Münster_anlage1

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Die Maßnahmenvorschläge nach Handlungsfeldern                                                                       41 Kennung          Maßnahme                                  Teilmaßnahme Einbindung der strategischen Schwerpunkte aus dem Mas- MOB 1                                                      Fahrradinfrastruktur stärken terplan Klimaschutz in den Masterplan Münster Multimodale Mobilität fördern und bestehendes SPNV- und ÖPNV-Angebot verbessern Autoarme Innenstadt und autoarme Wohnquartiere entwi- ckeln Zielgruppengerechte Mobilitäts-Sharing-Konzepte entwi- ckeln Klimaschonende Mobilität in MOB 2                                                      Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektroautos der Stadtverwaltung fördern Aufbau einer Koordinierungsstelle "Elektromobilität" Städtisches Mobilitätsmanagement unter Klimaschutzas- pekten Umstellung des ÖPNV auf Umstellung der Münsteraner Busflotte auf Elektro- und MOB 3            Elektro- und Wasserstoffmobi- Wasserstoffmobilität lität Ausbau von Förderstrukturen MOB 4                                                      Städtisches Förderprogramm für E-Lastenräder für den Umweltverbund Städtisches Förderprogramm für innovative Mobilitätsan- gebote Integriertes regionales ÖPNV-             Etablierung eines integrierten ÖPNV-SPNV-Systems mit MOB 5 SPNV-System                               erhöhten Takten in der Stadtregion Aufbau einer Ladeinfrastruktur            Abgestimmte Bedarfsplanung für öffentliche Ladeinfra- MOB 6 für den Endnutzer                         struktur und Koordination mit Bestand Dienstleistungsangebote für private Ladeinfrastruktur Öffentlichkeitsarbeit für Klima- freundliche Mobilität: Zielgrup- MOB 7            pengerechte Kommunikation                 Mobilitätsangebote zum Testen und Ausprobieren konkreter und innovativer Mo- bilitätsangebote Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Best-Practice "Klimafreundliche Mobilität" Tabelle 4-9             Liste der Maßnahmen und Teilmaßnahmen im Handlungsfeld Mobilität Bericht_Massnahmenkatalog 2030_Stand_2019_08_26-final_JS.docx Stand: 02.09.2019 17:43:00
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42                                                                                                           Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 4.5.4       Bewertung im Überblick Punkte               Punkte Laufzeit    THG -        Gesamt-       Punkte CO2-       Punkte    Kosten- MOB      Mobilität                                             der         Einsparung kosten          Hebelwirku Minderungs Priorität Nutzen- Maßnahme    (t/a)        (€)           ng potenzial            Verhältnis Einbindung der strategischen Schwerpunkte aus MOB 1                                                          2021 - 2030                  120.000 €      5          4          5         3 dem Masterplan Klimaschutz in den Masterplan                      12.316 MOB 2    Klimaschonende Mobilität in der Stadtverwaltung       2021 - 2030 4.393            124.000 €      4          2          5         1 MOB 3    Umstellung des ÖPNV auf Elektro- und                  2021 - 2030 6.225             30.000 €      4          2          4         5 MOB 4    Ausbau von Förderstrukturen für den Umweltverbund     2021 - 2030 6.770            240.000 €      4          3          3         1 MOB 5    Integriertes regionales ÖPNV-SPNV-System              2021 - 2030 7.019             55.000 €      5          3          4         4 MOB 6    Aufbau einer Ladeinfrastruktur für den Endnutzer      2021 - 2025 15.190           110.000 €      3          5          3         4 Öffentlichkeitsarbeit für Klimafreundliche Mobilität: MOB 7    Zielgruppengerechte Kommunikation konkreter und       2021 - 2030                  165.000 €      4          5          4         2 innovativer Mobilitätsangebote                                    14.089 Summe                                                                          66.002,0     844.000 € Tabelle 4-10           Kosten, Einsparpotenziale und Bewertung der Maßnahmen im Handlungsfeld Mobilität im Überblick
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Die Maßnahmenvorschläge nach Handlungsfeldern                                                                43 4.6          Koordination und übergreifende Projekte Das Handlungsfeld hat übergeordneten Charakter und zielt auf die Vernetzung, fachliche Kooperation und das Management der zahlreichen Klimaschutzaktivitäten. Um den Kraftakt hin zu einem klimaneutralen Münster 2050 leisten zu können, muss auch die KLENKO als maßgeblich steuernde und ausführende Organisation schrittweise gestärkt, fortgeführt und personell ausgebaut werden. Eine Kernaufgabe der KLENKO wird das fortlaufende Übersetzen der im Masterplan formulierten Strategien in umsetzungsfähige Handlungspro- gramme sein, mit dem ersten Fokus auf den Zeitraum bis 2030. Um diese Aufgabe zu bewältigen, müssen auch projektorientierte Managementwerkzeuge konzipiert und eingesetzt werden. Der Fördergeber sieht explizit die Einführung von geeigneten Managementstrukturen für die Mammutaufgabe Masterplan 100% Klimaschutz vor. Eine strategische Rolle nimmt auch der Münsteraner Beirat für Klimaschutz ein, der den lang- fristigen Prozess strategisch begleiten soll. 4.6.1        Strategische Schwerpunkte Die strategischen Handlungsempfehlungen im Überblick:  Multiprojektmanagement einführen: Im Rahmen des Masterplankonzepts soll ein Multiprojektmanage- ment konzipiert und eingeführt werden. Dieses Managementsystem trägt der wachsenden Anzahl und Komplexität der Projekte und Klimaschutzaktivitäten Rechnung und ermöglicht es, einen langfristigen strategischen Prozess zu steuern und gleichzeitig die Erfordernisse der einzelnen Projekte im Blick zu be- halten. Das Multiprojektmanagement unterscheidet sich vom Projektmanagement für Einzelprojekte dadurch, dass es eher projektübergreifende, vernetzende und strategische Aufgaben verfolgt und den Pro- jektakteuren nicht ihre Eigenständigkeit nimmt. Das Multiprojektmanagement gliedert sich in zwei Berei- che: zum einen projektorientierte Organisationsformen, die die Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner über Fachgrenzen hinweg erleichtern, zum anderen geeignete digitale Werkzeuge im Sinne einer Projekt- datenbank und digitalen Plattform zur Zusammenarbeit, die Projektakteuren aus unterschiedlichen Orga- nisationen den Zugriff auf freigegebene Projektinformationen ermöglicht und den Überblick über die Pro- jekte erleichtert. Die Einführung eines Multiprojektmanagements für die Münsteraner Klimaschutzprojek- te wird daher empfohlen. Das Ziel des Multiprojektmanagements ist es auch, innovative Bürgerprojekte in das Handlungsprogramm des Masterplankonzepts und in das Projektportfolio zu integrieren. Das Mul- tiprojektmanagement soll daher engagierten Münsteraner Bürgern permanent die Möglichkeit bieten, ei- gene Projektideen in den Klimaschutzprozess einzubringen.  Verwaltungsinterne, integrierte Zusammenarbeit im Klimaschutz stärken: Die Potenzialermittlung und die darauf aufbauend identifizierten strategischen Schwerpunkte des Masterplans verdeutlichen, dass auf- grund der schon jetzt sehr umfangreichen Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster besondere Potenziale in der Vernetzung und integrierten Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg liegen. Das Thema Klima- schutz muss frühzeitiger und querschnittsorientierter in städtische Konzepte, Projekte und Maßnahmen einfließen, um rechtzeitig eine konzeptionelle Weichenstellung im Sinne der Ziele des Masterplans vor- nehmen zu können. Die Einbindung bestehender Strukturen, insbeosndere des bestehenen EEA-Teams bietet hierfür gute Rahmenbedingungen.  Klimabeirat strategisch ausbauen: Bereits seit 2011 existiert in Münster der Beirat für Klimaschutz mit Ver- tretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Institutionen, Verbänden und Politik. Er begleitet den Gesamtpro- zess beratend und bereitet Positionen und Empfehlungen zur Zielerreichung für den Dialogprozess und zur zivilgesellschaftlichen Einbindung vor. Es ist vor dem Hintergrund der Anforderungen des Masterplans 100% Klimaschutz notwendig und sinnvoll, auf dessen Struktur und Erfahrungen aufzubauen und den Bei- rat für Klimaschutz in Bezug auf dessen strategische Aufgaben für die Umsetzungsphase des Masterplans weiterzuentwickeln. Bericht_Massnahmenkatalog 2030_Stand_2019_08_26-final_JS.docx Stand: 02.09.2019 17:43:00
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44                                                                        Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 4.6.2    Strategische Schwerpunkte und Wirkungsebenen zusammenführen Abbildung 4-6    Strategische Schwerpunkte und Wirkungsebenen im Handlungsfeld Kooperation und übergreifende Projekte 4.6.3    Liste der Maßnahmen Im Folgenden werden die Maßnahmen und Teilmaßnahmen im Handlungsfeld Koordination und übergreifen- de Projekte tabellarisch aufgeführt. Kennung    Maßnahme                                 Teilmaßnahme Regionale und überregionale Zusammen- KP 1 arbeit im Bereich Klimaschutz Dezernatsübergreifende Organisations- KP 2       struktur für integrierte Zusammenarbeit im Klimaschutz KP 3       Konzeption "Klimaneutrale Verwaltung" Potenzialstudie Digitalisierung und Kli- KP 4 maschutz Klimaverträglichkeitsprüfung für Ratsbe- KP 5 schlüsse Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit KP 6       „Positives Entscheidungsklima für Klima- )magekampagne „Stadt des Klimaschutzes“ schutz in Münster“ Partner für Klimaschutz in Münster
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Die Maßnahmenvorschläge nach Handlungsfeldern                                                                                                     45 Öffentliches Projektportal Klimaschutz Klimaschutz-Grundlagen zielgruppengerecht aufbereiten und visualisieren Einsatz Social Media Plattformen ausbauen Tabelle 4-11              Liste der Maßnahmen und Teilmaßnahmen im Handlungsfeld Koordination und übergreifende Projekte 4.6.4         Bewertung im Überblick Punkte               Punkte Laufzeit    THG -                       Punkte Gesamt-                   CO2-       Punkte    Kosten- KP           Koordination und übergreifende Projekte            der         Einsparung                  Hebelwirku kosten (€)                Minderungs Priorität Nutzen- Maßnahme    (t/a)                       ng potenzial            Verhältnis Regionale und überregionale Zusammenarbeit im KP1                                                             2021 - 2030 0                  10.000 €      2          -          3         - Bereich Klimaschutz Dezernatsübergreifende Organisationsstruktur für KP2                                                             2021 - 2030 0                  40.000 €      3          -          4         - integrierte Zusammenarbeit im Klimaschutz KP3          Konzeption "Klimaneutrale Verwaltung"              2021 - 2023 124                75.000 €      3          1          3         2 KP4          Machbarkeitsstudie Digitalisierung und Klimaschutz 2022 - 2023 0                  30.000 €      1          -          2         - KP5          Klimaverträglichkeitsprüfung für Ratsbeschlüsse    2021 - 2030 0                  30.000 €      3          -          3         - Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit KP6                                                             2021 - 2030 10.126          1.050.000 €      5          4          5         5 „Positives Entscheidungsklima für Klimaschutz in Summe                                                                           10.250,0    1.235.000 € Tabelle 4-12              Kosten, Einsparpotenziale und Bewertung der Maßnahmen im Handlungsfeld Kooperation und übergreifende Projekte im Überblick Bericht_Massnahmenkatalog 2030_Stand_2019_08_26-final_JS.docx Stand: 02.09.2019 17:43:00
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46                                                                            Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 5          Konzept zur Erfolgskontrolle Erfolge sollten im kommunalen Klimaschutz dokumentiert werden. Einerseits um die Wirksamkeit der Maß- nahmen zu überprüfen, andererseits um mit dokumentierten Erfolgen die Vorteile der lokalen Klimaschutzar- beit zu zeigen. Eine solche Erfolgskontrolle kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden und hat entsprechend unterschiedliche Ziele und Aussagewirkungen. Für Kommunen stehen dazu verschiedenen Monitoring- Instrumente zur Verfügung (vgl. Abbildung 5-1). Prinzipiell wird zwischen quantitativen Instrumenten, durch welche konkrete Einspareffekte dargestellt werden können, und qualitativen Instrumenten, welche v.a. weite- re Auswirkungen der Klimaschutzarbeit und Maßnahmen beschreiben, unterschieden. Zudem kann zwischen „Top-down“-)nstrumenten, welche die Kommune als Ganzes betrachten und „Bottom up“-Instrumenten, welche die Klimaschutzmaßnahmen einzeln untersuchen, differenziert werden. Abbildung 5-1: Übersicht über die verschiedenen Elemente eines umfassenden Klimaschutz-Monitorings THG-Bilanzen und die Indikatoren dienen als wichtiges quantitatives kommunales Monitoring-Instrument, um langfristige Entwicklungen bei den Treibhausgasemissionen einer Kommune aufzeigen zu können. Neben der konkreten Klimaschutzarbeit der Stadt können jedoch auch andere Faktoren Auswirkungen auf die Energie- und THG-Bilanz der Stadt haben (vgl. Abbildung 5-2). Ein Monitoring der Klimaschutzarbeit der Stadt kann deswegen durch eine Energie- und THG-Bilanz nicht dargestellt werden. Soll ein umfassendes Klimaschutz-Monitoring der Klimaschutzarbeit erfolgen, wird empfohlen, alle durchge- führten Maßnahmen von Beginn an mit entsprechenden Umsetzungszielen zu versehen, diese zu messen und mit Erfolgsindikatoren zu hinterlegen. Für die Stadt Münster wurde für alle Maßnahmen und Teilmaßnahmen ein Monitoring-Set entwickelt, welches im Folgenden beschrieben wird.
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Konzept zur Erfolgskontrolle                                                                               47 Abbildung 5-2: Einflussfaktoren auf eine THG-Bilanz 5.1          Maßnahmenmonitoring – Einordnung und Messbarkeiten Das Maßnahmen-Monitoring in Münster könnte im Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens erfolgen. In den ersten Schritten soll die Maßnahme zunächst in die Handlungsmöglichkeiten und das Top-down-Monitoring eingeordnet werden, bevor für die Teilmaßnahmen konkrete Erfolgsfaktoren und dahinterliegende Indikato- ren vorgeschlagen werden. Die für Münster vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen verschiedene technische Handlungsfelder im Klima- schutz wie z.B. die energetische Gebäudesanierung. In diesen Handlungsfeldern haben Kommunen mehr oder weniger Möglichkeiten Einfluss zu nehmen. In einem Mehrebenensystem (EU, Bund, Land, Kommune) ist es eher der Fall, dass lokale Akteure, wie z.B. Hausbesitzer, durch einen aufeinander abgestimmten Maßnah- menmix auf den verschiedenen Ebenen zur Umsetzung motiviert werden. Eine Vorab-Einordnung wie in Abbildung 5-3 hilft lokalen Akteuren, die kommunalen Handlungsmöglichkeiten eine Kommune in einem technischen Handlungsfeld in vorliegenden Mehrebenensystem zu erkennen. Es wird zwischen fünf Handlungsmöglichkeiten unterschieden. So werden neben Ordnungs- und Planungs-rechtlichen Möglichkeiten „Fordern“ auch die Möglichkeiten für finanzielle Förderung z.B. durch ein Förderprogramm) berücksichtigt. Unter „Fachlicher und organisatorischer Unterstützung“ wird die Möglichkeit für Kommunen verstanden, lokale Akteure mit fachlichem Know-how, Organisation von Prozessen (z.B. Netzwerkarbeit) oder Kapazitäten (z.B. Bereitstellung von Infrastruktur oder Moderation) zu unterstützen. Eine weitere Hand- lungsmöglichkeit bietet die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, unter der beispielsweise durch Aktionen Bericht_Massnahmenkatalog 2030_Stand_2019_08_26-final_JS.docx Stand: 02.09.2019 17:43:00
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48                                                                                               Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 oder konkrete Beratungsleistungen subsumiert werden können. Die Möglichkeiten der direkten Investition oder Trägerschaft durch die Kommune selbst ist häufig aufgrund von finanziellen Restriktionen beschränkt und findet sich im Grunde nur im eigenen Einflussbereich (kommunale Gebäude) wider. Der vorliegende Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 versucht, die Handlungsmöglichkeiten der Stadt Münster in den ver- schiedenen Themenfeldern entsprechend auszureizen. Ordnungs- / Planungs-     Finanzielle     Förde-  Fachliche und organisa-       Information und Öffent-        Investition und Trä- recht                     rung                    torische Unterstützung        lichkeitsarbeit                gerschaft Mittel                    Gering bis mittel       Mittel bis hoch               Mittel bis hoch                Keine Möglichkeit Abbildung 5-3: Einordnung der kommunalen Handlungsmöglichkeiten in einem Themenfeld (Beispiel hier: Energetisch hochwertiger Neubau) Die Maßnahmen haben wiederum direkte und indirekte Auswirkungen auf die Energie – und THG-Bilanz der Stadt Münster. Im nächsten Schritt wurden deswegen diese Auswirkungen für alle Maßnahmen und entspre- chend mögliche Erfolgsindikatoren genannt (vgl. Tabelle 5-1). Es ist dabei zu berücksichtigen, dass die Maß- nahme und die Teilmaßnahmen nur Ergänzungen von Maßnahmen in einem Mehrebenensystem sind (s.o.). Die Entwicklungen in der Energie- und THG-Bilanz sind deswegen das Ergebnis des Zusammenspiels all dieser Maßnahmen und keine Bewertung der Einzelmaßnahmen. Eine Bewertung dieser Maßnahmen erfolgt im nächsten Schritt. Tabelle 5-1: Messbarkeite auf Makroebene (über Energie und THG-Bilanz der Stadt (Beispiel hier: Energetisch hochwertiger Neubau) sowie daraus ableitbare Erfolgsindikatoren Direkt                                                            Indirekt Energie- und THG-Bilanz der Gebäude (Vergleich zu Neubau nach     Über Energie- und THG-Bilanz der Stadt (theoretische (witte- EnEV)                                                             rungskorrigierte) Steigerung zwischen zwei Jahren mit und ohne Neubau Erfolgsindikatoren der Maßnahme    Energetischer Standard: Anteil des Neubaus (m² ) gegenüber EnEV-Standard    Suffizienz: Wohnfläche pro Person im Neubau Im nächsten Schritt wird der Fokus von der übergeordneten Maßnahme auf die einzelnen Teilmaßnahmen gelegt. Für diese wird zunächst in den Maßnahmenblättern beschrieben, welche kommunalen Handlungs- möglichkeiten (s.o.) durch die Einzelmaßnahmen adressiert werden (vgl. Tabelle 5-2). Daneben werden direk- te Faktoren für Erfolge bzw. Meilensteine genannt. Diese Faktoren und Meilensteine können qualitativ und quantitativ sein. Zumeist sind diese Erfolgsfaktoren und Meilensteindarstellung ohne weiterführende Evalua- tionsarbeit zu erfassen. Werden zusätzlichen Aufgaben nötig, wird ein Hinweis auf eine weiteführende Evalua- tion gegeben. Lassen sich aus den Faktoren und Meilensteine konkrete Erfolgsindikatoren ableiten, wird dies ebenfalls benannt. Vorteil an solchen Indikatoren ist, dass sich Erfolge der Maßnahmen gegenüber absoluten Werten entsprechend besser einordnen lassen. Aus den Indikatoren wiederum lassen für verschiedene Teil- maßnahme weitere Werte ableiten, die konkrete Energie- THG- oder finanzielle Einsparungen beinhalten. Teilmaßnahme           Betroffene kommunale        Direkte Erfolgskontrolle /       Möglicher Indikator           Ableitbare Werte Handlungsmöglichkeiten      Meilensteine                                                   aus Indikatoren "Münsters Energie- -        Flankieren,            -     Weiterentwicklung des       -     Anteil Energiespar-    Gegenüber gesetz- sparhaus 55" für -          Information und              Standards erfolgt (u.a.           häuser 55 am Neubau    lichen Standards Wohn- und Nicht-            Öffentlichkeitsarbeit        um ökologischer As-               (m²) pekte)                                                   -     Eingesparte
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Konzept zur Erfolgskontrolle                                                                                  49 Wohngebäude                                            -    Entwicklung von                       Energie evaluieren         und                                      Standards für städte-             -   Eingesparte weiter entwickeln                                           bauliche Instrumente                  THG- und privatrechtlichen                 Emissionen Instrumenten zur För-             -   Eingesparte derung des Standards                  Energiekosten Tabelle 5-2: Messbarkeit Mikroebene (Teilmaßnahmen; Hier am Beispiel der Teilmaßnahmen „Münster Energiesparhaus “ 5.2          Weitere Monitoring-Instrumente in Münster Top-Down-Monitoring mit Indikatoren Die Top-Down-Bilanzierung sollte weiterhin regelmäßig fortgeschrieben werden. Dabei könnten, neben den Globalzielen (THG-Minderung alle Sektoren) die sektoralen Ziele unter die Lupe genommen. Ergänzt werden diese durch das Monitoring wesentlicher Indikatoren, die aus der Top-Down-Bilanz abgeleitet werden. Fol- gende Indikatoren könnten auf Basis der Energie- und THG-Bilanz der Stadt Münster beispielsweise darge- stellt werden:      Treibhausgase Gesamt pro Einwohner*in      Treibhausgase Private Haushalte pro Einwohner*in      Anteil Erneuerbare Stromerzeugung (lokal) am Gesamtstromverbrauch      Anteil Erneuerbare Wärmeversorgung (lokal) am Gesamtwärmeverbrauch      Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung am Gesamtwärmeverbrauch      Energieverbrauch Haushalte pro Einwohner*in      Energieverbrauch Gewerbe pro Beschäftigten      Modal Split (Verkehrsmittelwahl im Münsteraner Binnenverkehr)      Energiebedarf des motorisierten Individualverkehrs pro Einwohner*in      Treibhausgase der kommunalen Einrichtungen (vgl. Energiebericht der Stadt)      Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung am Wärmeverbrauch der kommunalen Einrichtungen (vgl Ener- giebericht der Stadt)      Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung pro Einwohner*in (vgl. Energiebericht der Stadt) Qualitatives Monitoring: European Energy Award Die Stadt Münster nimmt auch seit vielen Jahren am European Energy Award teil und ermittelt damit jedes Jahr den aktuellen Umsetzungsstand von Projekten im Klimaschutz und der umweltfreundlichen Energiever- sorgung. Zudem dokumentiert ein Sachstandsbericht alle zwei Jahre die Fortschritte der Stadt. Dieser Prozess sollte auch in Zukunft fortgeführt werden, da dies ein in Münster langjährig erprobtes Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren ist und somit die Entwicklung in den Bereichen Energie und Klimaschutz gut nachvollzogen werden kann und auch negative Entwicklungen sichtbar werden und gegengesteuert werden kann. Zudem ist es ein europaweit anerkanntes Auszeichnungsverfahren im kommunalen Klimaschutz, wel- ches die Stadt Münster vor dem Hintergrund der erst in 2018 wieder bestätigten Zertifizierung mit dem Euro- pean Energy Award in Gold auch für ihr internationales Stadtmarketing stärker nutzen könnte. Bericht_Massnahmenkatalog 2030_Stand_2019_08_26-final_JS.docx Stand: 02.09.2019 17:43:00
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50                                                                              Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 6          Zielerreichung im Jahr 2030 Die Zielsetzungen aus dem Masterplan 100% Klimaschutz basieren auf der vom Bundesumweltministerium vorgegebenen Berechnungsmethodik und Bilanzierungssystematik, die die Stadt Münster bereits seit mehr als 10 Jahren anwendet. Dabei muss berücksichtigt werden, dass eine CO 2-Bilanz nicht als maßnahmenschar- fes Instrument zur Erfolgsbewertung einzelner Maßnahmen eingesetzt werden kann, sondern diese einen Überblick über die Gesamtzielerreichung gibt. Gleiches gilt für den Reduktionsbeitrag des Handlungspro- gramms 2030: Dieser errechnet sich auf Basis unterschiedlicher Annahmen, die in jedem Handlungsfeld auf Ebene der Teilmaßnahmen vorgenommen wurden, um die möglichen quantitativen Einspareffekte – da wo es fachlich möglich ist – hinreichend genau abzuschätzen und insgesamt eine Größenordnung der durch das Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 erzielbaren CO2-Einsparungen zu erhalten. Ordnet man diese in die bisherige und in die für die Zielerreichung erforderliche Entwicklung der gesamtstäd- tischen CO2-Emissionen (mit lokalem Strommix berechnet) ein, wird deutlich, dass  bei Fortschreibung der bisherigen Entwicklungen seit 1990 im Zeitraum von 2015 bis 2020 ca. 28% der Ziele des Masterplans 100% Klimaschutz erreicht werden,  im Zeitraum bis 2030 eine Reduzierung von rd. 38% durch das hier entwickelte städtische Handlungspro- gramm Klimaschutz 2030 erreicht werden können, falls dieses vollständig und konsequent umgesetzt wird,  für die vollständige Zielerreichung aber weitere Maßnahmen umgesetzt werden müssen, die nicht von Seiten der Stadt, sondern nur auf der Ebene des Landes, des Bundes und der EU beeinflusst werden kön- nen (z.B. CO2-Steuer, Verschärfung Energieeinsparverordnung, Anforderungen an Flottenverbräuche etc.). Abbildung 6-1: Zielerreichung durch das Handlungsprogramm bis 2030 Im Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 sind 86 Maßnahmen (inkl. Teilmaßnahmen) entwickelt worden (s. Projektsteckbriefe im Anhang), die die bisherige Klimaschutzarbeit der Stadt kontinuierlich fortführen und strategisch weiterentwickeln. Um eine fortlaufende und dauerhafte Wirkung zu erzielen, müssen die vorge- schlagenen Maßnahmen sofort in Angriff genommen werden, damit die erfolgreiche Klimaschutzarbeit der Stadt Münster auch in Zukunft weitergeführt und ausgebaut werden kann.
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