Informationsfreiheit: Der BND will nicht mitmachen

Die härteste IFG-Nuss bei FragDenStaat ist weiterhin der Bundesnachrichtendienst. 22 Anfragenstellten User bisher an den Geheimdienst. Eine befriedigende Antwort erhielt davon: niemand.

Dabei wäre es sicher interessant zu wissen, was der BND über seine Beteiligungen an Filmproduktionen zu sagen hat und was genau im Memorandum of Agreement zwischen dem BND und der NSA steht.

Auf Anfragen verschickt die Behörde die immer gleichlautende Antwort:

“Ein Auskunftsanspruch nach § 1 IFG(Informationsfreiheitsgesetz) muss bereits aus Rechtsgründen abgelehnt werden.Für den Bundesnachrichtendienst gilt die Bereichsausnahme des § 3 Nr. 8 IFG. Nach dieser Vorschrift besteht gegenüber den Nachrichtendiensten des Bundes kein Anspruch auf Informationszugang. Ein Sachverhalt, der den Anwendungsbereich des Verbraucherinformationsgesetz (VIG) eröffnet, oder auch zum Umweltinformationsgesetz (UIG) wurde von Ihnen nicht vorgetragen.”

(Übrigens auch dann, wenn die Anfrage nach dem Verbraucherinformationsgesetz vorgetragen wurde.)

Das kann auch mal bizarr werden: Als der BND vor einigen Monaten Schilder an ihren Außenstellen anbrachte, rief er direkt eine “Transparenzoffensive” aus. Eine Anfrage zu den Kosten der Schilder wollte er dann aber nicht beantworten.

Sich bei den Ablehnungen auf das IFG zu berufen mag formell korrekt sein - inhaltlich ist es aber oft Unsinn.

Schließlich sind die Nachrichtendienste aus Gründen des “Schutzes der öffentlichen Sicherheit” vom IFG ausgenommen. Dahinter versteckt sich der BND auch dann, wenn das öffentliche Interesse groß und die Bedrohung für die Sicherheit nicht existent ist.

Daher gehört die Ausnahme für Nachrichtendienste im IFG abgeschafft. Sicherheitsfragen sind durch den Rest des Gesetzes schon ausreichend abgedeckt. Wenn der BND eine breite Vertrauensbasis in der Gesellschaft will, sollte er aufhören zu mauern.

Was anscheinend aber möglich ist: vom BND freigegebene Dokumente anzufordern, die vor mehr als 30 Jahren erstellt wurden, etwa zu einer geheimen Armee von Weltkriegsveteranen. Hier fordert der BND jedoch einen gesonderten Antrag - und zwar nach §5 Abs. 1 des Bundesarchivgesetzes.

Wer Anfragen an das BND stellen will, kann das hier tun. Erfolgsversprechender könnte es in manchen Fällen sein, sich an die Aufsichtsbehörde des BND zu wenden: Das Bundeskanzleramt.

Dieser Beitrag ist auch bei netzpolitik.org erschienen.

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Arne Semsrott

Arne ist Journalist und Projektleiter von FragDenStaat.

E-Mail: arne.semsrott@okfn.de (PGP)

Twitter: @arnesemsrott

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