Ratingen
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen 4.2 Bereits realisierte Projekte in den Bereichen Klimaschutz und Erneuerbare Energien Zur Herleitung von ergänzenden Maßnahmen, wird an dieser Stelle eine kurze Darstellung und, wenn möglich, Bewertung der bisherigen Ak- tivitäten vorgenommen. Diese Darstellung dient der Zusammenfassung der wichtigsten Aktivitäten mit Klimaschutzbezug. Tab. 4: Bewertung bereits realisierter Maßnahmen und Schlussfolgerungen Laufzeit / Folgerungen / Mögliche Ansatz- Akteur Maßnahme Stand der Um- Erfolg / Tragweite punkte setzung Stärkere Anstrengungen zur CO2- Mitgliedschaft im Klimabünd- Ziele zu CO2-Reduktion werden Reduktion / Setzen von ambitionier- Seit 1993 nis e.V. voraussichtlich nicht erreicht ten, aber realistischen Zielen siehe Zielsetzungen Kap. 8 Stärkere Vorgaben bei Bauvorhaben Maßnahme V 4 Steigerung der Energieeffizienz kommunaler Gebäude Maßnah- Bislang keine Zertifizierung, me EV 1 Stadtverwaltung Schwachpunkte vor allem in den KWK und Fernwärme- Handlungsfeldern Kommunikation, Potenzialanalyse Maßnahme Teilnahme am European Seit 2010 Kooperation, kommunale Liegen- EV 4 Energy Award® schaften, Entwicklungsplanung. Schaffen von personellen Ressour- Teilweise mit Erstellung Klima- cen und Budget für Klimaschutz schutzkonzept schon beseitigt. Maßnahme V 1 Beratung und Öffentlichkeitsarbeit Handlungsfelder Öffentlichkeits- arbeit sowie Bildung und Klima- schutz infas enermetric Consulting GmbH 29
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Aufnahme einiger Projekte in den Maßnahmenkatalog des Klima- Teilnahme am European Es wurden 11 Leitprojekte definiert, schutzkonzeptes, um diese weiter Seit 2015 Energy Award® die derzeit in der Umsetzung sind zu verankern Siehe Maßnahmen V 2, V 5, Ö 1, B 1, MO 1, MO 2, MO 6, EV 1, EV 2, EV 3, EV 4 Schaffen von Personalkapazitäten Maßnahmen V 1, B 1, Besetzung Viele Projekte sind geplant, jedoch offener Stellen Personalkapazitäten n.n. fehlt teilweise die personelle Kapa- Genauere Zuordnung der Zustän- zität oder eindeutige Zuordnung digkeiten über Maßnahmenkatalog und regelmäßige Abstimmungstref- fen Stadtverwaltung Für drei kommunale Liegenschaf- ten wurden Analysen und Maß- Systematische Analyse der kom- nahmenvorschläge erarbeitet. Das Klimaschutzteilkonzept eige- munalen Liegenschaften und Aus- 2011 Teilkonzept ist in Teilen umgesetzt ne Liegenschaften bau des Energiecontrollings worden. Für weitere Liegenschaf- Maßnahme EV 1 ten wurde ein Energiecontrolling aufgebaut. Sanierung der kommunalen Die Stadt Ratingen saniert fortlau- Forcierung der Sanierungsaktivitä- fortlaufend Liegenschaften fend ihre eigenen Liegenschaften ten Maßnahme EV 1 Die Stadt Ratingen hat einen Mas- terplan Radverkehr erstellt und eine Weitere Umsetzung, Verankerung Masterplan Radverkehr Seit 2014 Radverkehrsbeauftragte benannt. im Klimaschutzkonzept Maß- Die Umsetzung der erarbeiteten nahme MO 2 Maßnahmen erfolgt kontinuierlich. 30 infas enermetric Consulting GmbH
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Der Klimabeirat hat unter anderem Rederecht im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss (StUmA). Es werden regelmäßige Beiratssitzun- Weiterführen der Aktivitäten, Einbin- gen durchgeführt, die sich mit ver- dung in die Netzwerkarbeit der Stadt Regelmäßige Veranstaltun- schiedenen Themen beschäftigen. Ratingen, Nutzung des vorhande- Klimabeirat / Klimainitiative gen und Sitzungen, Netz- Seit 1998 nen Netzwerks, Multiplikatorfunktion werkarbeit Der Mitgliederkreis beinhaltet auch Maßnahmen Ö 1, Ö 4, Ö 5, B 4, Akteure aus der Wirtschaft und B 6, MO 3, MO 5 verschiedener Organisationen. Regelmäßig werden verschiedene Veranstaltungen initiiert. Punktuell führen die Schulen Pro- jekte zum Klimaschutz durch. 8 Schulgärten werden durch die Ver- waltung betreut. Aktionen besser koordinieren, An- Verschiedene Projekte zum Es sind viele kostengünstige Ange- gebote kommunizieren, Budgets für fortlaufend Thema Klimaschutz bote (z.B. außerschulische Ange- Exkursionen zur Verfügung stellen bote) verfügbar, jedoch muss die Maßnahmen B 1, B 2 Schulen An- und Abreise gezahlt werden. Dies ist häufig für die Schulen nicht möglich. Es ist ein Programm für Klima- Nutzung von vorhandenen Förder- schutzaktivitäten an Schulen ge- REIS-Programm n.n. kulissen und Schaffung von Perso- plant, jedoch geht die Umsetzung nalkapazitäten Maßnahme B 1 bislang nur zögerlich voran. Das Jugendzentrum Phönix hat Kommunikation, Vermittlung der sich über die letzten zwei Jahre Bearbeitung des Themas Erfahrungen, um anderen Jugend- schwerpunktmäßig mit dem Thema Jugendzentrum Phönix Ernährung, auch mit Bezug Seit 2014 einrichtungen die Möglichkeit zu Ernährung beschäftigt. Mittlerweile zu Klimaschutz geben, die gemachten Erfahrungen liegen viele Erfahrungen und Um- zu nutzen Maßnahme B 7 setzungsbeispiele vor. infas enermetric Consulting GmbH 31
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Fortlaufende Sanierung, allerdings Fortsetzung der Tätigkeiten und Straßenbeleuchtung fortlaufend noch hohe Potenziale zur weiteren setzen eines Ausbauziels Maß- Sanierung (Erneuerung durch LED) nahme EV 2 Stadtwerke Ratingen Bislang unter 10 % Anteil an der Ausbau des Fernwärmenetzes Fernwärmeversorgung n.a. Wärmeversorgung, derzeit Ausbau Maßnahme EV 4 in Ratingen Mitte. Eine Zusammenarbeit findet bereits Weitere Intensivierung der inter- Verschiedene Projekte zum statt (u.a. Stadtradeln, ÖKOPRO- Fortlaufend kommunalen Zusammenarbeit Klimaschutz FIT, ALTBAUNEU, Arbeitskreis Maßnahme V 5 Klimaschutz) Kreis Mettmann Beteiligung an der Erarbeitung des Auftrag wurde mittlerweile verge- Klimaschutzkonzeptes des Kreises, Klimaschutzkonzept geplant In 2017 ben, interkommunale Arbeitsgruppe um Verzahnung mit Konzept der wurde gegründet. Stadt sicherzustellen. Eine große Anzahl an Bürgerinnen und Bürgern wohnt in Objekten von Wohnungsbaugesellschaften. Verteilung von Broschüren und wei- Die städtische WoGeRa hat eine terem Info-Material (z.B. Material Fortlaufende Sanierung der Sanierungsquote von 3 %. Überre- Wohnungsbaugesellschaften n.a. der Aktion Strom-Spar-Check oder eigenen Liegenschaften gional tätige Gesellschaften haben der Verbraucherzentrale) Maß- in der Regel festgelegt Sanie- nahme EV 3 rungspläne. So hat die LEG in Ra- tingen West diverse Sanierungs- projekte umgesetzt. Einige Projekte durchgeführt, der- Akquise weiterer Projekte, evtl. Er- Errichtung von Bürgerener- Bürgerenergie Ratingen n.a. zeit keine weiteren Projekte in Aus- weiterung des Geschäftsfeldes gieanlagen sicht Maßnahmen EV 5, EV 6 32 infas enermetric Consulting GmbH
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Zielsetzung der Standortinitiative ist die Stärkung der Gewerbegebiete Tiefenbroich und West. Dazu wer- den unter anderem auch städte- Initiierung von Projekten gemeinsam InWest Standortinitiative Quartierssanierung / Gewer- Seit 2012 bauliche Maßnahmen und Energie- mit der örtliche Wirtschaft EU 1, Ratingen Tiefenbroich/West be ExWoSt effizienz/Energieversorgung thema- EU 4, EU 5 tisiert. Zwischenzeitlich wurde ein Standortmanager eingestellt, der die Vernetzung vor Ort stärken soll Verschiedene Beratungsan- gebote (z.B. VZ Ratingen, Wohnungsbaugesellschaften, Stadtwerke Ratingen, IHK u.a.) Verschiedene Zielgruppen werden Verschiedene Gremien und abgedeckt, die Nutzungsintensität Entwicklung einer abgestimmten Arbeitsgruppen (z.B. ist unterschiedlich. Keine gemein- Öffentlichkeitsarbeit Maßnahme Klimabeirat, Jugendrat, Ar- same, abgestimmte Öffentlichkeits- Ö1 beitsgruppe Radverkehr, arbeit, bislang nur eingeschränkte VCD etc.) beschäftigen sich Initiieren abgestimmter, gemeinsa- Weitere Akteure auf dem Koordination untereinander bzw. mit dem Thema Klimaschutz n.a. mer Aktionen Abstimmung mit Stadtgebiet nur in Einzelfällen (z.B. bei ge- bzw. verwandten Themen. Klimabeirat, Jugendrat und weiteren meinsamen Aktionen). Sanierungs- Gebäudesanierungen wer- Akteuren auf dem Stadtgebiet quote ist nur bei wenigen Gesell- den durch diverse Akteure Initiieren von Öffentlichkeitswirksa- schaften hoch. Insgesamt liegt die durchgeführt (private Eigen- men Aktionen Sanierungsquote in Ratingen ca. im tümer, Wohnbaugesellschaf- Bundesschnitt ten). Erneuerbare Energien Anla- gen werden durch private und institutionelle Betreiber errichtet und betrieben infas enermetric Consulting GmbH 33
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen 5 Energie- und CO2-Bilanz Zur Bilanzierung wurde die internetbasierte Plattform ECOSPEED Region des Schweizer Unternehmens ECOSPEED AG verwendet, die speziell zur Anwendung in Kommunen entwickelt wurde. Bei dieser Plattform handelt es sich um ein Instrument zur Bilanzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. Ziel des Systems ist zum einen die Er- höhung der Transparenz energiepolitischer Maßnahmen und zum anderen, durch eine einheitliche Bilanzierungsmethodik, einen hohen Grad an Vergleichbarkeit zu schaffen. Zudem ermöglicht die Software durch die Nutzung von hinterlegten Datenbanken (mit deutschen Durchschnittswerten) eine einfachere Handhabung der Datenerhebung. In einem ersten Schritt wurden die Bilanzierungsmethodik und das Bilanzierungsprinzip festgelegt. Die Startbilanz wurde auf Basis der regionalen Einwohnerzahlen und Beschäf- tigtendaten nach Wirtschaftszweigen sowie der nationalen Durchschnittswerte des Ener- gieverbrauchs und der Emissionsfaktoren berechnet. Die durchschnittlichen Verbräuche und Faktoren sind in der ECOSPEED Region-Datenbank für die Sektoren Haushalte, Wirt- schaft und Verkehr hinterlegt. Die Bilanzierung der kommunalen Emissionen erfolgt erst durch Eingabe tatsächlicher Energieverbrauchswerte. Die Ergebnisse der Startbilanz zeigen erste grobe Referenzwerte auf. Die Startbilanz stellt die Verbräuche und Emissionen der Stadt Ratingen auf Basis bundesdeutscher Durch- schnittswerte dar. Die Energieverbräuche und CO2-Emissionen der Endbilanz werden anschließend durch die Eingabe der Energieverbräuche der Stadt bis zum Jahr 2015 berechnet. Dies setzt eine Datenerhebung voraus. Bei den angegebenen CO2-Emissionen handelt es sich um CO2-Äquivalente (CO2e). Das heißt, dass sämtliche Treibhausgas-Emissionen aus den jeweiligen Prozessen abgebildet werden, nicht nur CO2. Einige Gase, wie z.B. Methan haben ein vielfach höheres Treib- haus-Potenzial, als CO2. Dieser Tatsache wird durch die Umrechnung in CO2-Äquivalente Rechnung getragen. Neben der Bilanzierungsmethodik und den Bilanzierungsprinzipien werden in den folgen- den Kapiteln die zur Berechnung verwendeten Faktoren sowie die Berechnungsmodelle der verschiedenen Sektoren aufgeführt. 5.1 Bilanzierungsmethodik Die Sektoren Haushalte und Wirtschaft werden nach dem Territorialprinzip bilanziert. Dies bedeutet, dass ausschließlich die auf dem Territorium der Stadt anfallenden Verbräuche (Emissionen) bilanziert werden. Zur Bilanzierung des Verkehrssektors greift das Verursa- cherprinzip, um Fahrten der Einwohner der Stadt Ratingen außerhalb des Stadtgebietes zu berücksichtigen. Grundlagen der Bilanzierung Die Energieverbräuche werden als Endenergie angegeben. Als Endenergie wird die nach der Umwandlung von Primärenergie verbleibende Energie, die an den Endenergiever- braucher geliefert wird, bezeichnet. Dagegen erfolgt die Emissionsberechnung auf Basis 34 infas enermetric Consulting GmbH
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen der Primärenergien. Der Energieträger Strom wird mit den Emissionen verwendeter fossi- ler Brennstoffe (Öl, Kohle, Gas) und den Umwandlungsprozessen (Sonne, Wind, Kern- energie, Wasser Erdwärme, Biomasse) bei der Stromerzeugung belastet. Gleiches gilt für die Fernwärme. Diese Berechnung der Primärenergie geschieht unter der Verwendung zweier verschiedener Parameter, dem Life Cycle Analysis-Parameter (LCA) und dem CO2- Emissionsparameter. Life Cycle Analysis-Parameter (LCA) LCA-Parameter sind auf die einzelnen Energieträger bezogene Konversionsfaktoren. Sie dienen als Unterstützung bei der eigentlichen Umrechnung aller Verbrauchsdaten der je- weiligen Kommunen in Primärenergie. Über die LCA-Parameter werden die relevanten Vorkettenanteile berechnet, die die gesamten Energieaufwendungen der Vorketten bein- halten, z. B. Erzeugung und Verteilung der Energie. CO2-Emissionsparameter Eine weitere Grundlage zur Berechnung der CO2-Emission aus dem kommunalen Ener- gieverbrauch bildet der CO2-Emissionsparameter. Dieser gibt an, wie viel CO2 bei der Er- zeugung einer Energieeinheit genau entsteht. Hierbei wird zwischen der Erstellung der Startbilanz, bei der die nationalen CO2-Emissionsparameter für Strom und weitere ver- schiedene Energieträger verwendet werden, und der Berechnung der Endbilanz unter- schieden. Bei dieser werden aus mehreren CO2-Emissionsfaktoren aller Energieträger, dem regionalen Strom-Mix und dem gesamten Energieverbrauch der Kommune spezifi- sche Werte für Strom berechnet. Die Angabe ist in CO 2-Äquivalenten (CO2e), um auch kli- marelevante nicht-CO2-Emissionen zu erfassen. infas enermetric Consulting GmbH 35
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Tab. 5: Emissionsfaktoren im ECOSPEED Region-Bilanzierungstool Emissionsfaktoren je Energieträger - LCA-Energie für das Jahr 2015 Energieträger [gCO2e/kWh] Energieträger [gCO2e/kWh] Strom 500 Erdgas 245 Braunkohle 431 Fernwärme 195 Kohle 428 Umweltwärme 167 Steinkohle 426 Abfall 111 Benzin 339 Biogase 26 Diesel 326 Holz 26 Heizöl 315 Biodiesel 26 Kerosin 311 Pflanzenöl 26 Flüssiggas 263 Sonnenkollektoren 23 Sonstige Berechnungsfaktoren Spezifischer Verbrauch pro Fahrzeug Zur Bilanzierung des Transportsektors bedient sich die Methodik des spezifischen Ener- gieverbrauchs der Fahrzeuge. Hierzu sind die unterschiedlichen Verbräuche verschiede- ner Fahrzeugkategorien nach Energieträgern im Tool hinterlegt. Treibstoff-Mix Zur Bilanzierung der CO2-Emissionen des Treibstoff-Verbrauchs in den verschiedenen Verkehrskategorien werden für die Startbilanz die Daten des bundeseinheitlichen Treib- stoff-Mixes verwendet. Strom-Mix Für eine exakte Aussage bezüglich der CO2-Emissionen in der Primärenergiebilanz ist der Strom-Mix entscheidend. Für die Erstellung der Bilanz wurde der Nationale Strom-Mix an- gesetzt. Der Strom-Mix gibt an, zu welchen Anteilen der Strom aus welchen Energieträ- gern stammt. Energieträger können hierbei fossile Rohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas sein, aber zudem auch Kernenergie und erneuerbare Energien. Die Daten des Strom- Mixes entstehen unabhängig von der geografischen Lage der Kraftwerke. Datenerhebung der Energieverbräuche Die Endenergieverbräuche auf dem Gebiet der Stadt Ratingen sind in der Bilanz differen- ziert nach Energieträgern erhoben worden. Die leitungsgebundenen Energieträger Strom, Erdgas und Fernwärme und Umweltwärme (Wärmepumpen) sind in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber auf dem Stadtgebiet, den Stadtwerke Ratingen, erhoben worden. In die 36 infas enermetric Consulting GmbH
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Berechnung sind die netzseitigen Energieverbräuche eingeflossen, die auf dem Stadtge- biet angefallen sind. Dadurch werden auch die Endenergieverbräuche erfasst, die im Netz des Energieversorgers verteilt werden, aber die von anderen Energieversorgern vertrieben werden. Die Einspeisemengen der regenerativen Stromproduktion basieren ebenfalls auf den Daten der Stadtwerke Ratingen. Nicht-leitungsgebundenen Energieträger werden in der Regel zur Erzeugung von Wärme- energie genutzt. Zu nicht-leitungsgebundenen Energieträgern im Sinne dieser Betrachtung zählen Heizöl, Flüssiggas, Braun- und Steinkohle, Holz, Biogase, Abfall und Sonnenkolle- ktoren. Die Energieträger Heizöl, Flüssiggas, Braun- und Steinkohle sowie Holz können auf Basis der Feuerstättenzählung der Bezirksschornsteinfeger errechnet werden. Für die Bilanz der Stadt Ratingen standen diese bei der Erhebung jedoch nicht zur Verfügung. Für die Berechnung der Energieverbräuche wurden daher auf Grundlage des Zensus 2011 Gebäudeflächen berechnet und diese mit durchschnittlichen Wärmeverbräuchen in der Region hochgerechnet. Die Aufteilung der Energieträger erfolgte dann über Bundesdurch- schnittszahlen. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftig in NRW eine praktikable Lösung für die Erhebung dieser grundlegenden Daten erarbeitet wird. Die Energieträger Braunkohle und Pflanzenöl sind nicht in die Bilanz eingeflossen, da auf dem Stadtgebiet keine Nutzung stattfindet. Die Wärme, die durch Solarthermieanlagen erzeugt und genutzt wird, wurde von der EnergieAgentur.NRW auf Basis von geförderten Anlagen zur Verfügung gestellt. Nachfolgende Tabelle stellt die Quellen bei der Datenerhebung dar. infas enermetric Consulting GmbH 37
Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen Tab. 6: Datenquellen bei der Energie- und CO2-Bilanzierung Datenerhebung im Rahmen der Energie- und CO2-Bilanzierung Energieträger Quelle Energieträger Quelle Strom SW Ratingen Erdgas SW Ratingen (Netzbetreiber) (Netzbetreiber) Braunkohle Wird in Ratingen nicht Umweltwärme SW Ratingen eingesetzt (Netzbetreiber) Kohle Eigene Berechnung Abfall Wird in Ratingen nicht eingesetzt Steinkohle Eigene Berechnung Biogase Berechnung auf Grund- lage EEG-Einspeisung Benzin KFZ-Zulassungen Holz Eigene Berechnung Diesel KFZ-Zulassungen Biodiesel KFZ-Zulassungen Heizöl Eigene Berechnung Pflanzenöl Wird in Ratingen nicht eingesetzt Kerosin Hochgerechnet an- Sonnenkollektoren progres.nrw, Energie- hand von Einwohner- Agentur NRW und Beschäftigtenzah- len (Bundesschnitt) Flüssiggas Eigene Berechnung Fernwärme SW Ratingen (Netzbetreiber) Bilanzierung Sektor Verkehr Der gesamte Bereich der Fahrleistung setzt sich aus folgenden vier Kategorien zusam- men: Personenverkehr (Straßen- und Schienenverkehr), bei dem die gesamte Fahrleis- tung von Motorrädern, Personenwagen, Buslinienverkehr und Regionalbahn in der Einheit Personenkilometer dargestellt wird. Der Personenfernverkehr (Schienenfernverkehr und Flugverkehr); Dieser wird un- ter Zuhilfenahme der durchschnittlichen Personenkilometer pro Einwohner berech- net. 38 infas enermetric Consulting GmbH