Festwoche der Informationsfreiheit: Unsere neue Kunstedition und mehr

In diesem Jahr wollen wir die Feierlichkeiten länger auskosten. Am 28. September ist der internationale Tag der Informationsfreiheit. Wir feiern mit Ihnen die gesamte Woche unter anderem mit einem Kampagnenlaunch und der neuen Kunstedition – dieses Jahr natürlich die „Corona“-Edition.

Kaum ein netzpolitisches Thema hat dieses Jahr so stark die öffentliche Debatte geprägt wie die Corona-Warn-App. Was die Zivilgesellschaft schon seit Jahrzehnten fordert, hat die Bundesregierung hier endlich erstmals im großen Stil umgesetzt: Dezentrale Datenspeicherung und ein Open Source-Quellcode, für alle auf Github einsehbar und kommentierbar.

Im Gegensatz dazu bietet der Vertrag zwischen dem Gesundheitsministerium und SAP, die gemeinsam mit Telekom mit der Entwicklung der App beauftragt wurden, weitaus weniger Einblick. Ausgerechnet eine Passage zu Urheberrecht und Open Source schwärzte das Ministerium. Ob es die Ironie dabei begriff oder nicht – es qualifizierte sich damit für unsere Kunstedition 2020.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Debatte um die Corona-Warn-App nicht nur in diesem Einzelfall eine Wirkung gezeigt hat, sondern dass die Bundesregierung ein wenig von ihrer Angst vor Open Source verloren hat. Was mit öffentlichen Geldern finanziert wurde, muss öffentliches Gut sein.

Eine Woche feiern – Kunstedition als Dankeschön

Wie jedes Jahr ist der Tag den Informationsfreiheit ein guter Zeitpunkt, eine Dauerspende für FragDenStaat einzurichten, denn wir brauchen Ihre Unterstützung. Neue Fördermitglieder:innen erhalten für eine jährliche Spende von 250 Euro eine limitierte Kunstedition auf Wunsch als Dankeschön zugeschickt. Alternativ können sich Spender:innen seit diesem Jahr auch ab schon 10 Euro im Monat auf ein Welcome-Paket mit exklusiven FragDenStaat-Beutel und mehr freuen.

Die Festwoche wollen wir mit einer gemeinsamen Community-Aktion begehen: Teilen Sie in dieser Woche eine Ihrer Anfragen auf Twitter und Co mit dem Hashtag #anfrageistraus und machen Sie so Ihre Follower und Freund:innen auf ihr Recht auf öffentliche Informationen aufmerksam. Falls Sie gerade keine Ideen für eine Anfrage haben, lohnt sich immer ein Blick in unseren Hilfe-Bereich oder Sie warten bis zum 28.09. – dann startet unsere neue Kampagne!

→ Mehr zur Festwoche und der FragDenStaat-Kunstedition 2020: „Corona“

→ Kunsteditionen der vergangenen Jahre

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Judith Doleschal

Judith arbeitet bei FragDenStaat für die Community-Entwicklung, Kommunikation sowie Fundraising.

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Lea Pfau

Lea ist Campaignerin bei FragDenStaat und arbeitet zusätzlich zum Volksentscheid Transparenz.

Einen Moment noch! Bevor Sie gehen, haben wir noch eine Frage für Sie: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Informationen bekannt geworden wären, wenn es FragDenStaat nicht gäbe? Hätten andere Medien das Originaldokument veröffentlicht? Hätten andere geklagt, um allen Bürger:innen zukünftig die gleichen Chancen zu ermöglichen?

Unsere Recherchen, Klagen und Kampagnen sind essentiell, um unsere Politik und Verwaltung transparenter zu machen! Wir kämpfen für eine informierte Zivilgesellschaft, um unsere Demokratie zu stärken. Daraus schlagen wir kein Profit. Im Gegenteil: Als gemeinnütziges Projekt sind wir auf Spenden angewiesen. Werden Sie also Informationsbefreier:in und unterstützen Sie unsere Arbeit!

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