GET /api/v1/document/37626/?format=api
HTTP 200 OK
Allow: GET, PUT, PATCH, HEAD, OPTIONS
Content-Type: application/json
Vary: Accept

{
    "resource_uri": "https://fragdenstaat.de/api/v1/document/37626/?format=api",
    "id": 37626,
    "site_url": "https://fragdenstaat.de/dokumente/37626-kolonialgeschichte-des-zoologischen-gartens-fuhlt-sich-der-senat-fur-die-geschichtliche-aufarbeitung-einer-berliner-institution-verantwortlich/",
    "title": " Kolonialgeschichte des Zoologischen Gartens - fühlt sich der Senat für die geschichtliche Aufarbeitung einer Berliner Institution verantwortlich?",
    "slug": "kolonialgeschichte-des-zoologischen-gartens-fuhlt-sich-der-senat-fur-die-geschichtliche-aufarbeitung-einer-berliner-institution-verantwortlich",
    "description": "",
    "published_at": "2014-10-15T00:00:00+02:00",
    "num_pages": 3,
    "public": true,
    "listed": true,
    "allow_annotation": true,
    "pending": false,
    "file_url": "https://media.frag-den-staat.de/files/docs/8f/52/31/8f5231fc29e440e6a4a3e93116e7aa6b/6619cb0660e7644b42e080cb176af273f57a3053.pdf",
    "file_size": 166689,
    "cover_image": "https://media.frag-den-staat.de/files/docs/8f/52/31/8f5231fc29e440e6a4a3e93116e7aa6b/page-p1-small.png",
    "page_template": "https://media.frag-den-staat.de/files/docs/8f/52/31/8f5231fc29e440e6a4a3e93116e7aa6b/page-p{page}-{size}.png",
    "outline": "",
    "properties": {
        "url": "http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/17/SchrAnfr/s17-14643.pdf",
        "title": "Abghs III S",
        "author": "Administrator",
        "_tables": [],
        "creator": "Microsoft® Word 2010",
        "subject": null,
        "producer": "Microsoft® Word 2010",
        "publisher": "Berlin",
        "reference": "17/14643",
        "foreign_id": "be-17/14643",
        "_format_webp": true,
        "publisher_url": "http://pardok.parlament-berlin.de"
    },
    "uid": "8f5231fc-29e4-40e6-a4a3-e93116e7aa6b",
    "data": {
        "category": null,
        "publisher": "be",
        "document_type": "written",
        "legislative_term": "17"
    },
    "pages_uri": "/api/v1/page/?document=37626",
    "original": null,
    "foirequest": null,
    "publicbody": null,
    "last_modified_at": "2025-04-02 01:13:26.596872+00:00",
    "pages": [
        {
            "document": "https://fragdenstaat.de/api/v1/document/37626/?format=api",
            "number": 1,
            "content": "Drucksache 17 /            14 643 Schriftliche Anfrage 17. Wahlperiode Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Philipp Magalski (PIRATEN) vom 25. September 2014 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 01. Oktober 2014) und                             Antwort Kolonialgeschichte des Zoologischen Gartens – fühlt sich der Senat für die geschichtliche Aufarbeitung einer Berliner Institution verantwortlich? Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre                          1883: Schriftliche Anfrage wie folgt:                                                 - ‚Kalmücken‘, 22 Personen, Veranstalter: C. Ha- genbeck Die Fragen beziehen sich auf Sachverhalte, die der                          - ‚Singhalesen‘, 22 Personen, Veranstalter: C. Ha- Senat von Berlin nur teilweise in eigener Zuständigkeit                            genbeck beantworten kann. Die Zoologischer Garten Berlin AG                             - ‚Araukaner-Indianer‘, eine Familie, Anzahl der wurde daher um die Zulieferung von Antworten gebeten,                              Personen unbekannt, Veranstalter: Gebrüder Frit- auf die nachfolgend rekurriert wird.                                               ze, Stettin 1. Wie viele sog. Völkerschauen des Zoologischen                            1884: Gartens Berlin sind dem Senat seit Gründung der AG                              - ‚Kalmücken‘, gleiche Personen wie 1883, Veran- 1841 bekannt (Bitte um Auflistung nach Jahren, Ausstel-                            stalter: C. Hagenbeck lungstitel und Anzahl der betroffenen Personen)? 1885: Zu 1.: Nach unserem Kenntnisstand gab es im Zoolo-                          - ‚Somalier‘, 7 Personen, Veranstalter: v. Schirp gischen Garten Berlin 25 sogenannte Völkerschauen von unterschiedlichen Veranstaltern. Die originalen Titel sind                      1888: uns nicht bekannt:                                                              - ‚Lappländer‘, 14 Personen, Veranstalter: C. Ha- genbeck 1878: - ‚Grönlandeskimos‘, 6 Personen, Veranstalter: C.                           1892: Hagenbeck                                                               - ‚Ägyptische Karawane‘, Anzahl der Personen un- - ‚Nubier‘,17 Personen, Veranstalter C. Hagenbeck                              bekannt, Veranstalter: W. Moeller 1879:                                                                       1895: - ‚Lappländer‘ (Samen), 10 Personen, Veranstalter:                          - ‚Dinka-Dorf‘, 40 Personen, Veranstalter: W. Moel- C. Hagenbeck                                                               ler - ‚Nubier‘, mindestens 15 Personen, Veranstalter: C. Hagenbeck                                                               1897: - ‚Kalmücken‘, 28 Personen, Veranstalter: E. Geh- 1880:                                                                         ring - ‚Labrador-Eskimos‘, 8 Personen, Veranstalter: C. Hagenbeck                                                               1900: - ‚Tscherkessen‘, Anzahl der Personen unbekannt, 1881:                                                                         Veranstalter: E. Gehring - ‚Feuerländer‘, 10 Personen, Veranstalter: C. Ha-                         - ‚Samoaner‘, 20 Personen, Veranstalter: Gebr. genbeck                                                                    Marquardt - ‚Siamesisches Hoftheater‘, Anzahl der Personen unbekannt, Veranstalter: V. Bamberger Die Drucksachen des Abgeordnetenhauses sind bei der Kulturbuch-Verlag GmbH zu beziehen. Hausanschrift: Sprosserweg 3, 12351 Berlin-Buckow · Postanschrift: Postfach 47 04 49, 12313 Berlin, Telefon: 6 61 84 84; Telefax: 6 61 78 28.",
            "width": 2481,
            "height": 3508,
            "image": "https://media.frag-den-staat.de/files/docs/8f/52/31/8f5231fc29e440e6a4a3e93116e7aa6b/page-p1-{size}.png"
        },
        {
            "document": "https://fragdenstaat.de/api/v1/document/37626/?format=api",
            "number": 2,
            "content": "Abgeordnetenhaus Berlin – 17. Wahlperiode                                                          Drucksache 17 / 14 643 1901:                                                      Zootiere wurden bis etwa Mitte des letzten Jahrhun- - ‚Beduinen‘, 40-50 Personen, Veranstalter: Thier-    derts nicht nur über den Tierhandel, über andere Zoos garten Wien und Zoo Berlin                         oder über Nachzucht bezogen, sondern von finanziell gut ausgestatteten Zoos auch durch eigene Tierfangexpeditio- 1926:                                                  nen. Welche Schäden hierbei in den Herkunftsgebieten - ‚John Hagenbecks Indienschau‘, ca. 100 Personen,     entstanden sind, könnte allenfalls für jede einzelne Expe- Veranstalter: J. Hagenbeck                         dition untersucht werden und ist heute kaum mehr nach- zuvollziehen. 1927: - ‚Tripolis in Berlin ‘, 73 Personen, Veranstalter:        Statistiken über Todesfälle im Zusammenhang mit so- Zoo Berlin                                         genannten Völkerschauen sind nicht bekannt. Dokumen- tiert ist aber, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an 1928:                                                  der Schau „Labrador-Eskimos“ im Jahr 1880 trotz dop- - ‚Somali-Schau‘, ca. 100 Personen, Veranstalter: C.   pelter Impfung bis Februar 1881 an den Pocken verstar- Hagenbeck                                          ben. - ‚Ost-Afrika Tier-Schau‘, 6 Personen, Veranstalter: Zoo Berlin 4. Gab es in irgendeiner Form eine systematisierte 1931:                                                  Aufarbeitung der Kolonialgeschichte des Berliner Zoos - ‚Sara-Kaba-Lippennegerinnen‘, 12 Personen, Ver-      und wenn ja, inwieweit wurde diese durch Mittel des anstalter: F. W. Siebold                           Landes Berlin unterstützt? 1952:                                                      Zu 4.: Die sogenannten Völkerschauen im Zoologi- - ‚Lappen‘, 24 Personen, Veranstalter: unbekannt       schen Garten Berlin wurden vom Stadtmuseum Berlin im Jahr 2006 im Rahmen der zoohistorischen Ausstellung „Affentheater und andere Viechereien“ thematisiert. Je- 2. Befinden sich Relikte aus den sog. Völkerschauen    doch handelte es sich dabei nicht um eine systematisierte noch im Besitz des Landes Berlin, seinen Körperschaften    Aufarbeitung der Kolonialgeschichte des Zoologischen oder inzwischen in privater Hand? Falls ja, welcher Art,   Garten Berlins, sondern um die museale Darstellung eines in welcher Anzahl und an welchem Ort (Bitte um Auflis-     Kapitels in der Geschichte dieser Einrichtung. tung)? In dem Wissen, dass Restitutionen nicht durch das Land Berlin selbst geregelt werden, besteht ggf. die Ab-       Ein Artikel der Autorin Ursula Klös aus dem Jahr sicht einer Rückgabe der Relikte an die Rechtsnachfolger   2000 – Ehefrau des früheren Direktors des Zoologischen der Betroffenen?                                           Gartens Berlin Heinz-Georg Klös – gibt einen Überblick über die Geschichte der sogenannten Völkerschauen im Zu 2.: Relikte aus den sogenannten Völkerschauen des   Berliner Zoologischen Garten (bibliographische Angaben Zoologischen Gartens Berlin befinden sich nach aktuel-     siehe Antwort zu 7.). lem Kenntnisstand nicht im Besitz des Landes Berlins oder einer seiner Körperschaften, weder im Museum für          Eine systematische, vom Land Berlin unterstützte Naturkunde, noch in der Charité und den Sammlungsbe-       Aufarbeitung der Kolonialgeschichte des Berliner Zoolo- ständen des Medizinhistorischen Museums noch im            gischen Gartens gab es nicht. Stadtmuseum. Von Relikten im privaten Besitz hat der Senat keine Kenntnis. 5. Wie bewertet der Senat die bisher erfolgte Aufar- beitung hinsichtlich historisch-kritischer Auseinanderset- 3. Ist zudem bekannt, auf welche Weise Menschen        zung? und auch Tiere in die Hände des Berliner Zoos gelangt sind und welche Schäden hierbei an Mensch und Natur in         Zu 5.: Zur Geschichte der sogenannten Völkerschauen den betroffenen Herkunftsgebieten entstanden sind? Gibt    in Deutschland und Europa gibt es mittlerweile eine ganze es Statistiken zur Zahl der Todesfälle im Zusammenhang     Reihe fundierter Publikationen. Auch zur Geschichte der mit sog. Völkerschauen und wenn ja, wo sind diese ein-     sogenannten Völkerschauen im Berliner Zoologischen sehbar?                                                    Garten gibt es eine Publikation (siehe Antwort zu 7.). Den allgemeinen Forschungsstand zu bewerten ist nicht Sache Zu 3.: Sogenannte Völkerschauen wurden normaler-       des Senats. Ob es archivalische Grundlagen gibt, die eine weise beim jeweiligen Veranstalter gebucht. Die Veran-     weitere Beschäftigung mit der Geschichte der sogenann- stalter – und nicht die Veranstaltungsorte – schlossen     ten Völkerschauen im Berliner Zoologischen Garten sinn- offenbar Verträge mit den Auftretenden. Diese brachten     voll ermöglichen, ist nicht bekannt. oft eigene Tiere mit, zum Teil stellte der Veranstalter weitere Tiere zur Verfügung. 2",
            "width": 2481,
            "height": 3508,
            "image": "https://media.frag-den-staat.de/files/docs/8f/52/31/8f5231fc29e440e6a4a3e93116e7aa6b/page-p2-{size}.png"
        },
        {
            "document": "https://fragdenstaat.de/api/v1/document/37626/?format=api",
            "number": 3,
            "content": "Abgeordnetenhaus Berlin – 17. Wahlperiode                                                          Drucksache 17 / 14 643 6. Inwieweit wurden Ergebnisse dieser Aufarbeitun-          11. Sind dem Senat sonstige Projekte, die durch Lan- gen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?                  desmittel gefördert werden, bekannt, die sich mit der Kolonialgeschichte des Berliner Zoos auseinandersetzen? Zu 6.: Siehe Antworten zu den Fragen 4. und 7.          Wenn ja, welche? Wenn nein, gibt es in dieser Hinsicht Absichten oder Planungen? 7. Inwieweit trägt der Berliner Zoo nach Kenntnis des       Zu 11.: Über die unter Antwort zu 4. genannte Aus- Senats diesem Teil seiner Geschichte Rechnung, bspw.        stellung hinaus gab es solche Projekte bislang nicht. durch Ausstellungen, Informationsbroschüren, Diskussi- onsveranstaltungen o. ä.? Berlin, den 15. Oktober 2014 Zu 7.: In „BONGO. Beiträge zur Tiergärtnerei und Jahresberichte aus dem Zoo Berlin“. Bd. 30/2000, befasst sich ein Artikel der Autorin Ursula Klös mit den „Völker-                          In Vertretung schauen im Zoo Berlin zwischen 1898 und 1952“. Tim Renner Der Regierende Bürgermeister von Berlin 8. Mit welcher Begründung wird auf der Webpräsenz               Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten des Berliner Zoos nicht auf seine Kolonialgeschichte hingewiesen? (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 17. Okt. 2014) Zu 8.: Nach Einschätzung der Zoologischer Garten Berlin AG richtet sich das Interesse der Besucherinnen und Besucher der Website nicht auf historische Themen. 9. Sieht sich der Senat in der Lage, trotz seiner nur symbolischen Beteiligung an der Aktiengesellschaft von 0,03%, den Berliner Zoo zu einer weiteren Aufarbeitung bzw. Aufbereitung seiner Kolonialgeschichte zu ermuti- gen? Ist dies in der Vergangenheit bereits geschehen und wenn ja, in welcher Form wurde derartigen Aufforderun- gen nachgekommen? Zu 9.: Der Senat befürwortet grundsätzlich die Ausei- nandersetzung von Institutionen mit ihrer Geschichte. Einer gesonderten Ermutigung des Berliner Zoologischen Gartens bedarf es daher nicht. Zur bisherigen Auseinan- dersetzung des Berliner Zoologischen Gartens mit seiner Kolonialgeschichte siehe Antwort zu 7. 10. Sind dem Senat seitens des Berliner Zoos auch Entschuldigungs- oder Entschädigungsgesten gegenüber den Angehörigen bzw. Nachfahren betroffener Familien bekannt? Wurde nach Kenntnis des Senats seitens des Zoos der Kontakt zu betroffenen Familien bzw. ihren Nachfahren gesucht? Zu 10.: Darüber ist dem Senat nichts bekannt. 3",
            "width": 2481,
            "height": 3508,
            "image": "https://media.frag-den-staat.de/files/docs/8f/52/31/8f5231fc29e440e6a4a3e93116e7aa6b/page-p3-{size}.png"
        }
    ]
}