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    "subject": "AW: Protokoll der Sitzung des Programmbeirates 582 (Juni 2014) [#7547]",
    "content": "Sehr geehrter Herr Weihmann,\r\n\r\nvielen Dank für Ihre e-mail und Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen. \r\n\r\nWir bedauern Ihre Kritik an der Dokumentation „Mission unter falscher Flagge\".\r\n\r\nDas Erste misst Fragen des Glaubens und der Kirche großen Stellenwert im Programm bei. Daher zeigt es jeden Sonntag um 17.30 Uhr eine halbstündige Reportage aus dem kirchlichen Leben und am Samstagabend „Das Wort zum Sonntag“. Gottesdienste werden an allen großen kirchlichen Feiertagen übertragen. \r\n\r\nDas Erste setzt sich aber auch kritisch mit den gesellschaftlich relevanten Aspekten von Kirche und Glauben auseinander. In der Dokumentation „Mission unter falscher Flagge“ haben die Autorinnen sorgfältig untersucht, ob evangelikale Gemeinden sich verantwortungsvoll um ihre Mitglieder kümmern, oder deren Vertrauen und Schutzbedürfnis ausnutzen. Nach der Ausstrahlung des Filmes erhielt die Redaktion viele Mails, in denen weitere Ehemalige sehr eindringlich ihre Erlebnisse schildern, ihre Wut und Enttäuschung über evangelikale Gemeinden artikulieren und sich ausdrücklich für diesen Film bedanken.\r\n\r\nGrundsätzlich gilt, dass mit dieser Dokumentation keinesfalls pauschal alle Christen oder evangelikale Gläubige diffamiert, oder der „Glaube an Gott\" ins Lächerliche gezogen werden sollte. Die Redaktion hat aber die Gemeinden und Gruppierungen klar benannt und zum Thema gemacht, bei denen problematische Strukturen gefunden wurden und in denen offenbar die geistlichen Leiter ihre Macht ausnutzen. Es ging darum aufzuzeigen, wie der Glaube benutzt wird, um Menschen zu manipulieren, ihnen bei ihren Problemen, auch Krankheiten in Wirklichkeit nicht zu helfen, allen Versprechen zum Trotz. Gerade in Zeiten, in denen viele nach Orientierung suchen, sich viele Fragen stellen, erscheint der Blick in diese Szene notwendig zu sein. Natürlich wissen wir aus eigener Erfahrung, dass viele Kirchengemeinden eine vorbildliche und sinnvolle Arbeit zum Nutzen ihrer Gläubigen machen. Genau diese engagierten Gemeinden sollen ermutigt werden, indem wir auf die fehlende Seriosität jener hinweisen, die statt „normaler\" Gemeindearbeit lieber auf spektakuläre Inszenierungen, unheilvolle Heilungsversprechen oder absurde „Sündenregister\" setzen - um damit Menschen zu erreichen, an sich zu binden und dann ein Leben zu fordern, das mit christlichen Werten häufig nichts mehr zu tun hat.\r\n\r\nWir haben während der Recherchen zu dieser Dokumentation mit vielen, auch gläubigen Menschen gesprochen, die detailliert beschreiben, wie ihr Glaube, ihre Vorstellung von einem christlichen Leben ausgenutzt wurde und sie in eine totale Abhängigkeit zu den Gruppen und ihren Leitern geführt hat. Auch nach Ausstrahlung des Filmes schreiben uns viele, die Ähnliches erlebt haben, dies als besonders schmerzhaft empfinden und sich häufig dafür auch schämen. Diese missbräuchlichen Strukturen, wo auch - wie es ein evangelischer Pfarrer im Film formuliert - der \"Glaube als Machtmittel\" instrumentalisiert wird, haben wir aufgezeigt. An keiner Stelle war es unsere Absicht, pauschal die Ernsthaftigkeit und Seriosität all jener in Zweifel zu ziehen, die an Gott glauben, die sich in seinem Sinne engagieren.\r\n\r\nWir hoffen, dass wir Ihnen unsere Haltung einsichtig machen konnten.\r\n\r\nMit freundlichen Grüßen",
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