Klima-Gebäude-Check: Wie klimafreundlich ist Ihre Kommune?

Fast 30 Prozent von Deutschlands CO2-Emissionen entfallen auf den Gebäudebereich. Ohne energieeffiziente Gebäude sind die Klimaziele also nicht zu erreichen. Wie klimafreundlich Bund, Länder und Kommunen tatsächlich sind, soll der Gebäude-Klima-Check jetzt ans Licht bringen – unsere neue Kampagne gemeinsam mit der Deutschen Umwelthife geht an den Start!

DUH; Happy Art/stock.adobe.com

Bund, Länder und Kommunen haben die Einhaltung konkreter Klimaziele zugesichert und besitzen eine gesetzlich verankerte Vorbildfunktion. Stichproben zeigen allerdings, dass der Gebäudezustand öffentlicher Einrichtungen häufig weit unter den klimapolitisch notwendigen Standards liegt. Um den Druck zu erhöhen und Transparenz zu schaffen, erweitern wir jetzt gemeinsam mit Ihnen die Stichprobe und schaffen Fakten!

Politische Maßnahmen, mit denen die Klimaziele im Bereich von Bauen und Sanieren erreicht werden können, fehlen bisher. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und FragDenStaat fordern daher bis Mitte 2021 konkrete Sanierungsfahrpläne und gültige Bedarfs-Energieausweise für alle öffentlichen Gebäude: „Wie unwichtig der Bundesregierung das Gebäudethema ist, zeigt sich am Sanierungsfahrplan für die Bundesliegenschaften: Der Plan ist längst erstellt, wurde aber nie veröffentlicht. Ein Budget für die Sanierung der bundeseigenen Gebäude sucht man im Haushaltsplan vergeblich. Die Bundesregierung muss außerdem ein Register zur freien Einsicht der Energieausweise aller öffentlichen Gebäude beschließen, wie es in Dänemark bereits Praxis ist. Alle Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht zu erfahren, wie ernst es Politiker in Kommunen, Länder und Bund mit dem Klimaschutz in ihren eigenen Arbeitsplätzen nehmen“, so Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Daten für die Klimaverträglichkeit von öffentlichen Gebäuden

Die Verschwendung von Energie und Steuergeldern darf kein Staatsgeheimnis sein. Bei öffentlichen Gebäuden haben wir aber nicht nur ein Transparenz-Problem, sondern auch ein Datenproblem. Bisher können wir maximal schätzen, wie schlecht die Energieeffizienz öffentlicher Gebäude tatsächlich ist. Mit unserer Aktion schaffen wir nun erstmals die Grundlage, umfassend Daten für die Klimaverträglichkeit von öffentlichen Gebäuden bereitzustellen.

Schule, Rathaus oder Schwimmbad – die Daten aus den befreiten Energieausweisen können dann in das neue Datenblatt zur Kampagne eintragen werden. Dieses Feature ist neu und macht die Auswertung der gewonnenen Ergebnisse im Anschluss möglich.

Dienstsitze der Bundesminister:innen fallen durch den Klima-Check

Insgesamt fallen zwölf von fünfzehn Dienstsitze beim Klima-Check der DUH durch. Lediglich die drei Ministerinnen Karliczek, Schulze und Klöckner sind beim Klimaschutz ihrer Dienstsitze auf einem guten Weg: Die Gebäude haben einen Primärenergiebedarf von maximal 70 kWh/m². Mit einem Energiebedarf von 36 kWh/m² ist das Forschungsministerium bereits jetzt mit den Klimazielen von 2050 kompatibel. Wie im vergangenen Jahr sticht das Kanzleramt besonders negativ hervor: Der Dienstsitz der Kanzlerin konnte keinen gültigen Energieausweis vorlegen, der Primärenergiebedarf beläuft sich auf 195 kWh/m², Energieträger ist weiterhin Heizöl.

Rote Karten vergibt die DUH in diesem Jahr außerdem an alle Ministerien, die keinen Bedarfsausweis vorgelegt haben. Das waren 2019 nur drei, 2020 hingegen acht. Bedarfs-Energieausweise geben den energetischen Standard eines Gebäudes vergleichbar und aussagekräftig an. Verbrauchsausweise dagegen basieren nur auf alten Verbrauchsdaten und lassen keinen Vergleich mit anderen Gebäuden zu. Die DUH fordert deshalb ausschließlich Bedarfsausweise.

Zur Kampagnenseite „Gebäude-Klima-Check“

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Judith Doleschal

Judith arbeitet bei FragDenStaat für die Community-Entwicklung, Kommunikation sowie Fundraising.

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