Rückepferde als natur- und klimaschonender Ersatz für Forstmaschinen

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18. Wahlperiode                                                                                      28.05.2021  Drucksache                     18/15207 Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Christian Klingen AfD vom 11.03.2021 Rückepferde als natur- und klimaschonender Ersatz für Forstmaschinen Die Bewirtschaftung des Waldes wurde Jahrhunderte lang mit Rückepferden erfolg- reich durchgeführt. Doch moderne Forstmaschinen arbeiten schneller, was heutzutage wirtschaftlich wichtig ist. Allerdings ist in der heutigen Zeit, bei starken Trockenheiten, Waldbrandgefahren und Stürmen, eine schonende und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder notwendig. Der Einsatz von Rückepferden könnten diese schonende und nachhaltige Bewirtschaftung sicherstellen. Ich frage die Staatsregierung: 1.1        Werden in den bayerischen Staatswäldern Rückepferde als natur- und klimaschonende Alternative zu Forstmaschinen eingesetzt?                                                                  2 1.2        Falls nein, welche Gründe sprechen dagegen?                                                                               2 1.3        Falls ja, wie effektiv ist die Anwendung von Rückepferden?                                                                2 2.1        Gibt es positive Effekte auf die Artenzusammensetzung und Artenvielfalt in den Wäldern durch Einsatz von Rückepferden?                                                                            2 2.2        Falls ja, welche positiven Effekte sind zu verzeichnen?                                                                   2 3.1        Können für den Einsatz von Rückepferden Fördermittel beantragt werden?                                                    2 3.2        Wenn ja, wie hoch ist die Fördersumme?                                                                                    2 3.3        Welches Programm sieht eine solche Förderung vor?                                                                         2 4.		       Hat der Einsatz von Rückepferden in Anbetracht des Klimawandels poten- ziell eine Zukunft?                                                                                                       2 5.		       Welche Klimabilanz weisen Rückepferde gegenüber Forstmaschinen auf?                                                       3 Hinweis des Landtagsamts: Zitate werden weder inhaltlich noch formal überprüft. Die korrekte Zitierweise liegt in der Verantwortung der Fragestellerin bzw. des Fragestellers sowie der Staatsregierung. Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de/parlament/dokumente/ abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de/aktuelles/sitzungen/ zur Verfügung.
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Drucksache 18/15207                Bayerischer Landtag 18. Wahlperiode                                Seite 2/3 Antwort des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 14.04.2021 1.1    Werden in den bayerischen Staatswäldern Rückepferde als natur- und klima- schonende Alternative zu Forstmaschinen eingesetzt? Ja, allerdings nur in begrenztem Umfang und für kleinere Holzmengen. 1.2    Falls nein, welche Gründe sprechen dagegen? Siehe Antwort zu Frage 1.1. 1.3    Falls ja, wie effektiv ist die Anwendung von Rückepferden? Der Einsatz von Rückepferden ist durch folgende Faktoren begrenzt: – Leistung: Die Zugkraft von Rückepferden ist naturgemäß begrenzt, was deren Ein- satzspektrum auf bestimmte Holzerntemaßnahmen und schwache Sortimente be- schränkt; zudem ist die Rücke-Entfernung limitiert. Pferde können außerdem das gerückte Holz nicht poltern. Zur Anlage von Holzpoltern ist daher bei Pferderückung immer eine separate Maschine notwendig. Die Rückeleistung pro Stunde ist bei einem Pferdegespann niedriger als beim Einsatz konventioneller (maschineller) Rücke­technik. – Verfügbarkeit: Ausgebildete Rückepferde und entsprechende Unternehmer sind in Bayern nicht flächendeckend verfügbar. Rückepferde benötigen eine mehrjährige, intensive Ausbildung. Voll ausgebildete Tiere sind daher selten. – Aufwand: Der Organisationsaufwand beim Einsatz von Rückepferden ist vergleichs- weise hoch. Dies betrifft insbesondere den Transport sowie die meist mehrtägige Unterbringung der Tiere in der Einsatzregion. 2.1    Gibt es positive Effekte auf die Artenzusammensetzung und Artenvielfalt in den Wäldern durch Einsatz von Rückepferden? 2.2    Falls ja, welche positiven Effekte sind zu verzeichnen? Zu dieser Fragestellung liegen keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. 3.1    Können für den Einsatz von Rückepferden Fördermittel beantragt werden? 3.2    Wenn ja, wie hoch ist die Fördersumme? 3.3    Welches Programm sieht eine solche Förderung vor? Die Bayerische Forstverwaltung hat das Rücken mit Pferden mit einem Fördersatz von 3 Euro pro Festmeter in die Fördermaßnahme 2.3.5 „Bodenschonende Bringung“ der aktuellen waldbaulichen Förderrichtlinie WALDFÖPR 2020 aufgenommen, die am 17.02.2020 in Kraft getreten ist. Die Richtlinie ist unter https://www.waldbesitzer-portal. bayern.de/048719/index.php abrufbar. Die Maßnahme ist bislang allerdings aufgrund des Förderfokus auf Schadbewältigung, Wiederaufforstung und Naturverjüngung noch nicht geöffnet. Eine Öffnung ist nach derzeitigem Stand voraussichtlich zum Jahres- beginn 2022 zu erwarten. 4.		   Hat der Einsatz von Rückepferden in Anbetracht des Klimawandels poten- ziell eine Zukunft? Ja, in dem unter Antwort 1.1 und 1.3 beschriebenem Rahmen.
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Drucksache 18/15207              Bayerischer Landtag 18. Wahlperiode                        Seite 3/3 5.		  Welche Klimabilanz weisen Rückepferde gegenüber Forstmaschinen auf? Zu dieser Fragestellung liegen derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.
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