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"document": "https://fragdenstaat.de/api/v1/document/30149/",
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"content": "Deutscher Bundestag Drucksache 19/16773 19. Wahlperiode 24.01.2020 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Protschka, Wilhelm von Gottberg, Verena Hartmann und der Fraktion der AfD – Drucksache 19/16082 – Folgen des ökologischen Landbaus (Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/14539) Vorbemerkung der Fragesteller Der ökologische Landbau wird als besonders ressourcenschonendes und um- weltverträgliches Landnutzungssystem betrachtet, welches sich an den Prinzi- pien der Nachhaltigkeit orientiert (vgl. Sanders, J. & Hess, J., eds., 2019, Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft. Braun- schweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Thünen Report 65). Aus die- sem Grunde wird der ökologische Landbau in der Bundesrepublik Deutsch- land politisch besonders gefördert. Dabei ist das „Bundesprogramm Ökologi- scher Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)“ mit einem jährlichen Bundeshaushaltsbudget von 30 Mio. Euro das wichtigste Fi- nanzierungsinstrument (vgl. www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Nachhaltige-La ndnutzung/Oekolandbau/oekolandbau_node.html, zuletzt abgerufen am 27. Juni 2019). Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der ökologischen Anbaufläche bis zum Jahr 2030 auf 20 Prozent der gesamten landwirtschaftli- chen Fläche in Deutschland auszuweiten (vgl. www.bmel.de/DE/Landwirt schaft/Nachhaltige-Landnutzung/Oekolandbau/oekolandbau_node.html, zuletzt abgerufen am 27. Juni 2019). Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 21. Januar 2020 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.",
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"content": "Drucksache 19/16773 –2– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode 1. Was meint die Bundesregierung mit der Aussage, dass die Aufgabe oder der Verlust von landwirtschaftlich genutzten Flächen bei einer Extensivie- rung der Produktion nicht zwangsläufig beziehungsweise in gleichem Um- fang zu einer Intensivierung an anderer Stelle führen muss (Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 19/14539)? Der Umfang beziehungsweise der Output der globalen Agrarproduktion hängt von zahlreichen Faktoren ab. Neben der Produktionsintensität sind unter ande- rem die Nachfrageentwicklung und sich ändernde Ernährungsgewohnheiten, der Anteil der Ernte- und Lebensmittelverluste, technologische Innovationen, klimatische Bedingungen, die Aufgabe oder der Verlust landwirtschaftlicher Flächen sowie die Art der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen (zum Bei- spiel für die Erzeugung von Energiepflanzen) relevante Einflussgrößen. Die ge- nannten Faktoren können sich sowohl verstärken als auch ausgleichen. Insofern würde nur unter ceteris-paribus Bedingungen – das heißt nur dann, wenn sich die Ökofläche ausdehnt und alle anderen relevanten Einflussgrößen gleich blei- ben – eine Extensivierung der Produktion in einer Region in gleichem Umfang zu einer Intensivierung bzw. Ausdehnung der Produktion in einer anderen Re- gion führen, was in der Realität so nicht zutrifft. 2. Mit welchen konkreten Maßnahmen möchte die Bundesregierung die an- gekündigte Reduzierung des Fleischkonsums erreichen (mündliche Aussa- ge des Vertreters des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirt- schaft – BMEL – in der 42. Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft am 13. November 2019 sowie Antwort der Bundesregie- rung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundes- tagsdrucksache 19/14539)? Die Bundesregierung plant keine konkreten politischen Maßnahmen zur Redu- zierung des Fleischkonsums. Auch zur beschriebenen mündlichen Aussage lie- gen keinerlei Informationen vor. Im Übrigen stellt die zitierte Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 19/14539 einen reduzierten Fleischkonsum ausdrücklich und beispielhaft unter die Annahme veränderter Ernährungsgewohnheiten. 3. Um wie viel Prozent höher, im Vergleich zur konventionellen Landwirt- schaft, ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Nitratauswaschung im ökologischen Landbau, insbesondere vor dem Hintergrund des höheren Flächenbedarfs je Ertragseinheit im ökologischen Landbau (bitte je Er- tragseinheit und nicht je Flächeneinheit angeben)? Die Nitratauswaschung unter landwirtschaftlichen Nutzflächen wird durch vie- le Faktoren beeinflusst (u. a. Pflanzenart, Entwicklungsstadium des Pflanzenbe- standes, Bodenart, Witterung, Höhe der Düngung und Art des N-Düngers). Im ökologischen Landbau ist der Einsatz mineralischer Stickstoffdünger verboten, wodurch Wirtschaftsdüngern eine besondere Bedeutung zukommt (neben der symbiotischen N-Fixierung von Leguminosen). Um die N-Düngeeffizienz im ökologischen Anbau zu erhöhen, wird daher eine Minimierung der Stickstoff- verluste angestrebt. Bei ökologischer Bewirtschaftung ist deshalb das Risiko für Belastungen des Grundwassers aufgrund der geringeren Intensität und der geringeren Stickstoffbilanzüberschüsse im Vergleich zur konventionellen Land- wirtschaft niedriger. In einigen wenigen modellbasierten Untersuchungen wurde die Stickstoffaus- waschung in der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft bezogen auf den Ertrag berechnet. Die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen weisen",
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"content": "Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –3– Drucksache 19/16773 nicht darauf hin, dass im ökologischen Landbau die Nitratauswaschung je Er- tragseinheit per se höher ist, auch wenn die Erträge im Durchschnitt niedriger sind (Halberg et al., 1995; van der Werf et al., 2009; Dekker et al., 2011; Masu- da und Yamamoto, 2013). Bei Kusche et al. (2019), die in ihrer Untersuchung die Ergebnisse von 24 Vergleichspaaren mit jeweils einer ökologischen und ei- ner konventionellen Untersuchungsvariante hinsichtlich der Stickstoffverluste ausgewertet haben, waren bei 14 Vergleichspaaren die Stickstoffauswaschung je Ertragseinheit im ökologischen Landbau niedriger (bei jeweils fünf Ver- gleichspaaren war die Auswaschung vergleichbar beziehungsweise höher). 4. Um wie viel Prozent höher, im Vergleich zur konventionellen Landwirt- schaft, sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Ammoniakemissionen im ökologischen Landbau, insbesondere vor dem Hintergrund des höheren Flächenbedarfs je Ertragseinheit im ökologischen Landbau (bitte je Er- tragseinheit und nicht je Flächeneinheit angeben)? Durch die nationale Berichterstattung über Emissionen von Luftschadstoffen auf Basis internationaler Abkommen werden jährlich unter anderem die Am- moniakemissionen Deutschlands berichtet (Umweltbundesamt, 2019). In der Berichterstattung wird nach unterschiedlichen Ammoniakemissionsquellen in- nerhalb der Landwirtschaft (zum Beispiel Stallanlagen, Lagerung und Ausbrin- gung von Wirtschaftsdüngern der Nutztierhaltung und Biogasproduktion, Ein- satz synthetischer Stickstoffdünger) sowie anderen Quellbereichen differen- ziert. Eine Differenzierung zwischen ökologischem Landbau und konventioneller Landwirtschaft ist jedoch nicht möglich. Auch die Ausweisung ertragsbezoge- ner Emissionen ist nicht Teil dieser Berichterstattung. Die dazu benötigten grundlegenden Daten (wie zum Beispiel repräsentative nach konventionellem und ökologischem Landbau differenzierte Management-, Technik-, Bewirt- schaftungs- und Ertragsdaten) liegen nicht vor. Die Beantwortung der Frage stützt sich daher auf vergleichende wissenschaftliche Studien zur Ammoniake- mission aus verschiedenen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion. Für beide Produktionsformen gelten die gleichen Vorgaben der Düngeverord- nung zur Einarbeitung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern, die auf die Minderung der Ammoniakemission zielen. Es gibt jedoch Unterschiede in der Bewirtschaftung, die Einfluss auf NH3-Emissionen haben. Für die ökologische Milchviehhaltung sehen die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau einen ständigen Zugang der Tiere zu Freigelände vor, vorzugsweise zu Weideland. Die Weidehaltung von Kühen und Jungtieren ist im ökologischen Landbau daher häufiger als in der konventionellen Landwirt- schaft zu finden. Durch die getrennte Ausscheidung von Harn und Kot auf der Weide und das rasche Einsickern von Harn in den Boden entstehen bei der Wei- dehaltung geringere Ammoniakemissionen als bei einer reinen Stallhaltung mit Lagerung von Wirtschaftsdüngern und deren Ausbringung. Das im ökologi- schen Landbau stärker verbreitete Einstreuen mit Stroh kann außerdem dazu beitragen, den Harnstickstoff zu binden und Ammoniakemissionen aus Stallan- lagen und der Lagerung von Wirtschaftsdüngern zu mindern. Im ökologischen Pflanzenbau werden prinzipiell keine synthetischen Dünge- mittel eingesetzt. Die Stickstoffversorgung basiert maßgeblich auf dem Einsatz von Wirtschaftsdüngern aus der Tierhaltung, Kompost sowie dem Anbau von Leguminosen (vgl. Antwort zu Frage 7). Tuomisto et al. (2012) kommen in ih- rer europäischen Vergleichsstudie zu dem Schluss, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen dem ökologischen und dem konventionellen Landbau in den ertragsbezogenen Ammoniakemissionen gibt. Die Ergebnisse dieser Studie",
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"content": "Drucksache 19/16773 –4– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode weisen darauf hin, dass das einzelbetriebliche Stickstoffmanagement entscheid- ender für die Höhe der ertragsbezogenen NH3-Emission ist als die ökologische beziehungsweise konventionelle Wirtschaftsweise. 5. Um wie viel Prozent höher, im Vergleich zur konventionellen Landwirt- schaft, ist nach Kenntnis der Bundesregierung das Eutrophierungspotenzi- al des ökologischen Landbaus, insbesondere vor dem Hintergrund des hö- heren Flächenbedarfs je Ertragseinheit im ökologischen Landbau (bitte je Ertragseinheit und nicht je Flächeneinheit angeben)? Das Eutrophierungspotenzial der Landwirtschaft beschreibt die Gefahr einer schädigenden Nährstoffanreicherung (insbesondere Stickstoff, Phosphor) in ter- restrischen oder aquatischen Ökosystemen beispielsweise durch intensiv ge- düngte landwirtschaftliche Nutzflächen. Dieser Definition folgend ist es nicht sachgerecht, das Eutrophierungspotenzial des ökologischen Landbaus oder der konventionellen Landwirtschaft je Ertragseinheit zu bewerten. Im Hinblick auf die Stickstoffauswaschung im ökologischen Landbau im Ver- gleich zur konventionellen Landwirtschaft wird auf die Ergebnisse von Kusche et al. (2019) verwiesen, wonach eine ökologische Bewirtschaftung die Stick- stoffausträge im Mittel um 28 Prozent (Median) vermindert. Im Hinblick auf die Phosphorausträge liegen bisher zu wenige Vergleichsstudien vor, um Unter- schiede zwischen den beiden Bewirtschaftungsformen fundiert vergleichen und bewerten zu können. 6. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung bezüglich der Unterschiede bei der Tiergesundheit in ökologischer und in konventioneller Tierhal- tung? Das Risiko für die verschiedenen Erkrankungen von Nutztieren unterscheidet sich zum einen zwischen den Nutztierarten und innerhalb der Arten unter ande- rem zwischen ihrer Nutzungsrichtung, den Produktionsabschnitten, dem Alter der Tiere, ihrer genetischen Herkunft und ihrem Geschlecht. Zum anderen kann auch das Haltungsverfahren einen starken Einfluss auf das Risiko spezifischer Erkrankungen haben. Ganz maßgeblich hängt das Risiko von spezifischen Erkrankungen jedoch vom Management der Betriebe durch die Tierhalterinnen und Tierhalter ab. Ein Vergleich der Tiergesundheit in ökologischer und konventioneller Tierhal- tung lässt sich daher systematisch nur unter Berücksichtigung dieser verschie- denen Einflussfaktoren und bezogen auf spezifische Erkrankungen durchfüh- ren. Neben diesen möglichen Einflussfaktoren lassen sich jedoch grundsätzlich un- terschiedliche Risiken für einige Erkrankungsbilder aus den prinzipiellen Un- terschieden zwischen der ökologischen und konventionellen Tierhaltung ablei- ten. In der ökologischen Tierhaltung ist das Platzangebot größer, die Ställe sind i.d.R. stärker strukturiert, zumindest Teilflächen sind mit Stroh eingestreut und die Tiere haben meist Zugang zu Auslaufflächen. Weiterhin ist der Einsatz chemisch-synthetischer Arzneimittel, Antibiotika und die Verwendung synthe- tischen Futtermittelzusätze (z. B. Aminosäuren) in der ökologischen Tierhal- tung stärker eingeschränkt. Diese prinzipiellen Unterschiede führen zu Vor- und Nachteilen hinsichtlich der Risiken für bestimmte Erkrankungen. So können das größere Platzangebot, verbunden mit Zugang zu Auslauf, und eingestreute, weiche Liegeflächen in der ökologischen Tierhaltung das Risiko für Erkrankungen des Bewegungsapparates senken. Auch das Risiko für be-",
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"content": "Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –5– Drucksache 19/16773 stimmte Stoffwechselerkrankungen, bedingt durch Haltungsfehler sowie unan- gepasste Fütterung*, kann in der ökologischen Tierhaltung geringer sein. Auf- grund des Kontaktes zu Bereichen außerhalb des Stalles (Auslauf, Weide) zei- gen sich in der ökologischen Tierhaltung oftmals höhere Risiken für Erkran- kungen durch Parasiten oder auch bakterielle Erreger, die in konventionellen, geschlossenen Ställen besser durch prophylaktische Maßnahmen kontrolliert oder, aufgrund geringerer Restriktionen für die Behandlung mit Pharmazeutika, insbesondere Antibiotika und Antiparasitika, besser behandelt werden können. Hierdurch kann sich aber wiederum das Risiko für antimikrobiell (multi-)resistente Bakterien in der konventionellen Haltung erhöhen. Die Tiergesundheit ist eine von drei Dimensionen des Tierwohls. Darüber hi- naus sind die Möglichkeit, arteigenes Verhalten auszuleben, und das emotionale Befinden der Tiere weitere Aspekte des Tierwohls (Fraser, 2008). Die beiden letztgenannten Dimensionen des Tierwohls wurden bisher allerdings in nur we- nigen Vergleichsstudien berücksichtigt. Die vorhandenen Studien deuten beim Tierverhalten und beim emotionalen Befinden Vorteile der ökologischen Tier- haltung an, zum Beispiel aufgrund des Platzangebotes oder des vorgeschriebe- nen Zugangs zu Freiflächen bzw. Weidegangs. Zusammengefasst können sich die Risiken für spezifische Erkrankungen zwi- schen der ökologischen und konventionellen Tierhaltung unterscheiden. In der Summe sind jedoch auf der Basis der derzeit vorliegenden Studien keine verall- gemeinerbaren Vorzüge der einen oder anderen Produktionsweise hinsichtlich der Tiergesundheit ableitbar. 7. Wie viele Nutztiere müssten nach Kenntnis der Bundesregierung bei ei- nem Anteil des ökologischen Landbaus an der Landwirtschaft in Deutsch- land von 20, 30, 50, 60, 80 oder 100 Prozent mindestens gehalten werden, um über einen Selbstversorgungsgrad bei Wirtschaftsdüngern von 100 Prozent zu verfügen? Das Düngemanagement im ökologischen Landbau zielt darauf ab, die Boden- fruchtbarkeit durch die Förderung natürlicher biologischer, chemischer und physikalischer Prozesse zu unterstützen. Nährstoffentzüge können nur durch zugelassene, organische und mineralische Düngemittel ausgeglichen werden. Dies sind insbesondere Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, Kompost und stickstofffixierende Leguminosen. Mineralische Nitrat-, Ammonium- und Harnstoffdünger sowie leicht lösliche Phosphordünger sind im Ökolandbau verboten. Um Boden, Grundwasser und Oberflächengewässer nicht zu belasten, ist die Anzahl der Tiere auf der Fläche begrenzt (maximal zwei Großvieheinheiten bzw. 170 kg Stickstoff-Äquivalent je Hektar) und kann nicht, wie die Frage in- sinuiert, unabhängig von der Fläche erhöht werden. Um bei einer weiteren Aus- dehnung des ökologischen Landbaus eine ausreichende Nährstoffversorgung si- cherzustellen, bedarf es unter anderem innovativer Versorgungskonzepte auf re- gionaler Ebene einschließlich der Nutzung von Grüngut- und Biogutkomposten sowie flüssigen und festen Gärresten aus Biogasanlagen. * Forschungsergebnisse der Landwirtschaftskammer Salzburg, online verfügbar unter: https://sbg.lko.at/stoffwechseler krankungen-bei-milchk%C3%BChen+2500+2526531, letzter Zugriff: 13. Januar 2020",
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"content": "Drucksache 19/16773 –6– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode 8. Um wie viel Prozent würden nach Kenntnis der Bundesregierung die Prei- se für die jeweiligen Kulturen auf den internationalen Agrarmärkten stei- gen, wenn der Anteil des ökologischen Landbaus an der Landwirtschaft in Deutschland 20, 30, 50, 60, 80 oder 100 Prozent betragen würde? Exporte aus Deutschland tragen mit einem Anteil von rund 6 Prozent (bezogen auf den Wert der Ausfuhren in Mio. US-Dollar) zum internationalen Agrarhan- del bei (BMEL, 2017). Die Bedeutung der deutschen Ackerbauproduktion für die globale Erzeugung ist hingegen deutlich kleiner. Nach Angaben des United States Department of Agriculture (USDA) werden beispielsweise rund 3 Pro- zent der Weizenerträge und unter 1 Prozent der Maiserträge in Deutschland er- zielt (USDA, 2020). Ob die deutsche Agrarproduktion die Preise einzelner Kulturen auf den interna- tionalen Agrarmärkten bei einer Ausdehnung des ökologischen Landbaus in Deutschland ändern würde, kann auf der Grundlage der verfügbaren Informati- onen nicht fundiert abgeschätzt werden. Hierzu wäre es notwendig zu wissen, ob bzw. in welchem Umfang es infolge einer Ausdehnung zu einer nennens- werten Angebotsverknappung kommt, wie sich die Nachfrage nach ökologi- schen Erzeugnissen entwickelt und wie sich mittelfristig das Konsumverhalten ändert. 9. Welche Folgen für die globale Ernährungssicherheit hätte es nach Kennt- nis der Bundesregierung, wenn der Anteil des ökologischen Landbaus an der Landwirtschaft in Deutschland 20, 30, 50, 60, 80 oder 100 Prozent be- tragen würde, insbesondere vor dem Hintergrund der mittleren Ertragslü- cke im ökologischen Landbau, die beispielsweise bei Getreide etwa 30 bis 50 Prozent und bei Kartoffeln etwa 40 bis 50 Prozent beträgt? Wie bewertet die Bundesregierung die Vereinbarkeit dieser Ertragslücke des ökologischen Landbaus mit dem Nachhaltigkeitsziel 2 der 17 Nach- haltigkeitsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung „Kein Hun- ger“ (www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/ern aehrung-weltweit-sichern-319080)? Die globale Ernährungssicherheit hängt von zahlreichen Faktoren ab, die teil- weise in komplexer Weise miteinander verbunden sind. Zu nennen sind unter anderem: • das Bevölkerungswachstum und der dadurch wachsende Druck auf natürli- che Ressourcen, • technische und biologische Innovationen hinsichtlich der Ressourcennut- zung, • die Preisentwicklungen für Nahrungsmittel, • die Infrastruktur sowie das kulturelle und sozioökonomische Umfeld, • die wirtschaftlichen, institutionellen und politischen Rahmenbedingungen, • die klimatischen Bedingungen und mögliche Naturkatastrophen. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung der relativ kleinen Be- deutung der deutschen Agrarproduktion für die globale Erzeugung landwirt- schaftlicher Erzeugnisse und für die Versorgung der Bevölkerung in den Ent- wicklungsländern ist der effektive Einfluss einer Ausweitung des ökologischen Landbaus in Deutschland auf die globale Ernährungssicherheit als eher gering anzusehen. Das Nachhaltigkeitsziel 2 der Agenda 2030 bezieht sich nicht nur auf die Be- kämpfung des Hungers, sondern lautet „Den Hunger beenden, Ernährungssi-",
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"content": "Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –7– Drucksache 19/16773 cherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirt- schaft fördern“. Es stellt somit einen Zusammenhang zwischen einer quantita- tiv und qualitativ ausreichenden Lebensmittelversorgung und einer nachhalti- gen Landnutzung her. Dazu kann der ökologische Landbau einen wichtigen Beitrag leisten. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wie auch zahlreiche Experten haben sich deshalb jüngst für ei- ne Ausdehnung agrarökologischer Ansätze wie dem ökologischen Landbau und anderer innovativer Ansätze ausgesprochen, um den Hunger auf der Welt wirk- sam zu bekämpfen (Eyhorn et al. 2019; HLPE 2019). 10. Wie bewertet die Bundesregierung den Wohlfahrtsfaktor von Pflanzen- schutzmitteln in Deutschland? Wie hoch wären nach Kenntnis der Bundesregierung die Wohlfahrtsver- luste bei einem Anteil des ökologischen Landbaus an der Landwirtschaft in Deutschland von 20, 30, 50, 60, 80 oder 100 Prozent? Grundsätzlich tragen biologische und chemisch-synthetische Pflanzenschutz- mittel zur Sicherung der landwirtschaftlichen Erträge und damit zur Erzeugung hochwertiger Lebensmitteln bei. Darüber hinaus gehen von der Produktion und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln relevante Beschäftigungseffekte aus. Detaillierte Informationen über die Wohlfahrtswirkung der Produktion und des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln konnten nicht ermittelt werden. Zur Abschätzung der Wohlfahrtseffekte einer Ausdehnung des ökologischen Landbaus in Deutschland in geeigneter Form wäre es notwendig zu wissen, auf welchen Standorten mit welchen Standorteigenschaften sich die Produktion in Folge einer Ausdehnung des ökologischen Landbaus ändert und inwiefern da- durch die Wertschöpfung in den betroffenen Regionen beeinflusst werden könnte.",
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"content": "Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333",
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