Ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei FragDenStaat? Das lohnt sich!

Seit fast einem halben Jahr macht Max Kronmüller seinen Bundesfreiwilligendienst bei FragDenStaat. In dieser kurzen Zeit ist viel passiert! Ab September wird eine neue Stelle frei. Warum sich ein Freiwilligendienst bei FragDenStaat lohnt, erzählt er in diesem Artikel.

Nach der erfolgreichen Gerichtsverhandlung gegen das Bundesfinanzministerium –

November 2020, OVG Berlin/Brandenburg

Was ist ein Freiwilligendienst?

Nach der Schule ist es möglich, einen Freiwilligendienst zu machen. Dabei gibt es mehrere staatlich unterstützte Angebote, etwa das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Diese unterscheiden sich nur geringfügig. Die Rahmenbedingungen des BFDs, das ich absolviere, sind folgende:

In meiner Einsatzstelle, der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. (OKF) arbeite ich 38 Stunden pro Woche im Projekt FragDenStaat. 30 Tage des Jahres sind für sogenannte Bildungstage reserviert. Dort finden etwa Seminare zur politischen Bildung oder Zukunftsplanung statt. Die Bildungstage werden von der Trägerin des Freiwilligendienstes veranstaltet; bei der OKF ist die Trägerin Freiwilliges Jahr Beteiligung, ein von ehemaligen Freiwilligen ins Leben gerufene Programm. Ferner kümmert sich die Trägerin um viele organisatorische Dinge, unterstützt die Freiwilligen bei Fragen oder Problemen und schafft Möglichkeiten zur Vernetzung.

Die ehrenamtliche Tätigkeit als Freiwilligendienstleistender wird mit 320 Euro Taschengeld im Monat vergütet. Für die Deckung von Lebenskosten in Berlin reicht das natürlich nicht – jedoch erhält man weiterhin etwa 200 Euro Kindergeld und kann weitere Unterstützung, wie Wohngeld, beantragen.

Mein Freiwilligendienst bei FragDenStaat

Nach dem Abitur wollte ich nicht direkt ein Studium beginnen und habe mich für ein freiwilliges Jahr entschieden. Über Jugend Hackt wurde ich auf die Open Knowledge Foundation und das Projekt FragDenStaat aufmerksam und habe mich auf die Stelle dort beworben.

Der Freiwilligendienst startete im September direkt mit den Teamtagen in Brandenburg – optimal, um das Team kennenzulernen. Im Oktober habe ich mich zusammen mit Judith viel mit unserer Social Media-Präsenz beschäftigt und kümmere mich seitdem um das (meist) regelmäßige Format „Anfrage der Woche“, das wir in unserer Instagram-Story veröffentlichen.

Im November habe ich mich gemeinsam mit Lea um die Aufnahme des „Wer fragt den Staat?“-Musikvideos gekümmert – dass die Produktion eines Deichkind-Parodietracks zu meinen Aufgaben zählen würde, hätte ich vor Beginn des BFDs absolut nicht erwartet.

Im Dezember begannen die Planungen an der Kampagne Verschlusssache Prüfung gemeinsam mit Wikimedia Deutschland, deren Durchführung meine Aufgabe sein sollte. Mit der Unterstützung von Magda habe ich das Kampagnensystem weiterentwickelt, gemeinsam mit Arne Artikel geschrieben und mit Bernd von Wikimedia am 26. Januar die Kampagne gestartet.

Abwechslungsreicher kann eine Tätigkeit eigentlich kaum sein: Ich konnte an Gerichtsverhandlungen teilnehmen, eine Vielzahl von Anfragen stellen und auswerten, interne Abläufe mitgestalten, mich politisch weiterbilden und noch vieles mehr. Ob Recht, Kommunikation, Plattformentwicklung oder Kampagnenplanung – in jede der vielfältigen Disziplinen, die FragDenStaat umfasst, konnte ich nicht nur einen Einblick gewinnen, sondern auch jeweils aktiv mitwirken.

Lust, mitzumachen?

Möchtest du auch einen Freiwilligendienst bei FragDenStaat machen? Ab sofort kannst du dich dafür bewerben! Alle Informationen dazu findest du auf der Seite „Jobs“. Fragen zum Freiwilligenjahr bei FragDenStaat kannst du mir gerne per E-Mail stellen.

weitere Informationen zum BFD und zur Bewerbung

Bild des Autors

Max Kronmüller

Max macht seinen Bundesfreiwilligendienst bei FragDenStaat. Kontakt via E-Mail (PGP) oder Mastodon.

Einen Moment noch! Bevor Sie gehen, haben wir noch eine Frage für Sie: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Informationen bekannt geworden wären, wenn es FragDenStaat nicht gäbe? Hätten andere Medien das Originaldokument veröffentlicht? Hätten andere geklagt, um allen Bürger:innen zukünftig die gleichen Chancen zu ermöglichen?

Unsere Recherchen, Klagen und Kampagnen sind essentiell, um unsere Politik und Verwaltung transparenter zu machen! Wir kämpfen für eine informierte Zivilgesellschaft, um unsere Demokratie zu stärken. Daraus schlagen wir kein Profit. Im Gegenteil: Als gemeinnütziges Projekt sind wir auf Spenden angewiesen. Werden Sie also Informationsbefreier:in und unterstützen Sie unsere Arbeit!

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