschreibende, deutende … 4    \n3 belegt seine Aussagen … 3    \n4 formuliert unter Beachtung … 4 \n5 schreibt sprachlich richtig … 4    \n Summe Darstellungsleistung 20    \n \n Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100    \n aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach-\nfolgender Tabelle     \n Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte \ngemäß § 17 Abs. 5 APO-WbK     \n      \n Paraphe     \n \nBerechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 52 APO-WbK \n \nDie Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. \n \n \nUnterschrift, Datum:",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 2 W1 \n  Seite 9 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) \nFür die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: \n \nNote Punkte Erreichte Punktzahl \nsehr gut plus 15 100 – 95 \nsehr gut 14 94 – 90 \nsehr gut minus 13 89 – 85\ngut plus 12 84 – 80 \ngut 11 79 – 75 \ngut minus 10 74 – 70 \nbefriedigend plus 9 69 – 65 \nbefriedigend 8 64 – 60 \nbefriedigend minus 7 59 – 55 \nausreichend plus 6 54 – 50 \nausreichend 5 49 – 45 \nausreichend minus 4 44 – 40 \nmangelhaft plus 3 39 – 33 \nmangelhaft 2 32 – 27 \nmangelhaft minus 1 26 – 20 \nungenügend 0 19 – 0",
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            "content": "GS GK HT 3 W1 \n   Seite 1 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \n \n \n \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \nAufgabenstellung: \n \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den Text in den Hintergrund der politischen Umbrüche in Mittel- und Ost-\neuropa seit Mitte der 1980er Jahre bis zur Veröffentlichung des vorliegenden Textes ein \nund arbeiten Sie die politische Position des „Demokratischen Aufbruchs“ in Bezug auf \ndie Gegenwart und Zukunft der DDR heraus. (32 Punkte) \n \n3. Vergleichen Sie die hier angestrebte Vorgehensweise mit dem tatsächlichen Prozess der \nWiedervereinigung bis zum 03. Oktober 1990. (24 Punkte) \n \n \nMaterialgrundlage: \n \n Der „Demokratische Aufbruch“ und die deutsche Frage. Aus: Lausitzer Rundschau \n(Organ der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands für den Bezirk Cottbus), Nr. 9, \n11.01.1990, 39. Jahrgang \nhier aus: http://www.ddr89.de/ddr89/da/cottbus.html \n \n \nZugelassene Hilfsmittel: \n \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist",
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            "content": "GS GK HT 3 W1 \n   Seite 2 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \nErklärung des „Demokratischen Aufbruchs“ in der „Lausitzer Rundschau“ am \n11. Januar 19901 \n \nDie Vereinigung der beiden deutschen Staaten ist ein Thema, aber für uns jetzt nicht das \nThema Nr. 1. Jetzt gilt es, die demokratische Entwicklung in unserem Land, die erst am \nAnfang steht, unumkehrbar zu gestalten. Wir kämpfen zunächst um eine umfassende Wirt-\nschaftsreform, um gleichberechtigten Zugang zu allen Medien, um ein neues Wahlgesetz \nund um die restlose Auflösung der stalinistischen politischen Strukturen. 5 \nUnd doch bewegt die deutsche Frage, die Zukunft beider deutscher Staaten im Herzen von \nEuropa, die Menschen unglaublich. Das Für und Wider einer deutschen Einheit bildet einen \nneuen Riss in unserer Gesellschaft, gefördert durch eine intolerante und verantwortungslose \nPolemik der SED-PDS2 unter der Überschrift „Angetreten gegen rechts“ (ganzseitige Anzeige \nim ND3)! So einfach ist das; wer für eine Vereinigung ist, ist ein Rechter, ein Nationalist, wer 10 \nwider die Vereinigung ist, ist ein Linker, ein Sozialist. Diese undifferenzierte Betrachtung \nerschreckt uns. Deshalb ist eine klare Stellungnahme des „Demokratischen Aufbruchs“ zur \ndeutschen Frage notwendig. \nWir finden uns mit der Spaltung Deutschlands nicht ab. Wir streben nach einer Überwindung \nder Teilung unter folgenden Voraussetzungen: 15 \n– Abschluss einer Friedensordnung in Europa bei gleichzeitiger Anerkennung aller bestehen-\nden Grenzen \n– Selbstbestimmungsrecht der Deutschen in der DDR und der BRD einschließlich Abzug \naller alliierten Truppen innerhalb einer festzusetzenden Frist \n– ausschließlich friedliche Festlegungen mit den europäischen Nachbarn als umfassende 20 \nkooperative Politik in Europa \nDer Weg führt von vertraglicher Bindung zwischen den deutschen Staaten über einen Staaten-\nbund zu einem Bundesstaat. Die Länge der Wegstrecke wird vorrangig durch die wirtschaft-\nliche Entwicklung der DDR bestimmt, der Weg selbst muss durch alle Bürger gebaut, bzw. \ngestaltet werden. Unsere ökonomische Situation lässt uns keinen Spielraum für sozialistische 25 \nExperimente. Eine Wirtschafts- und Währungsunion muss angestrebt werden, denn nur durch \nökonomische Leistungsfähigkeit können wir die sozialen Errungenschaften absichern, die \nUmweltprobleme lösen und eine weitgehende Vollbeschäftigung sichern. Wir sind für eine \nEinheit der deutschen Nation in Würde und Gleichberechtigung! Ein Traum von Wiederver-\neinigung heute, Porsche morgen und den Bahamas übermorgen entspricht nicht den Realitäten 30 \nin Europa und in den beiden deutschen Staaten. \n                                                 \n1 Der „Demokratische Aufbruch“ war eine von mehreren Oppositionsparteien in der DDR, die sich im Herbst 1989 grün-\ndeten und in Wahlbündnissen an den ersten freien Wahlen im März 1990 teilnahmen. \n2 Die „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“ wurde im Dezember 1989 durch Zusatzbezeichnung zur „Partei des \nDemokratischen Sozialismus“. \n3 Die Tageszeitung „Neues Deutschland“ war das Zentralorgan der SED, in der die Regierungspolitik der DDR offiziell \ndargestellt wurde.",
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            "content": "GS GK HT 3 W1 \n   Seite 3 von 3 \n \n \nName: _______________________ \n \n \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! \nWir alle können gewiss sein: Die vielfältigen familiären, kulturellen, wirtschaftlichen und \nhistorischen Gemeinsamkeiten gilt es zu bewahren und zügig auszubauen, damit zusammen-\nwächst, was zusammengehört. Gemeinsame Verantwortung gegenüber der Natur bzw. der \nUmwelt sowie gegenüber dem Frieden in der Welt wird die Annäherung und somit die Ein- 35 \nheit der deutschen Nation fördern. \nDas Herangehen der SED-PDS an das Problem des Rechtsradikalismus ist beängstigend. \nAuch wir verurteilen rechtsradikale, faschistische und chauvinistische4 Schmierereien und \nÜbergriffe5 auf das Schärfste. Hier ist der Einsatz rechtsstaatlicher Mittel (Polizei, Zoll) not-\nwendig und zur Zeit6 ausreichend. Demonstrationen und groß angelegte Publikationen doku- 40 \nmentieren zwar die Ablehnung dieser Tendenzen, sind aber nicht geeignet, deren Ausbreitung \nzu verhindern. Die Einheitsfront aller in der DDR offiziell wirkenden Kräfte gegen den Rechts-\nradikalismus ist da, sie braucht nicht beschworen zu werden. Wichtiger ist es, differenziert \nauf die Zielgruppen dieser Bewegung, besonders auf die Jugend, einzugehen, um einer weite-\nren Ausbreitung entgegen zu wirken. Wir alle haben uns die Demokratie in einer großartigen, 45 \nfriedlichen Revolution im Herbst 1989 erkämpft. Wir dürfen sie weder durch ein Aufkommen \ndes Rechtsradikalismus noch durch ein Wiedererstarken des Stalinismus7 gefährden lassen. \nBeide streben eine Diktatur der Minderheit über die Mehrheit des Volkes an. Wir wollen ein \ndemokratisches, entmilitarisiertes und humanistisches Deutschland in einem geeinten Europa \nschaffen. 50 \n \nDemokratischer Aufbruch \nKreisorganisation Cottbus \n \n                                                 \n4 Die Überzeugung, überlegen zu sein, etwa in nationaler Hinsicht. \n5 im Original „Übergriffs“ \n6 im Original „Zelt“ \n7 Brutale Herrschaftsweise des sowjetischen Diktators Stalin (1878 – 1953), die in allen kommunistischen Ostblockstaaten \ngefürchtet war, aber auch nachgeahmt wurde.",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 1 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Unterlagen für die Lehrkraft \nAbiturprüfung 2018 \nGeschichte/Sozialwissenschaften, Grundkurs \n1. Aufgabenart \nInterpretation sprachlicher oder nichtsprachlicher historischer Quellen \n \n \n2. Aufgabenstellung1 \n1. Geben Sie Gedankengang und Hauptaussagen des vorliegenden Textes strukturiert \nwieder. (24 Punkte) \n \n2. Ordnen Sie den Text in den Hintergrund der politischen Umbrüche in Mittel- und Ost-\neuropa seit Mitte der 1980er Jahre bis zur Veröffentlichung des vorliegenden Textes ein \nund arbeiten Sie die politische Position des „Demokratischen Aufbruchs“ in Bezug auf \ndie Gegenwart und Zukunft der DDR heraus. (32 Punkte) \n \n3. Vergleichen Sie die hier angestrebte Vorgehensweise mit dem tatsächlichen Prozess der \nWiedervereinigung bis zum 03. Oktober 1990. (24 Punkte) \n \n \n3. Materialgrundlage \n Der „Demokratische Aufbruch“ und die deutsche Frage. Aus: Lausitzer Rundschau \n(Organ der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands für den Bezirk Cottbus), Nr. 9, \n11.01.1990, 39. Jahrgang \nhier aus: http://www.ddr89.de/ddr89/da/cottbus.html \n \n \n4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2018 \nDie Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des \nKernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden \nwird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. \n \n1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte \n Inhaltsfeld 5: Nationalismus, Nationalstaat und europäische Integration \n Entstehung, Auswirkungen und Überwindung der deutschen und europäischen \nTeilung 1945 bis 1989/90 \n– Lebenssituation der Menschen in der DDR \n \n2. Medien/Materialien \n entfällt \n  \n                                                 \n1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab.",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 2 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 5. Zugelassene Hilfsmittel \n Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung \n Herkunftssprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Herkunftssprache nicht \nDeutsch ist \n \n \n6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen \nTeilleistungen – Kriterien \na) inhaltliche Leistung \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 benennt den Autor (unbekannter Verfasser aus der Partei „Demokratischer Aufbruch“), \ndie Textsorte (Stellungnahme in einem Zeitungsartikel), die Adressaten (Öffentlichkeit \nder DDR im Bezirk Cottbus), den Zeitpunkt der Veröffentlichung (11. Januar 1990) \nsowie die Art des zu untersuchenden Materials (Quelle). 2 \n2 nennt als Thema in etwa: die Sichtweise des Demokratischen Aufbruchs auf den ein-\nzuschlagenden Weg zur Deutschen Einheit und die zu lösenden gesellschaftlichen \nProbleme. 2 \n3 formuliert als Kernaussage in etwa: Die Wiedervereinigung müsse demokratisch \ngeordnet und europäisch einvernehmlich angegangen werden; zuvor sei es notwendig, \ndie politisch extremen Tendenzen zu bekämpfen, damit ein demokratisches, entmili-\ntarisiertes, humanistisches und geeintes Deutschland geschaffen werden könne. 4 \n4 gibt den Gedankengang des Autors mit Hilfe von Verben, die die argumentative \nFunktion der Hauptaussagen verdeutlichen, in etwa wie folgt wieder: \nDer Demokratische Aufbruch \n nennt die Wiedervereinigung das nicht vordringlichste politische Ziel, \n formuliert die zuvor zu erringenden internationalen Grundlagen der Einheit, \n entwirft einen politischen Weg zur Wiedervereinigung, \n verurteilt rechtsradikale Tendenzen und die Antwort der SED-PDS darauf, \n umreißt abschließend das Ziel eines demokratischen Deutschlands in Europa. 4 \n5 gibt die Hauptaussagen des Textes in Verbindung mit dem in Kriterium 4 skizzierten \nGedankengang strukturiert wieder (Die Trennung beider Kriterien erfolgt hier nur, \num die Punkteanteile ausweisen zu können.): \n Nicht die schnelle Wiedervereinigung sei vorrangig, sondern die Durchsetzung \ndemokratischer Normen in der DDR, wie die Polemik der SED-PDS gegen die \nEinheits-Forderungen der Menschen belegt, die von ihr grundlegend als nationa-\nlistisch und rechts diffamiert würden. \n Vor einer Wiedervereinigung seien internationale Ziele zu erreichen, so eine um-\nfassende Friedensordnung, die Anerkennung der europäischen Grenzen, das deut-\nsche Selbstbestimmungsrecht und der Abzug aller Truppen, sowie eine koopera-\ntive Politik mit den europäischen Nachbarn. \n Der Einheit müsse zunächst ein Staatenbund auf dem Weg zum Bundestaat und \neine Wirtschafts- und Währungsunion zur Schaffung sozial und ökonomisch ab-\ngesicherter Lebensverhältnisse vorangehen; familiäre, kulturelle, wirtschaftliche \nund historische Gemeinsamkeiten und der Umweltschutz müssten dabei berück-\nsichtigt werden. 12",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 3 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch!  Dem Problem rechtsgerichteter und stalinistischer Tendenzen in der DDR müsse \ngeschlossen entgegengetreten werden, derzeitige staatliche Maßnahmen seien aber \nausreichend und damit von der SED-PDS angestrebte Lösungen unnötig. \n Das Ziel sei weiterhin, ein demokratisches, entmilitarisiertes und humanistisches \nDeutschland in einem geeinten Europa zu schaffen. \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2)  \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n ordnet den Text in den Hintergrund der politischen Umbrüche in Mittel- und Osteuropa \nsowie der DDR seit Mitte der 1980er Jahre bis zur Veröffentlichung des vorliegenden \nTextes ein und arbeitet die politische Position des „Demokratischen Aufbruchs“ in \nBezug auf die Gegenwart und Zukunft der DDR heraus, indem er folgende Aspekte \nberücksichtigt:  \n1 den seit Mitte der 80er Jahre einsetzenden und sich bis 1989 beschleunigenden poli-\ntischen Wandel in Ost- und Mitteleuropa durch die Reformen in der Sowjetunion und \ndamit z. T. verknüpfte politische Prozesse des Umbruchs in anderen sozialistischen \nLändern als Voraussetzung für das Zustandekommen der deutschen Einheit; er berück-\nsichtigt dabei mindestens drei Punkte, z. B.: \n die sich verschärfende wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Krise in \nden sozialistischen Ländern als Folge wirtschaftlicher Strukturprobleme, politi-\nscher Repression und fehlender demokratischer Legitimation und des Rüstungs-\nwettlaufs mit dem Westen als Ausgangspunkt für den politischen Wandel, \n die sowjetische Liberalisierungspolitik in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft \n(Glasnost und Perestroika) durch den Generalsekretär des Zentralkomitees der \nKPdSU Michail Gorbatschow, welcher erste Reformen (u. a. freie Meinungsäuße-\nrung ) auf den Weg brachte,  \n die Aufgabe der Breschnew-Doktrin, was den Weg zu Reformen und zur Demo-\nkratisierung in den Ostblockstaaten ermöglichte, \n die Entstehung antikommunistischer Reformbewegungen in Polen und Ungarn \nsowie in anderen Staaten und sowjetischen Teilrepubliken als Zeichen des einset-\nzenden politischen Wandels,  \n wachsende Konflikte zwischen und innerhalb der sozialistischen Staaten in Hin-\nblick auf die von Gorbatschow angestoßenen Reformen und deren Auswirkungen \nauf das eigene Land, \n den Abbau von Sperranlagen an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich Mitte \n1989, welcher eine Fluchtbewegung von Bürgern der DDR in den Westen auslöste. 10 \n2 die politische Entwicklung in der DDR im Jahre 1989, die in Folge der Umbrüche in \nden östlichen Nachbarstaaten ebenfalls eine Welle von politischer und wirtschaftlicher \nUnzufriedenheit erfuhr, die schließlich zum Mauerfall und Forderungen nach der \nWiedervereinigung führten; er berücksichtigt dabei mindestens drei Punkte, z. B.: \n die wachsende Unzufriedenheit – insbesondere der jugendlichen – Bevölkerung \nder DDR, die aufgrund von Mangelwirtschaft und weiterhin bestehender politi-\nscher und kultureller Repression sich nach westlichen Waren und kulturellen Wer-\nten sehnte, ohne dass ein Einlenken der SED-Führung in Sicht gewesen wäre, \n die strikte Weigerung der DDR-Führung, trotz der beginnenden Reformen in der \nSowjetunion ihr Machtmonopol in Frage zu stellen und mehr persönliche, politi-\nsche, wirtschaftliche oder kulturelle Freiheiten für die Bevölkerung zu gewähren,  10",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 4 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch!  die Bildung und Ausdehnung einer v. a. durch die Kirchen getragenen Friedens- und \nProtestbewegung, die grundlegende Probleme wie fehlende Demokratie kritisierte \nund bisher vorenthaltene Freiheitsrechte innerhalb einer reformierten DDR forderte, \n die Formierung von politischen Initiativen – wie hier der Demokratische Aufbruch –, \ndie eine Demokratisierung der DDR forderten, \n die anwachsende Ausreise- bzw. Fluchtbewegung in den Westen, z. T. über andere \nOstblockstaaten (sog. „Botschaftsflüchtlinge“, Flucht über die geöffnete ungarisch-\nösterreichische Grenze),  \n die überraschende Öffnung der Grenze in den Westen, den Fall der Mauer am \n9. November 1989, \n den 10-Punkte-Plan zur Wiedervereinigung durch Bundeskanzler Helmut Kohl \n(28. November 1989), \n die im Januar 1990 zunächst für den Mai, dann für den März angekündigten ersten \nfreien Wahlen der DDR, an denen auch der Demokratische Aufbruch teilnehmen \nwürde, \n die im vorliegenden Text erkennbaren und in der Bevölkerung der DDR manifesten \nForderungen nach einer raschen deutschen Wiedervereinigung, \n die im Text erkennbaren Zweifel der Bürgerrechtsbewegungen, ob die DDR nicht \nvielleicht auch mit einer veränderten politischen Ausrichtung noch Bestand haben \nkönnte. \n3 arbeitet die politisch demokratische und moderate Position des „Demokratischen Auf-\nbruchs“ in Bezug auf die Gegenwart und Zukunft der DDR heraus; er berücksichtigt \ndabei mindestens drei Punkte, z. B.: \nDer „Demokratische Aufbruch“ \n zeigt sich demokratisch und fortschrittlich und damit als Alternative zur SED bzw. \nzu den bestehenden Blockparteien der DDR, wie etwa in folgendem Zitat erkenn-\nbar wird: „Jetzt gilt es, die demokratische Entwicklung in unserem Land, die erst \nam Anfang steht, unumkehrbar zu gestalten“, \n präsentiert sich anti-sozialistisch, da er die Politik der SED-PDS deutlich ablehnt, \nwie etwa in folgendem Zitat erkennbar wird: Die Diskussion um die deutsche Ein-\nheit „bildet einen neuen Riss in unserer Gesellschaft, gefördert durch eine intole-\nrante und verantwortungslose Polemik der SED-PDS“, \n lehnt das Wirtschaftssystemen der DDR ab, wie etwa in folgendem Zitat erkenn-\nbar wird: „Unsere ökonomische Situation lässt uns keinen Spielraum für sozialis-\ntische Experimente“, \n zeigt sich aber auch nicht als Anhänger einer radikalen Marktwirtschaft, sondern \neiner sozialen Absicherung, deren Errungenschaften in der DDR beibehalten wer-\nden sollen, wie etwa in folgendem Zitat erkennbar wird: „denn nur durch ökono-\nmische Leistungsfähigkeit können wir die sozialen Errungenschaften absichern“, \n will nicht als nationalistisch gelten, wie ihre Ablehnung der Diffamierungskam-\npagne durch die SED-PDS belegt, in der von „undifferenzierte[r] Betrachtung“ \ndurch die SED-PDS die Rede ist, \n ist keinesfalls eine rechtsradikale Partei, da sie derartige Tendenzen verurteilt, \nwie etwa in folgendem Zitat erkennbar wird: „Auch wir verurteilen rechtsradi-\nkale, faschistische und chauvinistische Schmierereien und Übergriffe auf das \nSchärfste“, \n bekennt sich jedoch zu nationalen Zielen, insbesondere der Wiedervereinigung, \ndie aber schrittweise und nicht überhastet erfolgen soll, wie etwa in folgendem \nZitat erkennbar wird: „Wir finden uns mit der Spaltung Deutschlands nicht ab“, \n erklärt sein ökologisches Interesse in Bezug auf Umwelt- und Naturschutz, wie \netwa in folgender Forderung erkennbar wird: „Gemeinsame Verantwortung gegen-\nüber der Natur bzw. der Umwelt“, \n zeigt sich realistisch in Bezug auf die nötige Akzeptanz der aktuellen europäischen \nGrenzen, wie etwa in folgendem Ziel erkennbar wird: „Abschluss einer Friedens-\nordnung in Europa bei gleichzeitiger Anerkennung aller bestehenden Grenzen“, 12",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 5 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch!  belegt eine pazifistische Einstellung, da er die Entmilitarisierung Deutschlands und \nden alliierten Truppenabzug fordert, wie etwa in folgenden Forderungen erkenn-\nbar wird: „Abzug aller alliierten Truppen innerhalb einer festzusetzenden Frist“ \nsowie ein „entmilitarisiertes und humanistisches Deutschland“, \n ist proeuropäisch eingestellt, da er ein geeintes Europa als Ziel angibt, wie etwa in \nfolgendem Ziel erkennbar wird: „Deutschland in einem geeinten Europa“. \n4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)  \n \n \nTeilaufgabe 3 \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 vergleicht die hier angestrebte Vorgehensweise mit dem tatsächlichen Prozess der \nWiedervereinigung bis zum 03. Oktober 1990. Er berücksichtigt dabei \neinerseits die Gemeinsamkeiten zwischen den Forderungen des Demokratischen Auf-\nbruchs und dem tatsächlichen Prozess der Wiedervereinigung, z. B. folgende Aspekte: \n das abschließende Ziel einer Wiedervereinigung Deutschlands, welches in der staat-\nlichen Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 realisiert wurde, \n die Entmachtung der in der Quelle mehrfach für ihre Polemik und Politik kritisier-\nten SED-PDS als alleinregierender Partei („sozialistische Experimente“), welche \ndurch die ersten freien Wahlen der DDR am 18. März 1990 tatsächlich erfolgte, \n die angestrebte „vertragliche Bindung zwischen den deutschen Staaten“ und die \n„Wirtschafts- und Währungsunion“, die in der „Wirtschafts-, Währungs- und Sozial-\nunion“ (01. Juli) zwischen der BRD und der DDR verwirklicht wurde, \n der angestrebte „Abschluss einer Friedensordnung in Europa bei gleichzeitiger \nAnerkennung aller Grenzen in Europa“, der im 2+4-Vertrag vom 12. September \n1990 Realität wurde, \n die Erlangung des „Selbstbestimmungsrecht[s] der Deutschen in der BRD und der \nDDR“, das Kernbestandteil ebenfalls im 2+4-Vertrag war, \n die „friedliche[n] Festlegungen mit den europäischen Nachbarn“, die im weiterge-\nhenden europäischen Einigungsprozess schon 1990 zum „Schengen II-Abkommen“, \nalso zum Abbau der Grenzkontrollen im Personenverkehr zwischen den beteiligten \nStaaten führten und weitergehend 1992 mit dem Vertrag von Maastricht fortgesetzt \nwurden – welcher bereits im Einigungsprozess mit der grundlegenden Zustimmung \nKohls zur Einführung einer Gemeinschaftswährung gegenüber Frankreich eine \nGrundlage fand. \n \nandererseits die Unterschiede zwischen den Forderungen des Demokratischen Auf-\nbruchs und dem tatsächlichen Prozess der Wiedervereinigung, z. B. folgende Aspekte: \n der hier geforderte schrittweise Vereinigungsweg über einen Staatenbund zu einem \nBundesstaat, der keine Umsetzung fand, sondern innerhalb von 9 Monaten über \ndie Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion (01. Juli) zur Wiedervereinigung am \n03. Oktober führte, \n der geforderte „Abzug aller alliierten Truppen“, der nicht vor der Wiedervereini-\ngung stattfand und auch bis heute aufgrund der Zugehörigkeit zur NATO politisch \nnicht gewünscht ist, \n die verlangte „Einheit der deutschen Nation in Würde und Gleichberechtigung“, \ndie durch den Beitritt der ostdeutschen Länder nach Artikel 23 erfolgte und nicht \ndurch eine neu zu schaffende gesamtdeutsche Verfassung (nach Artikel 146) im \nEinigungsvertrag festgelegt wurde, \n der angestrebte gewisse wirtschaftliche Wohlstand, der vor der Einheit aufgrund \neiner nicht wettbewerbsfähigen Wirtschaft der DDR nur teilweise erreicht wurde. \n 20",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 6 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Orientierung für eine 10 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling gelangt unter Bezugnahme auf den Text zu einer nachvollziehbaren Argu-\nmentation, in der insgesamt mindestens zwei Gesichtspunkte aus den beiden Blöcken \nsachgerecht berücksichtigt werden. Die Argumentation enthält keine gravierenden \nsachlichen Fehler. \nOrientierung für eine 20 Gewichtungspunkten entsprechende Lösungsqualität: \nDer Prüfling entwickelt unter vertiefter Bezugnahme auf den Text eine differenzierte \nArgumentation, in der erörternd insgesamt mindestens vier Gesichtspunkte ausgewo-\ngen aus den beiden Blöcken sachgerecht berücksichtigt werden. Die Argumentation \nenthält keine sachlichen Fehler. \n2 formuliert ein Fazit, in dem er zeigt, dass es Übereinstimmungen zwischen den im \nProgramm des Demokratischen Aufbruchs geäußerten Forderungen und dem Prozess \nund den Folgen der Wiedervereinigung gab, dass es jedoch insbesondere in der Ge-\nschwindigkeit des Einigungsprozesses auch deutliche Differenzen gab, die dem Wäh-\nlerwillen und der wirtschaftlichen Anziehungskraft des Westens geschuldet waren. 4 \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4)  \n \nb) Darstellungsleistung \n Anforderungen maximal \nerreichbare \nPunktzahlDer Prüfling \n1 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich \ndabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 5 \n2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 \n3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). 3 \n4 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 4 \n5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie \nsyntaktisch und stilistisch sicher. 4",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 7 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit \nName des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ \n \nSchule: _____________________________________________ \n \n \nTeilaufgabe 1 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK2 ZK DK \n1 benennt den Autor … 2    \n2 nennt als Thema … 2    \n3 formuliert als Kernaussage … 4    \n4 gibt den Gedankengang … 4    \n5 gibt die Hauptaussagen …  12    \n6 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (2) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 1. Teilaufgabe 24    \n \n \nTeilaufgabe 2 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n ordnet den Text …     \n1 den seit Mitte … 10    \n2 die politische Entwicklung … 10    \n3 arbeitet die politisch … 12    \n4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 2. Teilaufgabe 32    \n \n                                                 \n2 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur",
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            "content": "Ministerium für Schule und Bildung NRW GS GK HT 3 W1 \n  Seite 8 von 9 \nAbiturprüfung 2018 – Nur für den Dienstgebrauch! Teilaufgabe 3 \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n1 vergleicht die hier … 20    \n2 formuliert ein Fazit … 4    \n3 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) \n…………………………………………………………….. \n……………………………………………………………..     \n Summe 3. Teilaufgabe 24    \n Summe der 1., 2. und 3. Teilaufgabe 80    \n \n \nDarstellungsleistung \n Anforderungen Lösungsqualität \n Der Prüfling maximal \nerreichbare \nPunktzahl  EK ZK DK \n1 strukturiert seinen Text … 5    \n2 bezieht beschreibende, deutende … 4    \n3 belegt seine Aussagen … 3    \n4 formuliert unter Beachtung … 4 \n5 schreibt sprachlich richtig … 4    \n Summe Darstellungsleistung 20    \n \n Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100    \n aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach-\nfolgender Tabelle     \n Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte \ngemäß § 17 Abs. 5 APO-WbK     \n      \n Paraphe     \n \nBerechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 52 APO-WbK \n \nDie Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. \n \n \nUnterschrift, Datum:",
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