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            "content": "Landtag von Baden-Württemberg                                                             Drucksache 16 / 1445 Neben der geplanten Digitalisierung der Luftbildsammlung des LGL werden der- zeit historische Topgraphische Karten der Maßstäbe 1 : 25.000, 1 : 50.000 und 1 : 100.000 gescannt und somit ebenfalls für die digitale Gesellschaft dauerhaft verfügbar gemacht. 9. \u0007Welche Kosten sind mit der Digitalisierung und der anschließenden Langzeitar- chivierung der Digitalisate verbunden? Die materialspezifischen Durchschnittspreise liegen bei Bibliotheksgut bei 0,85 Euro pro Image, bei Archivgut bei 1 Euro pro Image, bei Museumsgut bei 2 Euro pro Objekt. Zusätzlich zu Kosten für die eigentliche Herstellung der digi- talen Images sind Aufwände für die Vergabe von Strukturdaten, die Qualitätssi- cherung und die konservatorische und logistische Begleitung zu berücksichtigen. Die Speicherplatzkosten hängen vom jeweiligen Speicherplatzanbieter ab. In der LSDF (Large Scale Data Facility) betragen die Kosten für den Plattenspeicher der Produktivumgebung, den gespiegelten Plattenspeicher und das Backup 1.080 Euro pro 1 TB. Das Zentrum für Datenverarbeitung Tübingen verlangt aktuell 815 Euro pro 1 TB inkl. Wartung und Backup innerhalb der BelWue-Infrastruktur. 10. \u0007Welches IT-Sicherheitskonzept wird zum Schutz der entsprechenden Datenban- ken verfolgt? Die Einrichtungen verfahren unterschiedlich. Teilweise existieren lokal erarbeitete IT-Sicherheitskonzepte unter Beachtung der Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der BITBW, teilweise gelten die Sicherheitskonzepte der Universitätsrechenzentren, wenn diese die Daten hosten und sichern, teilweise übernimmt auch das BSZ die Datensicherung. 11. \u0007Welche Schutzmaßnahmen sind für die Originale während der Digitalisierung vorgesehen? Es werden die konservatorischen Schutzmaßnahmen getroffen, die im Umgang mit wertvollem Kulturgut üblich sind. Für das Scannen von zweidimensionalen Ob- jekten werden objektgerechte Scanner verwendet, z. B. Buchscanner, V-förmige Buchwippe oder Buchwiege. Für großformatige zweidimensionale Objekte (z. B. Karten) wird eine Saugwand verwendet. Für das Scannen von dreidimensionalen Objekten sind 3D-Scanner erforderlich, die die zerstörungs- und berührungsfreie sowie form- und farbechte Erfassung der Objekte ermöglichen. Das in den Digi- talisierungswerkstätten tätige Personal ist hinsichtlich konservatorischer Belange geschult. 12. \u0007Unter welchen Konditionen soll der Zugang zu den Digitalisaten ermöglicht werden? Die durch die Landeseinrichtungen online gestellten Digitalisate stehen Wissen- schaft und Forschung sowie allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung (Open Access). Über die Onlinebereitstellung von digitalisiertem Kulturgut tragen die Landeseinrichtungen zum schnellen Wachstum frei verfügbarer Wissens- und In- formationsbestände bei. Um diese Funktion der Informationsinfrastruktur zielgerichtet erfüllen zu können, sollte der Zugang zu dem von den Landeseinrichtungen online gestellten digitali- sierten Kulturgut gemäß den bisherigen Modalitäten kostenfrei erfolgen. Darüber hinaus ist auf unnötige Zugangs- und Nutzungshürden zu verzichten. Von beson- derer Bedeutung sind transparente und rechtssichere Regelungen für die Nutzung und Weiterverwendung von digitalisiertem Kulturgut. 13. \u0007Wie bewertet sie die Empfehlung der Europäischen Kommission (2014/C 240/01) zur Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen bei Informationen des öffentlichen Sektors in ihren Auswirkungen für digitalisiertes Kulturgut? Die Creative-Commons-Lizenzen stellen für urheberrechtlich geschützte Unterla- gen rechtlich eindeutige Regelungen dar, wie Nutzer/-innen digitalisiertes und on- line gestelltes Kulturgut weiterverwenden können, und sie sind dabei – ein für die Arbeit im World Wide Web wichtiger Aspekt – weltweit verbreitet und anerkannt. 7",
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            "content": "Landtag von Baden-Württemberg                                                             Drucksache 16 / 1445 Netzpublikationen aus Baden-Württemberg stellen die beiden Landesbibliotheken in Karlsruhe und Stuttgart bereits seit einem Jahrzehnt im Baden-Württembergi- schen Online-Archiv (BOA) ein. Eine Bitstream-Erhaltung der als Pflichtexemplar gesammelten Netzpublikationen erfolgt bereits jetzt; eine qualifizierte Langzeitar- chivierung wird im Rahmen einer landeseinheitlichen Lösung für alle an Bibliothe- ken des Landes gesammelten erhaltungsbedürftigen Netzpublikationen angestrebt. 22. \u0007Welche Chancen sieht sie für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugend- lichen beziehungsweise die Kulturvermittlung für Erwachsene durch die Digi- talisierung von Kulturgut? Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen voran und bietet die große Chance, im Bereich der kulturellen Kinder- und Jugendbildung wie auch in der altersun- abhängigen Kulturvermittlung neue Wege zu denken und zu gestalten. Das Wis- senschaftsministerium wird diese Thematik deshalb zu einem Schwerpunkt der Aktivitäten im Rahmen der Digitalisierungsstrategie machen. Viele Kulturein- richtungen in Baden-Württemberg haben bereits begonnen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten der Herausforderung zu stellen, um einen möglichst breiten und barrierefreien Zugang zu ihren Beständen zu geben. Die Digitalisierung eröffnet die Möglichkeit, über die bisherigen Angebote hin- aus einen zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu dem in unseren Einrichtungen vorhandenen Kulturgut zu schaffen. Die digitale Präsentation und Vermittlung der Bestände und das Wissen darüber, was die Museen, Bibliotheken und Archive bewahren, führt tendenziell dazu, dass mehr Menschen diese Einrichtungen be- suchen. Die Digitalisierung bietet eine Ergänzung der klassischen Vermarktungs- pfade für Kulturgüter und eröffnet über Social Media neue Kommunikationswege (many-to-many statt one-to-many) und ergänzende (digitalisierte) Angebote die Möglichkeit, neue Besuchergruppen zu akquirieren und auch zu halten. Durch neue digitalisierte Angebote erweitert sich auch das Feld der klassischen Kulturvermittlung durch Expertinnen und Experten hin zu mehr individuellen Re- zeptions- und Wissenstransfers, die insbesondere den Rezeptionsgewohnheiten neuer bzw. jugendlicher Zielgruppen (digital natives) gerechter werden. Die Ein- bindung von Besucher-Smartphones über entsprechende Apps in das Ausstellungs- erlebnis bzw. in die Kulturvermittlung stellt hierbei nur eine von vielen Optionen dar, um einerseits den Erkenntnisgewinn und das persönliche Erleben aufzuwer- ten und andererseits neu erworbenes Wissen auch nach dem Besuch weiterhin zur Verfügung haben zu können. Es gilt hier jedoch noch einige rechtliche Fragen zu klären, u. a. in Bezug auf Nutzungsrechte und Urheberrechte. 23. \u0007Inwieweit haben Gedenkstätten des Landes in Baden-Württemberg eine Digi- talisierung ihrer Bestände begonnen? Hierzu hat die Landeszentrale für politische Bildung wie folgt Stellung genommen: Eine informelle Abfrage unter den Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg ergibt, dass diese mehrheitlich mit einer Digitalisierung ihrer Bestände begonnen haben. Es wurden bisher insbesondere Fotografien und Schriftgut, aber auch vermehrt audiovisuelle Medien und Tonaufnahmen, etwa von Zeitzeugeninterviews, digitalisiert. Das Projekt der Digitalisierung wird ernst genommen: Ein Generationswechsel in den Gedenkstätten und das absehbare Ende der Möglichkeit, Wissen über Ge- spräche mit Zeitzeugen zu vermitteln, verlangen eine Professionalisierung der Archivarbeit, damit kein Wissen um die gesammelten Quellen verloren geht. Die Digitalisierung bietet nicht nur eine Möglichkeit, dem natürlichen Verfallsprozess von Artefakten entgegenzuwirken. Durch digitalisierte Medien kann darüber hin- aus die Nutzung und Erschließung der Quellen vereinfacht werden; gemeinsame Datenbanken erleichtern einen Wissenstransfer. Diverse Projektanträge, die beim Fachbereich Gedenkstättenarbeit der Landeszen- trale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) in den vergangenen zwei Jahren eingingen, verweisen auf den Bedarf an Unterstützung und zugleich auch auf die Bereitschaft, mehr über die Möglichkeiten in der Archivarbeit zu lernen. 10",
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