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"content": "Frau Bundesministerin Christine Lambrecht\nBundesministerium der Justiz und\n\nfür Verbraucherschutz\n\nMohrenstraße 37\n\n10117 Berlin\n\nBerlin, 11.12.2019\n\nOffener Brief zu Rechtsstreiten um Glyphosat-Gutachten des BfR\n\nSehr geehrte Frau Bundesministerin,\n\ndie Unterzeichnenden dieses offenen Briefes fordern Sie hiermit auf, sich innerhalb der\nBundesregierung dafür einzusetzen, dass ...\n\n1. missbräuchlicher Einsatz urheberrechtlicher Ansprüche bei vom Bund\nverantworteten Inhalten - wie jüngst gegen die zivilgesellschaftliche Initiative\n“FragDenStaat” im Falle des Glyphosat-Gutachtens des Bundesinstituts für\nRisikobewertung - gestoppt werden und zukünftig unterbleiben, und dass\n\n2. im Zuge der anstehenden Umsetzung der CDSM-Richtlinie der EU die Regelungen\ndes Urheberrechtsgesetzes zu amtlichen Werken so ausgestaltet werden, dass der\nintendierte freie Zugang der Menschen, z. B. der Journalistinnen und Journalisten\nzu staatlichen Publikationen praktisch erleichtert wird, und zwar konkret durch\neine entsprechende Vermutungsregelung in $ 5 Abs. 2 UrhG.\n\nBundesbehörden setzen in wiederholten Fällen urheberrechtliche Rechtsdurchsetzung mit\ndem einzigen Ziel ein, das öffentliche Bekanntwerden bestimmter Schriftstücke zu\nverhindern — die nicht nur nach dem Informationsfreiheitsgesetz des Bundes, sondern nach\nallen Grundlagen verantwortungsbewussten staatlichen Handelns frei zugänglich sein\nsollten. Die Klage gegen die Veröffentlichung des Glyphosat Gutachtens des Bundesinstituts\nfür Risikobewertung? ist nur der jüngste Fall dieses Einsatzes urheberrechtlicher Positionen\nin zensur-ähnlicher Weise. In einem anderen Fall untersagte das\nBundesverteidigungsministerium und damit die Bundesregierung selbst die\nVeröffentlichung von militärischen Lageberichten, ebenfalls unter Berufung auf das\nUrheberrecht, obwohl die fraglichen Dokumente mutmaßlich noch nicht einmal die\nurheberrechtliche Schöpfungshöhe erreichen.\n\n \n\nNicht nur bringt diese Art taktischer Zweckentfremdung legitimer urheberrechtlicher\n\n\" siehe hitps öfragdenstaal de/aktionen/zen surheberrechi-klage- 2019\n\nSchutzmechanismen das Urheberrecht als Instrument insgesamt in Verruf. Es widerspricht\nauch dem angeblichen Selbstverständnis der Bundesregierung von “good governance” und\nden Grundprinzipien von Initiativen wie der Open Government Partnership (OGP), wenn\ndie Exekutive auf höchster Ebene selbst bzw. über nachgeordnete Behörden mithilfe des\nUrheberrechts die freie Berichterstattung von Medien behindert. Was diese taktische\nDurchsetzung urheberrechtlicher Positionen gegen die Interessen der Allgemeinheit\nangeht, muss das genannte Vorgehen zur Unterdrückung von Informationen ein Ende\nhaben, sowohl im aktuellen Fall des Glyphosat-Gutachtens als auch insgesamt.\n\nIn Bezug auf den rechtlichen Rahmen werden bereits seit einiger Zeit Anpassungen des$5\ndes Urheberrechtsgesetzes gefordert, die im Zuge der nun anstehenden Umsetzung der\nEU-Richtlinie zum Urheberrecht im Digitalen Binnenmarkt (CDSM-Ri Teil der ohnehin\nanstehenden Änderungen des UrhG sein müssen. Konkret geht es darum, die\nUrheberrechtsausnahme für “andere amtliche Werke\" mit einer Vermutungsregelung zu\nversehen, derzufolge nicht anderweitig gekennzeichnete Inhalte, die im\nVerantwortungsbereich der öffentlichen Hand erstellt wurden, im Zweifel andere amtliche\nWerke in diesem Sinne und damit urheberrechtsfrei sind. Die legistischen Vorschläge\nhierzu sind Ihrem Hause bereits bekannt.\n\n \n\nUnterzeichnende\n\nArne Semsrott Abraham Taherivand\nProjektleiter FragDenStaat Geschäftsführender Vorstand\nOpen Knowledge Foundation Deutschland e. V. Wikimedia Deutschland e. V.\nProf. Dr. Frank Überall Tina Groll\n\nVorsitzender Bundesvorsitzende\n\nDeutscher Journalisten-Verband, Gewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und\nder Journalistinnen und Journalisten Journalisten-Union - ver.di\n\nChristian Mihr\nGeschäftsführer\nReporter ohne Grenzen e. V.\n\nSeite 2 von 2",
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